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Crucial BX200 SSD im Test - SSD zum Kampfpreis (11/11)

Fazit

Die Crucial BX200 unterscheidet sich schon deutlich vom "Vorgänger" BX100. Der Wechsel von MLC auf TLC Speicher wirkt sich dabei vor allem in einer deutlich gesunkenen Schreibleistung aus. Bei Dateien, welche die Größe des SLC-Cache überschreiten merkt man der BX200 deutlich an, dass sie auf geringe Kosten optimiert ist.

Steht die BX200 bei der Lese-Performance sogar recht passabel da und platziert sich in der Mitte des gesamten Testfelds, so zeigt sich leider bei der Schreib-Performance kein überzeugendes Bild. Kurzfristig ist die SSD in der Lage recht hohe Schreibraten zu Tage zu fördern, daher auch die passablen Ergebnisse in den kurz laufenden Benchmarks wie AS-SSD oder Crystaldiskmark. Dehnen sich die Schreibzugriffe aber aus, so bricht die Performance der BX200 massiv ein. In schlechten Konstellationen, z.B. dem sequentiellen Schreiben von sehr großen Dateien, kann die Performance auf 55 MB/Sekunde sinken. Im gesamten Schnitt aller Schreibtests, die wir durchführen, beschert dies der BX200 leider dann auch den letzten Platz.

Vielerorts wird die BX200 daher schon als "langsamer als eine Festplatte" bezeichnet, aber dieser Vergleich hinkt natürlich an vielen Stellen. Denn auch wenn die SSD nur 55 MB/Sekunde schreibt, sie liefert auf Dauer bei 4K-Schreiboperationen immer noch 8000 IOPS! Wirklich kein rosiger wert, aber eine Festplatte bringt es vielleicht gerade einmal auf 250 IOPS, dazwischen liegen Welten. Der Vorteil der SSD liegt eben nicht nur in einer hohen Durchsatzrate sondern vor allem in den sehr niedrigen Zugriffszeiten. Dazu gesellen sich andere Faktoren wie geringer Stromverbrauch und lautloser Betrieb.

Wird die BX200 im Umfeld genutzt, in dem viele Leseoperationen stattfinden und nicht gerade dauerhaft gigabyteweise Daten gespeichert werden, so ist man mit der BX200 immer noch um ein vielfaches schneller unterwegs als mit einer HDD. Als Systemfestplatte oder auch als großer günstiger Speicher für Games taugt die SSD durchaus, auch wenn sie nicht die schnellste ist. Tatsächlich wenig brauchbar ist sie für Aufgaben wie Video-Capture oder auch Backups, bei denen konstant viel geschrieben wird. Hier fällt die langsame Schreibrate doch deutlich auf, vor allem auch deshalb weil vergleichbare Modelle wie die Trion 150 oder die ADATA SP550 schneller unterwegs sind.

Auf der haben Seite kann die Crucial BX200 dafür aber ihren aggressiven Preis verbuchen. Dies dürfte dann auch ihr absolut führendes Verkaufsargument sein. Diese SSD ist günstig, ja sogar sehr günstig. Aktuell ist die 240 GB Version für etwas über 60 Euro zu bekommen, aber das wird noch lange nicht das untere Limit sein. Beim Preis scheint noch deutlich Luft zu bestehen, wenn wie gesagt wir haben das Modell schon für 55 im Handel gesehen. Die 480-GB-Version liegt bei etwa 120 Euro und ist damit ebenfalls extrem günstig. Anders sieht es bei der großen 960-GB-Version aus. Mit etwa 270 Euro liegt diese SSD gemessen an der Leistung preislich viel zu hoch.

Vorteile:

  • Sehr günstiger Preis (240 und 480 GB)
  • Ordentliche reine Lese-Performance
  • 3 Jahre Garantie

Nachteile:

  • Performance beim Schreiben langsam
  • Preis für die 960 GB Version zu hoch

12.02.16 / rj

Inhaltsverzeichnis:

Übersicht der Benchmarks in diesem Artikel:


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