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Mäuse und Tastaturen - Polling, dpi-Wert, Sensoren und Co erklärt (6/6)

Laser-Sensor vs. optischer Sensor

Wenn es um die vermeintlich beste Technik für den Bewegungssensor in einer hochgezüchteten Gaming-Maus geht, gibt es zwei unversöhnliche Lager. Die einen schwören auf einen Laser-Sensor, die anderen wollen nichts außer optische Sensoren. Technisch betrachtet arbeiten beide Varianten sehr ähnlich, nur das einmal ein Laser das für die Tracking-Aufzeichnung notwendige Licht emittiert und das andere Mal eine LED. Der digitale Signalprozessor (DSP) zeichnet das Bild auf und die Treibersoftware errechnet aus den eingehenden Daten eine Bewegung.

Vorteil Optisch: Exakte Umsetzung der Bewegung

Die Befürworter der optischen Sensoren vertreten vor allem die Meinung, dass sich optische Sensoren im Vergleich zu Laser-Sensoren direkter und geradliniger anfühlen und laut Roccat kann dieses Gefühl auch im Labor nachvollzogen werden kann. Demnach liegt das Phänomen darin begründet, dass der tatsächlich erreichte dpi-Wert von Laser-Sensoren in Abhängigkeit von der Bewegungsgeschwindigkeit variieren kann, so dass die Handbewegung nicht immer gleichmäßig auf dem Bildschirm umgesetzt wird.

Die oftmals genannten Begründung, Laser-Sensoren würden eine automatische Begradigung des aufgezeichneten Weges vornehmen, die sogenannte Pfadbegradigung, kann dagegen ins Reich der Märchen verbannt werden. Die gleiche Technik zur Pfadbegradigung kann auch bei optischen Sensoren eingesetzt werden und auch Laser-Sensoren können ohne Pfadbegradigung arbeiten. Richtig ist allerdings, dass viele ältere Laser-Sensoren die Pfadbegradigung im DSP des Sensors integriert hatten, wodurch das für Gamer teils störende Feature nicht deaktiviert werden konnte.

Roccat Kone Pure
(Die Roccat Kone Pure gibt es wahlweise mit Laser oder optischem-Sensor)

Vorteil Laser: Liftdistanz und Flexibilität

Wie so oft kommt jeder Vorteil auch mit einem Nachteil einher und der trifft bei der Verwendung von optischen Sensoren vor allem Low-Sense-Gamer, die häufig die Maus anheben um die Position zu korrigieren. Im Gegensatz zum Zusammenspiel des DSPs mit dem Lasersensor lässt sich die Liftdistanz bei der Verwendung eines optischen Sensors nicht einstellen und fällt höher aus als bei der Lasertechnik. Darübern hinaus stellt der Laser weniger Ansprüche an die Unterlage als ein optischer Sensor, ist also felxibler einsetzbar. So haben optische Sensoren bis heute mit glatten Oberflächen zu kämpfen, während hochauflösende Laser-Sensoren auf nahezu allen Oberflächen verwendet werden können, darunter auch Glasflächen.

Technisch bedingt erreichen Laser-Sensoren höhere dpi-Werte und können somit potentiell kleinere Bewegungen registrieren, allerdings ist dieser Vorteil bedingt durch die Einschränkungen unseres Wahrnehmungs- und Bewegungsapparates rein theoretischer Natur. Bei einem dpi-Wert von 4000, den die meisten optischen Gaming-Mäuse erreichen, ergeben sich ohne softwareseitige Anpassungen an der Sensivity 4000 Abtastpunkte auf einer Länge von einem Zoll, umgerechnet 2,54 Zentimetern. Anders gesagt: Bei einer geraden Bewegung von 2,54 Zentimeter Länge bewegt sich der Mauszeiger auf dem Bildschirm um 4000 Pixel. Um bei einem Full-HD-Monitor mit 1920 x 1080 Pixeln den Mauszeiger einmal von der linken zur rechten Seite zu bewegen, benötigt man bei einem dpi-Wert von 4000 also eine Mausbewegung von knapp 1,25 Zentimeter.

12.10.12 / tj

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