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Seasonic Prime Titanium im Test (4/9)

Holdup Time

Die Hold-Up-Time ist die Zeit, die ein Netzteil noch genug Strom liefern kann, wenn am Eingang eine Stromunterbrechung auftritt. Wie ein kleiner Puffer kann das Netzteil so kurzfristige Stromschwankungen oder Ausfälle ausgleichen. Der ATX-Standard gibt für diese Hold-Up-Time einen Mindestwert von 16 Millisekunden vor. Beim Einhalten der Hold-Up-Time wird gerne gespart, da hierzu größer dimensionierte und damit teurere Kondensatoren nötig sind. Besonders Billig-Netzteile unterschreiten daher gerne die geforderten Mindestanforderungen.

Seasonic macht für das Prime recht vollmundige Versprechen und redet von einer Holdup-Time von über 30 ms. Tatsächlich messen wir eine Holdup-Time die sogar noch darüber liegt. Satte 32,7 Millisekunden dauert es bis das Netzteil die Power-Good-Leitung auf Low schaltet. nur 1.3 ms später fällt die 12V Spannung dann unter die Grenze von 11.4 V.

Insgesamt ist das ein geradezu fantastisches Resultat, das man so bei Netzteilen mehr als selten zu sehen bekommt.

Ob das Prime auch tatsächlich einen Stromausfall von 30 ms überbrücken kann, dass haben wir dann hier auch einmal getestet. Mittels unserer voll programmierbaren AC-Source unterbrechen wir dazu den Strom für genau 31 ms und beobachten dabei das Verhalten des Netzteils. Tatsächlich bleibt sowohl das PG Signal als auch die Spannung davon nahezu unbeeinflusst. Man sieht lediglich einen minimalen Spannungsanstieg von 0,1 V, wenn der Strom wieder anfängt zu fließen.

Power On Voltage Rise Time - Full Load

Die Voltage-Rise-Time beschreibt Parameter wie sich die Spannungen beim Einschalten des Netzteils verhalten müssen. Die Spannungen müssen innerhalb von 0.2 ms bis 20 ms von nominal 10% in die Regulationsgrenzen steigen. Dabei muss eine weiche und kontinuierliche Steigerung von 10 zu 95% des finalen Spannungspunkts erfolgen. Eine weiches Einschalten erfordert, dass die Kurve innerhalb der 10-95% Grenze eine positive Steigung hat ist und zwischen 0V/ms und [Vout, nominal / 0.2] V/ms liegt. Für alle 5 ms Segmente innerhalb der 10-95% Steigung muss eine gezeichnete Linie zwischen den Endpunkten des Segments eine Steigung größer oder gleich [Vout, nominal / 20] V/ms haben.

Wir führen diesen Test bei Vollast durch, da hier die Spannungen in der Regel am langsamsten steigen. Die Rise-Time der 12 V Spannung liegt bei 9.550 ms, die der 3,3 V Leitung bei 1.850 ms, die 5 V bei ebenfalls 1.850 ms. Die Spannungen steigen regelmäßig an, nur bei der 12V Leitung bildet sich im oberen Bereich ein kleiner winziger Peak aus.

Power On Voltage Rise Time - Crossload

Den gleichen Test, den wir bei Volllast durchführen wiederholen wir erneut, unter einer Crossload Bedingung. Das Netzteil muss in einer Crossload Situation mit  ≤ 0.1 A auf der 12V ( oder kombination aus 12V1 und 12V2) und einer Last von 0-5A auf der 3,3 V und/oder 5 V Leitung problemlos starten. Dabei sollen natürlich auch die Bedingungen für die Rise-Time eingehalten werden.

Power On Time

Die Power-On-Time bezeichnet die Zeit vom Einschalten des Netzteils (PS-On Signal auf Low) bis zu dem Zeitpunkt an dem sich die Spannungen innerhalb der Regulationsgrenzen befinden, die in der ATX-Spezifikation festgelegt sind. Die Power-On-Time muss unterhalb von 500 ms liegen. Empfohlen wird allerdings eine Zeit von unter 200 ms. Mit 117 ms liegt die Power-On-Time deutlich unterhalb dieser Forderung.

Power OK Delay

Der Power OK Delay beschreibt die Zeit von dem Punkt an dem die Spannungen des Netzteils in den Regulationsgrenzen befinden bis hin zu dem Punkt an dem das Power OK Signal von Low auf High geschaltet wird, was die Betriebsbereitschaft des Netzteils signalisiert. Der Power OK Delay  muss zwischen 100 und 500 ms liegen. Empfohlen wird ein Bereich zwischen 100 und 250 ms. Beim Prime sehen wir einen Delay von 322 ms.

Einschaltstrom

Der Einschaltstrom eines Netzteils steht in engen Zusammenhang mit der Lebensdauer eines Netzteils und zudem mit der Anwenderfreundlichkeit. Leistungsstarke Netzteile mit zu hohem Einschaltstrom können nämlich schnell die Haussicherung auslösen. Vor allem aber wird bei jedem Einschalten ein kleiner "Stromschlag" in das Netzteil gepumpt, der zu einer schnelleren Alterung der Komponenten führt. Gute Netzteile besitzen daher einen Einschaltstrombegrenzer, der vor allem bei höher dimensionierten Netzteilen enorm wichtig ist.



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