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XFX AMD Radeon R7 370, R9 380, R9 390 und R9 390X im Test (11/11)

Fazit

Unser erster Durchgang mit den neuen XFX Karten wäre damit abgeschlossen. In Kürze werden wir noch die Benchmarkwerte mit dem neusten 15.5 Beta Treiber in den Test ergänzen. Wirklich echt Überraschungen gibt es in der Performance aber nicht. Über die R7 370 braucht man nicht wirklich viel Worte zu verlieren. Die Karte ist ein Einsteiger-Modell, liegt eher unterhalb der R9 270X und kann für typisches 1080p Gaming ohne all zu hohen Anspruch eingesetzt werden.

Bei alle den vielen Werten der übrigen Karten gibt es Licht und Schatten. Auf der einen Seite darf man zum Beispiel enttäuscht sein, dass sich von der R9 285 zu R9 380 so wenig getan hat und diese immer noch hinter der R9 280X bleibt. Dafür schneidet die Karte im Vergleich zur 960 recht gut ab. Die Performance reicht in vielen Fällen sogar für 1440p Gaming.

Auch die R9 390 und R9 390X haben durchaus ihre Stärken. So ist es doch nicht zu verachten, das diese Karte, die immerhin nur ein Rebrand ist noch gut mit der GeForce GTX 980 mithalten kann, auch wenn sie dabei ungleich mehr Strom verbraucht, ist die Performance auf Augenhöhe. Nachteile ergeben sich also nicht bei der Grafik Sondern eher bei der Stromrechnung und dem Geräuschpegel, denn weniger Stromverbrauch heißt auch weniger Hitze.

Schaut man rein auf die Performance per Watt an, so wird klar, das wir es hier noch mit einem Set von GPUs aus der alten Generation zu tun haben. Die Effizienzwerte liegen auf dem Level einer GeForce GTX 770 oder 780 Ti, können aber mit den neuen GeForce Karten nicht mithalten. In der absoluten Werten liegen zwischen einer GTX 980 und einer R9 390X je nach Benchmark zwischen 30 oder 70 Watt Unterschied. Das wird sich bei AMD dann wohl erst mit der neuen GPU Generation die auf HBM basiert ändern.

Die Effizienz bringt natürlich nicht nur beim Verbrauch Auswirkungen mit sich sondern auch bei der Kühlung und Laustärke. Insbesondere die R9 390 und R9 390X sind erheblich schwerer zu Kühlen als die GeForce GTX 980. Das spürt man dann auch in den Temperaturen und im Geräuschpegel. XFX hält die Top-Karten dank eines recht starken Kühlers mit 7 Heatpipes aber recht gut in Zaum. Bei den kleinen Modellen fehlt es bei unseren Samples leider noch an der nötigen BIOS-Optimierung für die Lüftergeschwindigkeit, die durchweg eher zu hoch ist.

Auch XFX setzt bei den neuen Radeon Modellen auf Evolution statt Revolution, denn diese soll erst in der nächsten Woche mit der Radeon Fury X auf uns zukommen. Als AMD Boardpartner ist man eben darauf angewiesen, was man an GPUs geliefert bekommt und kann dann nur versuchen das Beste daraus zu machen. So gesehen sorgt der AMD Rebrand dafür dass zwar die GPUs mehr oder weniger die alten bleiben, aber die Grafikkarten in Sachen Kühlung, Optik oder extra Features weiter optimiert werden, so dass kein zu langer Stillstand herrscht. Das wird GPU-Fans und Enthusiasten nicht vom Hocker reißen, ist wirtschaftlich aber zu verstehen.

Mit einem entsprechenden BIOS Update oder Lüfterprofilen sollte man die beiden Kleinen XFX-Modellen auf einen akzeptablen Lautstärkepegel bringen können, die beiden großen Modelle haben Laustärke und Temperatur für eine 2-Slot Karte bei gegebener TDP recht gut im Griff. Sensationelle Verbesserungen gegenüber der letzten Generation gibt es zwar nicht aber ein paar nette Änderungen wie die wirklich schöne Backplate, oder die bei den kleinen Modellen herausnehmbaren Lüfter um eine Reinigung des Kühlers bei Staubbefall zu vereinfachen sind vorhanden.

Wie bei AMD so oft, bleibt am Ende für viele wohl der Preis das ausschlaggebende Argument sich für die eine oder andere Karte zu entscheiden. Die unverbindlichen Preisempfehlungen der Modell deuten zumindest darauf hin, dass die gesamte Serie preislich recht attraktiv werden könnte. Die Preis der Karten liegen an der Performance gemessen offenbar insgesamt unterhalb der GeForce Modelle. Insbesondere die XFX Radeon R9 380, die schon für knapp 200 Euro zu haben ist zeigt sich als preislich sehr attraktive Karte.

Vorteile:

  • gute Verarbeitung
  • Schöne stabile Backplate bei R9 390/390X
  • Gute Performance der R9 390/390X bis hin zu 4K
  • 8 GB Speicher der R9 390X reicht auch für sehr anspruchsvolle Games
  • herausnehmbare Lüfter bei R7 370/R9 380

Nachteile:

  • Wenig Energieeffizient
    Daher hoher Peak bei der Leistungsaufnahme
    Stromverbrauch gemessen an der Konkurrenz eher hoch
  • Lüftersteuerung von R7 370 und R9 380 noch nicht optimal

16.6.15 / rj

Inhaltsverzeichnis:

Übersicht der Benchmarks in diesem Artikel:


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