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Intel Core i7- 10700K und Core i9-10900K im Test - 10te-Generation auf Z490-Mainboard

Wirklich nur neuer Wein in alten Schläuchen?

Mit der neuen Comet-Lake-Generation geht Intel in die bereits zehnte Runde der Core-i-Prozessoren und stellt neben einer überarbeiten Architektur auch einen neuen Sockel sowie dazugehörige Chipsätze vor. Wir machen für euch den Test anhand der beiden Modelle Intel Core i7-10700K und Core i9-10900K.

Die Comet-Lake-CPU-Generation wurde von Intel bereits mit den Notebook-Prozessor am Anfang des Jahres vorgestellt und nun sind die Prozessoren endlich auch als Desktop-Varianten erhältlich. Bedingt durch die Ryzen-3000-CPUs (Unser Test zum AMD Ryzen 7 3700X und Ryzen 9 3900X) und die leistungsstarken Ryzen-Threadripper-Prozessoren ist ein richtiges Wettrüsten bei den x86-Prozessoren in den letzten Monaten entbrannt, welches sich nicht nur positiv auf die Leistung sondern insbesondere auch auf die Preise für den Endkunden ausgewirkt hat.

Während die letzten CPU-Generation von Intel jeweils nur einen kleinen Aufguss der Leistung hervorbrachten, versucht der Hersteller nun mit deutlich stärkeren Mitteln den Anschluss an AMD nicht zu verlieren und noch mehr aus der 14-nm-Fertigung herauszukitzeln. Auch mit den Comet-Lake-CPUs muss Intel nämlich weiterhin auf die 14-nm-Fertigung setzen, da die 10-nm-Fertigung immer noch nicht ausgereift genug ist. Zwar bietet Intel einige Ice-Lake-CPUs im Notebook-Segment, welche in der 10-nm-Fertigung produziert werden an, der Anteil der Prozessoren ist aber noch gering, da Intel ausreichende Stückzahlen nicht produzieren kann. Die Comet-Lake-CPUs basieren dementsprechend auf der bereits 2015 eingeführten Skylake-Architektur, das damals entwickelte 14-nm-Design wurden nach Angaben von Intel aber erneut stark verbessert.

Zu den wesentlichsten Änderungen an den neuen Prozessoren zählen neue Optionen bei der aTurbo Boost Max Technology 3.0 (TBMT), also dem automatischen Übertakten der CPUs. Mit dem neuen Thermal Velocity Boost (TVB) ermittelt Intel die beiden besten Kerne einer CPU und verleiht diesen einen extra Boost auf den maximalen Boost Takt. Anders gesagt Intel kitzelt durch verbesserte Boost-Raten und höheren Takt einfach mehr Performance aus den CPUs.


Intel hat sich aber auch der Kühlung der Prozessoren angenommen dabei die Dicke des Chips der Prozessoren geändert. Bei den neuen Comet-Lake-CPUs ist der Die dünner als bei den Vorgängern. Er soll von 800 µm auf 500 µm geschrumpft sein. Durch die geringere Dicke, soll es zu einer besseren Wärmeabgabe des Die an den Heatspreader kommen. Der Heatspreader ist bei den neuen CPUs dafür übrigens dicker, so dass die CPU insgesamt die gleiche Höhe besitzt, weshalb auch die meisten Sockel 1151 Kühler problemlos auf dem Sockel 1200 funktionieren sollten.

Mit der 10-ten Generation der Core Prozessoren legt Intel einen klassischen Hard-Launch hin. Die CPUs und passenden Mainboard sind bereits im Handel erhältlich, sogar Komplettsysteme mit den neuen Intel CPUs werden schon bei bekannten Händlern wie Mifcom angeboten.

In unserem ersten Testbericht zu den neuen Intel Prozessoren schauen wir uns den Core i7-10700K und den Core i9-10900K als jeweilige Overclocking-Modelle ihrer Serien genauer an. Unsere Testmuster stammen aus dem Handel und wurden von uns gekauft. Es sind keine Muster von Intel, denn Intel bemustert anfangs nur den Core i9 und Core i5. Testberichte zum eigentlichen Nachfolger des i9 9900K,der jetzt i7 10700K heißt, sind daher kaum zu finden.

Eine kleine Anmerkung in eigener Sache:  Ein Test mit gekaufter Hardware verursacht leider extreme Kosten, die selbst große Redaktionen meist scheuen. In unserem Fall hier fast 3000€ für Intel und AMD CPUs und eine GeForce 2080 Ti, die im zweiten Teil des Test bei der Gaming-Performance zum Einsatz kommt. Mainboards, Speicher und Co.  haben wir von den Herstellern zur Verfügung gestellt bekommen. Leider sind gerade immer die CPUs und Grafikkarten zum Launch ein Problem, da die Chiphersteller (Besonders der mit N.) extremen "Access-Journalism" betreiben. Nur wer spurt, bekommt Samples und Informationen.  Wenn ihr uns bei unseren unabhängigen Tests finanziell unterstützen wollt, dann könnt ihr das am besten durch Einkaufe bei unseren Shop-Partnern Amazon*, Caseking*, Alternate*, Notebooksbilliger* tun, die eine breite Palette von Hardware, auch die neuen Prozessoren, und anderes anbieten. An den Preisen ändert sich für euch dadurch nichts.

Intel Core i7-10700K und Core i9-10900K vs. AMD Ryzen

Der Core i7-10700K kann mit acht Kernen und 16 Threads aufwarten und bietet, im Vergleich zu dem Core i7-9700K der Vorgängergeneration nun wieder Hyper-Threading. Prinzipiell ist der Core i7-10700K nun das, was vorher der Core i9-9900k war.

Der maximale Standard-Takt beträgt 3,8 GHz und mittels Boost kann die CPU auf bis zu 5,1 GHz beschleunigen. Der Intel-Smart-Cache wird mit 16 Megabyte angegeben und beträgt dementsprechend zwei Megabyte pro Kern. Die maximale TDP steigt im Vergleich zu dem Core i7-9700K von 95 auf 125 Watt. Darüber hinaus wird die CPU auch als konfiguriertes 95-Watt-TDP-Modell mit einer reduzierten Taktgeschwindigkeit von 3,5 GHz gelistet.


Das absolute High-End-Modell der Serie in Form des Core i9-10900K kann im Vergleich zu dem Core i9-9900K zwei Kerne mehr anbieten und kommt auf insgesamt 10 Kerne, welche über HT bis zu 20 Threads gleichzeitig bearbeiten können. Die Basis-Taktgeschwindigkeit beträgt 3,7 GHz und mittels Boost kann der Prozessor sogar mit bis zu 5,3 GHz takten. Der Cache wird mit 20 Megabyte angegeben und die TDP mit 125 Watt. Ebenfalls wird der Core i9-10900K als konfigurierbarer 95-Watt-TDP-Prozessor mit 3,3 GHz Takt gelistet.


Bei der Speicherkonfiguration ändert Intel im Vergleich zu der Vorgängergeneration nur den maximalen Takt des DDR4-Standards auf nun 2.933 MHz. Weiterhin werden maximal 128 Gigabyte RAM im Dual-Channel von den Prozessoren unterstützt. Dabei handelt es sich aber nur um die offizielle Spezifikation, denn der Speichertakt konnt bereits beim alten Sockel 1151 ohne Probleme auf 4000 MHz angehoben werden, wenn man entsprechende RAM-Module zur Verfügung hat.

Die sonstigen Spezifikationen der neuesten Comet-Lake-CPUs ähneln dabei denen der Coffee-Lake-Prozessoren. Wer auf der Suche nach PCI-Express-4.0-Lanes wird von den Comet-Lake-CPUs enttäuscht. Intel versucht vor allem mit höheren Taktraten und verbesserten Boost-Modi die neue CPU-Generation den Kunden schmackhaft zu machen.

Wie sich der neue Core i7-10700K und Core i9-10900K schlagen zeigen wir in unseren Benchmarks und beantworten ebenfalls die Frage, ob es Intel gelungen ist die Leistungskrone von AMD wieder zu stibitzen indem wir sie gegen die relevanten Gegner Ryzen 3700X und 3900X antreten lassen.



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