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Alt 29.06.2016, 22:25   #4 (permalink)
Mother-Brain
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Standard AW: M5A87 - instabile Vcore

Da macht die Beratung gleich doppelt Spaß! Natürlich kannst du deine VCore auf einen "Wert" zwingen aber ob Sinn macht, ließt du am besten selbst nochmal nach:

Ich kopiere mal aus dem sehr guten Sandy-Bridge-Review aus dem Luxx:

Zitat:
7. Technische Hintergründe:

Vdrop:
Als Laie denkt man, dass die VCore stets konstant anliegt und bei einem Wechsel von Idle -> Last (mit VDroop) einfach eine Treppenstufe entsteht bzw. beim Wechsel zurück, erneut eine Treppenstufe in gegenläufiger Richtung. Leider ist dies so nicht die ganze Wahrheit. Es kommt regelmäßig zu Schwankungen/Schwingungen in der Spannung. So können Spannungsspitzen (positive und negative Überschüsse über dem Mittel) entstehen. Dieses "Übersteuern" ist gewollt, weil damit schnellere Wechsel in der Spannung möglich sind.

Durch den Vdrop wird die CPU davor geschützt, dass kurzzeitig (beim Wechsel Last -> Idle oder Idle -> Last) Spannungen oberhalb der im BIOS eingestellten VCore anliegen. Nimmt man nun den Vdrop weg, so kann es bei einem Last -> Idle Wechsel dazu kommen, dass Spannungsspitzen deutlich über halb der im BIOS eingestellten VCore anliegen, was in hohen VCore Bereichen zu einer Zerstörung der CPU führen kann.

Vdroop:
Durch den Strom, der durch die CPU fließt, erwärmt sich diese logicherweise. Wird die CPU nun wärmer, leitet sie noch mehr womit bei konstant anliegender Spannung ja noch mehr Strom fließen würde (Prinzip des NTC-Widerstandes). Die Kernspannung selbst kommt aus einer konstant- stromquellenähnlichen Versorgung mit einem sehr niedrigen Innenwiderstand, d.h. die Ausgangsspannung würde also im obigen Fall nicht automatisch absinken, wie es im Normalfall sonst passieren würde. Das heißt im Umkehrschluss, dass nachgeholfen werden muss, damit die Spannung dann bis zu einem gewissen Grad unter Last absinkt, um eine Selbstzerstörung durch das Aufschaukeln zu verhindern. Und genau dies ist die Aufgabe des Vdroop.

VID:
Eine niedrigere VID spiegelt meist eine schlechtere elektrische Güte der jeweilige CPU wieder. Je niedriger der Widerstand ist, umso mehr Strom fließt und umso niedriger kann und muss die VID gewählt werden, damit das Produkt aus Spannung und Strom den Watt-Vorgaben entspricht. Eine niedrige VID ermöglicht jedoch in fast allen Fällen ein besseres OC-Verhalten/OC-Potenzial der betreffenden CPU.

Eine niedrige VID hat also meist das bessere OC-Potential, da die nötigen Spannungserhöhungen zum Stabilisieren der CPU bei hohem Takt oft geringer ausfallen bzw. mehr Wirkung zeigt. Nachteilig ist der hohe fließende Strom, der sich durch eine hohe Wärmeabgabe bemerkbar macht.

Eine hohe VID bedeutet mit etwas Pech ein geringeres OC-Potential. Nötige Spannungserhöhungen zum Stabilisieren der CPU bei hohem Takt fallen meist größer aus bzw. zeigen weniger oder gar keine Wirkung. Diese CPUs sind jedoch oft kühler und lassen sich selbst mit einer Luftkühlung noch mit moderaten Temperaturen übertakten und gut kühlen.
Wenn du natürlich dein Board diese "Schutzmechanismen" nehmen möchtest ist das etwas vollkommen anderes.
Ich kenne mich mit AMD-Prozessoren allerdings nicht aus, hier noch ein Nachtrag zu LLC beim Intel:

Zitat:
Dem entgegen wirkt die LLC (Load Line Calibration). Diese verhindert, je nach eingestelltem Level, den Spannungsabfall unter Last bzw. dreht die Load Line sogar, je nach Schärfe der Einstellung, um.

Von vielen Nutzern wird die LLC gerne bzw. aus Unwissenheit genutzt, da man mit aktiver LLC im UEFI z.B. nur 1,3 V einstellen muss, um unter Last im Betriebssystem auch wirklich 1,3 V zu erreichen, anstelle der sonst nötigen 1,4 V im UEFI (bei normaler Intel Loadline). Dennoch sollte nicht vergessen werden, dass es bei Nutzung der LLC zu Spannungsspitzen beim Lastenwechsel kommen kann, die deutlich über die im UEFI eingestellte Spannung hinausgehen können. Diese sind tendenziell sogar noch schädlicher, als die im UEFI vermeintlich zu hoch eingestellte Spannung (mit Intels Loadline).
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