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AMD Llano A8-3850 APU - Lynx Plattform im Test (15/15)

Fazit

Ein vielfältiger und handwerklich erstaunlich einfacher Test neigt sich dem Ende zu. Die AMD Lynx Plattform durfte in verschiedenen Punkten zeigen, was sie kann und dabei hatten wir uns mit keinem einzigen Systemabsturz, Treiberkonflikt, Flaschenhals oder sonstigem Ärgernis herumzuschlagen. Das ist für eine brandneue, dermaßen hochintegrierte Plattform mit gänzlich neuer Technologie alles andere als selbstverständlich.

Natürlich war von der A8-3850 APU nicht zu erwarten, dass sie oben im Leistungsspektum angreift. Sie soll ganz im Gegenteil den Mainstream-Bereich aufrollen. Genau dort wartet die Lynx Plattform mit der Kombination aus Accelerated Processing Unit und Fusion Controller Hub auf. Der A75 FCH bietet alles was das Herz begehrt, darunter sechs SATA 3 und vier USB 3.0 Anschlüsse - AMDs Wettbewerber müssen sich ob dieser Ausstattung für's Erste warm anziehen, sehr warm. Die APU bietet denn auch wie versprochen die Leistung einer richtigen Grafikkarte, wenn auch eines recht kleinen Modells. Dennoch liegt die Performance sehr weit jenseits dessen, was bisherige integrierte Grafiklösungen zu leisten vermochten.

Man darf nicht unterschätzen was das bedeutet: Die APU beherrscht faktisch alles, was eine große GPU auch beherrscht: von Multimedia-Anwendungen wie 3D-BluRays über DirectX 11, Browser- und Video Beschleunigung bis hin zu den aktuellen GPGPU-Standards DirectCompute und OpenCL. Lediglich bei aktuellen grafischen Top-Titeln der Gamerszene und mit hohen Auflösungen und Details wird sie nicht genug Performance erbringen - für Gelegenheitsspieler reicht die Grafikleistung der APU bei mittleren Auflösungen (etwa 1680x1050) und Details jedoch fast immer aus. Mittels Dual-Graphics sind für kleines Budget Grafikupgrades möglich, wenn's denn doch etwas mehr sein darf.

Auf der CPU-Seite, den vier x86-Kernen bewegt sich die A8-3850 APU leistungsmäßig auf dem Niveau eines AMD Athlon II mit etwa 3,0 - 3,1 GHz, was den bisherigen Mainstream-Topmodellen von AMD entspricht. Damit kann AMD zwar nicht mit den Leistungen aktueller Quad-Cores von Intel mithalten. Das allerdings ist im Mainstream-Segment de Facto belanglos.

AMD Llano vs Intel Core i

Was den Preis angeht, positioniert AMD die von uns getestete A8-3850 APU - immerhin vorerst das Spitzenmodell der APUs - bei etwa 100 Euro, tendenziell etwas weniger. Es lohnt an dieser Stelle nicht wirklich, Quervergleiche zu AMDs Wettbewerber Intel zu ziehen, der nicht annähernd ein so ausgeglichenes Leistungspaket für einen so günstgen Preis im Angebot hat.

Dieses Alleinstellungsmerkmal der durchaus guten und ausgeglichenen "CPU"- und "GPU"-Leistung in einem Chip dürfte AMDs APUs auch noch für längere Zeit wahrlich konkurrenzlos dastehen lassen. Als AMD vor ein paar Jahren versprach, die Zukunft gehöre den Fusion-Produkten, hatte das Unternehmen hohe Erwartungen geweckt, die es mit dem heutigen Tag in Mainstream Desktop-PCs erfüllt.

Um es im Vergleich kurz auf den Punkt zu bringen: Intel hat die bessere CPU-Leistung und AMD die bessere GPU-Leistung. Während die CPU-Leistung der APUs in Mainstream-PCs jedoch locker ausreicht, sind Intels Grafiklösungen weder zeitgemäß, noch möchte man hier ernsthaft überhaupt von einer "Leistung" sprechen.

Daher sind wir in der Redaktion auch ziemlich fest davon davon überzeugt, dass AMD, beginnend mit der Lynx Plattform, sehr gute Chancen hat, an den bestehenden Kräfteverhältnissen in der Welt der Desktop-Rechner gundlegend etwas zu verändern. Dafür spricht schon der Umstand, dass AMD die kleinen, weit weniger leistungsfähigen E-Series APUs im ersten Quartal schier aus den Händen gerissen wurden und in Folge dessen glatt ausverkauft waren - was das auf die Lynx Plattform gemünzt bedeutet, darf sich jeder selbst ausmalen. Und daher möchten wir sowohl die Lynx Plattform als auch die A8-3850 APU gebührend mit Awards versehen:

AMD Lynx Plattform und AMD A8-3850 APU:

Excellent Hardware Award Innovation Award Preis-Leistung Award

30.06.11 / jm

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