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XFX AMD Radeon R7 370, R9 380, R9 390 und R9 390X im Test (2/11)

Radeon 300-Serie - Die Neuerungen

Mit der neuen Radeon 300 Familie lässt AMD alte bekannte wieder durch seine Partner in neuen Grafikkarten aufleben. Die gesamte Serie ist bis auf das neue Top Modell Fury X, dass erst später vorgestellt wird, ein Rebranding. Rebrandings sind bei den Usern und besonders Enthusiasten eher unbeliebt. Das heißt aber nicht, dass sie gänzlich unnütz sind.

In vielen Fällen machen Rebrandings einfach aus wirtschaftlicher Sicht Sinn. Bei AMD gibt es gleich mehrere Gründe wieso aus der 300er Familie ein Rebrand geworden ist. Zum einen hat AMD seine gesamte Entwicklung auf HMB ausgerichtet. Neben der Fury X werden in Zukunft also auch mitteklasse Karten mit der neuen Technik erscheinen. Wann ist zwar noch nicht bekannt, aber jetzt noch einmal Geld in die Entwicklung neuer GPUs auf Basis der "alten" Technik zu investieren wäre gerade für AMD einfach unsinnig gewesen.

Ein weiterer Grund ist das mittlerweile total überflutete und unübersichtliche Radeon 200 Portfolio, durch das kein normaler Anwender mehr durchsteigt. Nicht nur dass es durch die non-X und X Versionen immer zwei Karten in jeder Klasse gibt, dazu kommen Sachen wie die R9 285, die langsamer als die R9 280X ist, oder R9 280 OC Modelle, die wiederrum schneller als die R9 280X sind. Das gesamte alte Lineup war überfrachtet und die Karten lagen viel zu dicht beieinander.

Und zum Abschluss ist da ein ganz einfacher Faktor, der auch in der Autoindustrie zu üblichen "Facelifts" führt, die Optik. Eine Karte die altbacken aussieht, kommt beim Kunden einfach schlechter an, als das neue schnittige Modell, auch wenn exakt der gleiche Motor unter der Haube steckt. Auch wenn die AMD Freunde etwas enttäuscht sind, aus Sicht von AMD ist der Rebrand durchaus nachzuvollziehen.

In der neuen Serie gibt es dann auch nur noch 5 Modelle, die R7 360, die R7 370, die R9 380 und dazu die beiden schnellsten Modelle, die R9 390 und die R9 390X. Die folgende Tabelle zeigt die Spezifikationen der neuen Karten direkt im Vergleich.

Die Radeon R9 390X und R9 390

Die beiden neuen Top-Karten Radeon R9 390X und Radeon R9 390 kennen wir als R9 290 und 290X, denn es handelt sich hierbei um die altbekannten Hawaii-Karten. Die GPUs dieser Karten wurden "überarbeitet" und laufen nun unter neuen Codenamen  werden von den meisten Programmen aber als Hawaii erkannt.

Die Spezifikationen der Karten sind Identisch. Das bedeutet die R9 390X arbeitet mit 2816 und die R9 390 mit 2560 Shadereinheiten. Die Taktraten wurden gegenüber den Vorgängern minimal angehoben. So rennt die R9 390X nun mit 1050 MHz statt 1000 und die R9 390 bringt es auf 1000 MHz anstelle von 947 MHz. Diese Zahlen stehen aber nur auf dem Papier, da viele Custom Designs der Vorgänger Karten  auch bereits höher getaktet waren.

Eine relevantere Änderung gibt es beim Speicherinterface. Dies bleibt zwar auf den bisherigen 512 Bit, womit die Karte gut ausgestattet ist, der Speichertakt der neuen Karten ist aber etwas angezogen und auf den neusten Stand gebracht worden. Der GDDR5 Speicher taktet nun anstelle von 1250 MHz mit 1500 MHz. Zusammen mit den Optimierungen soll das der Karte einen deutlichen Schub beim Speicherdurchsatz verpassen.

Und an noch einem Punkt wird die neue R9 390 Serie aufgewertet. Da es die R9 290X auch schon mit 8 GB Speicherausbau gab, hat AMD sich dazu entschlossen das bei der R9 390 gleich zur Standardausrüstung zu machen. Die Karten besitzen also allesamt 8 GB Speicher und sind damit in ihrer Klasse wirklich extrem gut für Speicherfresse gerüstet. Sogar besser als die neue GeForce 980 Ti, die mit 6 GB Speicher daher kommt.

Die TDP der neuen R9 390X liegt bei 275 Watt und die der R9 390 bei 250 Watt und damit gleichauf mit den älteren Karten. Dabei wird die Leistung der Karte aber durch Powertune eingefangen.  Wenn man das Power Target anhebt, können die Karten auch mehr als die angegebene TDP brauchen.

Die Radeon R9 380

Die Radeon R9 380 ist mehr oder weniger ein Rebrand der alten Radeon R9 285 mit Tonga Chip. Die neue GPU besitzt insgesamt 1792 Shadereinheiten und 112 Textureneinheiten bei insgesamt 32 ROPS. Gegenüber der R9 285 wurde vor allem der Speicherausbau erweitert, denn die neue R9 390 wird in der Regel mit 2 oder 4 GB GDDR5 Speicher bestückt, der über einen 256 Bit Speicherbus angebunden ist. Bei den Taktraten zieh AMD die Zügel etwas an und geht von 918 auf 970 MHz beim GPU Takt. Der neue Speichertakt liegt nun bei 1375 oder 1425 MHz je nach Speicherbestückung.

Die TDP der neuen Karte beträgt 190 Watt und liegt exakt auf dem Level der R9 285.

Die Radeon R7 370 und R7 360

In der Low-End-Klasse finden sich zwei neue Karten, die R7 360 und die R7 370.  Die R7 370 erinnert bis auf 50 MHz Taktunterschied stark an die R7 265. Beide Karten besitzen 1024 Shadereinheiten, 64 Textureneinheiten und 32 ROPS. Auch das 256 Bit Speicherinterface ist gleich und sogar der Speichertakt von 1400 MHz bleibt gleich. Dafür sinkt aber die TDP bei dieser Karte deutlich von 150 auf 110 Watt.  

Noch kleiner fällt die R7 360 aus, diese Karte ist noch unterhalb der R9 260X positioniert. Sie verfügt nur noch über 768 Shadereinheiten, 48 Textureneinheiten und 17 ROPs. Der Takt beträgt 1050 MHz und der Speichertakt 1625 MHz. Das Speicherinterface ist dafür aber nur 128 Bit breit.  

Treiber und Software Update

Abseits von der Hardware gibt es auch einige Änderungen bei der Software / Treiberseite. Abgesehen von der Unterstützung von DirectX12, Freesync und VSR, das man auch schon aus der letzten Generation kennt, gibt es nun direkt im Treiber der Karte auch einen FPS-Limiter, ein Feature das NVIDIA schon auf breiter Front mit der GeForce GTX 680 eingeführt hat. Das Feature kann insbesondere bei älteren Games, die mit hohen Frameraten laufen zu Stromeinsparungen führen, da die Taktrate beim Erreichen des Limits reduziert wird. Zudem erweist sich dieses Feature im Zusammenspiel mit Freesync als sehr nützlich.

Ärgerlich hingehen ist, das VSR in 4K wieder nur auf der Radeon R9 285 und 380 möglich sind. Die 390 und 390X unterstützt VSR wie die 290 und 290X nur bis 3200 X 1800 Pixeln.

Und dazu scheint auch etwas eigenartig, das die R7 370 als einziges Modell der neuen Serie kein Freesync unterstützt.



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