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AMD Phenom II X6 und AMD 890FX Chipsatz im Test (5/9)

Übertakten und Undervolting

Schneller oder sparsamer als AMD erlaubt?

AMD CPUs sind unglaublich bequem zu übertakten, das gilt seit der Einführung der ersten Phenom Prozessoren. Das Unternehmen hat wahnsinnig viel getan und erreicht, wenn es darum geht, Enthusiasten ihr Hobby zu vereinfachen. Die "Black Edition" CPUs mit freien Multiplikatoren sind inzwischen legendär, denn sie ermöglichen eine einfach zu handhabende Mehrleistung - zu einem vergleichsweise wahnsinnig günstigen Preis. AMDs Overdrive Utility tat sein Übriges dazu, Overclocking war nicht mehr mit BIOS und ständigen Neustarts verbunden. Man klickt sich die Settings einfach aus Windows heraus zurecht. Aber wo viel angeboten wird, da wird auch eine Menge gemeckert.

Viele Overclocker klagten in der Vergangenheit, dass beispielsweise ein Phenom II X4 955 Black Edition zwar ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis habe und das Overclocking durch die AMD Overdrive Software zügig von der Hand geht. Das Manko war häufig, dass das Erhöhen des Multiplikators die Energiesparfunktion Cool'n'Quiet außer Gefecht setzte. Rendering mit einem übertakteten Vierkerner hat Vorteile, aber beim anschließenden Schreiben einer Email sind vier übtertaktete Kerne nur noch unverhältnismäßig energiehungrig und warm.

Zwar reagierte AMD mit der Einführung von Smart Profiles im Overdrive, aber der Weißheit letzter Schluss war das auch nicht - zu lange dauerte es bis man für eine Anwendung die optimalen Settings hatte und wer zwei Anwendungen mit einem "Samrt Profile" versehen hatte wurde auch nicht glücklich, wenn er sie simultan laufen lies. An dieser Stelle ist für geplagte Perfektionisten mit der Turbo CORE Technologie ein Feature in Sicht, das bei solcherlei Problemen Abhilfe schaffen kann. Denn die Turbo CORE Settings lassen sich manuell ändern und zwar durch die AMD Overdrive Software.

AMD Overdrive

Undervolting zum Energiesparen und Overclocking für maximale Performance waren bisher nahezu nicht in Einklang zu bringen. Mit den Phenom II X6 Turbo CPUs wird es nahezu unglaublich einfach. Denn nichts hindert den geneigten Anwender mehr, die CPU im Sechskern-Betrieb auf niedrige Takte und Spannungen herunter zu ziehen, dafür aber den Turbo entsprechend in die Höhe zu treiben. Es sei denn, das Mainboard gibt dabei wie in unserem Fall den Geist auf, aber dazu später mehr.

Wem auch das noch nicht reicht, der kann in der Overdrive Software auch noch die Anzahl der Kerne, die in den Turbo-Modus schalten, ändern. Bis zu fünf Kerne sind dafür auswählbar, sie können je einzeln auch mit unterschiedlichen Taktraten versehen werden oder auch gezielt aus dem Turbo-Modus ausgeschlossen werden.

Bei unseren Overclocking Feldversuchen zeichneten sich eine Taktrate von 4,0 GHz auf allen sechs Kernen als stabil ab, bei einer Kernspannung von 1,45 Volt. Dieses Setting war auch noch mit Luft unterhalb der kritischen Grenze von 62°C kühlbar und lief über mehrere Stunden hinweg in unseren Stresstests stabil. Allerdings zerschoss es uns dabei die Spannungswandler auf dem Mainboard. Wir wissen aber auch, dass wir zuvor 4,1 GHz nicht ganz stabil betreiben konnten, daher gehen wir davon aus, dass die 4,0 GHz zwar unser Phenom II X6 erduldet; das Sample-Mainboard jedoch leider nicht.

Ähnlich faszinierend gestalteten sich unsere Versuche beim Undervolting. Für die 3,2 GHz auf allen sechs Kernen benötigte unser Phenom II X6 1090T lediglich 1,125 Volt an Kernspannung zum stabilen Betrieb des Systems. Das ist, hinsichtlich einer Default-Voltage von 1,3 Volt, ohne Frage ein richtig guter Wert, der natürlich noch weiter abgesenkt werden kann, wenn man zusätzlich die Taktschraube nach unten dreht. Einen Mangel an Leistung braucht dann niemand zu fürchten, der im Gegenzug klug mit der Turbo CORE Funktion umzugehen weiß.

All dies ist jedoch auf unserem Testsystem ausschließlich über das AMD Overdrive Tool einstellbar. Im BIOS des MSI 890FXA-GD70 fanden sich keinerlei Einstellungsmöglichkeiten zur Turbo CORE Technologie. Dadurch bleibt das Alterieren der Turbo Funktion ausschließlich Benutzern eines Windows-Betriebssystems vorbehalten. Es wäre sicher ein kluger Zug von AMD, seine Partner entweder dazu zu bewegen, Turbo CORE Settings ins BIOS einzubauen oder das Overdrive Tool auch für andere Software-Plattformen zur Verfügung zu stellen.



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