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Alt 28.07.2017, 16:05   #1 (permalink)
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Oromis wird schon bald berühmt werden

Standard be quiet! Shadow Rock TF2 - Viel Luft von oben

be quiet! Shadow Rock TF2 - Viel Luft von oben

- Einleitung
- Testsystem
- Spezifikationen
- Lieferumfang
- Design und Verarbeitungsqualität
- Montage
- Lautstärke und Temperatur
- Fazit
- Nachwort

Einleitung
Pünktlich zum Sommerbeginn stellte be quiet! Den Shadow Rock TF2 vor, der den bereits erhältlichen Dark Rock TF nach unten hin ergänzt. Nach dem Dark Rock 3 und zwei Gehäusen steht nun also schon das vierte Produkt des deutschen Unternehmens auf dem Prüfstand.

Der Shadow Rock TF2 besetzt mit seinem Marktpreis von aktuell rund 50€ die Lücke zwischen den günstigeren Shadow Rock LP und dem Dark Rock TF. Dafür erhält man einen mit 112 Millimeter Höhe durchaus großen TopBlower, der mit einem 135mm-Lüfter ausgerüstet ist. Bei diesem handelt es sich nicht um ein Standardmodell, stattdessen setzt dieser intern noch auf vier statt sechs Spulen wie beim Silent Wings 3 und ist, aufgrund des Einsatzgebietes, statt 25mm nur 22mm hoch.

Auf einen kleineren Nebenradiator, wie beim Dark Rock TF, wird beim Shadow Rock TF2 verzichtet. Stattdessen reichen die Lamellen über der Baseplate bis zu dieser hinunter und sind dort befestigt.

Testsystem
Für die folgenden Tests wird das übliche Testsystem verwendet:
Ein i7 5820K auf Standardtakt, als Mainboard dient ein MSI X99S SLI Plus, als Grafikkarte eine Sapphire R9 380 Nitro. Verbaut wird das ganze in einem Anidees AI-6B, vorne und hinten befinden sich jeweils die größtmöglichen Be Quiet! Silent Wings 2 Lüfter, im Boden ist ein Scythe Slip Stream untergebracht.

Spezifikationen
  • Abmessungen (BxHxT): 165x112x137
  • Heatpipes: 5x6mm, unvernickelt
  • Lamellen: 61, Aluminium
  • Lüfter: 1x135 mm, 1400 RPM, 11,9-24,4 db(A), 113,8 m3/h
  • Aktueller Händlerpreis: 52€
  • Kompatibilität: 775, 115X, 1366, 2011(-3), 2066, AM2-AM4, FM1-FM2+
  • Herstellergarantie: Drei Jahre

Lieferumfang
Der Kühler kommt in einem farbig bedrucktem Karton daher. Im Inneren befinden sich der Kühler, Anleitungen für alle großen europäischen Länder und das komplette Montagekit für alle entsprechenden Sockel.


Design und Verarbeitungsqualität
Der Shadow Rock TF2 setzt auf einen relativ typischen Top-Blower Aufbau: Ein Radiator befindet sich mit in einigen Zentimetern Abstand über dem Mainbaoard, auf dem Radiator ist wiederum ein Lüfter angebracht. Zum Wärmeaustausch dienen fünf Heatpipes die die Lamellen halten; wobei vier durch den Hauptblock; und die letzte an der Unterseite desselben entlang geht.

Die Bodenplatte die einerseits über die Heatpipes und andererseits über die direkt angebrachten Lamellen die Wärme angibt, besteht aus vernickeltem Kupfer. Beim Lamellendesign geht be quiet weitestgehend konventionell vor, einzig der Bereich über der Baseplate ist nicht vollkommen planar sondern weist einige Einstanzungen auf um die Luft entweichen zu lassen.

Als optischen Zusatz ist hinter der letztem Lamelle eine Aluminiumblende in Brushed-Optik angebracht. Während die untere Heatpipe bereits knapp vor dieser endet reichen die anderen vier durch die Blende hindurch, auf den Enden befinden sich passend gefräste Abdeckungen.

Die fünf Heatpipes werden komplett von der vernickelten Grundplatte umschlossen. Direkt an dieser befinden sind 19 der Lamellen befestigt.

Die Verarbeitungsqualität der Bauteile ist durchgehend hochwertig und lässt kaum Kritik zu. Die Bauteile sind sauber geschnitten bzw. gefräst und fest angebracht. Einzig kritikwürdig ist der Verzicht auf eine Vernickelung der Heatpipes. Schön wären darüber hinaus auch noch Abdeckungen für die Heatpipeenden an der Grundplatte gewesen, aber da die wenigsten Hersteller überhaupt solche Kappen einsetzen ist das höchstens ein verpasster Bonuspunkt.

Montage
Für die Montage des Shadow Rock TF2 stehen zwei Optionen zur Verfügung: Der prinzipiell etwas simplere Montageprozess auf den Sockeln 2011(-3) und 2066, der die dortige Backplate verwendet, und der etwas komplexere Aufbau für die kleinen Sockel von AMD und Intel.

Im folgenden werden die jeweiligen Installationsschritte komplett für die einzelnen Plattformen beschrieben; der Installationsprozess für den Sockel 2011-3 wird auch im Video gezeigt, der für die anderen Sockel skizziert.

Variante 1: Sockel AM2-AM4, FM1-FM2+, 775, 115X, 1366
Für diesen Montageweg kommt wahlweise die Intel- oder die AMD-Backplate zum Einsatz. Als erster Installationsschritt muss diese befestigt werden. Dazu werden die beigelegten Montageschrauben durch die jeweilige Öffnung geführt und mit Kunststoffclips von der anderen Seite des Mainboards her fixiert. Anschließend werden auch die jeweiligen Montagebrücken passend zusammengesetzt, indem man die Hülsen durch die passenden Bohrlöcher schiebt, mit Muttern von der Gegenseite fixiert und die Brücken dann an die Unterseite des Kühlers schraubt. Anschließend werden einfach der Kühler auf den Sockel gesetzt und von der Unterseite des Mainboards her die Schrauben angezogen.

Variante 2: 2011, 2011-3
Für die Installation auf den Sockeln 2011 und 2011-3 wird die auf diesem Sockel immer angebrachte Backplate verwendet. Als erstes muss man die Abstandshalter in die Sockelgewinde schrauben; anschließend werden die passenden Montagebrücken an den Kühler geschraubt, der Kühler aufgesetzt und mit Muttern fixiert.


Beide Montagewege werden auch im Video gezeigt:

Prinzipiell sind die Montagewege recht simpel umgesetzt; in der Praxis leidet allerdings Variante zwei unter den ausladenden Maßen des Kühlers. Prinzipiell wäre die Fixierung durch Muttern nicht schwierig, allerdings kommt man durch den flachen, großen Radiator nicht an alle Muttern gut heran; dementsprechend umständlich ist die Installation. Eine Installation mit verbauten RAM-Modulen ist unmöglich, und selbst wenn diese ausgebaut sind ist es eine Überlegung wert gleich das ganze Mainboard auszubauen um nicht auch noch durch die Gehäusewände behindert zu werden. Bei Variante zwei ist die Installation durch das zwingende Festhalten von der anderen Seite vor dem Anschrauben etwas anstrengend, aber dennoch gut machbar.

Die Kritik am Montagesystem bezieht sich aber ausschließlich auf den Komfort: Die Montage selbst hält fest, hier muss man also keine Bedenken haben.

Lautstärke und Temperatur
Während der Tests beträgt die Zimmertemperatur 20°C. Das jeweilige Szenario bleibt immer 20 Minuten am Laufen, anschließend wird der von Coretemp ausgelesene Temperaturwert als Ergebnis notiert.
Um die maximale Temperaturbelastung zu erzeugen wird der Prozessor mit Prime95 (Small FFTs) belastet.

Hinweis: Auf dem Raijintek EreBoss kommt ein Be Quiet Silent Wings 2 mit 120mm Rahmenbreite zum Einsatz. Die Zahlenangaben ("50/50") geben die Lüfterspannung von Gehäuse- und Kühlerlüfter in Prozent an. Die Spannungen der Kühlerlüfter und der Pumpe sind jeweils identisch.

Der Shadow Rock TF2 setzt sich für seinen Preis gut ins Testumfeld: Der (mit Lüfter) gleich teure Raijintek EreBoss wird bei voller Lüfterdrehzahl geschlagen, obwohl der TF2 durch seine Top-Blower-Bauweise hier eigentlich im Nachteil ist. Erst bei niedrigeren Drehzahlen des CPU-Lüfters fällt er leicht zurück, was angesichts der Bauweise nicht verwunderlich ist.
Der teurere Dark Rock Pro 3 platziert sich durchgehend vor den Shadow Rock.

Zu erwähnen ist, dass Top-Blower (in normalen Towern) auf eine Luftabsaugung im Heck angewiesen sind, da sonst ein Hitzestau entsteht. Ein Lüfter im Heck und oder Deckel ist also zwingend notwendig.

Bei der Lautstärke zeigt sich der Kühler, ganz dem Firmenmotto treu, von einer guten Seite: Der Lüfter weist bei keiner Spannung Lager- oder Motorengeräusche auf und ist auch bei 12 Volt noch leise.

Fazit
Be Quiets Shadow Rock TF2 zeigt sich im Test auf zwei Arten. Die Kühlleistung ist, insbesondere für einen Topblower, lobenswert, genau so wie das vom Hersteller gewohnte, leise, Betriebsgeräusch.

Auch bei der Verarbeitungsqualität zeigt sich der Kühler von einer guten Seite: Die Lamellen sind allesamt sauber ausgeschnitten und angebracht, die Konstruktion ist sehr stabil und die Heatpipekappen sind ein optisches Highlight. Eine Vernickelung ist allerdings nur an der Bodenplatte vorhanden, die Heatpipes selbst sind mit unbehandelter Oberfläche verbaut.

Kritik muss sich der Kühler allerdings beim Punkt Montage stellen: Diese ist zwar bei jedem der unterstützten Sockel stabil und auch machbar, allerdings wenig komfortabel. Bei den Großsockeln 2011 und 2011-3 machen hier Bauteile im Sockelbereich und auch die ausladenden Maße des Kühlers selbst Probleme, bei den übrigen Sockeln muss der Kühler von der Vorderseite des Mainboards an dieses gedrückt und von hinten festgeschraubt werden – wofür ein etwas umständliches umgreifen erforderlich ist. Wünschenswert wäre es auch gewesen, dass be quiet die Wärmeleitpaste (zusätzlich) in einer Tube beilegt, so muss man bereits für die zweite Installation selbst eine kaufen.

Alles in allem ist der Shadow Rock TF2 ein guter TopBlower, der selbst mit HighEnd-Prozessoren in beengten Verhältnissen noch gut fertig werden dürfte und dabei dennoch nicht aufdreht. Wer allerdings die Möglichkeit hat einen höheren Kühler zu verbauen sollte hier auf ein Tower-Modell wechseln um die Montage zu erleichtern; ansonsten sollte der Ausbau des Mainboards für die Installation eingeplant werden.

Pro:
- Lobenswerte Kühlleistung
- Durchgehend leiser Betrieb
- Hohe Verarbeitungsqualität

Contra:
- Montage bei allen Sockeln machbar aber umständlich

Freundin? Ich? Heißt Vega.
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