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Alt 23.12.2011, 18:24   #7 (permalink)
voll_ratlos
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voll_ratlos befindet sich auf einem aufstrebenden Ast

Standard AW: Das Ansehen von Internet-Streams stellt eine Urheberrechtsverletzung dar

Das Ausweichen auf Polemik hilft da nicht – was ist eigentlich schützenswertes an elektronisch übertragenen Daten ? Sind es die Nullen und Einsen, aus den nun einmal eine Nachricht zusammengesetzt ist ? Wer das unterschwellig mit dem Alphabetvergleich herbeireden will, kann wohl kaum mehr daneben liegen. Das Medium ist lediglich ein Transportmittel. Ob es sich nun bei dem damit transportierte „Gut“ um einen realen Gegenstand handelt oder ob dessen „Gestalt“ erst durch die richtige Aneinanderreihung von Tintenklecksen „im Auge des Betrachters entsteht“, spielt spätestens seit es derartige Informationsübertragung gibt, keine entscheidende Rolle mehr.

Früher, bevor es die heutigen Medien gab, waren Urheberrecht an den Träger das Medium gebunden. Inzwischen ist das Medium höchst „flüchtig“. Wird es nicht irgendwo „gespeichert“, endet auch der Inhalt mit dem Medium. Dieser Vorgang, eine Information oder Teile davon in ihrer jeweiligen Gesamtheit zu speichern und somit verwendbar zu machen, ist der springende Punkt. Nachgeschaltete „Technik“ macht den Inhalt sicht- und oder hörbar für den „Nutzer“. Im Moment der Speicherung wird also sowohl theoretisch, als auch praktisch der Inhalt nutzbar. Wie dies geschieht, ob jemand jemals ein gestohlenes Gemälde betrachtet oder ob er /sie es lediglich in seinem Besitz hat, ist irrelevant. Nur das illegale sich in den Besitz bringen kann mit Strafe bedroht werden, wenn der Eigentümer mit dieser Vorgehensweise nicht einverstanden ist.

Auf einen „Stream“ bezogen, werden gewöhnlich die auflaufenden Daten „temporär“ gespeichert und synchron dazu in geeigneter Weise dargestellt, genutzt oder aber auch nicht. Doch da sie gespeichert wurden ist zumindest dieser Teil ein klarer Rechtsbruch im Sinne eines Urheberrechts, wo allein der Urheber über sein „geistiges Eigentum“ verfügt. Er allein bestimmt, ob er dieses nun verleihen, vervielfältigen und oder verkaufen wird. Dies alles ist zumindest in EU und damit auch in D durch entsprechende Gesetze geregelt. Nun kann jeder der mag aus „weltanschaulichen Gründen“ Eigentum generell ablehnen. Doch dies allein wird ihn /sie wohl kaum vor Strafverfolgung bewahren – falls ihm / ihr eine Straftat nachgewiesen werden kann. Doch auch unentdeckte Straftaten mögen durch entsprechende technische Fortschritte „entdeckbar“ werden.

Im konkreten Fall :
Zitat:
Zitat von [URL="http://www.golem.de/1112/88634.html
Quelle[/URL]"] Am 21. Dezember 2011 wurde ein weiterer Kino.to-Mitarbeiter verurteilt. Der 47-jährige erhielt 3 Jahre und 5 Monate Haft. Das Urteil erging nicht auf Bewährung und ist rechtskräftig. Weder Verteidigung noch Staatsanwalt wollten Rechtsmittel einlegen, so eine GVU-Sprecherin zu Golem.de.

Der Verurteilte, der zuerst als kleiner Internet Service Provider (ISP) in Sachsen selbstständig war, sei für das Anmieten und die technische Betreuung von Servern für Kino.to im Ausland zuständig gewesen. Zudem habe er einen Kino.to-eigenen Filehoster betrieben, auf dem zuletzt Kopien von 10.754 unterschiedlichen Filmtiteln gespeichert gewesen seien. Mit Onlinewerbung, meist für Abofallen, und Angeboten für schnellere Downloadgeschwindigkeiten wurden von Kino.to Millionen Euro verdient. Der in Köln geborene Angeklagte soll seit 2008 Einnahmen von mehr als 630.000 Euro erzielt haben. Etwa die Hälfte konnte er als Gewinn verbuchen. Er habe am Anfang gedacht, er handele in einer Grauzone, sagte der Verurteilte.
ist wohl falsches Mitleid völlig unangebracht.

Was mich angeht, versuche ich mich von diesem illegalen Zeug „fernzuhalten“ und kaufe gelegentlich Filme vom „Wühltisch“ zu mir vertretbaren Preisen. Das Selbe gilt für den gelegentlichen Egoshooter, auch die kommen alsbald auf den „Wühltisch“. Nein ich bin nicht außergewöhnlich „ehrlich“ (was gern auch mit dumm gleichgesetzt wird). Wenn niemand mehr mit geistigen Erzeugnissen seinen Lebensunterhalt verdienen kann – wie lange wird es dann noch so was in guter Qualität geben ? Ansonsten das WEB ist voll von Freeware – von Leuten erzeugt, die im Hauptberuf womöglich geistiges Eigentum zu ihrem Lebensunterhalt produzieren.
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