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Test: Wolfenstein 2: The New Colossus – brutaler, wahnwitziger und noch besser! (2/4)

Die Story

Story und Atmosphäre, das sind die Kernpunkte um die auch das neue Wolfenstein 2 aufgebaut ist. Mit fantastisch erzählten Zwischensequenzen und Rückblenden wird eine Atmosphäre erzeugt, die einen richtig in das Spiel zieht. Sogar eine Rückblende auf den letzten Teil, für alle die sich nicht mehr an den Kampf gegen General Totenkopf erinnern, ist mit an Board um den Spieler auf den aktuellen Stand zu bringen. Die Qualität der Erzählung, Szenengestaltung und sogar der deutschen Synchronisation sind dabei auf Hollywood-Niveau und meist würde es einem nicht im Traum einfallen eine der fesselnden Zwischensequenz zu überspringen. Die Story gehört bei Wolfenstein 2 zum Spiel und ist perfekt ins Spielgeschehen integriert. Der einzige kleine Kritikpunkt den man hier finden kann, ist das die Animationen zum Teil nicht lippensynchron sind. Was einem sonst kaum auffallen würde, sticht bei Wolfenstein II aufgrund der sonst perfekten Animation und vor allem auch top Synchronisation der deutschen Stimmen irgendwie dann deutlicher hervor.

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Nachdem Blazkowicz den letzten Teil nur so gerade eben überlebt hat, landet man nach der Rettung durch die Kameraden des Wiesenau-Kreis zunächst einmal auf einem makabren Operationstisch, auf dem man notdürftig zusammen geflickt wird und dabei einige grausame Halluzinationen aus der Kindheit erlebt. Natürlich überlebt unser Held und kurz nachdem er wieder aufwacht steckt man auch schon voll im Chaos drin. Im Rollstuhl darf sich Blazkowicz nur mit einer MG bewaffnet frei Kämpfen. Aber es geht nicht nur ums Kämpfen, die Story von Wolfenstein 2 hat auch emotionales zu bieten. Als werdender Vater steht für Blazkowicz noch mehr auf dem Spiel als zuvor und mit den Rückblenden in seine Kindheit bekommt der Charakter tatsächlich auch etwas mehr Tiefe.

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Die Handlung von Wolfenstein 2 ist wie üblich trashig und das ist gut so. Die bösen sind so unglaublich böse, das einem die Spucke weg bleibt, die Wahnsinnigen so wahnsinnig, dass man zum Teil nicht weiß ob man lachen oder schockiert sein soll. Wolfenstein verbindet ernsthafte Szenen plötzlich mit Humor, Brutalität mit Witz und macht das Game so zu einer echten Achterbahnfahrt des Wahnsinns, während Blazkowicz mit seinem Team vom Hauptquartier aus, der Hammerfaust, das Geschehen lenkt. Über die genauen Verlauf der Story wollen wir hier gar nicht viel erzählen, denn das würde dem Game nur die Spannung nehmen.

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Im übrigens bietet das Spiel zwei "Zeitlinien". Je nachdem für welche Option in der Geschichte man sich am Anfang des Games entscheidet, so ist der Verlauf etwas anders. Einige Cutszenen und Dialoge sind dann unterschiedlich, so dass es sich definitiv lohnt Wolfenstein 2 auch noch ein zweites Mal zu spielen.

Neben der Hauptstory bietet Wolfenstein 2 auch optionale Nebenaufgaben an, die in kleinen Missionen Extras freischalten, die einem dann in der Hauptmission helfen. Dazu muss man Lochkarten dechiffrieren, die bei getöteten Kommandanten gefundene werden. Diese Lochkarten schalten dann Distrikte frei, die man bereisen kann und in denen spezielle Aufgaben erledigt werden müssen. Diese Distrikte sind allerdings immer Varianten bereits besuchter Orte, so dass hier nur andere Missionen erledigt werden müssen und keine neuen "Maps" angeboten werden. Dennoch machen auch diese Mini-Missionen durchaus Spaß und sorgen für etwas Abwechslung und sind vor allem eine gute Option Verbesserungen für die Waffen zu bekommen, wenn man in der Hauptmission mal nicht vorankommt.

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Wer die Hauptstory linear durchspielt darf mit einer Spielzeit von etwa 8-10 Stunden rechnen, wer sich auch noch um die Nebenmissionen kümmert, der braucht entsprechend länger.

Uncut, aber trotzdem stark modifiziert

Zwar ist die deutsche Version von Wolfenstein 2 "uncut" und bei der extremen Gewaltdarstellung komplett ungeschnitten. Dafür wurden aber wirklich alle Bezüge zum Dritten Reich, sämtliche verfassungswidrigen Symbole und sogar noch mehr entfernt.

Selbst an Hitler, der hier Kanzler Heiler genannt wird, haben die Entwickler Hand angelegt und bei diesem den prägenden Oberlippenbart eingespart. Wirklich stören tun diese Änderungen die Atmosphäre keinesfalls. Vielleicht wirkt es manchmal etwas "seltsam", weil man natürlich genau weiß, was hier dargestellt werden soll und eben auch in der englischen Version dargestellt wird.

Angesichts der mittlerweile völlig übertriebenen "Political Correctness" und des künstlichen "Outrage", dass alles auch nur leicht Kontroverse um die Nazi-Symbolik verursacht, siehe die aktuelle Diskussion um die satirische Software "Bundesfighter 2", kann man die Entscheidung aber nachvollziehen und sie ist rein geschäftlich gesehen sogar angebracht! Denn so vermeidet Bethesda von Anfang an jegliche Diskussionen.

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