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Alt 23.04.2017, 19:25   #1 (permalink)
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Oromis wird schon bald berühmt werden

Standard SilverStone ML09 - HTPC Gehäuse für 55€

SilverStone ML09 - HTPC Gehäuse für 55€

- Das Gehäuse
- Äußerlichkeiten
- Einbau/Innenraum
- Worte zum Einbau
- Fazit
- Nachwort

Das Gehäuse
Die Taiwanesische Firma SilverStone wurde 2003 gegründet und hat seitdem ein wirklich beachtliches Angebot an PC-Gehäusen aufgestellt: Über 100 Modelle sind momentan lagernd im Preisvergleich gelistet. Die Produktserien reichen dabei von günstigen bis zu teuren, von ITX- bis zu E-ATX.

Heute auf dem Prüfstand steht dabei das SilverStone ML09: Das zweitgünstigste Gehäuse der Milo-Serie, das für einen Preis von rund 55€ erhältlich ist.

Allen Gehäusen der Serie gemein ist die grundsätzliche Ausrichtung: Ein liegend montiertes Mainboard, ein externer 5,25“-Schacht und eine Gesamthöhe unter 20cm. Diese Gehäuse sind also für den Einsatz als DVD/Blu-Ray-Player-Ersatz prädestiniert.

Das ML09 setzt auf ein ITX-Mainboard, ein SFX-Netzteil und eine Höhe von nur 109mm bei einem Volumen von knapp 8 Litern. Intern können bis zu vier 2,5“-Laufwerke und ein 5,25“-Slimline-Laufwerk verbaut werden.

Spezifikationen
  • Abmessungen (BxHxT): 350 x 109 x 205mm
  • Gewicht: 2,07kg
  • PCI-Steckplätze: 2x Low Profile, 1x Vollwertig per Riser Card
  • Laufwerke: 6x2,5“ oder 4x2,5“ + 1x3,5“/1x5,25“
  • Netzteil: SFX (u.U. SFX-L)
  • Mainboard: ITX
  • CPU-Kühler: Nach Konfiguration, maximal 70mm
  • Lüfter gesamt: 3
  • Lüfter seitlich: 2x80mm
  • Lüfter oben: 1x120mm

Lieferumfang
Das Gehäuse wird in einem schwarz bedrucktem Karton geliefert. Im Inneren des Kartons befinden sich das Gehäuse und in diesem wiederum das Zubehör. Es besteht aus vier selbstklebenden Standfüßen, zwei Kunststoffhaltern um das Gehäuse aufrecht hinzustellen, Vibrationsdämpfer für den 120mm-Lüfter, einen Abstandshalter und eine Ersatzblende für den 5,25“-Slimline-Slot. Darüber hinaus liegen alle für die Installation notwendigen Schrauben, ein magnetischer Staubfilter und drei 10cm langen Kabelbinder bei. An dieser Stelle hat das Anleitungsheft definitiv eine Erwähnung verdient: Eine derart ausführliche und detaillierte Installationsbeschreibung findet man nur selten, die Anleitung ist sehr gut gelungen.


Äußerlichkeiten
SilverStones ML09 ist quaderförmig und aus schwarz lackiertem Stahl, lediglich die Front ist von schwarzem Klarlack bedeckt. Unten rechts ist zusätzlich das Herstellerlogo in weiß aufgebracht. Zusätzlich befinden sich dort der Power- und der Reset-Button; als externe Anschlüsse stehen zwei USB 3.0 Ports und zwei Klinkenanschlüsse an der vorderen linken Seite zur Verfügung. Ebenso an der linken Seite befinden sich die beiden Plätze für 80mm-Lüfter.
An der Rückseite befinden sich die PCIE-Blenden: Die beiden Low Profile Slots befinden sich direkt an der Position des PCIE-Slots des Mainboards, über dem Mainboard-IO-Shield befindet sich darüber hinaus eine einzelne vollwertige PCIE-Blende.

Möchte man das Gehäuse flach liegend aufstellen müssen die beiliegenden vier Gummifüße auf der Unterseite befestigt werden. Dafür wird einfach der Schutzfilm der jeweiligen Füße entfernt und die Füße in die entsprechenden Plätze geklebt. Da der Bereich um die Klebeflächen ringförmig angehoben ist, können die Füße vollkommen problemfrei an die richtigen Positionen geklebt werden.

Zum Einbau der Komponenten muss der Deckel des Gehäuses abgenommen werden, dieser wird über drei Schrauben an der Rückseite befestigt.

Die Verarbeitungsqualität an der Außenhaut ist anständig: Der Lack ist sauber aufgetragen und die Konstruktion ist stabil, lediglich die Kanten der PCIE-Blenden hätten noch ein wenig sauberer entgratet werden können. Über den Einsatz von Klavierlack lässt sich, wie üblich, streiten – das ist definitiv Geschmackssache.


Einbau/Innenraum
Um ins Innere des Gehäuses zu gelangen muss man zunächst den Deckel abnehmen der, wie bereits erwähnt, durch drei Schrauben auf der Rückseite fixiert wird. Sind diese entfernt kann man ihn einfach nach hinten abziehen.

Anschließend kommt der Innenraum zum Vorschein; um mit dem Einbau zu beginnen müssen allerdings erst noch einzelne Elemente aus dem Innenraum entfernt werden: Der Mittelsteg, die Schiene für den 120mm-Lüfter bzw. das externe Laufwerk und den Käfig für die 2,5“-Laufwerke. Alle diese Module werden durch Schrauben gehalten und können durch das Lösen derselben einfach entfernt werden. Bei dem Lüfter handelt es sich um ein dem SilverStone FN 123 recht ähnlichen Modell, der einzige ersichtliche Unterschied ist die Färbung: Der im Gehäuse verbaute Lüfter ist komplett in schwarz gehalten. Der Lüfter ist dabei, glücklicherweise, selbst bei 12V Betriebsspannung noch angenehm leise und bewegt trotzdem einiges an Luft.

Nun ist man endlich im Inneren des Gehäuses angelangt, hier werden das Netzteil, das Mainboard samt Erweiterungskarten und alle Laufwerke eingebaut. Die Verarbeitungsqualität ist dabei, auch hier, gut aber nicht perfekt. Alle Kanten sind entgratet und der Aufbau stabil, an der mittleren Schiene ist der Lack allerdings an einer Stelle nicht richtig aufgetragen worden.


Netzteil
Zur Stromversorgung können im ML09 gängige SFX-Netzteile verbaut werden, für den etwas größeren SFX-L-Standard ist hingegen nur dann Platz, wenn man auf den 2,5“-Käfig verzichtet.
Netzteile des SFX-Standards sind in jeder Beziehung kleiner als die üblichen ATX-Modelle, dementsprechend sind sie auch nur in „niedrigeren“ Wattklassen, also bis 650W, erhältlich. Gleichzeitig schrumpft auch die mögliche Lüftergröße von maximal 135mm auf maximal 80mm, wodurch ein SFX-Netzteil natürlich bei gleicher Wattstufe automatisch etwas lauter ist als ein ATX-Modell. SFX-L-Netzteile sind etwas länger als SFX-Modelle und können dafür einen 120mm-Lüfter beherbergen. Da das ML09 allerdings ohnehin keine High-End-Grafikkarten beherbergen kann, sind gewöhnliche SFX-Netzteile bis 300 Watt wohl ohnehin für fast alle Anwender ausreichend.

Egal ob man sich nun für ein SFX- oder ein SFX-L-Modell entscheidet: Das jeweilige Netzteil wird von innen her eingesetzt und hinten von sechs Schrauben fixiert. Der Lüfter muss dabei nach oben zeigen, da sich hier die entsprechende Öffnung in der Gehäusewand befindet.

Mainboard und Kühlung
Der Einbau des Mainboards gestaltet sich simpel. Die für ITX benötigten Abstandshalter sind bereits vom Hersteller angebracht. Wie üblich wird einfach nach dem Anbringen der Slotblende das Mainboard auf die Abstandshalter gesetzt und mit Schrauben fixiert. Die Stecker für den Startschalter und die LEDs können bereits vor der Installation angebracht werden um später Arbeit zu sparen.

Wie üblich für ITX-Systeme ist auf die Höhe des CPU-Kühlers zu achten. Entfernt man die Lüfter-/5,25“-Blende aus dem Gehäuse kann ein Kühler bis zu 70mm hoch sein, ansonsten weniger. Mögliche Kandidaten sind beispielsweise der Noctua NH-L9a/i oder der NT-08-115XP aus eigenem Hause. Alternativ kann man auch einen Topblower ohne den dazugehörigen Lüfter installieren und die Belüftung des Kühlers von dem Gehäuselüfter im Deckel übernehmen lassen. Der Vorteil dabei ist, dass man mit einem 120mm-Lüfter meistens mehr und leiser Luft bewegen kann als mit den auf ITX-Kühler oft eingesetzten 92mm-Lüftern, so werden also auch die umliegenden Komponenten auf dem Mainboard besser gekühlt.

2,5“ Laufwerke
Die bis zu vier möglichen 2,5“Laufwerke können an der rechten Front, vor dem Netzteil, eingebaut werden. Zur Installation muss der von drei Schrauben gehaltene Träger entfernt werden. Anschließend schiebt man einfach die Laufwerke hinein und schraubt sie mit jeweils zwei Schrauben links und rechts fest. Zuletzt wird einfach der Träger wieder eingesetzt, festgeschraubt und die Laufwerke an das Netzteil bzw. das Mainboard angeschlossen.

2,5“/3,5“/5,25“ SlimLine Laufwerk
Zusätzlich zum Laufwerkskäfig kann man auch an der Lüfterschiene Laufwerke montieren, sofern man auf den 120mm-Lüfter im Deckel verzichtet. Je nach Wunsch kann man dort zwei 2,5-Zöller, einen 3,5-Zöller oder ein 5,25“-SlimLine-Laufwerk einbauen. All diese Laufwerke werden durch jeweils vier Schrauben von unten fixiert, auf eine Entkopplung wird verzichtet.

Abschluss
Zum Abschluss des Einbaus sollten noch mal alle wichtigen Kabel überprüft werden. Die recht engen Platzverhältnisse sollten bestmöglich ausgenutzt werden um Kabel aus dem Luftstrom zu schaffen und somit eine bestmögliche Kühlung zu ermöglichen.

Als letztes werden die Lüfter- und die Mittelschiene wieder eingesetzt, festgeschraubt und danach wieder vom Deckel bedeckt. Anschließend kann man noch den beiliegenden, magnetischen, Staubfilter auf den Lüfterplatz legen.

Auf Wunsch kann man nun noch die beiden Kunststoffständer am Gehäuse anbringen um es aufrecht hinzustellen.


Worte zum Einbau
Wie üblich für Gehäusezwerge ist der Einbau mit Vorausplanung und, unter Umständen, Fehlversuchen verbunden; wobei das ML09 sich bei der Komponentenwahl noch recht kulant zeigt.
Dennoch sollten die verbauten Komponenten mit Bedacht gewählt werden: In ITX-Gehäusen ist ein Blick auf den Stromverbrauch und vor allem auch die Größe der einzelnen Komponenten nicht falsch, und die Belüftung sollte genauer bedacht werden als bei gewöhnlichen Towern. Die Lösung mit dem einblasenden 120mm-Lüftern und den beiden – optionalen – ausblasenden 80mm-Lüftern ist hier gut gewählt. Allgemein gestaltet sich der Einbau von Komponenten für den Formfaktor erstaunlich leicht.

Zusätzlich sollte definitiv über eine Feinjustierung der BIOS-Einstellungen des Computers nachgedacht werden: 5 Watt weniger Verbrauch durch ein Undervolting von CPU, Chipsatz und RAM machen den Rechner hier meist direkt ein wenig leiser.

Alles in Allem ist der Einbau in dem Gehäuse, für den Formfaktor, ausgesprochen leicht. Man kommt an alle Stellen verhältnismäßig gut heran und hat mehrere Möglichkeiten die Kabel größtenteils außerhalb des Luftstroms zu verlegen.


Fazit
SilverStones neuestes Modell der Milo-Reihe, das ML09, hinterlässt für den Marktpreis von rund 55€ im Test einen guten Eindruck. Der Komponenteneinbau in dem kleinen Gehäuse ist, für die Größe, ausgesprochen einfach, und die Kühlung im Gehäuse ist gut umgesetzt. Auch der verbaute Lüfter ist für einen Gehäuselüfter ein gutes Modell, allerdings hätte ein zweiter Staubfilter über dem Netzteil nicht geschadet.
Auf Seiten der Laufwerksoptionen glänzt das ML09: Ein externes Laufwerk oder eine Festplatte und mehrere SSDs gleichzeitig, das dürfte für alle Anwender reichen und macht das ML09 zu einem guten Kandidaten für HTPCs und „Windows-Blu-Ray-Player“.
Den einzigen Patzer erlaubt man sich bei der Verarbeitungsqualität: Die nicht ganz saubere Entgratung an den PCIE-Blenden und die Stelle ohne Lack im Gehäuseinneren hätten nicht passieren sollen.

Alles in allem sind diese Mängel aber höchstens kurz, nämlich beim Einbau der Elektronik, von Bedeutung. Das Gehäuse hinterlässt im Gesamtbild auf jeden Fall einen guten Eindruck und ist für Leute, die einen Rechner für den Fernseher/das Wohnzimmer suchen einen, und durchaus auch einen zweiten Blick wert.

Positiv:
- Vielfältige Konfigurationsmöglichkeiten
- Gute Kühloptionen
- Sehr viele Einbaumöglichkeiten auf geringem Raum

Negativ:
- Leichte Verarbeitunsmängel
- (Reinigungsintensiver Klavierlack)

Freundin? Ich? Heißt Vega.

Geändert von Oromis (20.04.2017 um 11:46 Uhr)
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Stichworte
55€, gehäuse, htpc, ml09, silverstone


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