Ich denke, in diesem Bericht und vor allem in der Diskussion danach ist das eigentliche Problem um CS recht deutlich geworden: Diejenigen, die CS spielen, haben davon ein ganz anderes Bild als diejenigen, die CS nur von der Seite sehen. Dieser schrullige Opa, der Professor, ist ein typischer Vetreter dieser Gruppe, die keinen wirklichen Zugang zum Spiel selbst hat und nur über die Bilder ein Urteil bildet. Seine Studis tun mir irgendwie leid.

Er nannte CS ein "Mord-Trainings-Spiel". Er glaubt, in CS gehe es darum, alle Gegner umzulegen (zugegeben, den meisten Noobs geht es meistens wirklich darum; aber Leute, die CS spielen und nicht einen persönlichen Deathmatch, sehen das ganz anders). Gott sei Dank wurden nicht wieder diese FAZ-Argumente ausgepackt, im Spiel müsse man "unschuldige Passanten und Schulmädchen" erschiessen

. Die immer wieder betonte Tatsache, daß dieser Opa CS zuhause habe, ist doch nur ein Scheinargument. Wenn ich meinen Schrank mit Büchern übers Programmieren vollstopfe, ohne sie gelesen zu haben - bin ich dann gleich ein Vollprofi? Oder doch eben ein Möchtegern-Spezialist? Der Opa mag ein guter und seriöser Erziehungswissenschaftler sein, das weiß ich nicht; das ändert aber nichts an der Tatsache, daß er CS nicht kennt und folglich keine Ahnung hat, wovon er redet. "Mord-Simulation"... daß ich nicht lache. Alles bleibt, wie es war: CS kann sowieso keiner wieder rehabilitieren; zum Glück wurde es zumindest nicht indiziert. Aber kein Politiker wird je zugeben, man habe mit CS das falsche Feindbild gewählt, denn die meisten Wähler sind halt keine CS-Spieler und halten sich der Meinung, die ihnen durch solche schwachsinnigen Berichte wie in FAZ vermittelt wurde; deswegen werden Politiker auch weiterhin auf ein Verbot der "Killer-Spiele" drängen, weil das die beste Pauschallösung fürs Wählervolk ist. Und die Medien werden ihre Berichte auch nicht revidieren, und zwar aus identischen Gründen: Die meisten Zuschauer sind dieselben Leute wie die Wähler, und besonders private Sender wollen halt keine Zuschauer verlieren.
Wozu sollte man auch etwas Gegenteiliges erzählen, wenn "Killer-Spiele" doch sowieso schon als Alleinschuldige dastehen? Wer regt sich darüber schon auf? Wir, die dummen Rotzlöffel? Was zählen wir schon? Uns sollte man eh entmündigen, bis wir 40 sind

Es lebe das Land der Bevormundungen!