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ASRock M8 Gaming Barebone im Test (8/8)

Fazit

Bei ASRock hat man die Zeichen der Zeit erkannt und reagiert mit neuen interessanten Ideen auf die Veränderungen in der PC-Landschaft. Nachdem man sich bereits bei den HTPCs mit der Mini und Vision Series sehr gut aufgestellt hat, nimmt man nun die Gamer ins Visier, die keinen Standard-PC wollen, sondern etwas anderes. Dass man es bei ASRock mehr als ernst meint, zeigt der Aufwand den das Unternehmen in das neue M8 Barebone gesteckt hat. Es ist eben nicht nur ein weiteres MiniITX-Gehäuse, sondern eben ein Schritt mehr. Und das gerade ASRock als erster Mainboardhersteller diesen Schritt wagt ist recht bezeichnend, wenn man sich die Entwicklung von ASRock in den letzten zwei drei Jahren anschaut.

Auf den ersten Blick sieht man natürlich beim M8 nur das Gehäuse und sein Design. Gerade dieses schlanke Design hat uns am M8 besonders gefallen, denn das Case verbraucht so extrem wenig Stellfläche. Die Grafikkarte mittels Riser-Card in das Gehäuse zu stellen und so auf 12 cm Breite zu kommen ist ein netter Trick und funktioniert in der Praxis auch einwandfrei.

Die Optik selbst ist natürlich wie immer Geschmackssache, unserer Meinung nach aber sehr gelungen, wenn man Industriedesign mag. Die Verarbeitung ist durchweg gut. Lediglich der ACommand Regler kann hier die hohen Erwartungen nicht ganz erfüllen. Das mag daran liegen, dass man den Regler fast zwangsläufig mit Reglern aus dem Automobilbau vergleicht, die aber einzeln so viel kosten, wie das halbe ASRock M8. Für ?PC-Verhältnisse? ist der ACommand durchaus Ok und seine Funktion zwar Spielerei, aber wir reden hier auch über ein Gaming-Barebone. Einen separaten Ein/Ausschalter und Reset-Taster hätten wir uns aber trotzdem zusätzlich gewünscht.

Im M8 steckt dann aber noch weit mehr als nur Design. Das Herz des M8 ist ein neues MiniITX Z87-Mainboard, das ASRock extra für das neue Gaming-Barebone entwickelt hat. Und man darf sagen, dieses Board hat es in sich und dürfte derzeit das am besten ausgestattete Z87 miniITX-Mainboard sein. Zu schade, dass das Board nicht auch einzeln erhältlich ist. Es überzeugt durch gute Performance, hervorragenden Sound und schnelles WLAN und Bluetooth, sowie dazu wirklich gute Overclocking-Eigenschaften.  Der Einsatz von S0-DIMMs auf dem ITX-Board bringt eigentlich keine großen Einschränkungen mit sich, wenn man hochwertige S0-DIMM-Module einsetzt. Insgesamt ist es zudem äußerst Lobenswert, das ASRock beim M8 auf Standardkomponenten und Formate setzt und nicht sein eigenes Süppchen kocht. So kann man auch später immer die Komponenten in seinem System tauschen!

Womit wir bei der Leistung wären. Zunächst einmal zeigt das ASRock M8 die typische gleiche Leistung anderer Z87-Systeme. Man kann also prinzipiell aus dem M8 eine absolute Highend-Gaming-Maschine bauen, wie wir das in unserem Beispiel auch getan haben. Die Performance ist dann auf aller höchstem Niveau und sogar Overclocking-Potential nach oben reichlich gegeben.

Leider erweist sich die Kühlung in einer Solchen Konfiguration als wirklich problematisch und bremst die Leistung der Hardware aus. Entweder es wird sehr heiß oder sehr laut. Das Kühlkonzept des M8 ist eines der Knackpunkte am System, die man noch optimieren sollte. Das kann man zum Teil sogar selbst tun, indem man die Orientierung der Lüfter ändert, die nicht für jede Konfiguration optimal ist. Schön wäre gewesen, wenn ASRock hier die Möglichkeit geboten hätte, die Lüfter schnell umzubauen. Derzeit muss man dazu das ganze Case auseinander bauen und sich selbst eine Lösung zusammen basteln.

Wer sich mit dem M8 eine Gaming-Maschine zusammen bauen will, sollte also unbedingt im die Komponenten mit Bedacht und Blick auf die Kühlung wählen. Eine Option wäre zum Beispiel nicht den Intel i7 4770k (85 W TDP) sondern den Intel i7 4770S (65 W TDP) einzusetzen. Bei der Grafikkarte sollte man definitiv eine Blower-Lösung bevorzugen, dann kann durchaus auch eine GTX 760 oder 770 im M8 vernünftig arbeiten. Aufgrund seiner Bauform wird das M8 allerdings nie zu einem Silent Case werden.

Das ASRock M8 ist definitiv ein sehr außergewöhnliches Barebone und mutiger Schritt von ASRock, der Beachtung verdient hat. Das gesamte Konzept hat uns gut gefallen, auch wenn es an der einen oder anderen Stelle noch optimierungsbedarf gibt. Wir sind uns sicher dass bei ASRock schon die Köpfe rauchen, wie man das M8 noch weiter verbessern kann. Wer sich traut das M8 in Sache Kühlung etwas zu modden, der  kann aus dem System auch noch mehr herausholen als in der Standardkonfiguration. Mit einem guten Kühlsystem hätte das ASRock M8 wirklich potential zu einem Star unter den MiniITX-Gaming-Systemen.

Das ASrock M8 kostet etwa 470 Euro, was auf den ersten Blick viel klingt. Berechnet man allerdings die Einzelteile heraus (miniITX Board 160 Euro, 450 Watt SFX Netzteil 80 Euro, Blu-Ray-Laufwerk 70 Euro), landet man bei etwa 160 Euro für das Gehäuse und das geht hier angesichts des gebotenen durchaus in Ordnung.

Positiv:

  • Einzigartiges Gehäusedesign und Optik
  • Schmale kompakte Bauform, sehr gut zu transportieren
  • Leistungsstarkes Gaming-PC-Barebone
  • Hervorragendes miniITX-Mainboard
  • Hohe Speichertatrate mit S0-Dimm
  • SFX-Netzteil im Lieferumfang
  • Slot-In Blu-Ray im Lieferumfang
  • Abschließbar
  • Einsatz von PC-Standardkomponenten

Negativ:

  • Seitenscheiben verkratzen innen schnell
  • Lüfter können sehr laut werden
  • Kühlleistung insgesamt eingeschränkt

19.07.13 / rj

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Übersicht der Benchmarks in diesem Artikel:


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