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Alt 26.04.2017, 19:00   #1 (permalink)
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Standard Streacom BC1 Benchtable - So einfach wie genial

Streacom BC1 Benchtable – So einfach wie genial

- Das Gehäuse
- Aufbau
- Fazit
- Zusatzkapitel: Erweiterung durch 3D-Druck

Das Gehäuse
Die Niederländer von Streacom führen keine gewöhnliche Gehäusefirma. Das 2010 gegründete Unternehmen konzentriert sich auf flache Gehäuse, hauptsächlich im ITX-Formfaktor. Auffallend sind dabei zwei Dinge: Es gibt keinen einzigen Tower von Streacom, und alle vorgestellten Gehäuse sind aus Aluminium. Darüber hinaus ist auch Passivkühlung ein wichtiges Thema: Mehr als die Hälfte der Gehäuse führt die Abwärme der verbauten Komponenten lüfterlos über die Außenwand ab.

2016 wagte die Firma sich schließlich in einen, nur selten beachteten Teil der Gehäusewelt vor: Zusammen mit HWBOT und Overclocking-TV wurde der 125€ teure "Open Benchtable" BC1 vorgestellt.
Dieser bietet Platz für Mainboards bis XL-ATX und hat eine große Besonderheit: Er kann so zusammengebaut werden, das er nur noch 8mm hoch und damit extrem leicht zu verstauen und zu transportieren ist.

Zusätzlich wird bei dem Benchtable auf ein Open-Source-Konzept gesetzt. Auf Anfrage kann man die notwendigen CAD-Dateien auf openbenchtable.com herunterladen. Zusätzlich gibt es auch von Nutzern entworfene Accessoires für 3D-Drucker. [s. Ende des Tests]


Spezifikationen
Abmessungen (BxHxT): 360x260x260mm (Transport: 8mm Höhe)
PCI-Steckplätze: Acht Positionen, vier belegbar
Laufwerke: 2 beliebige 2,5" oder 3,5"
Netzteil: ATX
Mainboard: XL-ATX
Lüfter gesamt: 2


Lieferumfang
Das Gehäuse wird in einem schwarzen, zweiteiligen Karton geliefert, in dessen inneren sich der Benchtable befindet. Unter diesem ist die ausführlich bebilderte Anleitung untergebracht, die leicht am Boden festgeklebt ist – der Kleber lässt sich aber bedenkenlos vorsichtig lösen.


Aufbau
Wie bereits erwähnt wird das BC1 in kompakter Bauform geliefert.
Als erstes werden alle Teile aus dem Korpus geschraubt und aufbewaht. Das nackte Mainboardtray wird nun auf die beiden Standfüße gestellt und von oben angeschraubt. Der Benchtable setzt ausschließlich auf Rändelschrauben, ein Schraubenzieher ist also zwar für manche Bauteile empfehlenswert, aber prinzipiell nicht notwendig.
Bei dem Anbringen der Standfüße ist es wichtig die in der Anleitung beschrieben Ausrichtung zu beachten, sonst kann das Netzteil später nicht montiert werden. Sind die Füße fest angeschraubt steht der Aufbau stabil und wackelfest.

Dann werden die Abstandshalter eingeschraubt. Es gibt zwei Arten: Mit Gewinde und mit Pushpins. Mit ersteren wird der Rand bestückt, an dem die PciE-Slots sind. Letztere sind für das Mainboard gedacht. Als letztes werden die Halterungen für PciE und Lüfter festgeschraubt und fertig ist der Aufbau des BC1.

Anschließend wird die Hardware eingebaut, für diese ist zu beachten, dass es – wie üblich – zwei unterschiedliche Gewindetypen gibt: 6#32 für Laufwerke und Netzteil, M3 für alles andere. M3 Schrauben erkennt man an dem größeren Abstand der einzelnen Gewindegänge.

Nun kann man mit dem Einbau der Komponenten beginnen: Als erstes wird das ATX-Netzteil mit dem Lüfter nach oben am Standfuß an der oberen Mainboardseite festgeschraubt. Dazu muss das Netzteil ein winziges Stückchen angehoben werden, ein zusammengefaltetes Stück Papier reicht als Stütze bereits.

Als nächstes werden die Laufwerke festgeschraubt. Sie finden Platz an der gegenüberliegenden Seite und werden von oben her durch das Mainboardtray festgeschraubt. Dafür sind zwei Ausschnitte eingefräst worden, durch die sowohl 2,5- als auch 3,5-Zoll-Laufwerke befestigt werden können.
Danach kommt das Mainboard dran. Dieses wird einfach auf die angebrachten acht Pushpins gedrückt. Zur Demontage muss es einfach mit etwas Kraft wieder angehoben werden, die Pushpins lösen sich dann von selbst. Da der BC1 keinerlei elektronische Bauteile enthält, gibt es auch keine An- und Ausschalter bzw. LEDs die man ans Mainboard anschließen könnte. Das anlassen des Rechners wird also durch einen Schraubenzieher oder ein anderes leitendes Bauteil erledigt.

Zur Installation einer Grafikkarte muss diese nur in den entsprechenden Slot auf dem Mainboard gesteckt und anschließend an den langen Stäben des Benchtables festgeschraubt werden. Wer mehr als vier Slots belegen möchte kann den Herstellersupport kontaktieren um zusätzliche Stäbe zu erhalten.

Zuletzt kann man noch Lüfter oder Radiatoren installieren. Dafür dienen vier Verbindungselemente die am Rand des Gehäuses angeschraubt werden.

Die Verkabelung des Benchtables ist recht ungeordnet. Normalerweise kann man die Kabel lediglich um die Füße des Mainboardtrays wickeln um ein wenig Ordnung zu schaffen.

Die Verarbeitungsqualität des Benchtables ist makellos. Die Ausschnitte sind sauber, entgratet und gleichmäßig eloxiert. Alle einschraubbaren Bauteile haben Dämpfer um vor Kratzer zu schützen, und die Rändelschrauben lassen sich gut betätigen.


Fazit
Streacoms BC1 ist bereits in seinem Grundkonzept äußerst interessant und bietet beim Einbau einige Besonderheiten um den Zusammenbau in die flache Form zu ermöglichen. Und genau diese ist auch der größte Vorteil des Benchtables: Mit nur 8mm Höhe im eingebauten Zustand kann man den Benchtable problemfrei in einem Schrank lagern. Damit ist er ideal für Leute die nur gelegentlich einen offenen Aufbau benötigen. Die Verarbeitungsqualität des Gehäuses ist dabei makellos: Es gibt weder Probleme bei den Ausschnitten noch bei der Entgratung, die Oberfläche ist gleichmäßig.

Auch die Einbaumöglichkeiten sind gut: Wie für einen Benchtable üblich können die meisten Mainboards, Kühler und Grafikkarten problemlos und einfach verbaut werden. Auch die zwei Laufwerksplätze für beide übliche Formfaktoren sind für einen Benchtable mehr als ausreichend.
Dennoch gibt es einen kleinen Kritikpunkt am BC1: Das Fehlen eines Schalters mit den dazugehörigen LEDs. Für den recht stolzen Preis von 125€ hätte dies durchaus noch beigelegt werden können, damit man den Testaufbau nicht immer umständlich über ein Metallstück starten muss.

Alles in allem ist der Benchtable BC1 für Leute die gelegentlich einen flexiblen offenen Testaufbau benötigen konkurrenzlos. Die Möglichkeit der extrem platzsparenden Verstauung ist die größte Stärke des Produkts und lässt über den einzigen nennenswerten Makel mehr als hinwegsehen.

Positiv:
- Exzellente Verarbeitungsqualität
- Kompakter Zusammenbau
- Stabile Konstruktion mit schnellen Umbaumöglichkeiten

Negativ:
- Kein Startschalter im Lieferumfang


Zusatzkapitel: Erweiterung durch 3D-Druck
Auf der Website openbenchtable.com gibt es unter anderem eine Kategorie für 3D Modelle, die von Nutzern erstellt worden sind. Mit diesen kann man den Benchtable erweitern und ergänzen, so gibt es beispielsweise einen SFX-Adapter für den Netzteilschacht und Ersatzhalterungen für Lüfter und Radiatoren.

Zusätzlich gibt es auch ausgefallenere Möglichkeiten den Benchtable zu erweitern: Die Gewinde am Rand der Grundplatte können als Befestigung für allerlei Zusätze dienen, beispielsweise für Lüfterhalterungen, LEDs, Schalter oder auch Laufwerke. Für den Eigengebrauch habe ich einige dieser Dateien erstellt, die entsprechenden Downloadlinks sind im nächsten Post zu finden.

Durch diese Modelle werden Probleme wie beispielsweise eine zu knappe Ausstattung an 2,5"-Schächten, die spärlichen Optionen beim Kabelmanagment und auch das Fehlen eines Anschalters problemfrei umgangen. Wer sich den BC1 zulegen will, aber keinen 3D-Drucker besitzt, kann mich gerne jederzeit kontaktieren. Ich kann auf Anfrage gerne die Zusatzteile ausdrucken und zuschicken.

Freundin? Ich? Heißt Vega.

Geändert von Oromis (27.04.2017 um 11:37 Uhr)
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Rayken (15.11.2017)
Alt 27.04.2017, 11:38   #2 (permalink)
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Standard AW: Streacom BC1 Benchtable - So einfach wie genial

Wie im Test erwähnt wurden von mir mehrere Modelle für den 3D-Druck erstellt, mit denen der Benchtable erweitert werden kann. Diese sind hier zu finden: Streacom BC1 Benchtable - 3D Printable Extensions Pack by Oromis - Thingiverse

Fragen, Vorschläge und Anregungen sind sowohl hier als auch bei Thingiverse jederzeit willkommen.
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Alt 27.04.2017, 12:49   #3 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Oromis Beitrag anzeigen
Wie im Test erwähnt wurden von mir mehrere Modelle für den 3D-Druck erstellt, mit denen der Benchtable erweitert werden kann. Diese sind hier zu finden: Streacom BC1 Benchtable - 3D Printable Extensions Pack by Oromis - Thingiverse

Fragen, Vorschläge und Anregungen sind sowohl hier als auch bei Thingiverse jederzeit willkommen.

Coole Sache hast du da mal bilder davon wie und wo du die angebaut hast ?
Robert ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.04.2017, 13:56   #4 (permalink)
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Jup, habs direkt noch bei Thingiverse hinzugefügt: http://thingiverse-production-new.s3...w_featured.jpg
Die sind alle für die Gewinde an den Seiten gedacht.
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Alt 28.04.2017, 15:20   #5 (permalink)
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Standard AW: Streacom BC1 Benchtable - So einfach wie genial

Also nen Startbutton kann man sich ja dazu kaufen, was mich eher stört ist das man laut Hersteller nur bis 240er Radiatoren unterbringen kann. AIOs werden aktuell bis maximal 280 / 360 gefertigt, also würde ich auch die unterbringen wollen. Ansonsten gefällt mir das ganz gut, aktuell gefällt mir das Primochill Praxis Wetbench zwar besser, aber vielleicht gibt es für das Benchtable ja nochmal passende zusätze.

Die Alternative die auf den Boden zulegen bringt nichts, dann kann ich mir das auch komplett schenken und einen Pappkarton nehmen.
Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts.
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Alt 28.04.2017, 18:46   #6 (permalink)
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Wo bekommt man das Teil eigentlich?

Ah gefunden wird bald bei Caseking verkauft inklusive Neoprenhülle
https://www.caseking.de/streacom-bc1...-gebu-188.html
Webmaster / Forumadmin [TweakPC Team]

"Das Ärgerlichste in dieser Welt ist, dass die Dummen todsicher und die Intelligenten voller Zweifel sind" Bertrand Russell - britischer Mathematiker und Philosoph (1872 - 1970)
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Alt 28.04.2017, 20:16   #7 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Plumbumm Beitrag anzeigen
Also nen Startbutton kann man sich ja dazu kaufen [...]
Kann man schon, aber das kostet A Geld und B gibts dafür keine anständige Halterung, wenn man mal von meiner für den 3D-Drucker gedachten Datei absieht
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Alt 29.04.2017, 16:01   #8 (permalink)
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Plumbumm befindet sich auf einem aufstrebenden Ast

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Jo, naja alternative muss man beim mb drauf achten eins mit button zunehmen
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Alt 15.11.2017, 21:11   #9 (permalink)
Fingerabzähler
 

Registriert seit: 17.04.2017
Beiträge: 14

Rayken befindet sich auf einem aufstrebenden Ast

Standard AW: Streacom BC1 Benchtable - So einfach wie genial

Cooles Teil! Könnte ich für den ein oder anderen Test gut gebrauchen, mal schauen wieviel Weihnachtsgeld übrig bleibt
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bc1, benchtable, genial, streacom


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