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Intel 600p Series SSD im Test - Preisgünstige M.2 NVMe SSD (11/11)

Fazit

Die Intel 600P-Serie ist tatsächlich eine komplett neue SSD-Gattung. Bislang richteten sich die M.2-SSDs mit PCIe-Schnittstelle vor allem an Enthusiasten und den High-End-Markt. Mit der 600P-Serie bietet Intel erstmals eine SSD-Serie mit dem NVMe-Standard an, die sich explizit an Consumer- und das Einsteigersegment richtet und dementsprechend Preislich deutlich niedriger angesetzt ist.

Im Vergleich zu anderen Consumer-SSDs kann die von uns getestete Intel 600P vor allem bei der Lesegeschwindigkeit punkten. Durch den M.2-Port und die Anbindung mit bis zu 32 Gbit/s fallen die limitierenden Begrenzungen des AHCI- und SATA-Standards weg. Allerdings muss das verwendete Mainboard oder Notebooks auch den M.2-Port als Anschluss bieten, was bislang nur bei den Modellen der letzten Generationen der Fall ist.

Leistungstechnisch ordnet sich die Intel P600-Serie direkt unter den Topmodellen mit PCIe-Schnittstelle und dem NVMe-Standard ein und liegt über den SATA-SSDs. Auch M.2 SSDs wie die Samsung 850 Evo, die noch auf SATA basiert, haben gegen die Intel 600P das Nachsehen.

Intel 600p SSD Box

Dies spiegelt sich sowohl bei den praxisbezogenen Benchmarks von PCMark über das Kopieren von Dateien oder die Pattern-Tests, als auch den synthetischen Benchmarks wieder. Die Schreibgeschwindigkeit der Intel 600P fällt hingegen etwas ab und liegt mit maximal 540 MB/s auch ?nur? auf dem Niveau der aktuellen SSDs mit SATA-6-Gbps-Anschluss. Sobald der SLC-Cache gefühlt ist, wir die SSD beim Schreiben auch schon mal deutlich langsamer, betrachtet man aber das Einsatzgebiet der SSD, denn sie ist definitiv eben nicht dafür gemacht den ganzen Tag beschrieben zu werden, dann stört die verringerte Schreibgeschwindigkeit kaum, gerade wenn man die SSD als günstiges Systemdrive einsetzt spielt die Schreibleistung eine eher untergeordnete Rolle.

Insgesamt arbeitet die 512-GB-Version etwas flotter als die 256-GB-Version, insbesondere bei den 4K Leseoperationen mit höherer Queue Depth liefert das 512er Modell eine besser Performance. Der Einfluss in der Praxis bleibt dabei aber eher gering.

Im Zusammenhang mit dem Wechsel zwischen den beiden Laufwerken stellten wir dann noch eine kleine Eigenart von Windows fest, denn nachdem die 512 GB Version der SSD eingelegt war, wurde anschließend die 256 GB Version immer wieder als die 512 GB Version erkannt. Erst wenn man im Gerätemanager die SSD deinstalliert, wird sie danach wieder korrekt als 256 GB Version identifiziert.

Intel 600p SSD Flash

Besonders positiv an der 600P SSD hervorzuheben ist neben der doch insgesamt guten Performance insbesondere, dass Intel mit fünf Jahren eine vergleichsweise lange Garantiezeit für eine SSDs in der Preisklasse bietet. Die Samsung 960 Evo zum Beispiel bietet nur 3 Jahre Garantie.

Die Retail-Version der Intel 600P mit 256 Gigabyte wird aktuell für rund 90 Euro angeboten. Die Variante mit 128 Gigabyte kostet aktuell rund 60 Euro, die 512-GB-Variante 170 Euro und die größte Version mit einem Terabyte Speicherplatz 380 Euro. Im Vergleich zu den günstigsten SATA-6-GBps-SSDs liegt der Preis der Intel 600P-Serie damit zwar höher als bei den Modellen mit dem verbreiteten 2,5-Zoll-Standard-Format. Bei den SSDs mit NVMe-Standard setzen die SSDs der 600P-Serie von Intel aber bereits jetzt eine neue Bestmarke, weshalb wird die SSDs auch guten Gewissens allen empfehlen können, die eine günstige schnelle SSD suchen, und bei denen eine dauerhaft hohe Schreibleistung nicht so relevant ist.

Wer aktuell nur den meisten NAND-Speicher für das geringste Geld sucht, sollte weiterhin auf die Modelle mit 2,5-Zoll-Gehäuse zurückgreifen. Wer eine schnelle NVMe-SSD sucht zu einem bezahlbaren Preis und keine High-End-Ansprüche stellt, für den ist die Intel 600P eigentlich genau das richtige Modell.

Vorteile:

  • sehr Attraktiver Preis für eine M.2-SSD mit NVMe-Standard
  • Gute Lese-Performance in allen Benchmarks
  • 5 Jahre Garantie
  • Unterstützung des NVMe-1.1-Standards

Nachteile:

  • Dauerhafte Schreibperformance für NVMe eher niedrig
  • Kein Support von eDrive

1.11.16 / rj

Inhaltsverzeichnis:

Übersicht der Benchmarks in diesem Artikel:


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