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Finger weg vom Ordner "winsxs"

...auch wenn er groß ist
Verglichen mit früheren
Windows Versionen ist Windows Vista alles anderes als
platzsparend. Wenn man sieht, wieviel Speicherplatz Vista
auf der Festplatte augenscheinlich "verschwendet", kommt man
schnell auf die Idee, einmal nach Übeltätern zu suchen.
Vielleicht lässt sich ja doch etwas Platz sparen.
Schaut man dabei ins
Windows-Verzeichnis, dürfte sicherlich der Ordner "winsxs"
ins Auge fallen. Diesen gibt es auch unter Windows XP, dort
allerdings begnügt er sich mit vielleicht 100 Megabyte. Ganz
anders sieht das unter Windows Vista aus. Selbst wenn nur
einige Programme installiert sind, wächst dieser Ordner
schnell auf 5 oder 6 Gigabyte an. Auch 10 oder mehr Gigabyte
sind schnell erreicht, wenn der Rechner schon länger genutzt
und einige Programme mehr installiert wurden. Der Reiz liegt
nahe, hier unnötigen Datenmüll zu vermuten.
Schaut man nämlich in
diesen Ordner, so finden sich mehrere tausend Ordner mit
doch eher kryptischen Namen. In diesen Ordnern befinden sich
in der Regel irgendwelche DLL-Dateien. Diese DLL-Dateien (Dynamic
Link Libraries) sind dafür da, den installierten Programmen
bestimmte Funktionen zur Verfügung zu stellen. So ist
beispielsweise die Datei "comctl32.dll" dafür zuständig,
Funktionen wie "Öffnen" oder "Drucken" bereitzustellen. Der
Hintergrund ist, dass Programmierer diese Standardfunktionen
nicht selber einbauen müssen, sondern auf die von Microsoft
zur Verfügung gestellten DLLs zurückgreifen können.

Sucht man beispielsweise
nach der eben genannten "comctl32.dll", so wird man gleich
zigmal fündig - und mehrfach vorhandene Dateien verleiten zu
der Annahme, dass hier unnötig Platz verschwendet wird.Denn
sicherlich benötigt man nur die neuste Version, oder?
Genau das ist aber der
Gedankenfehler. Neuere Programme suchen bei der Installation
im Verzeichnis "winsxs" nach der von ihnen benötigen
DLL-Version. Ist diese nicht vorhanden, wird sie angelegt.
Denn die DLL muss zur Anwendung "passen". Deswegen kann eine
DLL auch mehrfach vorhanden sein, es handelt sich dann
schlicht um verschiedene Versionen, die aber von den
installierten Programmen benötigt werden. Außerdem
existieren für verschiedene Sprachversionen verschiedene
"Übersetzungen" der DLLs. Hinzu kommt, dass Fehler oder neue
Funktionen ein Update nötig machen, welches unter anderem
auch per Windows-Update durchgeführt werden kann. Da aber
die älteren Versionen eventuell gebraucht werden, verbleiben
sie auf der Festplatte. Microsoft will so sicherstellen,
dass verschiedene DLL-Versionen und Programme parallel
nutzen lassen. Ältere Programme suchen die DLLs übrigens im
Windows-Unterordner "System32" oder im eigenen
Hauptverzeichnis, sodass es hier sogar möglich ist,
tatsächlich dieselbe DLL in derselben Version mehrfach auf
der Festplatte zu haben.
Zurück zum Thema
"Aufräumen". Die De-Installationsroutinen der installierten
Programme "wissen", ob bei der Installation eine DLL
angelegt werden musste oder ob diese bereits vorhanden war.
Entsprechend wird die betroffene DLL bei der Deinstallation
entfernt oder eben nicht (zumindest sollte das so sein). Wer
hier selber Hand anlegt, um Speicherplatz zu sparen,
riskiert, dass manche Anwendungen danach nicht mehr korrekt
funktionieren.
Daher unser Tipp: Finger
weg vom Ordner "winsxs"!
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