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AM1 Test: AMD Athlon 5350 Kabini APU (2/8)

Kabini - alte SoCke in neuem Gewand

Nein, neu ist am "Kabini" SoC wahrlich nichts. Technisch gesehen unterscheidet sich die Desktop-Variante überhaupt nicht von den im Frühjahr 2013 eigeführten Mobil-Chips. Der einzige Unterschied besteht beim Packaging, statt Festverlötung via BGA erlaubt das PGA-Design den Austausch der Prozessoren auf Mainboards der AM1 Plattform. Daher beschränken wir uns darauf, das ohnehin bereits Bekannte lediglich an dieser Stelle noch einmal zu rekapitulieren.

Als SoC beherbergt "Kabini" neben CPU- und GPU-Kernen auch einen HD Audio-Codec sowie die Controller-Logik für den Arbeitsspeicher und für weitere Schnittstellen wie USB (2.0 und 3.0), SATA III. Einen FCH wie bei der Vorgängerplattform "Brazos" gibt es nicht mehr. Die hohe Integrationsdichte erlaubt eine kostengünstigere Fertigung und spart Energie. Einzig auf einen separaten LAN- bzw. WLAN-Controller sind die "Kabini" SoCs noch angewiesen, alle anderen Funktionen beherbergt der kleine Chip.

AMD Kabini System Diagramm

Apropos kleiner Chip: AMD wird nicht müde, Größenverhältnisse zu betonen. Die Fläche, die vier "Jaguar" CPU-Kerne in einem "Kabini"-Die einnehmen, entsprechen dem, was ein "Steamroller"-Modul in "Kaveri"-APUs an Platz beansprucht. In der Tat ist das eine bemerkenswerte Ingenieursleistung, denn AMD hat dafür die Niedrigenergie-Chips zu diesem Zweck nicht kastriert: Die Out-of-Order-Architektur ist bei der Befehlsabarbeitung flexibel, die Befehlssatzerweiterungen sind absolut zeitgemäß.

AMD Athlon Kabini Core Optimierungen

Gegenüber den bislang für Low-Power-Desktopsystemen von AMD erhältlichen "Zacate"-APUs der "Brazos"-Plattform hat AMD mit "Kabini" auf dem Papier einen ordentliche Schippe draufgelegt. Kein Teilbereich der "Jaguar" CPU-Kerne blieb unangetastet, wobei sämtliche Detail-Optimierungen ganz einfach zusammengefasst werden können: Neben einer Taktsteigerung soll vor allem Abhänigkeit der CPU-Leistung von der zur Verfügung stehenden Arbeitsspeicherleistung minimiert werden.

Einerseits ist das wichtig, weil die CPU-Kerne sich den Speicherzugriff mit den Radeon Cores der GCN GPU-Architektur teilen müssen. Andererseits verfügt "Kabini" (ebenso wie Vorgänger "Zacate") aus Gründen der Energieeinsparung nur über einen Single-Channel DRAM-Controller. Der Lösungsansatz von AMD lautet daher, mehr Out-of-Order-Ressourcen bereitzustellen, um Stalls und damit einhergehend Bubbles in den Pipelines zu vermeiden und einen zwischen allen (bis zu vier) CPU-Kernen geteilten L2-Cache zu implementieren. Der DRAM Controller selbst spricht den Arbeitsspeicher im Generationenvergleich nun mit bis zu 1600 MHz (DDR) statt 1066 MHz an.

Weil Papier geduldig ist, geben unsere Benchmarks und Energiemessungen dann Aufschluss darüber, ob AMD die selbstgesteckte Zielsetzung für die vier vorgesehenen "Kabini" SoCs erreicht hat.

AMD Athlon Sempron AM1 Kabini Models

Diese vier Modelle unterteilen sich in zwei Athlons und zwei Semprons. Dabei wird die Unterscheidung zwischen Athlon und Sempron offenbar nicht anhand der CPU-Leistungsfähigkeit vorgenommen, sondern die GPU-Leistung (allesamt zählen zur Radeon R3 Familie) ist das Kriterium. Die 5000-er Athlons verfügen über 600 MHz GPU-Takt, der 3000-er Sempron bringt es auf 450 MHz, der kleine 2000-er Sempron hingegen nur auf 400 MHz. Letzterer ist der einzige Dual-Core "Kabini" für den Sockel AM1, der gegenüber den anderen Modellen auch nur für einen DRAM-Takt von 1333 MHz spezifiziert ist. Bei Sempron 2650 deutet insofern vieles darauf hin, dass diese APU am sparsamsten mit Energie umgeht - in der angegebenen TDP bringt AMD das leider nicht zum Ausdruck.



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