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Seasonic Focus Plus Gold im Test (10/10)

Fazit

Alle Achtung, mit dem Seasonic Focus Plus Gold dürfte Sea Sonic in der Netzteilszene einen kräftigen Rechten Haken landen, der so manches Modell der Konkurrenten ausknocken könnte. Auch wenn es kein KO in der ersten Runde ist, über die Distanz trumpft das Focus mit einer erstaunlichen Leistung auf.

Die Effizienz des neuen Modells liegt auf absolut solidem Gold-Level und bei 230 V sogar etwas darüber. Insbesondere im Bereich von 20-40 % Last ist die Effizienz mit über 92% top. Bei 10% also 65 Watt liegt man auch schon bei 86 % und um über die magische 80% Marke zu kommen braucht es etwa 40 Watt. Bei der Holdup-Time und den Timings erlaubt sich das Focus Plus Gold keinen einzigen Schnitzer, was in der Preisklasse eher die Ausnahme ist.

Ein echtes Highlight des neuen Modells ist die für die Preisklasse sehr gute Spanungsregulation, die auf der 12V Schien fast an das Top-Modell Seasonic Prime Titanium heranreicht. Die 12V Spannung steht wie ein Fels in der Brandung

Lediglich die Nebenspannungen sind beim Focus etwas schlechter aufgestellt. Die Ripple-Noise Werte sind ebenfalls sehr gut und zeigen vor allem auf den mit extra Kondensatoren versehenen PCIe Steckern eine tolle Unterdrückung von Störungen, so dass nahezu ein reines Wellensignal ergibt.

Neben den guten elektrischen Eigenschaften zeigt sich das Focus Plus Gold aber auch in der Ausstattung gut aufgestellt. Ausreichende Kabel von akzeptabler Länge, dazu recht hochwertiges Sleeving an den Rundkabeln, das aber leider durch den Mix von Rund- und Flachkabeln wieder minimal gestört wird. Dazu gibt es nach Wahl den semipassiven oder aktiven Betrieb mit einer mindestdrehzahl von etwa 500 UPM und einem recht guten Lüfter, der bei dieser Drehzahl nur ein leichtes "grummeln" hinterlässt. Etwas Optimierungspotential besteht noch bei der Hysterese im semipassiv Modus, die dazu führen kann, das der Lüfter sich mehrfach an und ausschaltet.

Auf eine besonders schickes Gehäuse, wie das des Seasonic Prime, muss man leider verzichten. Aber Seasonic hat ich durchaus Mühe gegeben das Focus Plus dennoch etwas Pepp mitzugeben, ach wenn es sich um ein übliches Blech-Gehäuse mit eingeschraubtem Lüftergitter handelt.

Die getesteten Schutzschaltungen funktionierten bei uns im Test gut, zeigen aber einen kleinen Wunden Punkt. Die OPP und OCP Schutzschaltungen funktionieren hervorragend. Erfreulich ist dabei vor allem, das eine schnelle Abschaltung auf den Nebenspannungen erfolgt und die Spannungen bis zu Abschaltung stabil bleiben. Das Netzteil ist damit gut gegen Überlastungen gesichert. Auch die SCP funktioniert bis auf eine Ausnahme, nämlich der Kreuzung von 3,3 und 5 V gut. Ein solcher Kurzschluss passiert zwar selten, ist aber theoretisch am SATA Stecker mit eingeklemmten Kabeln möglich.

Angesichts der guten Leistungen, die das Seasonic Focus Plus Gold abliefert gepaart mit einem Kampfpreis von etwa 87 Euro, kann man sicher sein, dass dieses Netzteil den Markt ordentlich aufmischen wird. In Sachen Effizienz können sicherlich viele der Modelle, die ebenfalls auf Gold Niveau arbeiten mit dem Focus Plus Gold mithalten, betrachtet man aber das Gesamtpaket mit Effizienz, Spannungsregulation, Schutzschaltungen, Garantiezeit und Ausstattung, dann zieht das Focus an den meisten  Konkurrenten vorbei. Preislich schlägt Sea Sonic sogar das gemessen an der Leistung extrem günstige Bitfenix Whisper M. Das ist durchaus eine Überraschung.

Das Seasonic auch in der Mittelklasse bei seinen extrem langen Garantiezeiten bleibt und hier 10 Jahre in die Waagschale wirft darf man ebenfalls positiv erwähnen. Standard sind eher 5 oder 7 Jahre.

So bleibt am Ende ein äußerst gelungenes Netzteil, das dank guter Leistung und eines attraktiven Preises die Messlatte in der Mittelklasse wieder etwas nach oben verschiebt. Wer ein Netzteil der Gold-Klasse sucht und definitiv unter 100 Euro bleiben will, der sollte das Focus Plus Gold auf jeden Fall im Auge haben.

Vorteile

  • Sehr gute Effizienz auf Gold-Level (115+230V)
  • > 92 % Effizienz bei 20-40 % Last
  • Stabile 12V Spannung.
  • Gute Restwelligkeit (vor allem PCIe / EPS)
  • Vollmodulares Netzteil
  • 17.5+4 ms Holdup-Time
  • Umschaltbar zwischen semipassiv und aktiv
  • Leiser Betrieb bei 550 UPM bis etwa 70% Last

Nachteile

  • Hysterese nicht optimal bei semipassiv Modus
  • Laustärke bei Volllast etwas höher

6.10.17 / rj

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