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Alt 15.11.2016, 14:25   #1 (permalink)
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JaRaFi befindet sich auf einem aufstrebenden Ast

Standard IN WIN Chopin - Klein aber Oho!

Einleitung
Die alte Geschichte: ein hochwertiges Mainboard im ITX-Format soll ansprechend verpackt werden - und die Suche beginnt.
Natürlich gibt es dafür geeignete Gehäuse - recht viele sogar - aber, da die meisten ITX-Gehäuse komischerweise nicht sonderlich kompakt konzipiert wurden und man wirklich nur ein kleines schickes Gehäuse für den kleinen Office- oder Wohnzimmer-PC sucht, wird die Auswahl sehr schnell sehr klein.





Viele Gehäuse in dieser Kategorie gewinnen dann auch vom Design her keinen Blumentopf. Doch hier kommt das "Chopin" von IN WIN ins Spiel. IN WIN ist allseits für ihre Designerschmuckstücke mit Aluminium und Echtglas bekannt und mit dem "Chopin" ist ein echter Geheimtip entstanden: ein Gehäuse in einem ansprechendes Design für kompakte kleine Systeme. Auf Hartglas muß man leider verzichten, nicht jedoch auf dickes Aluminium.



Äußerlichkeiten
Ist das "Chopin" ausgepackt erfreut man sich zunächst einmal an der tollen Verarbeitung und dem schicken Design.
Und dann wird man über die geringe "Größe" des Gehäuses erstaunt sein und sich fragen, wie da ein ganzer PC reinpassen soll? Ich kann euch beruhigen: es geht und sogar mit ordentlich Bumms für kleinere Spiele zwischendurch, wie wir in einem extra Artikel sehen werden.



IN WIN legt dem "Chopin" im Lieferumfang jedoch nicht nur Schrauben und ein Handbuch bei, sondern auch Zierleisten in rot, grün, blau und Orange. So kann man das I/O-Panel sowie den Zierstreifen optisch an die eigenen Wünsche oder an das verbaute System anpassen. Zusätzlich gibt es auch noch eine SATA-Stromweiche.



Das "Chopin" hat in etwa die Größe eines Brockhaus-Bandes, könnte sich also, abgesehen von der Front, wunderbar im Bücherregal tarnen. IN WIN setzt beim "Chopin" auf eine xx-mm dicke gebürstete Aluminium-Umrandung, die auf der Oberseite anfängt, sich über die Front und bis ans Ende des Bodens hinzieht.



Das Aluminium ist gebürstet und in Silber & Schwarz erhältlich. Ich persönlich halte die silberne Variante in Kombination mit den schwarzen Seitenteilen für einen echten Augenschmaus.
Um das dezente und edle Design nicht zu stören, ist die Front ist komplett geschlossen, verfügt jedoch über zwei kleine LED's. Das IN WIN Logo verpaßt der Front dabei eine kleine Auflockerung. Auf der Oberseite des "Chopin" ist eine Drahtgitterstruktur eingearbeitet; diese sorgt für die Belüftung im Betrieb - warme Luft steigt ja bekanntlich immer nach oben.



Auf der Unterseite ist das Aluminium dann zu Füßen geformt und mit einer Gummierung versehen. Dies ermöglicht dem "Chopin" einen sicheren Stand in Wohnzimmer und auf dem Schreibtisch.



Das Chopin kann je nach Wahl sowohl hochkant, als „Büchertarnung“ als auch waagerecht als „(Um)gefallenes Buch“ plaziert werden. In der waagerechten Position sollten jedoch noch Gummifüße an das Chopin montiert werden; allerdings müssen diese separat erworben werden. Etwas störend bei dieser Konfiguration: man sieht dummerweise die Gummifüße des "Chopin".



Das I/O-Panel befindet sich, wenn man einen Blick von vorne auf das "Chopin" wirft, auf der linken Seite. Es verfügt über zwei USB 3.0 Buchsen, sowie einen Audio-IN- als auch einen Audio-OUT-Anschluß. Ein Powerschalter ist natürlich im oberen Bereich auch vorhanden.
Auf der Rückseite des "Chopin" befindet sich neben dem Ausgang für die Mainboardanschlüsse und dem Netzteilausgang keine weiteren Slots für Lüfter oder Karten. Hier wird deutlich, daß es bei dem System wohl auf eine nette APU hinausläuft.



Ein weiterer Vorteil des "Chopin": ein Netzteil im TFX-Format mit einer Leistung von 150W ist bereits integriert und beim Preis von 100 Euro mit drin. Somit muß man sich keinen Streß wegen eines passenden Netzteils für das Chopin machen.
Die beiden Seitenteile, die das "Chopin" nach rechts und links verkleiden, sind unterschiedlich konzipiert. Das rechte Seitenteil verfügt über eine kleine Ausbuchtung im Drahtgitter; dahinter verbergen sich dann ITX-Mainboard, Kühler und der Arbeitsspeicher. Das Drahtgitter dient hierbei wieder als Belüftungsoption, so daß trotz der kompakten 4,5-Liter-Bauweise hinreichend Frischluft ins Innere gelangt.




Das linke Seitenteil bietet dann neben zwei Lufteinlässen noch ein schickes IN WIN Logo. Fixiert sind die beiden Seitenteile mit einem einfachen Schnappmechanismus, sowie jeweils einer Schraube.

Die Inneren Werte
Nachdem wir nun die Äußerlichkeiten geklärt haben, kommen wir zu den inneren Werte, wie wir wissen kommt es ja hauptsächlich auf diese an.
Nimmt man die beiden Seitenteile ab, erblickt man den komplett schwarz gehaltenen Innenraum. Bemerkenswert am "Chopin" ist, daß trotz der kompakten Abmessungen, IN WIN auf ein Zwei-Kammer-Design setzt. Im vorderen Bereich befindet sich das ITX-Mainboard und das TFX-PSU, auf der Rückseite können dann zwei 2,5“ Laufwerke verbaut werden.



Wahlweise eine SSD und eine Festplatte. Wer ein weiteres Laufwerk möchte oder benötigt, dem empfehle ich ein Mainboard mit M.2. Schnittstelle. Damit die beiden Laufwerke mit Strom versorgt werden können, befindet sich im Mainboardschlitten eine Öffnung.



Das Netzteil verfügt neben dem 24-PIN ATX-Stecker und dem 8-PIN 12-V-Stecker noch über einen SATA- sowie einen Floppy-Stromanschluß. Wieso hier ein Netzteil mit einem Floppy-Anschluß zum Einsatz kommt und nicht eines mit zwei SATA-Stromsteckern, ist wohl ein Geheimnis von IN WIN. Es erklärt sich hiermit aber auch, wieso sich im Lieferumfang ein SATA-Y-Stromkabel befindet: so lassen sich beide Laufwerke an einen Anschluß anschließen.



Fixiert werden beide Laufwerke in einem kleinen 2,5“ Schlitten, der wiederum mit dem Mainboardträger verschraubt wird - gut konzipiert und somit kinderleicht.



Auf der Mainboardseite ist zu beachten, daß sowohl CPU-Kühler als auch der Arbeitsspeicher nicht höher als 43-mm sein dürfen, sonst paßt das Seitenteil nicht mehr auf das "Chopin", sondern schlägt an den Komponenten an. Die 43-mm beziehen sich auf die Herstellerangabe.

Das Testsystem
Ich habe es ja bereits angesprochen: das "Chopin" bietet sich förmlich für ein hübsches APU-System an. Daher setzte ich als Herzstück des Systems auf einen AMD A10-7860K mit einer TDP von 65W (laut AMD). Als Unterbau dient ein MSI A68HI mit 16GB DDR3-2400MHz AMD R9 Arbeitsspeicher. Gekühlt wird die APU von einem Alpenföhn Silvretta. Als Datenspeicher kommt eine Crucial MX200 mit 500GB sowie eine 500GB Festplatte von Hitachi zum Einsatz.
Kurzauflistung der Komponenten
  • AMD A10-7860K
  • Alpenföhn Silvretta
  • MSI A68Hi
  • AMD R9 DDR3-2400MHz 16GB
  • Crucial MX200 500GB



Der Einbau
Bei einem Gehäuse mit solch einem kompakten Format ist es angebracht, auf die Reihenfolge der Komponenten beim Einbau zu achten.



Man sollte mit dem Einbau der 2,5“ Laufwerken beginnen und dabei die SATA-Strom- und Datenkabel schon einmal verlegen. Ist dies geschehen, kann das ITX-Mainboard eingesetzt werden. Allerdings ist es sinnvoll, das Mainboard zuerst mit APU, RAM und dem Kühler zu bestücken und dann erst in das Gehäuse einzubauen - im Nachhinein ist dies nämlich aufgrund der Packungsdichte im Gehäuse nahezu unmöglich. Wichtig: die I/O-Blende nicht vergessen.



Haben alle Komponenten ihren Platz gefunden, geht es ans Verkabeln. Mit etwas Zeit und Geduld kann man die Kabel so um das ITX-Mainboard verlegen, daß der CPU-Lüfter ohne Probleme arbeiten kann. Da in diesem Gehäuse aufgrund der geringen Höhe nur der Einsatz von TopFLOW-Kühlern sinnvoll ist, sollte beim Verlegen auf hinreichend Platz um den Kühler gelegt werden.



Der zusätzliche Vorteil hierbei: die anderen Komponenten des Mainboards werden gleich mit gekühlt. Ist das alles soweit fertig, kann das System so aussehen.



Temperaturmessungen
Interessant ist natürlich, wie es mit den Temperaturen im "Chopin" denn so aussieht.
Das "Chopin" ist sehr kompakt und verfügt über keine Lüfter, außer natürlich dem der CPU-Kühlung. Ein weiterer kleiner Bonus dabei, das System im Chopin ist nur so laut oder leise wie der CPU-Lüfter oder wahlweise auch nur so laut wie die eingesetzte 2,5“ HDD. Das kleine PSU hat zwar auch einen Lüfter, dieser fällt jedoch nie störend auf. Wir spielen jetzt einfach mal eine Runde Witcher 3 in 720P bei Mittleren Details und schauen, was passiert.



Wie man sehr schön erkennen kann, sind die Temperaturen für die kompakte Bauweise mehr als in Ordnung. Ich hatte im "Chopin" testweise auch schon einen 7870K verbaut; dieser wurde natürlich deutlich wärmer. Daher empfehle ich maximal APU's mit einem TDP-Wert von 65-W. So sollte es zu keinen Problemen kommen.

Resümee
Zum Schluß kann man zum "Chopin" von IN WIN nur sagen:
Alles richtig gemacht.
Das Gehäuse ist kompakt, alles paßt rein und es sieht verdammt gut aus.
Zusätzlich kann es sich als Buch tarnen.



Alles ist hochwertig verarbeitet.
Der Einbau geht trotz der kompakten Abmessungen ohne Probleme vonstatten.
Einzig die Sache mit dem Floppy-Stromstecker - das Rätsel habe ich noch nicht gelöst.
Ein Netzteil ist bei einem Preis von 100 Euro auch schon anbei und bei diesem Preis kann es uneingeschränkt für Liebhaber von kompakten Systemen empfohlen werden.

Geändert von JaRaFi (15.11.2016 um 18:05 Uhr)
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5 Benutzer bedanken sich für den Beitrag:
Index (17.11.2016), Profi Overclocker (16.11.2016), poiu (15.11.2016), Robert (15.11.2016), Tweak-IT (21.11.2016)
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Stichworte
chopin, klein, oho, win


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