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Cooler Master CM Storm Sniper (4/4)

Fazit

Die halbe Miete

Obwohl das Storm Sniper einige geniale Ideen bietet, kann es leider nicht in jedem Aspekt überzeugen. Beispielsweise beim überdimensionierten Front-Lüfter. Dieser dient mehr der Optik, allerdings nicht so sehr der Kühlung. Zwar kann er schon bei 500 U/min effektiv soviel Luft umsetzen wie ein 120mm-Lüfter bei 2000 U/min, doch fehlt es ihm bei so niedrigen Umdrehungszahlen an ausreichendem Anpressdruck, um auch wirklich Luft durch die kleinen Öffnungen und Ritzen des Festplattenkäfigs zu blasen. Viel eher bewegt sich der Luftstrom nur drum herum, und kühlt die Festplatten somit nur indirekt. Ein Großteil der hineinbeförderten Luft entweicht leider auch schon ungenutzt über das Luft-Gitter im Seitenteil.

Schade ist auch, dass CM Storm auf ein eigenes Absperr-System verzichtet hat. So bietet man zwar mit seinem StormGuard die Möglichkeit, Tastatur und Maus gegen Diebstahl zu sichern. Doch diese Sicherung greift nur dann, wenn das Gehäuse auch abgesperrt wird. So muss sich der Anwender selbst behelfen und ein Vorhängeschloss oder ein Kensington-Lock anbringen. Darüber hinaus vermisst man, die - für ein Lanparty-Gehäuse - gern gesehenen Rollen. Sie hätten nicht nur den Transport erleichtert, sondern vor allem auch das obligatorische Wägelchen überflüssig gemacht, mit dem so manch Lanparty-Besucher auf Reisen geht.

Doch davon abgesehen, ist es sehr erstaunlich, auf welche Ideen der Hersteller kam. Beispielsweise die große Öffnung in der Mainboard-Rückwand. Eine kleine Ursache mit großer Wirkung. Sie erlaubt dem Anwender den Zugriff auf die Rückseite des Mainboards, um selbst komplizierte Prozessorkühler austauschen zu können, ohne dabei das Mainboard herausnehmen zu müssen. Ein simples Gimmick, das im Fall der Fälle so manchem Anwender eine größere Umbau-Aktion einspart.

Einen großen Applaus verdienen sich auch die Frontblenden. Noch nie war es so einfach, Frontblenden aus einem Gehäuse zu entfernen und wieder einzusetzen. Dies lässt sich nun sogar bequem mit einer Hand bewerkstelligen und dennoch sitzt hier alles stabil und fest. Am allermeisten darf man sich aber auf die Lüftersteuerung freuen. Sie regelt nicht nur den Durchsatz der angeschlossenen Lüfter und beschert einem damit auch eine angenehme Stille, sondern ist darüber hinaus auch noch in der Lage, die Beleuchtung der Lüfter abzuschalten, ohne dass dabei die Lüfter ihre Arbeit einstellen müssen.

Das CM Storm Sniper ist keineswegs perfekt und bietet daher zukünftigen Nachfolgern Spielraum für Verbesserungen. Doch sein Geld ist es allemal wert, denn hier findet sich nicht nur reichlich Innovationen und qualitative Materialien, sondern vor allem auch viel Liebe zum Detail. Wer also 149 Euro für ein Gehäuse ausgeben möchte, darf das CM Storm Sniper ruhig in die engere Wahl ziehen.

Positiv:

  • gute Verarbeitung
  • zahlreiche Front-Anschlüsse
  • Serienmäßige Lüftersteuerung
  • Zwei beleuchtete 200mm Lüfter
  • diverse Schnellverschluss-Systeme

Negativ:

  • Einfache Lackierung
  • Wirkungsbereich des Front-Lüfter
  • Kein Support für Netzteile mit Überlänge

26.01.09 / zk

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