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Test: MSI Z77A-G45 Gaming Mainboard mit Killer E2205 Netzwerk Chip (3/7)

Besonderheiten

Das wohl herausstechende Extra auf den neuen MSI Gaming-Mainboards ist der verbaute Killer E2200 Netzwerk Chip, oder genauer die neuste Version mit der Nummer E2205. Mittlerweile gehört die ursprünglich von Bigfoot eingeführte Killer Network Marke dem Hersteller Qualcomm Atheros. MSI setzt in seinen Gaming Notebooks auch bereits eine Killer Netzwerkkarte ein und zwar die "Killer DoubleShot Technology" eine Kombination aus Killer E2200 Gigabit LAN und Killer Wireless-N 1202 WLAN.

Über die genaue Hardware des neuen E2205 Netzwerk-Chips ist nicht allzuviel bekannt. Es handelt sich hierbei aber sicherlich um einen Adaption eines Qualcomm Atheros PCI-E Ethernet Controller, der mit ein paar Zusatzfeatures ausgerüstet wurde um die CPU zu entlasten.

Zu den Besonderheiten des Killer-Network-Chips gehören Features wie Advanced Stream Detect, Visual Bandwidth Control, Online Gaming PC Monitor. Im Wesentlichen handelt es sich hier um Software- und Treiberfeatures mit Hardware Unterstützung, die einem beim Gaming Vorteile bringen sollen. In den "Marketing-Unterlagen" wird dem Killer-Network-Chip gerne nachgesagt, dass er die Ping-Zeiten und Latenzen verbessert. Gegenüber einem besonders schlechten Netzwerk-Chip oder bei schlechter CPU-Performance mag das in geringem Maß der Fall sein. Wirklich spürbar dürfte der Unterschied aber nicht sein. Den aufgrund von "Staus" im Internet auftretenden typischen "Lag" in Online-Games beseitigt die Karte sowieso nicht, denn dieser wird durch überlastete Knotenpunkte im Internet und nicht den lokalen PC verursacht.

Die Aussage der "Lag-Verbesserung" bezieht sich bei genauerem Hinsehen auch eher auf einen durchaus vorhandenen anderen Vorteil der Killer Netzwerklösung, der Software. Hier kann relativ einfach ein durch die Hardware unterstütztes Traffic-Management vorgenommen werden. So können den laufenden Programmen Prioritäten beim Netzwerk-Traffic zugewiesen werden oder aber sogar die Bandbreite für bestimmte Programme beschränkt werden.

Eine mögliche Anwendung ist zum Beispiel dem Lieblingsgame eine  hohe Priorität zuzuweisen und dem im Hintergrund laufenden Download-Manager die Bandbreite zu beschränken und eine niedrige Priorität zu geben. So kann man ohne "Lags" spielen und wird vom Download im Hintergrund nicht gestört. Andere Beispiele wären Webradio, Video Streams, File-Transfers und alles was sonst nebenbei so auf dem PC auf das Netzwerk zugreift. Die Killer Software ist einfach zu bedienen und auch für Laien im Netzwerkbereich verständlich.

Ein weiteres Extra mit dem die MSI Gaming-Mainboards beworben werden ist der "SoundBlaster Cinema Sound". Hierbei handelt es sich aber nicht, wie man zuerst denken könnte, um einen Soundblaster-Soundchip, sondern um eine spezielle Software von Creative, die mit einem Realtek-Chipset zusammen arbeitet. Die Audio Ausgabe erfolgt beim Z77A-G45 Gaming über einen Realtek ALC892 Chip, genauso wie beim Z77A-G45. Das größere GD65 setzt auf einen ALC898 Chip. Der ALC898 Chip hat laut Datenblatt einen höheren SNR als der ALC892, ist also das geringfügig bessere Modell.

Dass der Onboard-Sound auf dem Board von einem Realtek-Chip stammt, wird auch dem Laien schnell klar, da der eigentlich Soundtreiber des Boards der Standard-Realtek-Treiber mit einem MSI-Skin ist.

Die SoundBlaster Cinema Software wird dann optional installiert und bietet einige zusätzliche Optionen. Was genau macht nun die Software? Prinzipiell handelt es sich dabei um "Soundverbesserungen", die über die Software realisiert werden und in ähnlicher Form von den SoundBlaster Soundkarten bekannt sind. Es stehen die Optionen Surround, Crystalizer, Bass, Smart Volume und Dialog Plus zur Verfügung.

Die Software bietet verschiedene Voreinstellungen für Gaming, Musik, Kino. Es fällt etwas schwer die "Effekthascherei" zu bewerten, den auf der einen Seite wird natürlich der Sound durch die Software verändert und damit irgendwo verfälscht, auf der anderen Seite produzieren die Optionen ganz nette Effekte, vor allem beim Einsatz von Headsets. In verschiedenen Games kann die Software gerade im Surround und Bassbereich den Sound recht nett "aufhübschen". Eine direkte Verbesserung des Sounds des Realtek-Chips auf Hardware-Ebene findet aber nicht statt.

I/O-Panel

Das Back-Panel des Z77A-GD45 Gaming ist auf Vielfalt getrimmt. So findet man hier neben den üblichen 6 Klickensteckern für Audio auch einen Coaxialen und optischen Ausgang. Dazu gibt es DVI, VGA und HDMI Monitoranschlüsse für die interne Grafik der CPU. Vier USB 2.0 und zwei USB 3.0 Anschlüsse komplettieren das Bild. Und natürlich darf auch ein CMOS-Clear-Taster nicht fehlen.

Die beiden USB 2.0 Anschlüsse links unterhalb des PS2-Anschluss sind als "Gaming-Device-Port" ausgewiesen. Diese Ports sind für hohe Polling-Raten (500-1000 Hz) optimiert, wodurch sich die Reaktionszeit der Maus verbessern kann. Eine zusätzliche Goldbeschichtung erhöht dazu die Langlebigkeit dieser Anschlüsse.

Die IO-Panel-Anschlüsse von links nach rechts

  •  1 x PS/2 Keyboard/Mouse-Port
  • 1 x Clear CMOS Button
  • 1 x Coaxial S/PDIF-out
  • 1 x Optical S/PDIF-out
  • 4 x USB 2.0 Ports
  • 2 x USB 3.0 Ports
  • Killer E2200 Gigabit LAN
  • 1 x HDMI Port bis 1920x1200 @60Hz
  • 1 x DVI Port bis 1920x1200 @60Hz
  • 1 x VGA bis 2048x1536 @75Hz
  • 1 x 6 in 1 Audio-Anschluss

Boardanschlüsse

Unterhalb des letzten PCIe Slots befinden sich auch beim Z77A-G45 Gaming die internen Anschlüsse des Mainboards. Bis auf den internen USB 3.0 Anschluss, der sich bei den SATA Ports befindet, sind hier folgende interne Anschlüsse zu finden:

  • 3 x USB 2.0
  • 1 x USB 3.0
  • 1 x Serial Port
  • 1 x TPM Module
  • 1 x Front Panel Audio
  • 1 x Front Panel
  • 1 x Chassis Intrusion

Insgesamt verfügt das Board über 5 Lüfteranschlüsse wobei zwei Stück als 4-Pol und drei Stück als 3-Pol bereitgestellt werden.

MSI beschränkt sich beim G45 Gaming auf die vom Z77 angebotenen sechs SATA-Ports. Für die meisten Anwender dürfte das ausreichen und der Verzicht auf weitere SATA-Chips reduziert natürlich die Kosten. Z77-typisch sind vier Ports als SATA 3 Gb/s und zwei als 6 Gb/s ausgeführt. MSI platziert auf den Anschlüssen einen Aufkleber, der die schnellen SATA III Ports leicht erkennbar macht, da alle Anschlüsse die gleiche Farbe besitzen. Auch hier liegt also einer der wesentlichen Unterschiede zum GD65 Gaming vor, das insgesamt 2 SATA 6 Gb/s mehr bietet.



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