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Test: AMD Bulldozer FX-8150 (16/16)

Fazit

Wir nähern uns dem Ende unseres Artikels und damit der finalen Beurteilung des FX-8150, der als Flaggschiff stellvertretend für eine ganze Reihe von FX-Prozessoren gerade stehen muss. Und das was wir gesehen haben, ist mit Sicherheit keine schlechte Leistung. Aber den hohen Erwartungen und Wunschvorstellungen vieler Enthusiasten, die dem "Bulldozer" lange entgegengefiebert haben, wird er mit der gleichen Sicherheit auch nicht gerecht.

Was für AMD definitv einen Fortschritt darstellt und dem Unternehmen mit einer frischen Architektur wieder Perspektiven hinsichtlich der akkumulierten Leistungsfähigkeit, der neuen Instruction Sets und der Energieeffizienz eröffnet, reicht eben doch nur für den zweiten Platz unter den erschwinglichen Desktop CPUs für Privatanwender (die Core i7 Extreme CPUs lassen wir aufrund ihrer deftigen Preisgestaltung an dieser Stelle außen vor). Dennoch steht Intel mit neuen Modellen in den Startlöchern, wie lange AMD mit dem FX-8150 wenigstens den zweiten Platz halten kann hängt damit ganz vom blauen Chipriesen ab und nicht wirklich von AMD selbst.

Womit wir nun also beim Preis angekommen sind. AMD ist abermals gezwungen die Preise der FX Prozessoren in relativ niedrigen Regionen anzusiedeln, das freut dann immerhin Kaufinteressenten - AMD selbst hingegen wohl eher nicht.

AMD FX-8150 Scorpius Platform

Woran liegt es also? In unseren Tests wird klar ersichtlich, dass AMD dort stark ist, wo es um Produktivität geht, wenn Anwendungen über viele Kerne hinweg effizient ausgeführt werden. Dennoch steht der alte Phenom II 1100T oft in nächster Schlagdistanz, der FX-8150 vermag sich nicht so recht abzusetzen und das, obwohl er über zwei Kerne mehr verfügt. Diese geringeren Instructions per Cycle (IPC) pro Kern muss der FX-8150 dann etwa bei Spielen, die selten von acht Kernen profitieren mit seinem kräftigen Turbo wett machen. Auch hier genügt das gerade so, dass sich der FX-8150 vor den "ollen" sechskernigen Phenom II setzen kann.

Dem FX-8150 kommt zu Gute, dass gerade wenn es um Spiele geht, faktisch kein Unterschied zwischen allen getesteten CPUs, und das schließt die Modelle von Intel mit ein, besteht. Zwar ergeben sich durchaus deutliche Unterschiede in den Framezahlen einzelner Benchmarks - mal liegt Intel vorne, mal AMD - aber an der Spielbarkeit ändert das nichts. Wir haben mit einem AMD Radeon HD 6970 CrossFire-Verbund und sogar Eyefinity getestet, wie sich die CPUs leistungsmäßig positionieren und wir können daher mit Sicherheit sagen: Die Unterschiede ändern an der Spielbarkeit (oder auch nicht-Spielbarkeit) am Ende nichts. Das Limit setzt auch bei solchen Konfiguration die Grafiklösung und nicht die CPUs in diesem Preisbereich.

Interessant sind die FX-Prozessoren daher für Anwender, die ohnehin schon seit Längerem mit einem Plattform-Upgrade liebäugeln. Wer hingegen einen Phenom II X6 1090T oder 1100T besitzt, hat kaum Anlass, aus Performancegründen auf den FX-8150 umzusatteln, auch wenn der FX-8150 insgeamt die energieeffizientere CPU ist - die Einsparungen bei der Stromrechnung werden kaum die Kosten für die Neuanschaffung aufwiegen können.

Diese Beurteilung steht jedoch vorbehaltlich des Willens zum Übertakten. Auf 4,7 GHz haben wir den FX-8150 dank seiner freien Multiplikatoren mühelos getrieben, bei 4,6 GHz die Leistung gemessen und das Ergebnis ist ein satter Leistungszuwachs. Gebremst hat uns unsere Vorsicht bei der Wärmeentwicklung, aber da AMD ohnehin in einigen Märkten Bundles aus FX-8150 CPU und einer All-In-One Wasserkühlung anzubieten gedenkt, kann bei der Übertaktung noch viel mehr drin sein.

Auch AMD selbst ist jedoch bewusst, das die gebotene Performancedifferenz des FX-8150 im Vergleich zu älteren Modellen eher klein ausfällt. AMD gibt eine Mitverantwortung dafür Windows 7, dessen Thread-Scheduler mit der Architektur der AMD FX Prozessoren nicht effizient umzugehen vermag. Mit Windows 8 soll alles besser werden, wir haben den FX-8150 allerdings kurz mit der Developer Preview von Microsoft angetestet - und nichts darüber im Artiel geschrieben, weil es da nichts zu schreiben gibt. Ja, mit der Windows 8 Preview sind minimale Performance-Zuwächse erkennbar (6.01 Punkte im Cinebench R11.5), die große Lösung ist das jedoch mitnichten.

Und was nun? AMD verweist auf die "Piledriver" Kerne bzw. Module, die 2012 Einzug in die Trinity APUs halten werden und den "Bulldozer" im CPU Segment ersetzen. Eine Performance-per-Watt Steigerung von 10% visiert AMD damit an. Für machen Eigentümer eines Hexa-Core Phenom II dürfte das sicher die Frage aufwerfen, ob es nicht vielleicht besser sei, abermals ein wenig zu warten. Für alle anderen leistungshungrigen Anwender kann das Upgrade auf den FX-8150 jedoch durchaus Sinn machen.

12.10.11 / jm

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