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Razer Chimaera - Wireless Gaming Headset (2/6)

Anschlüsse

Das HDMI-Debakel

Um die ergonomischen und akustischen Aspekte zu untersuchen, haben wir uns gleich mal ein Chimaera auf den Seziertisch geschnallt. Praktischerweise bekamen wir – statt der virtuellen 5.1 Ausführung – die klassische Stereo-Version zu fassen. Denn obwohl virtueller Mehrkanal den Eindruck von Mehr-ist-Besser vermittelt, ist dies gerade bei Headsets und Kopfhörern nicht der Fall. Erste Hinweise darauf gibt schon die Kritik, die seit den Anfängen der Mehrkanal-Kopfhörer von Anwenderseite herüber hallt. Viele Anwender wollen nämlich wissen, warum sie für ihre Stereo-Ohren ein Mehrkanal-Headset benötigen. Eine Frage die sich kaum vernünftig beantworten lässt, zumal klassische Stereo-Kopfhörer mit einem unverfälschten Stereo-Output arbeiten. Und Unverfälschtes gilt gerade bei der Audio-Wiedergabe nunmal als hochwertiger.

Virtuelle Mehrkanal wirkt dem total entgegen. Er arbeitet nicht nur mit einem Down-Sampling auf Stereo, um auf einem klassischen Stereo-Kopfhörer ausgegeben zu werden, sondern verfälscht die Wiedergabe auch noch absichtlich, um die räumliche Wirkung des Surround-Sounds zu verstärken. Das ist auch der Grund, der hinter dem ganzen Aufwand steckt. Dem Anwender ein besseres Gefühl von Räumlichkeit zu geben. Alles in allem sind dies zwar gute Absichten, doch die Resultate sprechen immer wieder gegen virtuellen Mehrkanal-Sound.

Dennoch sollte man einem Stereo-Headset nicht pauschal den Vorzug geben, wie sich vor allem bei den Razer Chimaeras zeigt. Die XBox 360 – für die dieses Headset konzipiert wurde – hat nämlich ein klassisches Problem. Sie bietet wahlweise eine analoge oder eine digitale Audio-Video-Ausgabe. Bedauerlicherweise erlaubt sie aber keinen gemischten Betrieb. Daher ist es nicht möglich, das Video-Signal digital über HDMI auszugeben, während man gleichzeitig die Chimaera analog anschließt. Wer also das klassische Stereo-Chimaera an der XBox 360 nutzen möchte, muss leider auch auf ein analoges Video-Signal zurück greifen. Was gerade bei der XBox 360 wohl niemand gerne tun will.

Erst das Chimaera 5.1 und sein digitaler Audio-Eingang besitzen einen optimalen XBox 360 Verwendungszweck. Denn erst am Chimaera 5.1 lässt sich der digitale Audio-Output gemeinsam mit dem digitalen und hochauflösenden HDMI-Anschluss koppeln. Zugegeben, dass ist kein allzu gutes Argument für Mehrkanal-Headsets, dennoch ist es ein kauf-entscheidendes Argument, dass mehr für das Chimaera 5.1, als für das einfache Chimaera spricht.

Wer nun versehentlich das Razer Chimaera 2.0 gekauft hat, obwohl er den hochauflösenden HDMI-Anschluss seiner XBox 360 nutzen will, kann sich noch mit ein paar Tricks behelfen. So bieten einige Fernseher einen analogen Kopfhörer-Ausgang an. So dass das Chimaera sogar bei einer mit HDMI angebundenen XBox360 an das Audio-Signal kommen könnte. Hierzu schließt man das Chimaera einfach an den Fernseher an, statt an die XBox360. Das dafür notwendige Kabel muss man sich jedoch selbst kaufen.

Sofern aber der Fernseher keinen entsprechenden Ausgang besitzt oder digitale Audio-Signale nicht für den analogen Anschluss wandelt, braucht man dennoch nicht zu verzweifeln. Ein passender Digital-zu-Analog Konverter ist im Handel ab 30 Euro erhältlich. Eine ebenfalls sehr gute und preiswerte Lösung, wäre der Einsatz eines Xbox 360 Komponenten-Kabels, sofern der verwendete Fernseher einen Komponenten-Eingang besitzt. Diese Kabel arbeiten zwar auch analog, bieten dafür aber eine echte HD-Auflösung und kosten nur 10-30 Euro.

Auch wenn damit klar wird, dass das Razer Chimaera sich nicht so gut – wie sein größerer 5.1 Bruder – als XBox 360 Headset eignet, besitzt es dennoch seine Existenzberechtigung. Denn auch wenn der Spiele-Sound wegen des HDMI-Debakels schwieriger zu realisieren ist, bleibt es doch zumindest für den klassischen PC-Anwender sehr interessant. Der PC-Anwender kann die Audio-Ausgabe und das Mikrofon an seine Soundkarte anschließen und es ungehindert nutzen. Daher empfiehlt es sich auch vornehmlich für den PC-Anwender. Vor allem weil es sich auch an entsprechende Telefone und Handys anschließen lässt, wodurch man gleichzeitig sein Lieblings-Spiel spielen darf, während man mit einem Freund telefoniert oder zumindest erreichbar bleibt.

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