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Mäuse und Tastaturen - Polling, dpi-Wert, Sensoren und Co erklärt (2/6)

Das Tastatur-Ghosting

Noch älter als der Wunsch nach einer hohen Pollingrate ist das Problem des Ghostings. Besonders sehr alte Tastaturen leiden unter dem Problem, doch auch moderne und mitunter teure Tastaturen kommen an ihre Grenzen, wenn man bestimmte Tastenkombinationen verwendet. Die Folge ist in solchen Fällen ein Effekt, bei dem Eingaben nicht mehr korrekt erkannt werden. In Rennspielen kann es so etwas zum Beispiel dazu führen, dass Richtungswechsel nicht zuverlässig weitergegeben werden und „die Lenkung spinnt“. Das Problem, das oftmals eng beieinanderliegende Tasten betrifft, wird durch die Logik hervorgerufen, die die Tastaturhersteller nutzen, um die einzelnen Tasten anzubinden. Überschneiden sich bei einer Abfrage zwei Kanäle, so entsteht Ghosting.

Ghosting Folie
(Microsoft-Folie zum Thema Ghosting)

Nutzt die Tastatur etwa eine einfache Logik - mathematisch darstellbar mit einer Matrix mit einer Spalte und einer Reihe je Taste - kann es bei angrenzenden Tasten zu Kollisionen kommen. Veranschaulicht wird dies etwa in Folien von Microsoft. Betrachten man die bei Shooter gängigen Tasten WASD, die eng beieinander liegen, können die in einem Gedankenexperiment durch die vier rot markierten Punkte in der Matrix dargestellt werden. Jeder Tastendruck löst dabei ein Signal in einer Spalte und einer Reihe aus (rot markiert).

Die verwendete Matrix führt nun dazu, dass der Controller bei verschiedenen Tastenkombinationen immer den gleichen Input erhält. Es ist hier egal, ob WAS, WAD, ASD oder SDW gedrückt wird, es werden immer die gleichen zwei Spalten und Reihen aktiviert, wodurch der Controller in diesem Beispiel jedes Mal das Drücken aller vier Tasten - also WASD - und somit eine Eingabe erkennen würde, die gar nicht getätigt wurde.

Ghosting Folie
(Microsoft-Folie zum Thema Ghosting)

N-Key-Rollover bei USB-Tastaturen - Mehrere Controller benötigt

Bei Tastaturen mit dem N-Key-Rollover-Feature sind die Tasten dagegen so angebunden, das keine Kollisionen entstehen könne, was in der Praxis vor allem durch mehr einzelne Leiter und dem Entkoppeln mittels Diode gelingt. Auf diese Art und Weise ist es theoretisch möglich, eine Tastatur zu bauen, bei der es überhaupt kein Ghosting mehr gibt. In der Praxis bremst aber wieder einmal der USB-Port die Hersteller aus, der je Controller maximal sechs gelichzeitig getätigte Tasteneingaben registriert. Um bei einer USB-Tastatur also ein N-Key-Rollover-Feature mit mehr als sechs Tasten zu erhalten, müssen die Hersteller zusätzliche Controller verwenden - ein Controller für jeweils sechs Tasten.

CM Storm Trigger mit N-Key-Rollover
(Die CM Stomr Trigger verfügt über ein N-Key-Rollover über die gesamte Matrix)

Überprüft werden kann das N-Key-Rollover-Feature von Tastaturen durch verschiedene Programme, unter anderem auch im Browser. Hier bietet etwa Gadzikowski das kleine Tool XEM an, das direkt im Web genutzt werden kann.



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