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Cooler Master MasterCase Pro 3 im Test - Variabler µATX Tower mit Zukunftsperspektive (6/6)

Fazit

Das MasterCase Pro 3 ist eine sinnvolle Ergänzung der neuen MasterCase Serie mit "Freeform Modular System". Das Konzept, dass Cooler Master hier auflegt, verdient auf jeden Fall Beachtung. Die Idee vom flexiblen Gehäuse, das man sich nach eigenen Wünschen zusammensetzen kann, hat definitiv großes Potential. Allerdings steht und fällt sie mit den Möglichkeiten, die dem User geboten werden. Genau hier liegt auch der Knackpunkt, der zeigen wird ob das MasterCase Pro 3 ein großer Erfolg wird oder nicht.

Das MasterCase Pro 3 ist für sich bereits ein wirklich gelungenes Gehäuse, das eine Menge Möglichkeiten bietet. In der Basisausstattung ist es gut ausgestattet und ermöglicht die gängigsten PC-Konfigurationen sofort unter zu bringen. Auch erste Ergänzungen wie zusätzliche Laufwerkskäfige, ein Seitenfenster aus Glas stehen bereits zur Verfügung und sind preislich sogar moderat. Ein zusätzlicher Halter für eine SSD kostet zum Beispiel lediglich 4,95 Euro.

Das Gehäuse leistet sich keine groben Patzer, jede Öffnung ist mit Staubfilter versehen, die Verarbeitung ist durchweg gut und sogar die Spaltmaße stimmen, was bei so vielen abnehmbaren Teilen gar nicht so leicht umzusetzen ist.

Kühlung und Belüftung sind beim MasterCase Pro 3 gut gelöst. Mit den vielen Öffnungen wundert das auch nicht. Das Gehäuse ist ja, bis auf die Seitenteile, quasi rundum offen. Dass sich deshalb auch kaum eine schalldämmende Wirkung einstellt ist klar. Ob das Case "Silent" ist oder nicht, liegt daher primär an der verbauten Hardware und den verbauten Lüftern. Die Standard-Lüfter werden echte Silent-Freaks leider nicht zufrieden stellen. Bis etwa 700 UPM arbeiten sie noch recht leise, darüber werden sie deutlich lauter. Zudem zeigte sich bei uns bereits bei niedriger Drehzahl ein hörbares tickerndes Lagergeräusch. Da die Lüfter direkt ohne Dämpfung am Rahmen befestigt sind überträgt sich dieses zudem leicht auf das Gehäuse.

Die Außenteile des MasterCase bestehen zwar nur aus Kunststoff und Blech, bietet aber dank einer speziellen etwas glitzernden Lackierung durchaus eine gewisse Eleganz. Vom üblichen schwarzen standard Kunststoff kann sich das Case in jedem Fall recht gut absetzen.  Ob es gefällt oder nicht, Geschmackssache. Aber man darf dem MasterCase sicher eine insgesamt gelungene Erscheinung zuschreiben. Vor allem das Frontpanel empfanden wir im Test als sehr gelungen. Optisch recht schön und vor allem sehr gut zugänglich.

Trotz einer unverkennbaren Form besitzt das Gehäuse eine recht schnörkellose Linienführung. Vermutlich ist die MasterCase Serie daher bereits unter Moddern recht beliebt und hat einige wirklich sehenswerte Ergebnisse hervorgebracht. Eigene ?Anbauteile? für das MasterCase zu entwerfen ist eigentlich relativ einfach und das dürfte auch so gewollt sein. Auch eine Umlackieren des Case ist schnell erledigt, da sich alle äußeren teile leicht abnehmen lassen.

Da wo die Modder angreifen, fehlt es aber noch ein wenig für den normalen User, am angebotenen Zubehör. Zubehör, um das MasterCase außen optisch zu verändern und es damit deutlicher von anderen Gehäusen abzusetzen wird derzeit noch nicht angeboten. Auch wenn die Chancen gut stehen, dass eventuell die schicke Front des MasterCase Maker 5 für das MasterCase 3 adaptiert wird. Unserer Meinung nach würde aber genau das bereits zu einer deutlichen Aufwertung für das Case führen. Eben für alle die User, die von der mittlerweile so oft zu sehenden Mesh-Front nicht mehr so angetan sind, auch wenn sie sicherlich ihren praktischen Vorteile bei der Belüftung besitzt.

Ob Cooler Master das MasterCase Pro 3 genauso weiter ausbaut wie das MasterCase 5 wird sich zeigen, zu wünschen wäre es in jedem Fall. Insgesamt sehen wir im MasterCase-Konzept etwas Neues im Gehäuse-Markt. Mit ausreichend Zubehör und verschiedenen Designs könnte dieses Gehäuse-Serie ein echter Renner werden.

Mit einer UVP von 99 Euro und einem vermutlichen Straßenpreis von unter 90 Euro liegt das Gehäuse im typischen Rahmen hochwertiger Micro-ATX-Tower und auf dem gleichen Level typischer Konkurrenten. Es ist also weder besonders günstig noch besonders teuer.

Betrachtet man das MasterCase Pro 3 als feststehendes Gehäuse, das man niemals verändern wird, so ist es bereits ein gelungenes Modell, verliert aber sicher etwas von seinem Flair und kann sich weniger von der Masse absetzen. Das volle Potential wird sich erst mit noch mehr Zubehör entfalten. Das erschwert natürlich insgesamt etwas die Bewertung. Man kann fast sagen, um so mehr Zubehör es gibt um so besser wird das MasterCase werden. Dabei muss dieses nicht einmal von Cooler Master selbst stammen, denn Cooler Master plant bereits an einem Shop in dem auch andere Parteien Zubehör für die Gehäuse anbieten können.

Der Gedanke sich für den PC einfach eine neue Front zu kaufen, wenn man eine neue Optik will, passt einfach in die Zeit, wo ein PC nicht nur gut sein, sondern auch optisch gefallen soll. Eine tolle Idee für PC-Freunde, die ein besonderes Case wollen aber selbst kein handwerkliches Geschick besitzen.

Wem die Optik gefällt, wer darüber nachdenkt sein Gehäuse zu modden oder wer über spätere Aufrüstung nachdenkt, der sollte sich die MasterCase Modelle in jedem Fall ansehen. Ob man dabei zu einer ATX oder Micro-ATX Version greift, sollte vorab gut überlegt werden, denn so viel Flexibilität bietet das MasterCase Pro 3 dann doch nicht, dass man hier später unmrüsten könnte.

Vorteile:

  • Insgesamt gute Verarbeitung
  • Gute Lackierung und Interessante Optik ..
  • .. vor allem wegen des ausgefallenen Frontpanels
  • Großes Platzangebot im Innenraum
  • Sehr variabel im Innenraum
  • Großes Sichtfenster
  • Herausnehmbarer Sichtschutz im Fenster zum Verstecken des Netzteils
  • Einfache nahezu selbsterklärende Montage
  • Modulares Konzept mit Zubehör

Nachteile:

  • Lüfter überzeugen nicht ganz, Lagergeräusche
  • Keine Vibrationsdämpfung der Lüfter
  • Netzteilmontage von hinten bei nicht modularen Netzteilen umständlich

14.09.16 / rj

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