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AMD Radeon RX 480 im Test (9/9)

Fazit

Eine neue Grafikkarte in der Mittelklasse vorzustellen ist immer ein schwieriger Akt für den Hersteller, denn die Ansprüche der Kunden sind hier in der Regel besonders hoch. Erwartet man von einer neuen High-End-Karte in der Regel erst mal nur das sie schneller und vermutlich teurer sein wird, so sieht das bei einer neuen "Karte für die Masse" ganz anders aus. Hier soll das neue Modell nicht nur deutlich schneller, sondern dazu auch noch besonders günstig sein. Und dazu kommt noch, dass die neue Karte in der Regel in direkter Konkurrenz zu den oft im Preis deutlich reduzierten Vorgängern steht. Genau diese Situation finden wir auch bei der neuen Radeon RX 480 vor.

Ein Blick auf die Performance zeigt uns zunächst einmal, dass die Karte in etwa da landet wo man sie erwartet hat, nämlich vor der GeForce GTX 970 und sogar vor den OC-Modellen dieser Karte, wenn auch mit relativ knappem Abstand. Dank der 8 GB Speicher zeigt sich die neue AMD Karte gegenüber der GTX 970 mit ihrer 3,5+0.5 GB Speicherkonfiguration insbesondere dann überlegen wenn eben viel Speicher gebraucht wird, die Auflösung steigt oder zum Beispiel Antialiasing benutzt wird. Insgesamt kann die Radeon RX 480 so durchaus auch einmal deutlich vor der 970 liegen. Zur GeForce 980 hingegen fehlt der Radeon RX480 ein gutes Stück. Im Gesamtschnitt liegt diese etwa 12% vor der Radeon Karte.

Insgesamt fällt die Performance damit für eine Mittelklasse Karte recht gut aus und 1080p schafft die RX 480 auch mit maximalen Details in der Regel spielend. Aber auch bei 1440p kann sie durchaus überzeugen. In der 4K Auflösung liegt die RX 480 schnell im Bereich um die 30 FPS oder drunter, so dass man hier nur noch mit deutlich reduzierten Details weiter kommt. Interessant dürfte aber in dieser Hinsicht eine Crossfire-Kombination aus zwei RX 480 sein. Die Performance könnte dann etwa auf dem Level einer GeForce GTX 1080 landen.

Der Referenzkühler der neuen Radeon RX 480 macht ein paar Fortschritte gegenüber älteren Karten, was aber in erster Linie an der neuen Lüftersteuerung liegt, die etwas ausgefeilter ist. Insbesondere im Idle-Betrieb ist die Karte wirklich sehr leise. Im Gaming-Betrieb kann sie sich auch noch relativ gut schlagen, wird aber dann bei höherenDrehzahlen über 3000 UPM extrem laut, schafft aber auch einen Luftdurchsatz, der sich sehen lassen kann.

Der Kühlerkörper in der RX 480 ist nicht besonders groß und daher auch nicht besonders leistungsstark. Beim Übertakten drosselt die Karte daher schnell. Dass sollte sich aber mit Custom-Designs deutlich ändern, so dass man darauf hoffen kann, mit diesen  noch einmal etwa 10% mehr Performance zu bekommen. Damit würde die RX 480 dicht an eine GeForce 980 anschließen und könnte mit guten Kühlern sogar zu einer sehr leisen Karte werden.

Schaut man auf die Effizienz der Karte, so hatten wir eigentlich etwas mehr erwartet, denn bei unserem Test lag die Karte in etwa auf dem Level einer Radeon R9 Nano. Von der Effizienz der neuen Pascal-GPU, die Nvidia auf der GeForce GTX 1080 und 1070 einsetzt, ist die RX 480 ein gutes Stück entfernt. Trotzdem ist sie natürlich erheblich effizienter als die Vorgänger der Radeon 300-Serie, so dass man mit dem Ergebnis durchaus zufrieden sein kann.

Massiv Punkte sammelt die Karte in einem anderen Bereich, der ebenfalls mit den Kosten zu tun hat. Als Preis wird für die 8 GB Version der Radeon RX 480 etwa 250 Euro ausgerufen, die 4 GB Version soll nur 200 Euro kosten. Und mit diesem Preis steht die Karte klar an der Spitze aller Gaming-Karten was aktuell das Preis/Leistungsverhältnis angeht. Nicht einmal die drastisch reduzierten Vorgänger-Modelle der Radeon R9 300 Serie können damit halten. Wer aktuell also für seine Euros die meisten FPS bekommen will, der findet in der Radeon RX 480 die Antwort auf seine Gebete. Und dieser Faktor könnte sich bei einer guten Skalierung im Crossfire sogar noch multiplizieren.

Insgesamt bekommt man mit der Radeon RX 480 zwar kein neues High-End-Geschoss, aber die kann sich bekanntlich sowieso kaum ein Gamer leisten. Dafür bietet die neue AMD-Karte genau das, was sich viele wünschen: Möglichst viel FPS für's immer knappe Geld. Dazu wird dieser Aspekt, der eigentlich allen gefallen sollte, noch mit einer wirklich guten Ausstattung gepaart. Nicht nur dass die Karte mit reichlich Speicher bestückt ist, auch die übrige Ausstattung ist top. Neuste Anschlüsse für Displays, neue Video-Encode-Optionen und vieles mehr zeichnen die Radeon RX 480 aus. Mit einer Preissenkung bei der GeForce GTX 970 könnte Nvidia wohl in die gleichen FPS/Euro-Regionen vordringen, aber dann bleibt der RX 480 immer noch ein deutlicher Vorsprung bei der Ausstattung, so dass sie im Vergleich zur GTX 970 die modernere und bessere Karte bleibt.

Die Radeon RX 480 wird das Mittelfeld bei den Grafikkarten ordentlich aufwirbeln. Vor allem wenn  erst einmal die vermutlich besser gekühlten und etwas schnelleren Custom-Designs erscheinen, könnte ein neuer harter Preiskampf im Bereich von 200-250 Euro beginnen, der dem Gamer so viel Grafikkarte wie nie zuvor für sein Geld liefern wird. Man darf sich also freuen, dass 1080p/1440p-Gaming bei maximalen Details auch für kleinere Geldbeutel nun absolut kein Problem mehr ist.

Vorteile:

  • Derzeit bestes Preis/Leistungsverhältnis aller Karten
  • Gute Performance für 1080p und 1440p über GTX 970
  • 8 GB Speicher
  • Gute Energieeffizienz, maximal 150 Watt TDP
  • Sehr mächtiges neues Overclocking/Undervolting Tool
  • Viele Optionen bei der Lüftersteuerung
  • Sehr leise im Idle-Modus
  • Akzeptable Laustärke beim Gaming
  • Moderne Display-Anschlüsse

Nachteile:

  • Kühler etwa schwach, Karte drosselt schnell


29.6.15 / rj

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Übersicht der Benchmarks in diesem Artikel:


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