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Audio Roundup - Audio Chipsets im Vergleich

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Einleitung

Audio ist nicht gleich Audio

1990 war eine Soundkarte noch ein teurer Luxus, denn sich allerhöchstens anspruchsvolle Computerspieler und Audiophile gönnten. 1995 gehörte es dann schon zum guten Ton, irgendeine Soundkarte in seinem Rechner zu schrauben, um im multimedialen Zeitalter mitreden zu können. Und als dann schließlich um die Jahrtausendwende das onBoard-Audio sich nahezu auf jedem Mainboard einfügte, war klar, dass niemand mehr auf Audio verzichten musste. Bis heute hat sich PC-Audio zu einem der allgegenwärtigen Standards entwickelt, zu denen sich auch die Computer-Maus, das Farbdisplay und der Drucker zählt. Sie alle haben sich so fest in die Computerwelt integriert, dass sie einfach nicht mehr wegzudenken sind. Und dennoch wirken sie rastlos, weil man sie immer wieder aufs neue erfindet. Doch dabei stellt sich die Frage, ob dies auch im Sinne des Anwender ist.

Man sagt, dass der starke Vormarsch des PC-Audio durch den schwachen Konkurrenzkampf und den dadurch aufgetretenen Entwicklungsmangel begünstigt wurde. Dies sorgte für weitere Stagnation und für Preisrückgänge. Und bedeutete damit auch gleichzeitig das kommerzielle Ende dieser Sparte. Doch dies ist leicht dahergesagt. Denn wohin hätte sich das PC-Audio auch hinentwickeln sollen? Schon seit längerem präsentieren sich übertriebene Mehrkanal-Soundsysteme mit aufwändigen 3D-Audio-Algorythmen und mit Qualitäts-Einstellungen von oftmals 192kHz/24bit und mehr. All dies ist schon weit überdimensioniert für das einfache Gehör eines preisbewußten Anwenders. So dass es auch kaum verwundert, wenn sich dieser klassische Anwender nicht für die hochpreisige Variante, sondern lieber für die integrierte Low-Budget-Ausführung entscheidet.

Mittlerweile sind wir an dem Punkt angelangt, wo Audio serienmäßig in allen Computern zu finden ist und dass auch praktisch kostenlos. Anders als man annehmen dürfte, ist diese Entwicklung für den Anwender gar nicht gut. Denn diese Stagnation ist meist ein Anzeichen für einen beginnenden Rückschritt. Und so werden unter dem Deckmantel der Produktdifferenzierung neue Produkte präsentiert, die sich Qualitätsmäßig auch nach unten hin ausrichten. Selbst wenn sich damit nur ein – oder gar ein halber – Cent einsparen lässt, ist dies - speziell für Mainboard-Hersteller - Anreiz genug, sich dem technischen Rückschritt hinzugeben. Dabei kommen nach wie vor – wenn auch sehr viel seltener als früher – neue und interessante Techniken auf den Markt. Doch davon bekommt der Anwender nicht viel mit, denn durch diesen implizierten Sparzwang, halten diese Entwicklungen nur in wenigen Produkten Einzug. Sie werden geradezu ins Abseits gedrängt und haben es schwer sich zu etablieren, auch wenn sie kaum etwas oder gar nichts kosten. Einfach nur, weil sie einen Aufwand darstellen, der vom Anwender nicht eingefordert wird.

Und so bewegt sich - trotz aller Neuerungen und trotz werbewirksamer Samplingraten - die Audio-Entwicklung immer weiter zurück. Zurück ins letzte Jahrtausend und noch weiter zurück in die Steinzeit. Was auf dem Papier steht, liest sich mit jedem Tag besser, doch was aus den Lautsprechern dröhnt, wird mit jedem Tag schmerzhafter. Im Angesicht dieser Entwicklungen werfen wir nun einen genauen Blick auf die Audio-Chips, die sich auf Soundkarten und Mainboards finden. Im Vordergrund steht ihre Audio-Qualität. Darüber hinaus begutachten wir auch - soweit vorhanden - ihre besonderen Funktionen und erläutern diese auch, um einen Überblick darüber zu geben, auf was man verzichtet bzw. was man bekommt, wenn man sich für ein bestimmtes Produkt entscheidet. Denn eins steht schon im Vornherein fest, Audio ist nicht gleich Audio. Selbst zwei identische Audio-Chips können Unterschiede aufweisen, einfach weil sie auf verschiedenen Platinen von verschiedenen Herstellern verarbeitet wurden. Wir begnügen uns also nicht mit einem Test pro Audio-Chip, sondern testen - sofern uns möglich - ein und den selben Chip auf verschiedenen Platinen (Soundkarten und Mainboards). Damit sei auch klargestellt, dass dieser Artikel nur die erste Ausführung unserer Audio-Roundup-Reihe ist. Zu gegebener Zeit folgen Updates, die dann die Einblicke auf den PC-Audio-Markt vervollständigen.

Warum keine 3D-Sound Benchmarks?

Viele hätten sicherlich gerne gesehen, wie stark das System belastet wird, wenn der Audio-Chip einen 3D-Sound rendern muss. Doch wir haben uns klar dagegen entschieden, solche Benchmarks durchzuführen und zu veröffentlichen. Weil so ein Vergleich in vielerlei Hinsicht unsinnig wäre. Zu allererst sei einmal festgehalten, dass kaum ein uns bekannter onBoard-Audio-Chip diese Arbeit selbstständig durchführt. In beinahe allen Fällen werden die notwendigen Berechnungen auf den Prozessor ausgelagert, so dass es schon mal keine Unterschiede gibt. Man könnte allerhöchstens festhalten, wieviel Prozessor-Leistung die jeweiligen Audio-Treiber bei dieser Arbeit benötigen. Was nur die Qualität der Treiber wiederspiegeln würde. Aber auch dies wäre nicht aussagekräftig, weil man nicht mit Sicherheit sagen könnte, dass sich alle Treiber an die selben Spielregeln halten und auch tatsächlich die gewünschten Berechnungen im vollen Umfang durchführen (alle Kanäle, alle Effekte, etc.).

Ein solches Kräftemessen würde nur dazu führen, dass die jeweiligen Hersteller ihre dargebrachten Funktionen weiter einschränken, bis schließlich derjenige als Bester gekürt wird, der seinen 3D-Sound auf ein verkümmertes Niveau reduziert. Vielmehr sollte man dankbar dafür sein, dass ein Codec den Prozessor belastet. Nicht zuletzt, weil nahezu alle zusätzlichen Features, Extras und Besonderheiten eines Codecs über die Rechenleistung des Prozessors realisiert werden.

Wer seinen Prozessor schonen möchte, greift einfach zu einer Soundkarte mit integrierter APU. Ansonsten kann man besagte Zusatz-Funktionen auch in den Spiel-Einstellungen reduzieren oder ganz abstellen, statt ihr Vorhandensein zu kritisieren. Denn das führt nur dazu, dass die Hersteller zögerlicher neue Funktionen einführen, weil sie fürchten müssen, dass ihr Entgegenkommen abgestraft statt honoriert wird. Aus diesem Grund konzentrieren wir uns auch lieber auf die Erläuterung besonderer Funktionen und auf die Ausgabe-Qualität. Denn dass sind aussagekräftige Vergleichswerte, die auch nicht so leicht verwässert oder verfälscht werden können.

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