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Alt 28.12.2017, 11:21   #1 (permalink)
Oromis
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Oromis wird schon bald berühmt werden

Standard Chieftec AL-01B „Falcon“ - Günstiges Gaming-Gehäuse im Test

Chieftec AL-01B „Falcon“ - Günstiges Gaming-Gehäuse

- Das Gehäuse
- Äußerlichkeiten
- Innenleben
- Einbau I
- Einbau II
- Fazit
- Nachwort

Das Gehäuse
Nachdem der taiwanesische Hersteller CHIEFTEC im vergangenen und letzten Jahr mit dem GP-01B und dem CI-01B den Vorstoß in das Gaming-Segment gewagt hat, kam diesen Oktober ein weiteres Gehäuse mit dieser Ausrichtung auf den Markt: Das AL-01B, oder auch „Falcon“.

Dieses soll für einen Preis von momentan rund 40€ klar das Einstiegssegment bedienen, und setzt dafür auf eine Stahlkonstruktion in Aluminium-Optik. Wie für ein Gaming-Gehäuse üblich bietet es Platz für alle käuflichen Grafikkarten auf dem Markt. Mainboards und Netzteile können im ATX-Format eingebaut werden. Towerkühler passen bis zu einer Höhe von 150mm hinein. In der Standardkonfiguration ist kein Lüfter verbaut, maximal möglich sind drei: Zwei vorne und einer hinten.

Spezifikationen
  • Abmessungen (BxHxT): 242 x 574 x 544mm
  • PCI-Steckplätze: 7
  • Laufwerke 5,25“: 1
  • Laufwerke 3,5“: 2
  • Laufwerke 2,5“: 2
  • Netzteil: ATX
  • Mainboard: bis ATX
  • CPU-Kühler: bis 150mm
  • Grafikkarte: bis 350mm
  • Gewicht: 5,60kg
  • Lüfter gesamt: 3
  • Lüfter vorne: 1x140mm / 2x120mm
  • Lüfter hinten: 1x120mm

Lieferumfang
Das Gehäuse wird in einem schlichten Karton geliefert. Im Inneren des Kartons befindet sich, in eine Kunststofftüte verpackt und von Schaumstoffteilen gedämpft, das Gehäuse.
Im Inneren des Gehäuses ist die Kunststofftüte mit dem Zubehör untergebracht. Dieses besteht, neben den üblichen Zubehörschrauben und Abstandshaltern, aus drei schwarzen Kabelbindern mit 15cm Länge und einem Mainboard-Beeper.

Äußerlichkeiten
Beim Design setzt Chieftec, wie bereits erwähnt, auf eine Aluminium-Optik.
Der gesamte Grundkorpus inklusive Deckel und Boden besteht aus mattschwarzem Stahl. Der Rahmen der Front besteht aus Hochglanz-Kunststoff, darin eingefasst befindet sich die Stahlfläche die die Optik von gebürstetem Aluminium hat.

Der Körper des Gehäuses ist durchgehend sehr schlicht gehalten. Ausladende Verzierungen und Meshflächen sind nicht vorhanden, lediglich die Front hat eine Verzierung in Form einer Abstufung. Die seitliche Kante zwischen den Abstufungen dient zugleich als Lufteinlass für die Front. Dieser ist mit einem Staubfilter versehen, der fest installiert ist aber von außen problemfrei abgesaugt werden kann.

Das Frontpanel befindet sich an vorne an der Oberseite des Gehäuses. Es besteht aus drei USB-Anschlüssen (2xUSB 3.0, 1x USB 2.0) und zwei Klinkenbuchsen. Zusätzlich sind dort der Power- und der Reset-Knopf untergebracht. Letzterer ist dabei offenbar leicht schief auf der Platine angelötet worden, er ist unter der Öffnung leider nicht ganz zentriert.

Der Aufbau des Hecks ist recht klassisch: Das Netzteil befindet sich unter dem Mainboard, der Lüfter seitlich davon. Das Netzteil hat keine Blende sondern wird von innen eingesetzt und dann von außen festgeschraubt. Für eine externe Wasserkühlung sind zudem zwei Durchgänge verbaut.

An der Unterseite des Gehäuses befinden sich die vier Standfüße mit Gummipads an den Unterseiten. Außerdem sind dort auch zwei Staubfilter untergebracht: Einer für das Netzteil und einer für den Bereich unter den Festplatten. Dem Budget entsprechend wurde auf einen Ausziehgriff verzichtet.

Die Verarbeitung der Außenhaut ist in Ordnung: Die Spaltmaße sind gleichmäßig und der nur spärliche Einsatz von Kunststoff fällt positiv auf. Leider wurde, wie bereits erwähnt, einer der Taster am IO-Panel nicht ganz sauber angelötet, und am Netzteilschacht wurde an einer kleinen Stelle der Lack nicht sauber aufgetragen. Angesichts des Preises sind diese Mäkel noch nicht dramatisch, wären aber leicht vermeidbar gewesen sein.

Innenleben
Sind die beiden Seitenteile abgenommen – beide sind aus Metall, das Falcon gibt es bislang nicht mit Sichtfenster, kommt der Innenraum zum Vorschein. Chieftec hat hier den modernen Zwei-Kammern-Aufbau im Einsatz: Mainboard oben, Netzteil und Festplatten unten. Zwei 2,5“-Zöller können zusätzlich hinter dem Mainboardtray untergebracht werden.

Wie bereits erwähnt ist ab Werk kein Lüfter in dem Gehäuse installiert. Möglich wären zwei 120er in der Front und einer im Heck.
Das im Chieftec Falcon vorhergesehene Kühlsystem ist klar: Frischluft wird über die Front angesaugt, heizt sich im Innenraum auf und wird über das Heck ausgestoßen. Auf Lüfter im Boden und in der Decke wird verzichtet.

Die Komponenten- und die Kabelkammer werden über mehrere Ausschnitte seitlich des Mainboards getrennt, darüber hinaus gibt es eine Direktverbindung zwischen dem Netzteil und dem unteren Mainboardbereich.
Lobenswerterweise wurden einige der Durchlässe mit Gummiblenden versehen, die den Blick hinter das Tray versperren. Die Durchlässe seitlich des Mainboards, die für ATX Mainboards in voller Breite gedacht sind, kommen allerdings ohne einen solchen Sichtschutz aus.

Hinter dem Mainboardtray gibt es neben Platz zum Verteilen der Kabel auch der Zugriff auf alle Laufwerksschächte. Zudem befindet sich dort noch der Zugang zur Rückseite des Mainboards. Dort können Stützplatten für Kühler angebracht werden, ohne das Mainboard zu entfernen.

Die Verarbeitungsqualität des Innenraums ist gut. Der Grundaufbau ist stabil, alle Kanten sind glatt und die Farbe ist überall gleichmäßig und deckend aufgetragen.

Einbau I

2,5“ Laufwerke
Im Falcon gibt es zwei Halterungen für 2,5“-Laufwerke. Diese werden über einen Kunststoffclip gehalten, der zum lösen schlicht herunter gedrückt werden muss.
Anschließend der Träger leicht aufgebogen und das entsprechende Laufwerk eingesetzt – vier Kunststoffzapfen halte es dann in Position. Zuletzt wird der Träger wieder eingesetzt.

3,5“ Laufwerke
Für den Einbau von 3,5-Laufwerken ist im Boden des Gehäuses ein Käfig mit zwei Kunststoffträgern angebracht. Um die Träger herauszunehmen müssen einfach die beiden hervorstehenden Arme zusammengedrückt werden.
Anschließend werden die Laufwerke eingesetzt. 2,5-Zöller werden von unten festgeschraubt, Festplatten werden durch vier Zapfen in Position gehalten. Zusätzlich können sie mit vier Schrauben von unten und jeweils einer seitlich fixiert werden.

Mainboard
Der Einbau des Mainboards gestaltet sich simpel. Die für ATX üblichen Abstandshalter sind bereits angebracht. Wie üblich wird also nach dem Anbringen der Slotblende das Mainboard auf die Abstandshalter gesetzt und mit Schrauben fixiert. Gegebenenfalls sollte bedacht werden, dass man die Acht-Pin-Verlängerung bzw. das entsprechende Netzteilkabel vorher durch die dafür vorgesehene Öffnung führt, denn das ist spätestens nach der Installation eines großen Towerkühlers nur noch schwer möglich.

Grafikkarte
Die maximal 350mm lange Grafikkarte findet ihren Platz in einem der Pci-E-Slots des Mainboards. Das Gehäuse hat sieben Slotblenden, das heißt man kann theoretisch zwei Triple-Slot Grafikkarten anbringen, die auf ein Axial-Kühlsystem setzen (Axial-Systeme benötigen mindestens einen freien Slot um Luft anzusaugen).
Um eine Grafikkarte zu installieren müssen die entsprechenden Blenden von innen herausgebrochen und anschließend die Karte wie üblich eingesetzt werden. Auf verschraubte Blenden wird leider verzichtet, man kann ein mal geöffnete Blenden also nicht wieder schließen.


Einbau II
Netzteil/Kabel
Das Netzteil wird von innen eingesetzt und vom Heck her festgeschraubt. Für das Netzteil und die dahinter untergebrachten Kabel sind 24cm Platz und damit genug für alle handelsüblichen Modelle.

Hinter dem Mainboardtray sind 12mm hinten bzw. 24mm Platz für Kabel, das ist für viele Kabel etwas knapp, bei Standardsystem sollte es aber noch reichen. Die beiliegenden Kabelbinder können an mehreren Einstanzungen hinter dem Mainboardtray festgemacht werden, dadurch kann man die Kabelstränge verteilen.


Lüfter/Kühlung
Das Falcon serienmäßig keine Lüfter vorinstalliert. Möglich sind bis zu drei Modelle: Ein 120er hinten und zwei 120er oder ein 140er in der Front. Insbesondere für Topblower sollte der Lüfter im Heck nachgerüstet werden, da es sonst zu einem Hitzestau kommen könnte.

Alle Lüfter werden durch eine direkte Verschraubung mit den üblichen, gewindeschneidenden Schrauben gehalten. Für die Installation der Lüfter in der Front muss diese zudem abgenommen werden.

Fazit
Mit dem AL-01B Falcon bietet Chieftec ein sehr preiswertes Gehäuse an, das sich insbesondere an Spieler richten soll. Für einen Preis von aktuell 40€ bekommt man ein Gehäuse das jede übliche Gaming-Hardware aufnimmt.

Dabei ist das Gehäuse im Inneren mit bis zu drei möglichen Lüfterplätzen und vier Laufwerken recht schlicht ausgestattet; die größte Besonderheit des Falcon ist dabei die Front in Aluminiumoptik, die ein edleres Aussehen mit sich bringt.

Der Einbau gestaltet sich in dem 2-Kammern-Gehäuse recht simpel. Hinter dem Mainboardtray darf man die Kabelstränge nicht zu konzentriert verlegen, aber dank der zahlreichen Übergänge zur Hauptkammer ist das kein größeres Problem. Die Gummiblenden im Innenraum sind hier ein willkommenes Extra, das sonst nur in höheren Preisklassen zu finden ist. Leider kommt es nur bei der Verwendung eines schmaleren Mainboards zum Einsatz.

Kritisieren lässt sich an dem Gehäuse leider die Verarbeitungsqualität: Am Heck ist ein kleiner Fehler im Lack und der Reset-Button ist nicht ganz gerade angebracht. Beides sind keine gravierenden Fehler, wäre aber vermeidbar gewesen. Zudem sollte bedacht werden, dass beim Bau eines Systems auf Basis des Falcon Gehäuselüfter extra gekauft werden müssen.

Das AL-01B „Falcon“ ist ein knapp konzipiertes aber dementsprechend günstiges Gehäuse, das für Office- und Gaming-Systeme bis zum niedrigen High-End-Segment gut eignet. Der Innenraum ist sinnvoll aufgebaut und für die genannten Systeme sollten alle Komponenten problemfrei Platz finden. Mit leichten Fehlern bei der Verarbeitung ist leider zu rechnen. Wenn einen das nicht stört macht man mit dem Falcon keinen Fehler, falls aber doch so wird man wohl etwas mehr Geld in die Hand nehmen müssen.

Positiv:
- Optik (Front)
- Sinnvoll gegliederter Innenraum
- Einfache Montage aller Laufwerke

Negativ:
- Leichte Verarbeitungsmängel
- (Kein Lüfter, wenig Belüftungsoptionen)
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