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Fractal Design Define S im Test (6/6)

Fazit

Die PCs von heute verändern sich und genauso sollten es auch die Gehäuse tun. Das Fractal Design Define S ist genau so ein Gehäuse, das mit der Zeit geht. Vermutlich werden heutzutage gut 90% der neu verkauften PCs nur noch eine SSD und eine HDD verbaut haben, dennoch sehen wir immer mehr Gehäuse, die von oben bis unten Laufwerkschächte bieten. Ebenso bei den optischen Laufwerken, der Schacht für externe 5 1/5‘‘ Laufwerk ist weiterhin Standard, wird aber immer weniger benötigt. Um möglichst flexibel zu bleiben, lassen sich die Hersteller ausgefuchste modulare Konzepte einfallen, wie man am Ende all diese Teile wieder aus dem Gehäuse entfernen kann. Das dumme daran, der Kunde der die „Module“ nicht braucht, bezahlt sie trotzdem mit.

Beim Define S, das in der gewohnt guten Verarbeitungsqualität von Fractal Design daher kommt und sich auch in Sachen Optik keine Experimente erlaubt, ist es genau anders herum. Man hat einfach alles aus dem Gehäuse „geworfen“, das die meisten Anwender bei einem modernen PC sowieso nicht mehr brauchen. Herausgekommen ist ein Gehäuse, das auf den ersten Blick natürlich optimal für den Einbau von Highend Hardware  mit Wasserkühlungen prädestiniert, am Ende aber doch noch weit mehr ist.

Ohne Frage wer sich eine ausladende Wasserkühlung in den PC bauen will, der hat hier ein Gehäuse, das ihm dazu alle Optionen bietet und mit dem großen Seitenfenster auch Schaulustigen den Blick auf die aufwendige Kreation freigibt. Gerade für diesen Einsatz bietet das Define S auch einen besseren Look als das Define R5. Wer will schon durch ein Seitenfenster langweiliges Blech von HDD-Käfigen sehen.

Aber auch ohne Wakü ist das Define S eine sehr interessante Option und harte Konkurrenz für das R5. Der Wegfall aller Laufwerkskäfige in der Front sorgt für einen verbesserten Airflow zu den Grafikkarten und zu einem Platzangebot, das gerade Bastler begeistern wird, die ständig an ihrer Hardware fummeln. Wer zum Beispiel Luftgekühlte SLI/Crossfire Systeme einsetzen will oder öfter Teile ein-, aus- oder um-baut, der hat hier auch ein wirklich gutes Gehäuse für diese Zwecke vor sich stehen. Die Lautstärke des Define S ergibt sich übrigens fast ausschließlich über die verbauten Komponenten. Die zwei vorinstallierten Lüfter verrichten ihre Dienste recht leise, werden vielen zur Kühlung aber nicht genug sein. Im Define S schlummert damit das volle Potential vom Silent-Case bis hin zum Tornado mit 9 Lüftern.

So lohnt sich dann auch für Normalanwender ein Blick auf dieses Modell. Natürlich ist ein Define R5 insgesamt durch seine Ausstattung flexibler, aber die Frage ist eben immer wieder, ob man diese Flexibilität benötigt, oder der enthaltene Laufwerkskäfig, die Einschubschächte oder die einfache Lüftersteuerung nicht für immer ungenutzt bleiben. Wer weiß, dass er diese Dinge sowieso nie nutzen wird, der kann mit dem Define S dann auch noch etwas Geld sparen.

Das Define S zeigt unserer Meinung nach wohin bei Gehäusen die Reise geht. Das „All in One“ Gehäuse, das es jedem Recht macht wird immer schwerer zu bauen und damit auch teurer werden. Wir werden also in Zukunft hoffentlich noch mehr unterschiedliche Ausführungen wie das Define S sehen, die spezieller auf die Bedürfnisse von modernen PCs zurecht geschnitten sind.

Apropos Geld sparen, das Define S besitzt eine UVP von 89 Euro in der normalen und 99 Euro in der Windows Version. Der Preis liegt damit 10 Euro unter dem Define R5. Man hat fast den Eindruck das Define S könnte sogar noch etwas günstiger angeboten werden, aber dann wäre es vielleicht sogar zu einem R5-Killer geworden, was man sicherlich vermeiden wollte.

Insgesamt ist das Define S unserer Meinung nach eine echte Bereicherung für den Gehäusemarkt. Auch wenn es auf den ersten Blick nur auf Wasserkühlung optimiert zu sein scheint, steckt doch noch deutlich mehr Potential in diesem Case und wir sind mehr als Gespannt au das Define S2, wenn es denn irgendwann erscheinen wird. Wer potente Hardware zum Beispiel für einen Gaming-PC zusammenbauen will, eine gute Belüftung braucht, aber nur wenig Laufwerke verbauen will, später vielleicht auch den Einsatz einer Wasserkühlung plant, der liegt mit dem Define S goldrichtig.

Positiv:

  • Gute Verarbeitung und dezente Optik
  • Vorinstallierte Dämmung
  • Sehr großes Platzangebot im Innenraum
  • Belüftung mit bis zu 9 Lüftern
  • Guter Airflow für SLI/Crossfire Kombos
  • Aufnahme von vielen Radiatortypen möglich
  • Direkte Montage für Pumpe und Ausgleichsbehälter möglich
  • Gutes Kabelmanagement mit Klettband
  • großes Seitenfenster
  • gedämmte Seitenteile und Deckel (außer Window)

Negativ:

  • Rändelschrauben das erste Mal lösbar selten ohne Werkzeug lösbar
  • Kabeldurchführung für Netzteil könnte etwas größer sein.

20.04.15 / rj

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