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Asus ROG Thor 1200W Netzteil Test (3/10)

Effizienz und Leistungsdaten

Erläuterung zum Test: Der Einsatz unserer eigenen Chroma-Teststation - die uns selbst gehört und nicht von einem Netzteilhersteller bereitgestellt wurde - ermöglich uns deutlich mehr Messungen vorzunehmen, als dies außer Haus aufgrund von Terminabsprachen und Zeiteinteilung möglich ist. In unseren Effizienzmessungen testen wir daher den kompletten Lastbereich des Netzteils von 5 bis 100 % in 5 % Schritten bei 230 und 115V. Hierbei messen wir alle relevanten Daten des Netzteils von Spannungen, Verbrauch, PFC, THD und mehr, stellen aber hier der Übersicht halber nur die für den Endkunden relevanten Daten dar, um nicht in einer Flut von Diagrammen zu ersticken. Gerne nehmen wir in unserem Netzteil-Forum Vorschläge zur Verbesserung oder Erweiterung entgegen.

Effizienz bei 115 V und 230 V

Das ASUS ROG Thor ist bei 115 V Eingangsspannung 80-Plus-Platinum zertifiziert. Dieser Level wird auch knapp erreicht, aber nur unter Berücksichtigung der von uns erlaubten 0,5 % Abweichung. Bei 50 und 100 % Last fehlen dem Netzteil 0,4 %. Diese Abweichung, um die das Netzteil den Sollwert unterschreitet, kann man bei uns durchaus ignorieren., da wir die Netzteile generell im "Worst-Case" messen. Es ist in der Regel ein leichtes den Wert durch kürzere AC-Leitungen und andere minimale Anpassungen des Test-Setups um 0,3% oder sogar mehr zu steigern. Klar wird aber, dass das ASUS ROG Thor kein Netzeil ist, dass in der Effizienz deutlich über der Zertifizierung liegt. Gerade in der Gold Klasse findet man solche Netzteile mittlerweile häufig. Seltener in der Platinum- oder Titanium-Klasse.

Als mögliche Ursache für die geringfügige Abweichung kommt hier definitiv die RGB-Beleuchtung und das kleine OLED Display in Frage. Da diese beiden Komponenten intern eine, wenn auch geringfüge Leistungsaufnahme haben, wirken sie sich natürlich auch auf die eigentliche Effizienz des Netzteils aus und sollten diese etwas mindern.

Bei 230V sehen wir auch beim Thor, das Phänomen, dass wir schon öfter betrachten konnten. Die Effizienz geht ein ganzes Stück weiter nach oben, besonders fällt aber auf, dass die Effizienzkurve erheblich flacher wird. Bei hohen Lasten steigt die Effizienz also deutlich mehr. Beim  ASUS ROG Thor  liegt der Wirkungsgrad zwischen 20 und 100 % bei um 92 % und zwischen 30 und 70% erreicht das Netzteil einen Wirkungsgrad über 93 %.

Da höhere Effizienzwerte immer geringe Verluste bedeuten, führen wir diese im folgenden Diagramm noch einmal genau als Verlustleistung in Watt auf. Hier kann genau abgelesen werden, wie viel Watt bei welcher Belastung "verloren" gehen.

Der Unterschied zwischen 115 und 230 V Eingangsspannung ist hier noch deutlicher zu sehen, und liegt bei fast 100 Watt Verlustleistung zu etwa 70 Watt. Der Betrieb mit 230V spart also bei voller Auslastung gut 30 Watt ein.


Effizienzbereich (Max-Min)

Bei den üblichen Messungen nach 80Plus Standard werden nur symmetrische Lastverteilungen betrachtet, das heißt alle Schienen des Netzteils werden prozentual gleich belastet. So wird ein guter Durchschnitt der Effizienz ermittelt. Um die Leistung des Netzteils aber noch etwas genauer zu erfassen und weitere Daten zu gewinnen, testen wir das Netzteil unter 230V noch einmal im besten Fall (nur last auf 12V) und im schlechtesten Fall (maximale Last auf 3,3 und 5V). Das Ergebnis aus dieser Messung gibt den Effizienzbereich wieder, in dem das Netzteil üblicherweise arbeitet.

Das ASUS ROG Thor arbeitet ab etwa 320 Watt immer über 91 % Effizienz. Je mehr sich die Last auf 12V verschiebt, was bei den meisten Systemen der Fall ist, umso mehr verschiebt sich die Effizienz in Richtung von über 93 %. Bei üblichen Lastverteilungen liegt die Effizienz in der Praxis also deutlich mehr in Richtung der dunkelroten Kurve im unteren Diagramm.

Effizienz bis 100 Watt Last

Erläuterung zum Test: Ein immer wichtiger werdender Aspekt bei Netzteilen ist die Effizienz im niedrigen Lastbereich, weshalb wir für jedes Netzteil noch einmal getrennt die Effizienz von 5 bis 100 Watt messen. Dabei greifen wir auf eine Lastverteilung zurück, die einer tatsächlichen Belastung eines PC im Idle-Betrieb entspricht. Absolute Top-Netzteile liefern bereits ab 50 Watt eine Effizienz von über 90 %.

Der Wirkungsgrad des ASUS ROG Thor ist bei geringen Lasten nur gut bis mittelmäßig. Bei 1200 Watt Modellen ist das aber leider fast immer der Fall. Erst ab 65 W Last erreicht das Netzteil einen Wirkungsgrad von über 80%. Kleinere Netzteile erreichen hier bis 100 Watt oft schon 90 % und mehr in der Effizienz. Die Verlust Leistung beträgt beim Thor bis 100 Watt zwischen 11,85 bis 16,24 Watt im 230V Betrieb.

Standby Verbrauch und Effizienz

Erläuterung zum Test: Die 5V-Standby-Leitung eines Netzteils bestimmt maßgeblich den Verbrauch des PCs im ausgeschalteten Zustand und im Sleep-Modus (S3, Suspend to RAM). Auch hier ist natürlich eine hohe Effizienz vor allem unter geringer Last erwünscht. Dies Standby-Effizienz ist extrem relevant für die Einhaltung der Energiesparrichtlinien. Daher sind weltweit unterschiedliche Mindestanforderungen vorgeschrieben. Wir messen die Standby Leitung ohne Belastung, nach EuP/ErP und dann ebenfalls in 5% Schritten bis zur Maximalbelastung der Schiene.

Beim Standby-Verbrauch kommt das Thor ROG nicht an absolute Spitzenreiter heran, schlägt sich aber sehr gut. Wir sehen eher 79-80%. Alles über 80% darf sich derzeit zur Top-Klasse zählen, so dass man hier wirklich dicht dran liegt. ErP Richtlinien sind damit für das Netzteil damit kein Problem.

Power Factor

Erläuterung zum Test: Der Power Factor auf Deutsch auch Leistungsfakor eines Netzteils wird von 0 bis 1 angegeben und gibt wieder wie effizient ein elektrisches Gerät die eingebrachte Energie ausnutzt.  Der Leistungsfaktor ist der Quotient aus Wirkleistung und Scheinleistung, wobei die Wirkleistung in Watt und die Scheinleistung in VA (Voltampere) angegeben wird.

Da Strom für Endkunden in Deutschland nach Wirkleistung abgerechnet wird und nicht nach Scheinleistung hat der Leistungsfaktor überwiegend eine Bedeutung für die Stromerzeuger. Ein hoher Leistungsfaktor bedeutet nämlich das der Stromerzeuger weniger "unbezahlte Scheinleistung" bereitstellen muss. Gute PFC-Werte liegen also sehr im Interesse der Stromanbieter.

 



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