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Alt 09.11.2021, 18:59   #1 (permalink)
Killerpixel
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Standard [Erfahrungsbericht] Pixels Mobilitätswende

Auch wenn hier derzeit wenig los und ich meinen Account selber von etwas Staub befreien musste Ist es ja weiterhin ein Technikforum und vielleicht interessiert es ja doch den ein oder anderen Stammleser, der mal reinschaut. Außerdem schreib ich so Kram gerne auf.


Kommen wir also dazu:

Als Autofahrer kennt man es: der ungläubige zweite Blick zum Preisschild, gefolgt vom genervten Grummeln, wenn es dann doch so weit ist und der Tank gefüllt werden muss. Es ist keine Neuigkeit, die ich hier nenne: die Spritpreise sind sehr hoch.
Besserung in Sicht? Unklar. Grund genug also, sich mal ernsthaft mit der „persönlichen Mobilitätswende“ zu beschäftigen.
Was mach ich hier? Erfahrungsbericht? Review? Wie auch immer man es nennt, ich dokumentiere hier meinen bzw. unseren (meine +1 redet natürlich auch mit )eigenen Umstieg zur und Erfahrungen mit der E-Mobilität sowie mit dem Hersteller.
Ich werde versuchen so gut es geht, positiv wie negativ, alle Seiten ein bisschen aufzuzeigen. Das beinhaltet auch den finanziellen Aspekt. Ich werde hier natürlich keine detaillierten Zahlen (wobei sich natürlich jeder selbst die Neupreise anschauen kann…) niederschreiben, sondern eher in Relationen sprechen. Relation zu vorher, Relation untereinander…ich werde das natürlich jeweils nennen.
Die Idee hierzu kam mir leider erst im Nachgang, daher wird einiges Rückwirkend beschrieben. Das Ganze ist hier auch nicht zwingend in der „korrekten“ Reihenfolge. Das geht grad bei Fahrzeugauswahl und Geldfragen auch oft hin und her.

Vorzustand und die Steine des Anstoßes

Derzeitige Situation existiert in Form eines BMW 320D, EZ Februar 2017, angeschafft August 2018, stammt aus einer Flotte des öffentlichen Dienstes, daher recht…bodenständige Ausstattung. Verbrauch bewegt sich bei 6,1L Diesel pro 100km. In flachen Gebieten Deutschlands wären sicher bessere Werte möglich, aber hier im Mittelgebirge geht die Zahl ein bisschen hoch.
Auto wurde als Jahreswagen mit 20.000 Kilometern auf der Uhr angeschafft. Stand jetzt stehen 95.000 km auf der Uhr. Also etwas mehr als 70.000 km in drei Jahren, inklusive 2020 mit mehreren Monaten vorrangig im Home Office. Zum damaligen Zeitpunkt waren jeden Tag ~160 km Arbeits- und Heimweg fällig, daher die Entscheidung pro Diesel. Finanziert wurde mittels klassischem Ratenkredit, ohne Schlussrate. Zum Zeitpunkt der Wechselüberlegungen steht davon noch etwa die Hälfte auf der Uhr.
Leider hat sich über die Zeit herausgestellt, dass das Auto ein großes Problem hat: es verschlingt geradezu vordere Bremsscheiben. Alle 15-20.000 km entwickeln die Scheiben einen solchen Schlag, dass das Lenkrad und zum Teil das ganze Auto wackelt. Bremswirkung nahezu unbeeinflusst…aber alles andere als angenehmes Fahren. Lösung? Nicht auffindbar. Mehrere Werkstätten (Vertrag, frei, privat) und viele getauschte Komponenten, darunter drei komplette vordere Bremssätze, davon eine als Kulanz, und das Problem besteht. Inzwischen hab ich mich damit abgefunden. Die Kosten…nunja, die kann man sich vorstellen. Unangenehm. Regelmäßige Wartungen kommen natürlich noch dazu. Dazu kamen zwei ordentliche Steinschlagschäden auf der Motorhaube.

Mittlerweile war also klar: der BMW muss raus. Die Wartungs- und Reparaturkosten stehen in keinem Verhältnis und durch den Bremsenfehler macht das Auto auch einfach keinen Spaß mehr.
Mitte dieses Jahrs hat sich außerdem mein Arbeitsort verschoben, somit hat sich die tägliche Strecke halbiert. Noch nicht so nah, dass man sich über Kurzstreckenprobleme mit dem Diesel Gedanken machen müsste, aber dennoch merklich. Somit war auch Benzin wieder mit im Rennen.
Vergleichsweise günstiger Strom, Parkplatz auf eigenem Grundstück und somit Lademöglichkeit und die derzeitigen Spritkosten haben das EV ins Rennen gebracht. Und mit dem kürzeren Arbeitsweg sind wir nun ebenfalls in Gefilden, wo auch im Gebirgswinter die Reichweite eines „bezahlbaren“ EV ohne Sorge ausreicht.
Dazu kam dann der große Punkt, dass der Gebrauchtwert des BMW, zumindest zurzeit, vergleichsweise hoch liegt, selbst bei sehr konservativer Erwartung. Also ging es von „wir schauen vielleicht mal nächstes Jahr“ zu „na dann machen wir das doch einfach, wenn sich’s rechnet.“

Die Klimadebatte will ich hier nicht führen, da kommen nur wieder allerseits die Mistgabeln aus dem Keller, aber auch das hat eine Rolle gespielt.

Finanzielle Überlegungen

Also was tun? Zuerstmal braucht es eine Rechnungsgrundlage.
Als Basis dienen also die derzeitigen Werte für monatliche Auto-Rate, Treibstoffkosten pro 100km, Versicherungskosten, Steuern.
Wartungs- und Verschleißkosten lassen sich schwer beziffern…daher gehen die nicht direkt in die Rechnung, bleiben aber zumindest im Kopf und sind beim BMW vergleichsweise hoch. Wenn nix kaputt geht, sind die Wartungskosten eines aktuellen EV so gut wie nicht vorhanden.
Relativ schnell wurde mir klar, dass es auf ein Leasing hinauslaufen wird. Der Grund? Mir fehlen einfach noch die Erfahrungswerte, wie sich die kleineren Akkus nach 4+ Jahren machen, wie der Werterhalt der Autos aussieht, wie sich die Technologie weiterentwickelt, usw. Die aktuellen Entwicklungsgeschwindigkeiten sind mir da hoch genug, dass ich nicht in vier Jahren mit einem veralteten Auto dastehen möchte.

Also ging es an die erste Rechnung; Treibstoff - Diesel vs. Strom.

Hier gibt es ausnahmsweise eine konkrete Zahl: Bei 6,1L/100km und 1,55€ pro Liter Diesel (was derzeit sogar ein gutes Stück unter den regelmäßigen Hochwerten liegt) ergibt 9,46€/100km.
Das sieht beim Strom schon anders aus. Gerechnet mit derzeitigen Standardpreisen in der Region, ohne Autotarif, von 0,28€/kWh und einem angenommenen Verbrauch von 20kWh/100km macht das: 5,60€. Schonmal günstiger.
Nehm ich nun aber den derzeitigen Tarifpreis von 0,24€/kWh, sind es sogar nur 4,80€. Da ich aber nicht sicher sagen kann wie lange der Preis noch so bleibt, erst recht wenn plötzlich noch ein Auto damit geladen wird, wird mit dem „Normalpreis“ gerechnet.
Sieht schonmal okay aus.

Also weiter: Versicherung.

Schwankt natürlich sehr, je nachdem was man so sucht, geht es mal in die eine, mal in die andere Richtung. Schwierig zu beziffern, zumal beim neuen als Lease ja auch eine GAP-Deckung mit ins Programm gehört. Aber bei vergleichbaren Tarifen, bewegen sich die Jahrespreise im 30-40€ Bereich zueinander. Würde sich spätestens mit dem nächsten Punkt wieder ausgleichen

Steuern.

Bedarf, denke ich, keiner großen Umschreibung: 0€ gewinnt immer. Also wieder EV. Der BMW liegt bei über 200€.
Nun aber der große Punkt:

Finanzierung.

Hier wird’s etwas schwierig das Ganze zu umschreiben, ohne meine Finanzen komplett offenzulegen. ��
Das sieht sowieso für jeden anders aus, aber ich werde trotzdem Versuchen, meine eigene Entscheidungsfindung und Rechnungen hier darzulegen.
Es stehen also die derzeitige monatliche Rate und die Restsumme der Finanzierung als Grundlage im Raum. Demgegenüber stehen dann die Leasingrate und natürlich auch die Leasingsonderzahlung aka. Anzahlung.
Die Berechnung der monatlichen Kosten war recht simpel. Eine Aufstellung der monatlichen Fixkosten, mit Jahresgebühren wie Versicherungen und KFZ-Steuer einberechnet, hat sowieso schon existiert. Also musste nur die derzeitige Rate gegen die jeweilige neue Leasingrate und die Dieselkosten durch Autostromkosten ersetzt werden. Bis zu 100€ höhere Kosten unterm Strich waren für uns in Ordnung.

Das Ergebnis hat mich etwas überrascht: selbst bei der höchsten anzunehmenden Leasingrate wären es nicht mehr als 90€ zusätzlich im Monat. Mit der günstigsten Variante (die immer noch mehr kostet als die bisherige Rate) stehen sogar 15€ weniger da.
Kurzum: Eminent machbar.

Bleibt die Frage nach der Einstiegsfinanzierung und Auslöse. Mit konservativer Restwertrechnung für den BMW und 3000€ BAFA-Förderung sind sowohl die restliche Kreditsumme für den BMW, sowie die Wunsch-Anzahlung für’s Leasing, komplett abgedeckt. Da das Auto über die eigene Bank, nicht den Hersteller bzw. das Autohaus und deren Bank, finanziert ist, kann ich damit schalten und walten. Zumindest in der Theorie.

In der Praxis kann ich den BMW erst verkaufen, wenn das neue Auto da ist, da der Arbeitsweg natürlich trotzdem fällig wird. Die Förderung gibt es auch erst nach der Zulassung. Der Verkauf ist recht schnell gedeichselt, wenn es so weit ist und auch die Förderung ist in endlicher Zeit erledigt, dennoch muss es natürlich bedacht werden. Und was schieflaufen kann immer.
Da wir zum Glück nicht auf die große Null leben, ist das Delta mit vorhandenen Mitteln problemlos abbildbar. Letzten Endes wird alles mindestens genullt. Wenn der Verkaufspreis für den BMW näher am Ideal liegt als angenommen, sieht es noch besser aus. Wenn die Innovationsprämie vielleicht doch noch über 2021 hinaus verlängert wird, wie angekündigt, sieht es sogar NOCHMAL besser aus. Die bisherigen Rechnungen nehmen immer nur den normalen Staatsanteil der BAFA-Förderung an, ohne die Verdopplung. Um die Verdopplung mit Sicherheit zu garantieren, müsste das Auto noch 2021 zugelassen werden...bei den derzeitigen Lieferzeiten unmöglich.

Die Finanzierung ist also grundsätzlich geklärt. Natürlich kann man hier nun wieder diskutieren…ist das nötig? Macht das Sinn?

Nunja.

Es ist sicherlich ein klein bisschen schönrechnen mit dabei. Aber abseits vom Arbeitsweg fahr ich gern Auto und hab entsprechend auch gern ein „ordentliches“ Auto. Das lässt man sich dann auch mal etwas mehr kosten. Gäbe es günstigere Alternativen, auch günstigere EVs? Absolut. Gäbe es finanziell schlauere Lösungen? Absolut. Aber immer nur absolut graue Zahlen und Rechnungen als Basis zu nehmen, ist da nicht meins. Zumal ich auch weiterhin Techie bin, also darf es auch gern mal etwas Größeres sein, anstatt eines Dacia als reines Transportmittel. So lange es sich finanziell einigermaßen rechnet, fälle ich da gern eine etwas „blödere“ Entscheidung. Man braucht ja auch keinen Gaming-Rechner, nech?

Die Fahrzeugauswahl

Die Frage aller Fragen bei dem Thema: Welches Vehikel darf es sein? Großes Kriterium natürlich der Preis. Aber auch der eigene Geschmack. Und auch eigene Erfahrungen sowie prinzipielle Themen bei diversen Herstellern. So gigantisch groß ist die Auswahl ja auch noch nicht.

Zu den Kriterien: ein Kompaktwagen soll es nicht werden. Limousine ist bevorzugt, aber die Auswahl gering. Also, wenn alles andere passt, käme auch ein Crossover in Frage…fast schon gezwungenermaßen.

Ansonsten zählt ein bisschen die Leistung, wobei ich hier nicht auf ein absolutes Performance-Monster schaue. Der neue sollte aber zumindest on-par mit dem 200 PS BMW sein, am besten natürlich eine Verbesserung. �� Und natürlich die Ausstattung, zählt sowieso immer.

Grundsätzlich ausgeschlossen habe ich den kompletten Volkswagen-Konzern. Zum einen auf Basis eigener Erfahrungen mit dem Service und den Autos (sowohl bei VW direkt, als auch Skoda), zum anderen aus Prinzip anhand der Behandlung der eigenen Kunden im Rahmen der Abgas-Schummeleien.

Ich will jetzt aber auch nicht pro und kontra für absolut jedes verfügbare EV durchgehen (wo die meisten ohnehin schon aufgrund der Bauform oder exorbitanter Preise rausfallen), das sprengt denke ich ein wenig den Rahmen. Wir gehen hier einfach kurz die engere Auswahl durch. Was ich mir genauer angeschaut habe und dann jeweils was gegen das Modell gesprochen hat und was Pluspunkte wären.

Die Reichweitenfrage ist natürlich wichtig, wobei ich die zum Teil öffentlich als ein wenig hochgeschaukelt wahrnehme. Grundsätzlich gilt für mich: es wird das Modell/Paket mit ~400km Reichweite gewählt

Hyundai Ioniq 5

Technologisch interessant. Stichwort 800V Lader. Auch preislich nicht uninteressant, aber leider designtechnisch für mich doch eher nichts. Etwas schwachbrüstig beim Standard-Modell. Anmeldung zur Probefahrt bei Hyundai blieb ohne Erfolg. Sämtliche Händler in der Region haben keinen zur Hand.

Kia EV-6

Siehe Ioniq 5 in Sachen Technik. Noch nicht verfügbar, daher auch keine Probefahrt machbar. Preislich vermutlich ne Ecke über dem Hyundai. Deutlich ansprechenderes Design. Schwierig zu planen aufgrund Bestell- und Verfügbarkeit.

Polestar 2

Ansprechendes Design innen und außen. Viele relevante Extras nur in völlig unsinnigen Paketen (Wärmepumpe und wireless charging nur in Verbindung mit Sitzheizung hinten, Panoramadach und Harman Kardon Sound). Ist mir beim Standard-Modell in Sachen Leistung etwas zu sehr gezähmt. Durch die sinnlosen Pakete preislich ganz am oberen Ende. Probefahrt….guter Witz. Der nächstgelegene Showroom hatte keine Termine für mich, aller weiteren sind mehrere hundert Kilometer entfernt. Für ne halbe Stunde Probefahrt zu viel.

Ford Mustang Mach-E

Sehr ordentliche Grundausstattung. Schickes Design. Anmeldung zur Probefahrt auf der Ford-Webseite erwartungsgemäß ohne Ergebnis. Aber: in der Filiale einer regionalen Kette konnte der Verkaufsberater tatsächlich ein Fahrzeug für eine Probefahrt organisieren. Zwar leider nicht repräsentativ für die eigene Wunschausstattung, aber besser als nichts. Hat grundsätzlich die eigene Einstellung zum Auto nicht groß verändert. Leider ein kleiner Knick in der Sitzposition und der Tiefe der Mittelkonsole, die einem ständig ins Knie drückt. Kann sicher auf Dauer drumrum arbeiten, aber trotzdem merklich. Der Verkaufsberater, den ich natürlich im Preis mitfinanziere, war abseits der Probefahrt leider eine totale Enttäuschung, konnte mir genau Garnichts zum Auto sagen. Preislich am Ende außerdem uninteressant, Ford ruft absolut irre Summen auf, in Relation zum Barpreis.

Tesla Model 3

Minimalistischer Innenraum ist gewöhnungsbedürftig, für mich aber kein Problem. Ausstattung ohne Autopilot-Pakete für mich genau richtig. Supercharger-Netz. Kampfpreise. (v.A. Leasing-Raten) Lieferbarkeit. Von allen die beste Leistung. Regelmäßige OTA Updates und Upgrades. Service ein kleines Fragezeichen, aber da keine Intervall-Services vorgesehen sind, ist auch das verschmerzbar. Probefahrt über Tesla war ähnlich schwierig wie bei allen anderen. Glücklicherweise gibt es in der Region einen auf E-Mobilität spezialisierten Autohändler, der auch Teslas zur Miete anbietet. Dort also für ein paar Stunden ein Model 3 ausgeliehen. Wegfall der Fahrerinstrumente natürlich anders, aber nicht annähernd so störend, wie ich es gedacht habe. Ansonsten keine Kritikpunkte feststellbar. Mietfahrzeug, entsprechend natürlich ordentlich runtergeschrabbelt, aber ein guter Einblick.

Bei allen Überlegungen, war es am Ende der Preis, der das Rennen in der engeren Auswahl entschieden hat. Bei Tesla nutzt man den geringen Overhead, um die Preise und v.A. Leasingraten unten zu halten. Bei gleichbleibender Anzahlung sind die Raten teilweise um bis zu 150€ niedriger.
Daher war die Entscheidung getroffen: Tesla Model 3. Zum Zeitpunkt der Entscheidung war das Auto noch als Model 3 Standard Plus bekannt, inzwischen nur noch Model 3.

Lade-Überlegungen

Großes Thema natürlich. Tanken is nich mehr, wie wird der Wagen geladen? Nun, hier haben wir das Glück der freien Hand auf dem Grundstück, entsprechend können wir uns die beste Lösung quasi frei aussuchen. Zwar kein Garagenstellplatz (da gilt in der Familie Alter vor Schönheit ) aber fester Parkplatz, weg von öffentlichen Wegen.

Da gab es natürlich die Thematik der KFW-Förderung für Wallboxen, 900€ zurück, immerhin. Der Plan hier sah eigentlich so aus, dass das angegriffen wird, sobald die Entscheidung getroffen und das Auto bestellt ist. Mit den derzeitigen Laufzeiten bei den Auto-Bestellungen hätte das locker gereicht, einen Installationstermin zu arrangieren.
Aber wie das mit Plänen so ist…zwei Tage nach der Planung kamen dann die Nachrichten, dass das Budget für die Wallbox-Förderung alle ist. Im derzeitigen Stand der Regierungsbildung wird die sicher auch keiner fix wieder auffüllen, das fällt also weg. Ärgerlich, aber verkraftbar.

Aber das Ganze öffnet die nächste Frage: trotzdem feste Wallbox? Wäre irgendwie ärgerlich, eine Wallbox installieren zu lassen nur damit dann zwei Monate später die Förderung weitergeht und bei grüner Regierungsbeteiligung eventuell sogar nochmal erhöht wird.

Die Alternative wäre ein mobiler Lader für Anschluss an einer CEE16 Drehstromsteckdose. Davon gibt es auf dem Grundstück ein paar, die liefern ebenso 16A auf drei Phasen, wie eine Wallbox. Das wäre zum einen die unmittelbar günstigere Lösung, weil die Installation wegfällt, zum anderen müsste so ein Gerät vermutlich ohnehin angeschafft werden. Man kommt zwar mittlerweile mit öffentlichen Ladern weit, aber eben auch nicht überall hin, was vor allem für Urlaubsfahrten Relevanz hätte. Zwar gibt es immer mehr Hotels und Pensionen, die Lader installiert haben, aber die Chance eine Drehstromdose zu finden, ist denke ich nachwievor höher. Voraussetzung war allerdings, dass ein Zähler integriert ist. Da die zuhause vorhandenen Drehstromdosen nicht über meinen Zähler verkabelt sind, sondern über den „Hausanschluss“ laufen, muss natürlich klar sein, wieviel Strom ins Auto läuft, damit die Mehrkosten entsprechend erkenn- und abdeckbar sind. Anschluss an den eigenen Zähler wäre dann erst bei Festinstallation gegeben.

Also wurde recherchiert. Grundsätzlich gibt es drei gängige Lösungen: Juice Booster 2, NRGkick und go-eCharger. Der Juice Booster fällt raus, da kein Zähler integriert ist.

Rein funktionell sind NRGkick und go-eCharger ähnlich. Beide können 11kw via CEE16 oder 22kw via CEE32 (beim go-e wäre dafür die dedizierte 22kw-Variante nötig, da der Stecker fest verbaut ist, könnte dann runter-adaptiert werden) beide haben App-Unterstützung, sind Updatefähig und haben Zähler integriert. Der nrgKick hat ein paar intelligentere Funktionen für den mobilen Einsatz, ist durch das fest integrierte Kabel ein Stück kompakter und auch ein Stück robuster. Da es aber hauptsächlich um den Einsatz daheim geht, bis dann evtl. doch irgendwann eine „große“ Wallbox kommt, war der geringere Preis des go-E sehr attraktiv. Der hat außerdem RFID-Zugangskontrolle. So könnte man zum einen sichergehen, dass keiner unbefugt lädt (hier in der Gegend wohl eher weniger relevant) und hätte zum anderen auch die Möglichkeit, „Gastlader“ mit zu messen.

Die 22kw waren für uns nicht wirklich relevant, da CEE32-Dosen doch deutlich seltener auffindbar sein sollten, zumindest dort, wo man im Urlaub mal landen könnte und zuhause weiß ich, dass ich nur CEE16 habe.

Also wird es der go-eCharger Home+ 11kw, dazu gibt es das passende Adapterset und ein ausreichend langes Typ2-Ladekabel. Das separate Kabel wäre nicht unbedingt nötig, da dem Auto eins beiliegt, aber so kann eins dauerhaft daheim und eins dauerhaft im Kofferraum bleiben. Kabel vergessen ausgeschlossen. ��

Die Tesla-Experience

Finanzierung geklärt. Aufladen geklärt. Kosten geklärt. Auto ausgewählt. Nun geht es natürlich darum, Nägel mit Köpfen zu machen. Die Entscheidung des Wann, war schnell getroffen. Zum Zeitpunkt der Bestellung stand Tesla bei Lieferung vorraussichtlich im Februar 22 (also ~3-4 Monate), bei allen anderen wäre es mindestens ein halbes Jahr geworden, vermutlich mehr.

Also Bestellung so schnell wie möglich.

Nun war ich, beim Autokauf, den klassischen Weg über Autohäuser gewohnt (von Privat war keines meiner Autos bisher gekauft) Es waren bisher ausnahmslos Gebrauchtwagen, also immer as-is, unmittelbar verfügbar. Aber dennoch: die Mühlen der Bürokratie liefen immer langsam. Zwar war das Auto selbst immer sofort verfügbar, dennoch hat es immer seine Zeit gedauert, bis aufseiten der Verkäufer, aufseiten der Bank für die Finanzierung, etc. pp. alles so weit war.

Die Konfiguration

Eine komplette Neubestellung wäre hier für mich also ein First. Und dann bei Tesla: den „klassischen Weg“ gibt es hier schlicht und ergreifend nicht. Das fängt schon beim Konfigurator an. Während man bei den meisten anderen Marken (und vor allem bei den Deutschen) Furz und Feuerstein in sein Wunsch-Auto konfigurieren kann, oftmals noch in mehr oder weniger sinnigen Paketen verteilt, fällt das bei Tesla fast komplett weg:
  • Modell - Standard mit einem Motor, Long Range und Performance mit zwei Motoren und Allrad
  • Farbe - Fünf Stück; Weiß, Grau, Schwarz, Blau, Rot
  • Innenraum - Schwarz oder Weiß
  • Räder - 18" Aero, 19" Sport
  • Winterräder - 18" Aero, 19" Sport
  • Autopilot - Standard, Enhanced, volles Potential für autonomes Fahren


Allerdings gibt es ein paar Eigenheiten, die nicht sofort ersichtlich sind. So findet man beispielsweise erst bei genauer Suche heraus, dass die Dual Motor Varianten eine erweiterte Innenausstattung haben: erweitertes Soundsystem mit mehr Hochtönern und extra Subwoofer, Sitzheizung hinten, beheiztes Lenkrad. Diese Extras stehen für das Standardmodell nicht zur Verfügung. Für uns nicht relevant, aber dennoch gut zu wissen.

Der zweite Punkt, den Tesla etwas herunterspielt, ist der Umfang des „Autopilot“, also der Fahrassistenzsysteme. Zwar werden die Funktionen der Erweiterungspakete gelistet, nicht aber die Funktionen des „basic Autopilot“…also der Serienausstattung. Die ist auch sonst nicht über Quellen bei Tesla direkt zu finden.

Erst Google hat hier Erkenntnis gebracht. So sind automatische Spurhaltung, Abstandstempomat und Kollisionsvermeidung bereits im Serienumfang enthalten. Da für uns sowieso nur der Abstandstempomat wirklich gewünscht war, sparen wir uns hier jede Menge Extrakosten.

Die Hardware war dann recht schnell gewählt: Standardmodell, Blau metallic, schwarzer Innenraum und 18“ Aero Felgen. Die kleineren Felgen erhöhen den Fahrkomfort, die Aero-Radkappen erhöhen auf Langstrecke die Reichweite und die darunterliegenden Alufelgen sind gar nicht mal hässlich. Dazu noch ein Satz Winterräder gleichen Typs und der Drops ist gelutscht: Auto fertig.

Kurzer Screen, sichtbar einfügen geht ja leider nicht: https://abload.de/image.php?img=2021...28-ko4uj4n.png

Die Bestellung

Aber so einen Konfigurator hat vermutlich jeder schonmal durchgeklickt. Der eigentliche Part kommt ja noch. Wo man anderweitig ein Angebot anfordert oder mit dem Konfigurations-Code (oder schlimmer noch einem Ausdruck der Konfiguration) zum Händler geht, geht es hier Online weiter. Da ich die Idee für diesen Bericht leider erst danach hatte, gibt es leider keine Screenshots vom Prozess, hätte aber ohnehin sehr viel geschwärzt werden müssen.
Also Konto erstellt und auf Bestellen geklickt. Im nächsten Schritt nochmal die gewünschte Finanzierung ausgewählt und die 100€ Reservierungsgebühr bezahlt (bei Stornierung nicht erstattbar, im gelisteten Preis enthalten) und weiter ging es.

Nun werden nochmal alle Käuferdaten abgefragt, inkl. einiger Finanz-Details und der Leasing-Antrag wird online abgeschickt. Leasingpartner ist Tesla Financial Services, bei klassischer Finanzierung ist es wohl die Santander. Im Online-Portal zum Auto steht nun „Leasing-Antrag in Bearbeitung“.

Jetzt geht es hier um Leasing/Finanzierung, bestellt habe ich um etwa 17:30 Uhr, also heißt es warten, zumindest bis zum nächsten Tag...hab ich gedacht. Keine fünf Minuten später war am Finanzierungs-Punkt ein grüner Haken und es ging weiter, Antrag angenommen.

Als nächstes wurden die zukünftigen Halterdaten (kann ja vom Käufer abweichen) abgefragt, außerdem muss eine Personalausweiskopie hochgeladen werden. Aufgefallen ist mir allerdings, dass ich zwar über den Link in die laufende Bestellung schauen kann, in meinem Konto das Auto bzw. die Bestellung allerdings noch nicht auftaucht. Gut, vielleicht dauert das einfach ein bisschen.

Der erste Kontakt

Ich war gerade dabei, die frisch erstellte Ausweiskopie hochzuladen, etwa 17:45, also ungefähr 15 Minuten nach der Bestellung, als ein Anruf kam: Luisa, von Tesla in Dresden. Pixels Gesicht: Das ging flott.

Worum ging’s in dem Anruf? Glückwunsch zum neuen Auto, die nächsten Schritte, eventuell offene Fragen meinerseits und ob irgendwas an der Konfiguration gemacht werden soll, was über den Konfigurator nicht geht aber über den Tesla-Shop erhältlich ist und vor der Auslieferung schon montiert werden kann (Anhängerkupplung, HomeLink-Modul)

Die nächsten Schritte waren relativ klar: Ausweiskopie war schon am hochladen, darüber hinaus heißt es erstmal auf die Zuweisung eines Autos warten, bis es irgendwie weitergeht.
Änderungen waren meinerseits keine gewünscht.

Eine offene Frage hatte ich aber, wie bereits erwähnt: Wieso ist das Auto nicht im Account? Kurze Verwirrung bei Tesla-Luisa, die nochmal alles geprüft hat. Treffer: Trottel-Pixel hat sich beim Ausfüllen der Formulare vertippt und einen Dreher in der Mail-Adresse. Damit wurde das Auto nicht dem existierenden Account zugefügt, sondern ein neuer erstellt. Scheinbar nicht das erste Mal, wird gefixt.

So war es dann auch, hier ebenfalls wieder ohne große Wartezeit. Zehn Minuten später der zweite Anruf von Tesla-Luisa: Problem gelöst, Zuweisung jetzt korrekt, Auto via Browser und Tesla-App sichtbar. Dadurch konnte ich nun auch jederzeit wieder in die Bestellung schauen.


Bis hierhin war es das nun erstmal, bis ein Auto gebaut bzw. mir zugewiesen wurde, tut sich erstmal nix weiter. Mir fehlt der direkte Vergleich zum Neuwagenkauf woanders, aber ich war schon etwas überrascht, wie schnell doch alles ging. Von Konfigurator durchgeklickt bis Finanzierung geklärt, warten auf Auto, war es weniger als eine Stunde, damit hatte ich nicht gerechnet.

Das Ganze hier wird natürlich ergänzt, wenn sich irgendwas tut. Auch zur Auslieferung und natürlich zum Auto selbst werde ich was schreiben, wenn es so weit ist. Wenn jemand Ideen für verbesserte Formatierung hat, immer her damit. Bilder einfügen, um den Textfluss ein wenig auseinander zu ziehen, geht ja leider nicht.

----- Update 1 10.11.21 -----

Wurde erneut von der Tesla-Luisa kontaktiert, diesmal per E-Mail. Der Tesla-Store in Dresden ist nun offziell eröffnet und ab Dezember finden dort auch Auslieferungen statt. Bei voraussichtlicher Auslieferung im Februar (derzeit) würde das für mich natürlich perfekt passen.

Da ich bei der Bestellung nur Regensburg oder Berlin als Auslieferungsort auswählen konnte, hat sich somit der Anfahrweg zur Abholung mehr als halbiert. Das hört man gerne.

Ansonsten nix neues: derzeit scheinbar alle Fahrzeuge (auch die, die noch auf diversen Schiffen rumtuckern) verkauft und zugewiesen.
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----- Update 2 11.11.21 -----

Vorhin gerade durch Zufall gesehen, dass plötzlich laut Website jede Menge Model 3 im verfügbaren Bestand waren, "verfügbar für schnelle Auslieferung". Darunter minimum Eines, das meiner Konfiguration entspricht (nur minus der Winterräder)

Mir ist weiterhin keine VIN zugewiesen und ich stehe bei voraussichtlich Februar.

Natürlich ist das nach 18 Uhr passiert (danke, Automatismus) so dass natürlich von Tesla niemand mehr kurzfristig erreichbar war, um das zu klären, eventuell zu wandeln, etc.

Einfach ins Blaue neu bestellen wollte ich dann doch nicht. Tesla-Luisa hat eine Mail von mir, mal schauen ob da eine Antwort kommt.

Ungeduld gehört ja zum Glück nicht zu meinen vielen Fehlern und bis Februar warten wär echt kein Thema, aber hier wäre eine schnelle Auslieferung in Hinblick auf die wackelige Innovationsprämie zum Jahresende möglicherweise auch finanziell interessant.

Mal schauen, wenn die Autos morgen früh weiterhin in der Bestandsliste stehen, werd ich mal versuchen, die gute Luisa per Telefon zu erreichen.
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----- Update 3 12.11.21 -----

Vollbracht.

Nach etlichen Telefonaten mit Tesla in Dresden ist die Sache nun geklärt.

Für gesamt nur etwas über 500€ mehr wurde mir nun ein Bestandsfahrzeug zugewiesen. Mit den 19" Sporträdern, was normalerweise ein 1700€ Aufpreis-Item ist.

Dazu gibt's die Lieferung noch dieses Jahr und damit definitiv die erhöhte Förderung.

Es wäre auch eines in der 1:1 gleichen Konfiguration, zum ursprünglichen Preis verfügbar gewesen, dann allerdings mit dem "alten" Akku. Also ein 2021er Modell statt dem neuen 22er. Hat vermutlich jemand storniert. Hab dann doch lieber den neuen Akku genommen. Den vergleichbar geringen Aufpreis für die Räder nehm ich da gerne noch mit. Desweiteren wird gemunkelt, dass die Standardmodelle aus Modelljahr 2022 auf jeden Fall mit der Hardware für Rücksitz- und Lenkradheizung kommen, eventuell von Haus aus freigeschaltet, aber auf jeden Fall zubuchbar. Das war vorher den Long Range vorbehalten.

Nachdem nun alles final im Konto stand, konnte ich die vereinbarte Anzahlung überweisen. Sobald die bei Tesla eingegangen ist, bekomme ich die Papiere für die Zulassung. Angepeilter Auslieferungstermin derzeit, ist der 13.12.21.
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Bei Fragen natürlich auch immer her damit.
Das Motto der Minensucher: Wer suchet, der findet. Wer drauftritt verschwindet.


Geändert von Killerpixel (12.11.2021 um 15:30 Uhr)
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