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be quiet! Silent Base 801 im Test - Die neue Silent Base Generation (6/6)

Fazit

Das neue Silent Base 801 hat gegenüber dem bereits vier Jahre alten Silent Base 800 eine deutliche Evolution vollzogen. Zunächst einmal ist das Gehäuse in Sachen Design "erwachsener" geworden. Obwohl die Optik immer noch ähnlich und das Gehäuse sofort als Nachfolger des Silent Base zu erkennen ist, wirkt sie auf uns insgesamt stimmiger. Besonders die Seitenteile, die nun bis zum Deckel über die Schräge hochgezogen sind und einen neuen Verschlussmechanismus besitzen, haben es uns dabei angetan. Hier hat be quiet! wirklich ein gutes System an den Start gebracht. Aber auch die neue Front überzeugt. Zwar sind die Einschübe und die Tür verschwunden, dafür gibt es nun aber spezielle Lufteinlässe, die die Luftgeräusche verbessern und eine Blechfront, die mit eine extra dicken Schalldämmung versehen ist. Wie immer muss man dafür bei einem fast komplett geschlossenen Gehäusen, das auf Laustärke optimiert is, etwas höhere Temperaturen und geringeren Airflow in Kauf nehmen. Das sollte einem bei einem Gehäuse wie dem Silent Base immer bewusst sein. Aufgrund der Bauweise wird sich dieses Gehäuse auch mit noch so vielen Lüftern nicht zum high Airflow überreden lassen.

In Sachen Verarbeitung und Flexibilität steht das neue Silent Base 801 dem Dark Base 700 eigentlich in nichts nach. Auf das etwas sportlichere Design und die RGB Beleuchtung verzichtet das Silent Base 801, und wird daher eher zum schlichteren  Mix aus Office-Arbeits-Gamer-Gehäuse für jeden Zweck, eben ein echtes Allround-Talent. Dabei lässt be quiet! dem User wieder die Wahl zwischen drei Farbvarianten jeweils mit und ohne Seitenfenster.

Die besonders einfache Handhabung hat sich gegenüber den bisherigen bq quiet! Gehäuse sogar noch einmal verbessert. Das Betrifft vor allem die besonders einfach abzunehmenden Seitenteile und auch die perfekte Umsetzung der Staubfilter inklusive extrem leicht abzunehmender und trotzdem stabiler Front.

Platzmangel ist ein Fremdwort für das Silent Base 801. Der Innenraum lässt sich hervorragend erreichen und auch der Zugang zur Rückseite sowie Netzteilschacht sind gut. Die flexible Bestückung ermöglicht das Gehäuse nach eigenen Wünschen hoch zu rüsten und der komplett investierbare Mainboardträger ist eine tolle Option für Bastler. In der vorliegenden Version erlaubt das Gehäuse den Einbau von nahezu allem was man sich wünscht, sogar der Einbau eines 420 mm Radiators in der Front ist möglich.

Trotz der Flexibilität ist das Kablemanagement beim Silent Base 801 wunderbar gelungen. Es gibt mehr als Ausreichend Kabeldurchführungen  und "Versteckmöglichkeiten", denn selbst die Blenden der Schächte lassen sich noch für die Verkabelung nutzen.

Die Lüftersteuerung des Silent Base 801 erreicht zwar leider nicht ganz die Flexibilität des Dark Base 700, bietet aber dennoch die nützliche Option manuell in drei Stufen zu regeln oder die Kontrolle vom Mainboard via PWM übernehmen zu lassen. Mehr braucht der normale Nutzer eigentlich nicht. Die verbauten Pure Wings Lüfter erreichen zwar nicht die besondere Laufruhe der Silent Wings 2, allerdings würden diesen den Preis des Gehäuse auch enorm hoch treiben. Dieser liegt mit Seitenfenster aktuell bei etwa 140 Euro und damit fast auf dem Level des Überfliegers Dark Base 700, dass dank Preisreduktionen schon für 150 Euro zu bekommen ist.

Silent Base 801 und Dark Base 700 spielen damit in einer Klasse, wobei das Silent Base mit seiner intensiven Dämmung deutlich mehr auf leisen Betrieb optimiert ist als das Dark Base, dass als "Gamer-Gehäuse" mehr auf stylischen Look und seine RGB-Beleuchtung setzt. Die Anwender haben nun bei be quiet! also die Wahl zwischen zwei Gehäusen in der nahezu gleichen Preisklasse, wobei das Silent Base 801 das klar konservativere Modell der beiden ist.

Ziehen wir unser Fazit. Das Silent Base 801 ist ein wirklich gelungenes Gehäuse, findet aber seinen wohl größten Konkurrenten direkt im eigenen Haus, das Dark Base 700. Mit 150 Euro ist das Dark Base 700 mittlerweile so günstig geworden, dass es das Portfolie von be quiet! etwas durcheinander würfelt. Lustigerweise ist das auch schon mit der ersten Version des Dark Base 900 passiert, das vom Dark Base 700 mehr oder weniger rasiert und dann durch die Rev 2 ersetzt wurde. Be quiet! hat sich mit dem Dark Base 700 selbst übertroffen und muss nun alle neuen Modelle gegen das beste Pferd im Stall laufen lassen, was tatsächlich schwerer ist als man denken sollte.

Das Silent Base 801 ist ein tolles Gehäuse, dass gerade aufgrund des eher schlichteren Designs und der guten Silent-Abstimmung vielen gefallen wird. Für nur 10 Euro ein schneidiges Dark Base 700 mit mehr Optionen zu bekommen, wird viele User sicher schwach werden lassen. Diese Aussage wird natürlich anders, wenn das Silent Base 801 auch im Preis fällt, wovon mit Sicherheit auszugehen ist.

Abgesehen davon ist die neue Generation des Silent Base absolut gelungen und dem Vorgänger in quasi allen Punkten, bis auf die Fehlenden Fronteinschübe, überlegen.  

Vorteile:

  • schönes Design, gute Verarbeitung
  • Sehr leicht abnehmbare Seitenteile und Front
  • Tolle Ausführung des Staubschutz
  • Gute Dämmung und schalladsorbierende Luftschlitze
  • Extrem hohe Variabilität beim Aufbau
  • Herausnehmbarer Mainboard-Träger
  • Links- und Rechts-Montage
  • Lüftersteuerung für 6 Lüfter
    PWM Signal kann vom Mainboard weitergeleitet werden
  • Schöne Netzteilblende mit Kabeldurchführung

Nachteile:

  • kein USB 3.1, kein Typ-C-Port

2.10.18 / rj

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