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Alt 28.11.2004, 21:29   #12 (permalink)
Ronald
PC Schrauber
 

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Statement Teil 1 von 2 zur Frage von Kommune23: Der "böse" Hacker oder C*racker?

Quelle: wiki.Hackerboard.de

Prolog

Der vergebliche Versuch, den Begriff des „wahren Hackers“ in der Bevölkerung zu etablieren:
Die Definition und Verwendung des Begriffs „Hacker“ ist Gegenstand einer anhaltenden Kontroverse zwischen den verschiedenen Hackerkulturen. Der Konflikt geht zurück auf die seit 1983 begonnene Verwendung des Hackerbegriffs durch die Medien, welche damit Personen bezeichneten, die an Einbrüchen in fremde Rechner beteiligt waren. Wie das Jargon File beschreibt, wurden diese Begriffsassoziationen vor allem innerhalb der akademischen Hackerkultur als unangenehm empfunden und seit 1990 als Gegenreaktion der Versuch unternommen, eine Abgrenzung durch die Einführung der Bezeichnung C*racker zu bewirken. Die avisierte Trennlinie war klar und einfach: Jemand der Sicherheitsbarrieren überwindet ist unabhängig von seiner Motivation kein Hacker, sondern ein C*racker. Die Forderung, ein anderes Wort zu verwenden, wurde jedoch von der Presse nicht wahrgenommen oder weitestgehend ignoriert.

Unter den Nachkömmlingen der Phreaking-Kultur, aus der zum einen eine Hackerkultur im Bereich der Netzwerk- und Computersicherheit hervorging, zum anderen eine Hackerkultur des kreativen Umgangs mit Technik jeglicher Art entstand, entwickelten sich dazu Gegenströmungen. Ihre Anhänger erheben weiterhin einen Verwendungsanspruch auf den Hackerbegriff, wobei sie einen anderen Weg beschreiten, seiner Konnotation der Illegalität entgegenzuwirken. Die Trennlinie zum C*racker wollen sie an der Motivation des Hackers orientiert sehen, weshalb dort ausschließlich die destruktiven Elemente aus dieser Szene abwertend als „C*racker“ betitelt werden: Stark vereinfacht ausgedrückt, lösen Hacker Probleme und bauen etwas auf, wohingegen C*racker Probleme erzeugen bzw. etwas zerstören. Im Detail bauen Hacker beispielsweise Informationsnetze auf, machen auf Sicherheitslücken aufmerksam (und erreichen so, dass diese geschlossen werden), schreiben zum Teil freie Software oder betätigen sich konstruktiv in einem anderen Umfeld, welches zu den zahlreichen Definitionen des Begriffs „Hacker“ passt. C*racker legen hingegen Computer- und Telefonnetze lahm, löschen oder verändern wichtige Daten, bereichern sich auf kriminelle Art oder terrorisieren ihre Mitmenschen durch absichtlich herbeigeführte Abstürze der Rechner. Einige Hacker fordern auch hier eine deutliche Abgrenzung zwischen Hacker und C*racker ein, doch spätestens wenn es um politisch motivierte Aktionen geht, wird ersichtlich, dass es an einer wirklich klaren Trennlinie zwischen „gut“ und „böse“ mangelt, was eine solche Unterteilung unpraktikabel macht.

Demgegenüber verwenden die meisten Menschen „Hacker“ weiterhin als Oberbegriff, der im Kontext zur Computersicherheit sowohl die („guten“) Hacker als auch die („bösen“) C*racker einschließt, und dominieren so die umgangssprachliche Bedeutung. Bezogen auf die IT-Sicherheit ist der Begriff „Hacker“ in dieser Form längst zu einem Elementarbegriff geworden.
Der neue Weg:
Nach jahrzehntelanger, vergeblicher Mühe der Hacker Community, den allgemeinen Gebrauch des Begriffs Hacker grundlegend zu ändern, wird es Zeit umzudenken, was die folgende Initiative ins Leben rief: Ohne die Hackerdefinition an moralische Doktrin zu binden, sollte der Begriff „Hacker“ wieder einheitlich als der Überbegriff anerkennt werden, der alle Hackerkulturen umschließt und innerhalb der Kulturen auch alle destruktiven Facetten des Hackens unter sich vereint. Denn erst die Akzeptanz der sprachgebräuchlichen Definition durch die Hackergemeinschaft ermöglicht es, eigene Positionen allgemeinverständlich darzulegen und den Begriff „Hacker“ zwischen den Verfechtern der Hackerkulturen und der Allgemeinheit benutzbar zu machen.

Die Verwendung des Begriffs Ethickerd stellt eine Folge der Initiative dar. In Bezug auf die Nachkömmlinge der Phreaking-Kultur vereint er White- und Grey-Hat-Hacker unter sich und dient dazu, eine Akzeptanz der Initiative Ausdruck zu verleihen, wobei er jenseits der Computersicherheit auch Hacker aus allen anderen Hackerkulturen umschließt, die ethischen Grundsätzen folgen. So soll der Begriff all jenen als Alternative dienen, welche sich unter den genannten Bedingungen von den destruktiven Elementen unter den Hackern distanzieren wollen. Gegenüber der alten Strategie bietet er die Chance, dies auf eine für die Allgemeinheit verständliche Weise zu tun, ohne fortwährend die Hackerdefinition in den Köpfen der Bevölkerung umkehren zu müssen. Elementar für die Initiative ist es, dass sich dadurch ethische Ideologien nunmehr außerhalb der allgemeinen Hackerdefinition manifestieren lassen.
Hacker
Ein Hacker ist ein Computerbenutzer, der sich mit dem Erstellen und Verändern von Computersoftware oder –hardware beschäftigt und dabei ein überdurchschnittliches Fachwissen aufweist oder eine Person, die mit ihren Fachkenntnissen eine Technologie beliebiger Art außerhalb ihrer eigentlichen Zweckbestimmung benutzt, wobei sich ein Hacker mit seinen Tätigkeiten besonders identifiziert.

In der Computersicherheit ist ein Hacker jemand, der mit seinem Fachwissen Sicherheitslücken sucht, ausnutzt und damit (manchmal in Verbindung mit zusätzlichen Taktiken) unter Umgehung der Sicherheitsvorkehrungen Zugriff auf ein Rechnersystem erlangt oder Zugang zu einer sonst geschützten Funktion eines Computerprogramms erhält bzw. dabei hilft, solche Schwachstellen zu erkennen und zu beseitigen.

In der Programmierung ist ein Hacker ein Programmierer, der komplizierte Probleme mit einfachen Mitteln löst. Das kann sich einerseits auf besonders elegante, andererseits auch auf ineffiziente, unschöne und ungeschliffene Lösungen beziehen.

In der Hardwareentwicklung entwickelt oder verändert ein Hacker Hardware auf Gate-Ebene, schreibt Gerätetreiber und Firmware oder beschäftigt sich mit den physikalischen Grundlagen der Netzwerke, insbesondere wenn er dabei Dinge außerhalb der Spezifikation verwendet. Daran angelehnt gibt es auch Strömungen, in denen Hacken allgemeiner als übergreifende Kultur des kreativen Umgangs mit Technik jeglicher Art verstanden wird, wodurch der Begriff „Hacker“ in verschiedenen, auch nicht informationstechnischen Bereichen, Verwendung findet.

Im Hackerjargon wird ein Hacker überdies allgemein als Person mit Fachkenntnissen auf einem beliebigen Gebiet der Technologie bezeichnet. So kann z.B. auch jemand auf dem Fachgebiet der Astronomie ein Hacker sein.

In der Hackerkultur ist ein Hacker eine Person, die einen gewissen sozialen Status erreicht hat und die durch ihre Identifikation mit den kulturellen Werten und durch Besitz hinreichender Fachkenntnisse einen entsprechenden Grad an gesellschaftlicher Anerkennung aufweist.

Dessen ungeachtet findet der Begriff „Hacker“ in den Medien meist im Kontext eines destruktiven Computerexperten Anwendung, der seine Fertigkeiten vornehmlich für kriminelle Zwecke nutzt. Von dieser Verwendung abgeleitet, werden Hacker umgangssprachlich schnell mit kriminellen Menschen in Verbindung gebracht, die böses im Schilde führen und der Gesellschaft Schaden zufügen wollen.
Hacker als Programmierer:
Innerhalb der akademischen Hackerkultur bezieht sich die Verwendung des Hackerbegriffs seit Anfang der 1990er vorrangig auf die Programmierer der Open-Source- und freie-Software-Bewegung.
Hacker in der Computersicherheit:
Innerhalb der Computersicherheit wird die wahre Herausforderung des Hackens darin gesehen, Sicherheitsmechanismen zu überlisten und somit Schwachstellen erkennen zu können. Abhängig von der Motivation wird hier unterschieden zwischen destruktiven Hackern, die man abwertend Crasher oder C*racker nennt und konstruktiven, ethischen Hackern, welche als Ethickerd charakterisiert werden. In der Hackerkultur existieren weitere Klassifizierungen, wie beispielsweise Hacktivist als Bezeichnung für jemanden, der seine Fähigkeiten zu politischen Zwecken einsetzt. Seit der Einführung von Strafen für Computerkriminalität wird in der Fachwelt unterschieden zwischen Black-Hat-, White-Hat- und Grey-Hat-Hackern, abhängig von der Motivation und Loyalität zu solchen Gesetzen. Diese Einteilung basiert aus alten Western-Filmen, welche „Cowboys“ auf Grund ihrer Hutfarbe als „böse“ (schwarz), „gut“ (weiß) oder „neutral“ (grau) charakterisiert.

Innerhalb der Computersicherheit unterscheidet die Fachwelt auch deutlich zwischen einem Hacker als Sicherheitsexperten und einem in der Sache unkundigen Skriptkiddie, welches ohne Kenntnis darüber agiert, wie die verwendete Schwachstelle funktioniert. Da die beim Hackerbegriff notwendigerweise tieferen Grundlagenkenntnisse der Materie bei einem Skriptkiddie nicht vorhanden sind, kann es Sicherheitsbarrieren ausschließlich mit Hilfe eines Skripts in Form einer schrittweisen Anleitung und vorgefertigter, stark automatisierter Programme überwinden, doch fehlt ihm die Fähigkeit, im Problemfall zu improvisieren. Dennoch möchten sich auch Skriptkiddies gerne als Hacker verstanden wissen und sind oft durch den Wunsch des aktiven Erlebens des Hackermythos motiviert.
Hardware-Hacker:
Hacken bedeutet hier vor allem auch Wissen und Einblick in das Funktionieren von Technologie. Ein Hacker der Hardware auf Gate-Ebene anpasst oder Gerätetreiber und Firmware schreibt, genießt für gewöhnlich ein sehr hohes Ansehen in den verschiedenen Hackerszenen. Das begründet sich hauptsächlich im Schwierigkeitsgrad und der enormen Komplexität ihrer Tätigkeit. Während Grundkenntnisse Ende der 1970er Jahre vor allem im Zusammenhang mit eigenen Reparaturen von Heimcomputern oder Selbstbau-Sets recht gängig waren, sind sie in den 1990er Jahren immer seltener geworden.

Der Begriff „Hack“ steht hier allgemein auch für die Erweiterung von komplexen Programmen oder für einen Code, der Zugang zu einem Gerät verschafft bzw. eine neue Funktion verspricht, die in dieser Form vom Hersteller nicht vorgesehen war. Auch ein Umbau der Hardware fällt darunter (z.B. Playstation-Hack). So wird der Begriff des Reverse Engineering ebenfalls der Hacker-Sphäre zugerechnet. Wie so oft verwischt sich hier zumeist die Spur zwischen den Begriffen „Hacker“ und „Software C*racker“.

Selten spricht man auch beim Casemoddern von Hardware-Hackern. Ihnen geht es um das optische (durch ungewöhnliche Gehäuse, Lichteffekten und ähnlichem) und mechanische (Wasserkühlungen) Aufmotzen von PCs. Sie teilen viele Werte mit dem Autotuning.

Der im deutschen Raum hauptsächlich für Belange der Computersicherheit, aber auch darüber hinaus einflussreiche Chaos Computer Club (CCC) sieht das Hacken allgemeiner als übergreifende Kultur des kreativen Umgangs mit Technik jeglicher Art. Wau Holland war einer der großen Leitfiguren des Clubs und prägte den Ausspruch: Wenn man die Kaffeemaschine benutzt, weil der Herd nicht geht, um Wasser heiß zu machen, welches dazu verwendet wird, die Fertigmischung für Kartoffelbrei zuzubereiten, dann ist man ein Hacker.
weitere Assoziationen zum Hackerbegriff:
Im Allgemeinen besteht eine starke Assoziation zwischen den Begriffen Hacker und Computerfreak oder -spezialist, wobei mit diesen Bezeichnungen auf größeren Erfahrungsreichtum in der Computeranwendung hingedeutet wird, ohne jedoch das für den Hackerbegriff notwendige tiefere Grundlagenkennwissen zwingend vorauszusetzen. Auch nennen sich Leute, die eine Affinität zur Hackerkultur zeigen, gerne „Nerd“ oder „Geek“, was im Computerkontext eine spezielle Art des Computerfreaks charakterisiert.

Menschen, die maßgeblich daran beteiligt waren, das Internet aufzubauen, oder die aktuell dazu beitragen, den Nutzen des Internets entscheidend zu erweitern, werden innerhalb der Hackerkulturen ebenso einvernehmlich als Hacker bezeichnet, wie die Entwickler der wichtigsten Meilensteine in Bezug auf Wissenschaft, Technik und Software.

Unter allen Hackerkulturen versteht man unter einem Hack oft auch eine verblüffend einfache, (manchmal) elegante und pfiffige Lösung eines nichttrivialen Problems. Als besonders geschickter Hacker, der die Dinge mit einfachen Mitteln angeht, wird in diesem Zusammenhang scherzhaft jemand bezeichnet, der sinnbildlich nur mit einer Axt als Werkzeug Möbel herstellen kann.

Im Bezug auf Improvisation versteht man unter dem Begriff „Hacker“ nicht zwingend einen Fachmann. Abhängig von dem Gebiet, in dem er sich betätigt, kann der Hacker durchaus als Synonym für einen Amateur stehen, der einen Hack für die Lösung eines Problems verwendet, weil er den sonst üblichen Weg nicht kennt.

Zudem existiert durchaus die Meinung, dass jeder Mensch, der einen Artikel in einem Wiki anpasst oder gar erstellt, ein Hacker ist (Auszug aus dem Diskussionsbeitrag der Wikipedia vom Dez. 2002 zum Begriff „Hacker“: „… ist die Wikipedia doch ein Hackerprojekt, sogar basierend auf dem Freiheitsgedanken im Sinne von GNU, und jeder, der schon mal nur einen einzigen Artikel angefangen oder nachbearbeitet hat, ist im Prinzip ein Hacker ... Leute, die innerhalb der Wikipedia Tastaturtests betreiben und Artikelinhalte wahllos rauslöschen, sind C*racker ...“).

Der Begriff „Hacker“ gilt auch als Synonym für jemanden, der am Computer seine Befehlszeilen auf eine sehr schnelle Art eingeben kann. Hierbei wird oft auf das Tippgeräusch Bezug genommen, welches so klingt, als würde jemand herumhacken.
Hier geht es weiter zum 2. Teil des Beitrages

Geändert von Ronald (01.10.2006 um 18:30 Uhr)
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