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Test: AMD A8-7650K - Brudermord in der Mittelklasse (3/6)

AMD A68H Chipsatz: Die untere Mittelklasse

So wie mit A8-7650K macht sich AMD mit dem neuen A68H-Chipset daran, auch das Angebot bei Mainboards weiter auszudifferenzieren. An dieser Stelle ist die Nische ebenso denkbar schmal. Denn AMD bietet für die Sockel FM2 und FM2+ bereits seit Langem Chipsets für High-End (A88X), Mid-End (A78) und Low-End (A58) an.

Die Mittelklasse wird durch den Chipset-Neuling wiederum in eine obere Mittelklasse (A78) und eine untere Mittelklasse (A68H) unterteilt. Der Unterschied liegt in der Anzahl an Anschlüssen für SATA III und USB 3.0. Das Ziel des A68H sind preiswertere Systeme, die besser auf die Bedürfnisse von Durchschnittsanwendern zugeschnitten sind - Otto-Normalnutzer benötigt im und am PC einfach nicht mehr als vier SATA III und zwei USB 3.0 Anschlüsse. Aber ganz darauf zu verzichten, wie es bei A58 der Fall ist, so radikal ist dann auch der größte Sparfuchs eher nicht.

AMD A68H Mainstrem Chipset

Wie solche Mainboards mit A68H aussehen können, verdeutlicht AMD am Beispiel des ASUS A68HM-Plus, das unserem Review-Kit beilag. Die Systemplatine im µATX-Format bietet im Großen und Ganzen an Funktion so ziemlich genau das, was einerseits für preiswerte Systeme im Einzelhandel, andererseits für kostengünstige Eigenbaurechner vorausgesetzt wird. Und das ist - ohne das negativ zu werten - eben "nichts Besonderes".

ASUS lässt es sich dennoch nicht nehmen, mit Zusatzfunktionen aufzuwarten: Um die Abschrimung des Audio-Bereichs auf dem PCB von anderen Leiterbahnen zu verdeutlichen, zieht sich ein von orangenen LEDs illuminiertes Band über die Platine. Ob es so etwas in Systemen braucht, die möglichst günstig sein sollen, darf jedoch ernsthaft bezweifelt werden. Zudem lötet ASUS einen dedizierten USB 3.0-Controller (ASMedia 1042) auf, wodurch sich die Anzahl dieser Anschlüsse verdoppeln kann, sofern das Gehäuse über zwei USB 3.0-Anschlüsse in der Front verfügt. Das ist sicherlich nett gemeint, konterkariert aber den Zweck von A68H - der Unterschied zum A78 Chipsatz beträgt damit nur noch zwei SATA III Ports.

ASUS A68HM-Plus Board Review

Dafür spart ASUS an anderer Stelle. Das I/O-Panel ist recht spartanisch bestückt, am großzügigsten fallen die Monitor-Anschlüsse aus: DVI-D, HDMI und D-Sub. Zwei PS/2-Anschlüsse erlauben den Anschluss betagter Eingabegeräte, bei neueren Tastaturen und Mäusen sind die beiden vorhandenen USB 2.0-Ports dann aber belegt. An dieser Stelle hätte etwas mehr Großzügigkeit gut getan. Der Gigabit-LAN Anschluss wird vom Realtek 8111GR-Controller gesteuert und der ALC887 Audio-Codec aus dem selben Hause zeichnet für die drei Analogen Sound-Buchsen verantwortlich.

Kurzum: Etwas weniger Show durch Illumination und stattdessen ein paar mehr mehr USB 2.0-Anschlüsse hätten dem A68HM-Plus von ASUS gut getan.

ASUS A68HM-Plus IO-Panel

Viel Belüftungsbedarf wird es in Gehäusen mit dem ASUS A68H-Plus nicht geben, weshalb ein einzelner 4-Pin PWM-Header für einen Gehäuselüfter in Ordnung geht. Während unserer Tests zeigte sich das ASUS A68HM-Plus recht wählerisch, was die reibungslose Zusammenarbeit mit Arbeitsspeicher betrifft. Da sollte ASUS noch einmal mit einem BIOS-Update nachhelfen. Als zu hoch für ein Mainboard der unteren Mittelklasse erachten wir den Preis des A68HM-Plus. Für 50 Euro gibt es auch Mainboards im µATX-Format mit A88X Chipsatz, darunter auch Modelle von ASUS. Aber Preise sind nicht in Stein gemeiselt, da kann sich noch etwas tun.

Schlussendlich erachten wir ein Bundle aus A8-7650K mit einem A68H-Mainboard als eine Kombination, die eher selten Sinn macht. Diese APU aus der oberen Mittelklasse richtet sich mitunter an Overclocker, während der A68H-Chipsatz eher den passenden Unterbau für AMDs Kaveri-APUs aus den A6- und A4-Reihen darstellt, wenn SATA III und USB 3.0 gewünscht oder benötigt werden.



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