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Alt 17.09.2008, 21:14   #1 (permalink)
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Standard Kriegsdienstverweigerung

Angeregt durch n Gespräch im IRC habe ich hier mal meine KDV ausgegraben.

Mir gehts hier nicht darum, jemanden zu ermutigen, zu verweigern oder jemandem ne Hilfestellung zu geben.
Wir haben uns im IRC drüber unterhalten und daher habe ich das hier mal aufgemacht.
Hätte mich mal interessiert, was die anderen so an Zeilen an die entsprechende Anstalt geschrieben haben.

Die habe ich damals mit 19 oder so geschrieben.
Wenn Fehler drin sind, ists wohl nicht mehr die letzte Fassung:

Zitat:
Eine lange Periode des Nachdenkens und zahlreiche Eindrücke , Erfahrungen und Gespräche mit Freunden ,
Bekannten und anderen Menschen haben bei mir zu einer festen Gewissensbildung geführt und sie gestärkt .
Es war für mich ein langer Weg , eine klare Entscheidung für mich zu treffen .

Mir wurde klar, daß ich niemals den Kriegsdienst mit der Waffe verrichten könnte.
Immer wieder verfolge ich die Schreckensmeldungen in den Nachrichten über Angriffe, Gegenangriffe, Vergeltungsschläge und Einschüchterungen, die mit Bildern aus dem Kriegsgebiet untermauert werden, in denen unschuldige Menschen brutal getötet und Schicksale eiskalt ausgelöscht werden .

All diese Bilder haben meine Eindrücke über den Krieg, die ich hatte, verstärkt. Meine ersten Erfahrungen mit
Konfliktsituationen, und wie man sich am besten in ihnen verhält, habe ich schon im Kindesalter gemacht.
Den Konfliktpartner nicht zu verletzen oder ihm zu drohen, sondern eine friedliche Lösung der Auseinandersetzung zu finden, das war es, was meine Mutter mich immer lehrte.
Sie brachte mir früh bei, daß es besser ist in Konfliktsituationen friedlich zu verhandeln und nicht mit Gewalt zu reagieren.

Mit zunehmendem Alter ist mir diese Philosophie immer bewusster und plausibler geworden. Ich wurde selbständiger und begann auch dementsprechend zu denken. Nach einigen persönlichen Konfliktsituationen ist mir selbst klar geworden, daß diese durch Gewalt nicht zu lösen sind.
Gewalt löste Gegengewalt aus, welche in einem wechselseitigen Aufschaukelungsprozeß immer weiter eskalierte!
Verhandelte ich hingegen mit meinem Konfliktpartner auf FRIEDLICHER Basis, stellte ich nach kurzer Zeit fest, daß allein friedliche Diskussionen die einzige Möglichkeit sind, Meinungsverschiedenheiten und Konflikte zu lösen.

Meine Mutter hatte damit ihr erzieherisches Ziel erreicht. Sie hat mir zwar immer die Freiheit gelassen, alleine
meine Probleme und Konfkikte zu lösen, doch durch die positiven Erfahrungen die ich selbst gemacht habe, konnte ich diese Einstellung bis heute behalten und intensivieren.
Ein gutes Beispiel dieser Philosophie, Gewalt zu vermeiden und friedlich etwas zu erreichen, ist die deutsche
Wiedervereinigung, welche beweist, daß auch tiefgreifende politische Konflikte friedlich und ohne jegliche Gewalt zu lösen sind.
Im Religionsunterricht sah ich ebenfalls wie sinnlos Gewaltanwendung zur Lösung von Konflikten ist.
Im Rahmen des Themas ,,Du sollst nicht töten\" sahen wir den Film ,,Die Brücke\".
Der für mich heute noch sehr prägnant ist. Der Film zeigte in erschreckend realistischer Weise, wie sich vor allem junge, naive Menschen, die nicht älter sind als ich, im Zweiten Weltkrieg gegenseitig zerstören, beziehungsweise vom Krieg zerstört werden.
Am Anfang des Films wirken die Jungen noch begeistert und euphorisch, doch sie ahnen nicht, was auf sie zukommen wird, als sie zur Waffe greifen und in den Krieg ziehen wollen.
Sie haben keine Ahnung vom Krieg und der Gewalt, die solcher mit sich bringt. Und sie wissen auch nicht, was es bedeutet, zu kämpfen, jemanden zu töten und den Tot zu erleben.
Die jungen Soldaten haben die Aufgabe, eine bedeutungslose Brücke gegen die vormarschierenden Alliierten zu verteidigen.
In der Szene wird die Grausamkeit des Krieges und des Tötens besonders klar dargestellt und deutlich.
Als es zum direkten Zusammenstoß zwischen den jungen Soldaten und den Alliierten kommt, wird einem deutschen Soldaten von einem amerikanischen Soldaten so mit dem Maschinengewehr der Leib zerfetzt, daß ihm die Eingeweide aus dem Bauch quellen.
Ein Überlebender eilt seinem qualvoll sterbenden Freund zu Hilfe und versucht verzweifelt, ihm den Bauch zuzuhalten, aber die Eingeweide strömen immer weiter heraus , bis der junge Soldat schließlich verblutet, und er im Moment seines Todes von seinem Freund in den Armen gehalten wird.
Der Film verdeutlicht, wie hauptsächlich unschuldige Leute meines Alters an der Front als Kanonenfutter ihr Leben lassen müssen, von einem sogenannten ,,Feind\" ermordet, der überhaupt nicht ihr persöhnlicher Feind ist, sondern ebenfalls nur ein Mensch, der gleichermaßen von seiner Seite den Befehl bekam, den ,,Feind\" auf der anderen Seite zu töten.

So stehen sich in einem Krieg immer Menschen gegenüber, die durch einseitige Sichtweisen, fehlinterpretierte Nachrichten und Propaganda auf einander aufgehetzt werden. Soldaten bekommen ihr Feindbild des Gegners eingebläut und müssen den Befehlen, die sie von ihrer Obrigkeit bekommen, gehorchen und sie blind ausführen, ohne daß sie sich selbst eine Meinung bilden können.



Der Film ,,Die Brücke\" zeigte mir auch diese Seite des Krieges. Er zeigte mir die schockierenden Tatsachen, daß die Opfer des Krieges individuelle Menschen sind, die dazu verurteilt wurden, zu töten oder getötet zu werden.
Und dies in Konflikten, die nicht ihre eigenen sind, sondern die bestimmter politischer Machtapparate.
Sie haben auch nicht die Chance, diese Konflikte auf ihre Art zu lösen, sondern müssen die Befehle der teilweise
Machtsüchtigen Befehlshabern bedingungslos befolgen, während diese sich mit Lorbeeren, an denen das Blut tausender junger Männer klebt, schmücken.

Die Grausamkeiten des Krieges werden von den Verantwortlichen gerne verschleiert, verfälscht oder gar totgeschwiegen.
Sie möchten erst gar keine menschlichen Gefühle wie Mitleid aufkommen lassen, da sich diese noch am Ende gegen sie richten könnten.
Stattdessen spricht man vom ,,Feind\" , der zurück gedrängt wurde, von ,,Verlusten\", die dabei entstanden sind oder von ,,Streitkräften\", die dazu nötig waren, und spricht doch im Grunde von Individuen, menschlichen Schicksalen, die getötet und ausgelöscht wurden, indem man eine gewaltige Kriegsmaschinerie über sie hat hinweg rollen lassen.

Alle diese gefährlichen euphemistischen, beschönigenden Beschreibungen lassen einen allzuschnell die tatsächlichen Greuel und Grausamkeiten des Krieges und der Gewalt vergessen.
Meiner Meinung nach kann Krieg kein Mittel der Politik sein.
Die Geschichte zeigt zwar, daß es immer Kriege gegeben hat, aber sie zeigt ebenso unabänderlich die Tatsache,
wie viele unschuldige Menschen dabei immer wieder, getötet ja sogar abgeschlachtet worden sind!
Ich bin mir im Klaren darüber, daß immer die Gefahr eines Krieges bestehen wird und ich habe große Angst davor, dass der Kriegsfall irgendwann tatsächlich einmal eintreten wird.
In jedem Krieg kommt es unausweichlich zu der Situation Soldat gegen Soldat und in solch eine Situation kann ich mich nicht begeben, denn mit dem Schuldgefühl, einer glücklichen Familie den Vater, den Sohn oder den Bruder genommen zu haben, könnte ich nicht leben .
Wer sich die Bilder von Kriegen oder aus Krisengebieten ansieht, kann wie ich nur zu dem Schluß kommen,
daß Gewaltanwendung kein Mittel zur Lösung eines Konfliktes sein kann!
Die Folgen eines Krieges, wie Tod, Kummer, Not und Elend kamen beispielsweise in Jugoslawien deutlich zum Ausdruck und mit der Vorstellung, selber einmal zur Waffe greifen zu müssen, um einen unschuldigen Menschen zu töten, könnte ich nicht fertig werden.
Diese Einstellung hatten wohl auch zahlreiche Bundeswehrsoldaten zu Zeiten des Golfkrieges, da sie sonst den Kriegsdienst nicht nachträglich verweigert hätten.
Ihnen ist wohl bewußt geworden, daß man bei der Bundeswehr auch zum töten ausgebildet wird und dass ihnen
die Situation, einen Menschen zu töten unmittelbar bevor stand.
Wenn ich zur Bundeswehr gehe, werde ich zum töten ausgebildet.
Ich müßte auch dazu bereit sein, das zu tun, was meiner Familie zugefügt werden könnte; nämlich Not und Elend durch Vertreibung und Mord.
Das menschliche Leben ist der höchste Wert und durch nichts zu ersetzen.
Sei es durch Bodenschätze, Ländereien, oder andere materielle Dinge!

Deshalb habe ich auch nicht das Recht, sei es im Auftrag oder aus eigenem Handel heraus anderen Menschen das Leben zu nehmen.
Auch ein Befehl könnte mich niemals von meiner persönlichen Verantwortung befreien.
Alle meine oben genannten Eindrücke ließen mich zu dem Schluß kommen, daß ich den Kriegsdienst verweigern werde.
Wie gesagt ich war damals 19 und daher bitte ich jetzt keine Kritik zu Inhalt und Formulierungen.

peta: people eating tasty animals

Geändert von io.sys (17.09.2008 um 21:38 Uhr)
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2 Benutzer bedanken sich für den Beitrag:
djs (17.09.2008), Fakk-asrock (17.09.2008)
Alt 17.09.2008, 21:23   #2 (permalink)
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Standard AW: Kriegsdienstverweigerung

Hallo io.
Wolltest du nur mal deine Gedanken aufschreiben oder soll das als Anleitung dienen für Leute, die aus Bequemlichkeit nicht zum Bund wollen, aber nicht den Intellekt haben, dies selbst zu formulieren?
Bist du prinzipiell gegen den Dienst oder hängt dies eher mit den Auslandseinsätzen der Bundeswehr zusammen?

Ich sehe das im Übrigen differenziert. Einerseits bin ich der Meinung, dass jeder der körperlich dazu in der Lage ist, seiner Pflicht nachkommen sollte, um ausgebildet zu sein für den Fall, dass man seine Familie/sein Land verteidigen muss.
Andererseits bin ich strikt dagegen, dass unsere Jungens im Ausland eingesetzt werden. Wir haben uns nicht in die inneren Angelegenheiten anderer Länder einzumischen.
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Alt 17.09.2008, 21:30   #3 (permalink)
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Standard AW: Kriegsdienstverweigerung

neee, sollte garkeine disskussion sein .. er wollte das nur nicht im irc posten ...
Fakk-asrock ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.09.2008, 21:37   #4 (permalink)
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Standard AW: Kriegsdienstverweigerung

@Uwe

Ich habe den Thread oben kurz editiert.

Ich halte von der Bundeswehr in sofern nicht so viel, da der Laden leider extrem viel Geld für Dinge verpulvert, die überholt sind oder in MEINEN Augen sinnlos sind.
Ebenso komme ich mit der ganzen Verwaltung von Menschen in diesem Verein nicht zurande. Das ist mir zuwieder.

Vielleicht habe ich auch ein Authoritätsproblem und komme mit sowas nicht zurecht. Mag ja sein.

Wenn ich mir die GIs in Afghanistan und Irak anschaue, dann frage ich mich, ob man einen 19jährigen losschicken muss zum töten um ihn dann im Heimatland mit Posttraumatischen Stresssyndromen allein zu lassen.
Ob man junge Menschen teilweise fast Kinder zu Krüppeln schiessen und sprengen lässt usw.

Für die, die es WOLLEN, ist die Bundeswehr der richtige Platz.
Für die, die es nicht freiwillig tun, sollte es meiner Ansicht nach auch ohne großes Trara die Möglichkeit geben, den Dienst an der Waffe zu verweigern....

Ich hoffe das wurde jetzt ein wenig klarer.
Sorry, dass ich das hier einfach so reingestellt habe, ohne Erklärung...



Grüße,

ich
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Alt 17.09.2008, 21:42   #5 (permalink)
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Standard AW: Kriegsdienstverweigerung

Io ich denke so sehen das die Meisten, nur gibt es da ein Problem:
würde die Wehrpflicht abgeschafft könnte die Bundeswehr kaum mehr existieren.

Ich persönlich empfinde das komplette System der allgemeinen Wehrpflicht als veraltet, vermodert, ungerecht und unnötig. Nur fragt die BRD leider nicht mich danach
borsti ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.09.2008, 21:53   #6 (permalink)
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Standard AW: Kriegsdienstverweigerung

@Arthur,
nun steht's einmal hier, nun können wir auch drüber reden.

Ich habe mehr so allgemein meine Erfahrungen mit der Armee eines Landes reflektiert. Mit der heutigen Bundeswehr, ihrer Verwaltung und der Vergabe von Aufgaben an private Dienstleister hab ich ja keine eigenen Erfahrungen.

Zu meiner Zeit gab es nur 4 Möglichkeiten:
  • Dienst an der Waffe
  • Bausoldat
  • "dienstuntauglich" und somit Zivilverteidigung
  • Gefängnis
Ich betrachte diesen Thread als Informationsgewinn, da mein Sohn (18 ) auch nicht zum Bund will. Kann man als Wehrpflichtiger eigentlich den Auslandseinsatz ablehnen?

btw. zur Info für Leute, die mich nicht kennen: 3 Jahre SaZ (Soldat, Gefreiter, Uffz. ), während des Studiums Reserveoffiziersausbildung (Feldwebel, Leutnant d.R. )
Uwe64LE ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.09.2008, 22:01   #7 (permalink)
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Standard AW: Kriegsdienstverweigerung

ja der zivildienst tut ja auch eine sache dazu, das könnte man mehr ausbauen (auf weibliche motbürgerinnen)

@Uwe .. auslandseinsätze gibt es garnicht in der Wehrpflicht! das macht man nur mit wenn man min .. las mich lügen sich 2 jahre verpflichtet? für auslandseinsätze gibt es nochmal extra einschreibungen.

ist man als zivi eigentlich asu der wehrüberwachung raus? das ist das einzige was mich am dienst stört :-S

braver Lumpi!
Fakk-asrock ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.09.2008, 22:51   #8 (permalink)
djs
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Standard AW: Kriegsdienstverweigerung

Ich muss sagen, ich war auch nie in der Armee. Bei mir wäre es auch die polnische gewesen. Dagegen ist die Bundeswehr von den Verhältnissen her ein Ferienurlaub im 5 Sterne Hotel mit guter Bezahlung. In Polen gibt es drei Möglichkeiten der Soldflicht mit einer eingeschränkt vierten, nämlich berufstätig. Berufsunfähig, Eingezogen oder Bau war die Wahl. Zivildienst ist deutscher Luxus. Desweiteren sind hauptsächlich die weniger Intellektuellen in der Armee gewesen und vor nicht allzu langer Zeit war auch die "Fala" als Symbol der Machtausübung sehr oft in der Offentlichkeit.

Trotzalldem teile ich deine Ansichten io.sys.
Eine hochentwickelte Kultur oder Gemeinschaft definiert sich durch die Menge und Art ihrer Konfliktlösung.

Das derzeitige System der Soldatenpflicht sehe ich auch als überholt an. Dienen um töten zu lernen, ist wahrlich kein Glanzpunkt. Trotzdem schätze ich die hoch geschätze und strikt erwartete Disziplinhaltung innerhalb einer Hirarche, wenn sie denn von den Vorgesetzten auch vorbildlich eingehalten wird.

Costa Rica ist als freundliche Bananenrepublik tatsächlich ohne Armee. Die Regierung wusste, was der Bevölkerung gut tut und gute Christen brauchen keine Armee. Ein vorbildliches Leben ist Kampf genug.

Gruß
djs ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.09.2008, 23:46   #9 (permalink)
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Standard AW: Kriegsdienstverweigerung

Zitat:
Zitat von djs Beitrag anzeigen
gute Christen brauchen keine Armee.
Ich werfe mal die Stichworte "Kreuzzüge", "Schweizer Garde" und "Inquisition" in den Raum, ohne das zu vertiefen und mich damit allzuweit vom Thema zu entfernen.

btt:
Müßte man nicht konsequenterweise in "Wehrdienstverweigerung" und "Kriegsdienstverweigerung" unterscheiden?

Dass Struktur und Abläufe in der Bundeswehr verbesserungswürdig sind, mag ja stimmen. Ebenso, dass eine allgemeine Wehrpflicht evtl. ein überholtes Modell ist.
Das ein Land aber vollkommen ohne eine Armee auskommt, also ohne irgendeinen Schutz seiner Bevölkerung, ist für mich Wunschdenken.

Ich akzeptiere aber, wenn es jemand wirklich nicht mit seinem Gewissen vereinbaren kann, eine Waffe in die Hand zu nehmen- so lange derjenige nicht zum militanten Gegner wird und Soldaten diffamiert.
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Für diesen Beitrag bedankt sich:
djs (18.09.2008)
Alt 18.09.2008, 01:28   #10 (permalink)
djs
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Standard AW: Kriegsdienstverweigerung

Zum Glück sind echte Christen der Geschichte wegen nicht nachtragend.

Zitat:
Ich werfe mal die Stichworte \\"Kreuzzüge\\", \\"Schweizer Garde\\" und \\"Inquisition\\" in den Raum, ohne das zu vertiefen und mich damit allzuweit vom Thema zu entfernen.
1. und 2. Wekltkrieg, Bürgerkriege, kalter Krieg und derzeitige Kriegslandschaft.
Was geschehen ist, ward unauslöschbar passiert. Nur wer sich heute ändert, verändert die Gegenwart. Nicht Gott ruft die Menschen zum Krieg auf, sondern die Menschen, die unter religiösem Vorwand Macht wollen.
Johannes Paul II hat sogar das Angebot der Schweizer Garde zum Schutz dankend abgelehnt. Diese operiert seit 1870 unter einem ganz anderem Beweggrund und kann als Hofpolizei betrachtet werden.
Costa Rica soll bis auf die vorhandene Polizei für ländlichen Frieden sorgen.
Ich denke mal, die Staatsform ist entscheidend und die allgemeine Einstellung der Bevölkerung zum Krieg. Daher ist auch die geistige Pflege der Bevölkerung wichtig, damit diese nicht verdummt und allen Machthabern mit negativem Einfluss folgt.

Die Trennung zwischen Kriegsdienstverweigerung und Wehrdienstverweigerung ist ein guter Punkt. Dabei stellt sich mir die Frage, ob man nach einer Soldatenausbildung, oder überhaupt egal welchen mündiges Alters ist, den Dienst an der Front verweigern kann.

Gruß
djs ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.09.2008, 08:15   #11 (permalink)
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Standard AW: Kriegsdienstverweigerung

Das sehe ich ähnlich.

Wenn man sich ansieht, wie die Bundeswehr beim Hochwasser geholfen hat und welche anderen Dinge sie schon getan hat um Schaden vom Land abzuhalten, dann finde ich das sehr gut.

Ich denke man sollte hier tatsächlich unterscheiden, zwischen Wehrdienst und Kriegsdienst.

Aber dann stellt sich die Frage ob der Wehrdienst nicht nur der Hausmeister der Bundesrepublik wird.
Warum wird ein Teil der Bundeswehr nicht dem Zoll zur Verfügung gestellt?
Bspw. oder der Polizei bei Einsätzen wie Castortransporten oder großen Veranstaltungen?

Es könnten mehr Menschen im Einsatz sein, sofern das erforderlich ist und das auch noch günstiger....
Aber gut, da gibt es sicherlich 1000 Gründe warum das nicht so gemacht werden KANN, DARF, SOLL und noch n Haufen politischer Entscheidungen, die die Herren untereinander verinbart haben um sich gegenseitig nicht "überflüssig" zu machen.
io.sys ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.09.2008, 09:37   #12 (permalink)
PC Schrauber
 
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Kori wird schon bald berühmt werden

Standard AW: Kriegsdienstverweigerung

Abgesehen davon kann aktuell die Wehrpflicht nicht abgeschafft werden weil damit auch der Zivildienst obsolet wäre und dann würde ein ganzes System zusammenbrechen....und so schlimm sind die paar Monate da auch nun wieder nicht.

Es ist für mich verständlich das einige damit moralische Probleme haben und das auch nachweisbar belegen können, aber grundsätzlich bin ich dafür.
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Alt 18.09.2008, 10:17   #13 (permalink)
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Standard AW: Kriegsdienstverweigerung

Zitat:
Zitat von Kori Beitrag anzeigen
Abgesehen davon kann aktuell die Wehrpflicht nicht abgeschafft werden weil damit auch der Zivildienst obsolet wäre und dann würde ein ganzes System zusammenbrechen....und so schlimm sind die paar Monate da auch nun wieder nicht.

Es ist für mich verständlich das einige damit moralische Probleme haben und das auch nachweisbar belegen können, aber grundsätzlich bin ich dafür.
Wo siehst du da das Problem, frage ich mich. Man stelle sich nur die Arbeitsplätze vor, die zB im Medizinischen Pflegebereich entstehen würden...

Und Hand aufs Herz, ich will meinen Dienst nicht verweigern, weil ich keine Waffe anfassen könnte etc.
Ich sehe da lediglich meine Zeit vergeudet. Soll heißen, dass ich mir für mich nach dem Grundwehrdienst keinerlei Zukunft bei der Bundeswehr sehe. Da sehe ich eine aushelfende Tätigkeit in Krankenhäuser uÄ als einiges sinnvoller an.

Ich sehe das einfach so: einen sozialen Dienst erbringen, für den sonst im jetzigen Zustand kein Geld da wäre; oder aber Geld "verheizen" für einen Dienst den ich als unnötig erachte.

Wenn ich schon so manche Geschichte von Freunden höre... Da ist dann schonmal die Tagesbeschäftigung auf Teufel komm raus xtausend Schuss Übungsmunition zu verbrauchen, weil die Kaserne sonst beim nächsten mal weniger bekommt. So vernichtet man dann Monat auf Monat Munition, die jedes mal über ist, um nicht weniger (und somit passend) zu bekommen... :spinner:
Da kann man Steuergeld auch gleich anzünden
borsti ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.09.2008, 13:17   #14 (permalink)
PC Schrauber
 
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Kori wird schon bald berühmt werden

Standard AW: Kriegsdienstverweigerung

Nun das es oftmals so ist das da effektiv nur Zeit vergeudet wird bestreite ich ja gar nicht und das Zivildienst effektiver sein kann auch nicht, aber ich kenne eine Menge Mensche die in den Bereichen Alten/Krankenpflege tätig sind und die wären komplett aufgeschmissen ohne die Zivis. Da wird zwar denen auch mal mehr aufgebürdet als sie rein rechtlich dürften, aber so ist das eben leider.

Mehr Stellen würden durch den Wegfall keineswegs entstehen, es ist eher so das meiner Erfahrung nach die verbliebenen das auffangen müssten. Gerade im Pflegebereich wird absolut kaum noch was gezahlt obwohl das Jobs sind die an sich sehr hohe Anforderungen und Verantwortung haben, aber wenn ich dann sehe das 2 Pflegekräfte für 30 Personen zuständig sind oder nachts gar nur eine Pflegehilfe dann kannst du dir das ja ausmalen.

Ich will nur sagen das es durchaus Sinn macht der Zivildienst, abr ob nun jemand Kriegsdienst oder eben Zivildienst macht muss jeder für sich entscheiden. Fakt ist aber das die sogenannte Wehrgerechtigkeit schon lange nicht mehr gegeben ist und daran gehört etwas geändert.
Kori ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.09.2008, 20:46   #15 (permalink)
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Standard AW: Kriegsdienstverweigerung

Da musst du den Reformenhebel aber erstmal im Gesundheitsdienst ansetzen, nicht in der Abschaffung des Wehrdienstes.

Das deutsche Gesundheitssystem ist in vielen Aspekten, besonders auch in der Altenpflege einfach nur pervers. Man muss sich mal vorstellen, ein Altenheim, verdient an einem relativ gesunden Rentner sehr wenig Geld, an kompletten Pflegefällen hingegen mehr. Das wahrscheinlich eh unterbezahlte Pflegepersonal bekommt also nicht nur den Freifahrschein, sondern sogar den Anreiz die Pflegefälle unterzuversorgen.
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Fakk-asrock (18.09.2008)
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