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AMD Phenom II X6 und AMD 890FX Chipsatz im Test (2/9)

Grundlegendes zum Phenom II X6

Mit der Einführung der Phenom II X6 Prozessoren vollzieht AMD einen logischen Schritt hin zu mehr Leistungspotential für Desktop-Rechner. Sechskern-Prozessoren hat AMD schon länger im Angebot, jedoch nur innerhalb der Opteron Familie. Diese CPUs sind für Server und professionelle Workstations konzipiert, der Preis und das technische Gefüge solcher Opteron Systeme sind für leistungshungrige Endanwender wie Gamer, Hobbyregisseure oder Teilnehmer an Distributed Computing Projekten eher nicht interessant.

Aber die Angewohnheit, neue Prozessorentechnologien zuerst im Profi-Segment unterzubringen und sie dann später für normale Desktopsysteme zu offerieren hat bei AMD Tradition, das Unternehmen ist mit dieser Strategie eigentlich immer gut gefahren. Insofern fällt es bei einer neuen Generation von AMD Desktop-Prozessoren bisweilen schwer, tatsächlich von einer Neuheit zu sprechen; man kennt es schon von Servern her.

So ähnlich verhält es sich auch mit den Spezifikationen, die AMD für seine Phenom II X6 Modellreihe angibt:

AMD Phenom II X6 Spezifikation

Wer sich ein wenig mit AMDs Marketing Buzzwords auskennt, dem wird auffallen, dass sich im Vergleich zu einem Phenom II X4 wenig geändert hat. Die Menge und Zahl der Caches pro Kern ist unverändert geblieben, nur rechnerisch ergibt sich ein Unterschied. Verfügte ein Phenom II X4 noch über insgesamt 512 KB L1 und 2 MB L2 Cache, so sind es bei einem Phenom II X6 jetzt 768 KB L1 und 2,5 MB L2 Cache.

Was mathematisch addierbar ist wird funktional aber nicht zusammenarbeiten, denn die L1 und L2 Cache Einheiten stehen traditionell nur einem Kern zur Verfügung, weshalb es auch je sechs davon gibt. Anders verhält sich das beim L3 Cache, der als globaler Cache allen Kernen gleichermaßen zur Verfügung steht und die Kommunikation der Kerne untereinander erleichtert. Dieser wurde nicht vergrößert, es bleibt auch bei Phenom II X6 CPUs bei 6 MB an dieser Stelle.

Auch beim RAM hat sich nichts getan. Ein Phenom II X6 kann, wie die vierkernigen Vorgänger, gemäß Spezifikation DDR3 Speicher mit 1333 MHz und DDR2 Speicher mit 1066 MHz ansprechen. Es geht zwar auch mehr und in der Regel bieten Mainboards beispielsweise auch einen Betrieb bei DDR3 mit 1600 MHz an, jedoch fällt das dann schon in die Kategorie "Overclocking".

Eine neue Funktion hat es jedoch in sich, die "AMD Turbo CORE" Technologie, die es dem Prozessor erlaubt, mit zwei unterschiedlichen Maximaltakten zu operieren. Deshalb sind für die heute offiziell vorgestellten beiden Sechskerner auch je zwei Taktraten angegeben: Der Phenom II X6 1090T arbeitet maximal sowohl mit 3,2 GHz als auch mit 3,6 GHz. Sein kleiner Bruder, der 1055T, bringt es auf 2,8 GHz und 3,3 GHz maximal. Und das jeweils im Rahmen der maximalen Verlustleistung von 125 Watt. Warum dem so ist und wie das von statten get, klären wir auf der nächsten Seite.



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