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Zotac GeForce GTX 1050 Ti Mini im Test (8/8)

Fazit

Ein nettes Plätzchen an der Sonne hat sich die Zotac GeForce GTX 1050 Ti Mini im aktuellen Ranking der Grafikkarten ausgesucht. Genau zwischen der Radeon RX 460 (ca. 110 Euro ) und der Radeon RX 470 (ca. 190 Euro) macht sie es sich derzeit konkurrenzlos gemütlich und liefert dabei wirklich erstaunliche Resultate.

Zunächst wollten wir dieses Einsteigermodell eigentlich in Games mit Medium-Settings gegen die Konkurrenten antreten lassen, mussten den Plan aus Zeitmangel, denn das Sample erreichte uns erst vor dem Wochenende, wieder verwerfen. So haben wir wie üblich alle Games mit maximalen Details getestet. Dabei machte die Zotac GeForce GTX 1050 Ti Mini in 1080p eine erstaunlich gute Figur. Gut 70 % aller getesteten Games absolviert die Karte mit mehr als 60 FPS bei vollen Details. bei der Radeon RX 460 sind es gerade einmal 43%, was den Unterschied der beiden Karten bereits extrem deutlich hervorhebt. Schraubt man die Details in den anspruchsvolleren Games herunter lassen sich fast alle Titel durch auf die 60 FPS oder mehr bringen.

Gegenüber der GeForce GTX 750 Ti legt die neue Karte satte 66 % in 1080p zu. Eine Radeon RX 460 schlägt sie um 36%. Was ebenfalls erstaunlich ist, die Karte liegt bei 1080p vor der GeForce GTX 960, wenn auch nur sehr knapp. Die GeForce GTX 950 wird immer noch um etwa 20 % überholt. Insgesamt reiht sich die Zotac GeForce GTX 1050 Ti Mini damit in eine Linie mit der Radeon R9 380, oder der GeForce GTX 960 und liefert so eine wirklich hervorragende Performance in diesem Preissegment.

Schaut man auf das Preis-Leistungsverhältnis, dann wird schnell klar, das die Karte aktuell zu diesem Preis gut aufgestellt ist, denn alle anderen Karten sind entweder älteren Datums, liegen in der Performance darunter oder sind gleich deutlich teurer. Die knifflige Frage, die sich nun stellt lautet: Lohnt sich der Aufpreis zu einem nächst höheren Modell?

Als Redakteur, der täglich mit Grafikkarten von 500 bis 1000 hantiert, verliert man leider schnell die richtige Perspektive auf die  kleinen Modelle und ihre Kosten. Klar, die Radeon RX 470 bietet noch einmal etwas mehr fürs Geld und steht beim typischen 1080p Gaming sichtbar besser dar und kostet ja "nur 40 Euro mehr". Aber was bedeutet das nun? Es bringt einem eben doch sehr wenig, wenn man für 200 Euro eine deutlich schnellere Karte bekommt, aber nur 150 Euro zur Verfügung hat.

Um das Ganze besser einzuschätzen zu können, haben wir uns einfach einmal die Taschengeldempfehlungen für 2016 vom Jugendamt angesehen, um genau diese 40 Euro Differenz einzuschätzen. Dabei sehen wir Empfehlungen bei 14 -15 Jahre von 25 bis 30 Euro monatlich, bei 16 -17 Jahre etwa 35 bis 45 Euro monatlich und bei 18 Jahre 70 Euro monatlich. 40 Euro sind also für Jugendliche weitaus mehr, als man allgemein denken könnte. Ein 16 jähriger muss sein komplettes monatliches Taschengeld aufwenden, um von einer 1050 Ti auf eine 470 zu steigen, oder alternativ kann er auf ein Vollpreisspiel wie Battlefield 1 verzichten. Unter diesen Vorrausetzungen würde es uns durchaus schwer fallen diesen Schritt zu gehen, wobei das sicherlich immer von den ganz persönlichen Präferenzen abhängt. Wer wirklich gerne alle Spiele in 1080p in maximalen Details sehen will sollte eher zur RX 470 oder GTX 1060 3GB greifen. Wer knapp bei Kasse ist, der wird mit der GTX 1050 Ti vermutlich genauso glücklich werden. Das tolle an der GeForce GTX 1050 Ti ist in jedem Fall, dass sie einen attraktiven Preispunkt trifft und zu diesem Preis eine Performance liefert, die den Einstieg in anspruchsvolles 1080p-Gaming markiert, wenn auch nicht immer mit maximalen Details. Genau das war bisher eher so einfach nicht möglich.

Will man mehr als die 1080p, dann läuft man mit der 1050 allerdings schnell in eine Sackgasse. Bereits das Hochsetzen auf die nächste Stufe 1440p bringt die Karte deutlich ans Limit. Hier liegt der Einstieg dann definitiv erst bei der RX 470 oder GTX 1060.

In Sachen Energie-Effizienz ist die Zotac GeForce GTX 1050 Ti Mini wieder ein typisches Pascal-Modell und über jeden Zweifel erhaben. Die Karte kann sich auf den gleichen Effizienzlevel setzen, auf dem auch die anderen Pascal-Karten liegen und lässt damit alle aktuellen AMD-Modelle deutlich hinter sich. Das Resultat daraus ist, das wirklich jeder seinen PC mit einer solchen Karte aufrüsten kann, selbst wenn er nur über ein extrem kleines Netzteil verfügt. Selbst alte Office-PCs ohne Grafikkarte sollten sich mit einer Zotac GeForce GTX 1050 Ti Mini zu kleinen "Gaming-Maschinen" aufrüsten lassen, die dann optimal für den Einstieg ins PC-Gaming taugen. Man darf also der GeForce GTX 1050 Ti durchaus zuschreiben, das sie PC-Gaming auf einem gehobenen Niveau so einfach und günstig wie nie zuvor ermöglicht.

Was die Laustärke angeht schneidet die Karte recht gut ab. Besser geht natürlich immer, vor allem mit niedrigeren Drehzahlen im Windows-Betrieb, aber so wirklich störend tritt das Modell keinesfalls auf. Angesichts der geringen Maße und des eher günstigen Preises darf man auch hier mit den Resultaten zufrieden sein.

Kommen wir zum Abschluss. Die geschickte Platzierung der GeForce GTX 1050 Ti bei etwa 150 Euro macht die Karte tatsächlich extrem interessant für alle Gamer mit kleinem Geldbeutel, die ihren betagten PC kostengünstig aufrüsten wollen. Wer noch auf einer alten GTX 750 Ti oder älteren Karte unterwegs ist, kann  durch einen einfachen Tausch der Grafikkarte oft seine Performance in neuen Games nahezu verdoppeln. In der Praxis heißt es dann nicht selten anstelle von 30 - 40 FPS bekommt man über 60 FPS. Jeder Gamer weiß, dass das ein gewaltiger Unterschied ist. Die Karte ist damit perfekt geeignet für alle MOBA-Games aber und das ist der Unterschied zu den noch günstigeren kleineren Modellen wie der Radeon RX 460, sie schafft auch anspruchsvollere Titel mit akzeptablen Frameraten in 1080p.

Wer also eine neue Grafikkarte sucht und dazu ein Budget von etwa 150 Euro zur Verfügung hat, der kann hier bedenkenlos zugreifen und bekommt eine durchaus leise und vor allem sehr sparsame Karte mit ausreichend Performance.

Vorteile:

  • Geringer Verbrauch - Gesamtsystem < 140 Watt
  • Sehr energieeffizient
  • Gute Performance bis 1080p (gelegentlich Detailreduzierung erforderlich)
  • 4GB Speicher
  • akzeptable Laustärke
  • Gutes Preis/Leistungsverhältnis
  • Einfache Aufrüstung, da kein PCIe-Stromstecker nötig
  • insgesamt akzeptable Laustärke (noch leiser wäre aber möglich)

Nachteile:

  •  Drehzahl Idle könnte niedriger sein
  • Für 1080p mit Antialiasing eher zu langsam



25.10.16 / rj

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Übersicht der Benchmarks in diesem Artikel:


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