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Alt 09.11.2021, 18:59   #1 (permalink)
Hardware Freak
 
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Standard [Erfahrungsbericht] Pixels Mobilitätswende

Auch wenn hier derzeit wenig los und ich meinen Account selber von etwas Staub befreien musste Ist es ja weiterhin ein Technikforum und vielleicht interessiert es ja doch den ein oder anderen Stammleser, der mal reinschaut. Außerdem schreib ich so Kram gerne auf.


Kommen wir also dazu:

Als Autofahrer kennt man es: der ungläubige zweite Blick zum Preisschild, gefolgt vom genervten Grummeln, wenn es dann doch so weit ist und der Tank gefüllt werden muss. Es ist keine Neuigkeit, die ich hier nenne: die Spritpreise sind sehr hoch.
Besserung in Sicht? Unklar. Grund genug also, sich mal ernsthaft mit der „persönlichen Mobilitätswende“ zu beschäftigen.
Was mach ich hier? Erfahrungsbericht? Review? Wie auch immer man es nennt, ich dokumentiere hier meinen bzw. unseren (meine +1 redet natürlich auch mit )eigenen Umstieg zur und Erfahrungen mit der E-Mobilität sowie mit dem Hersteller.
Ich werde versuchen so gut es geht, positiv wie negativ, alle Seiten ein bisschen aufzuzeigen. Das beinhaltet auch den finanziellen Aspekt. Ich werde hier natürlich keine detaillierten Zahlen (wobei sich natürlich jeder selbst die Neupreise anschauen kann…) niederschreiben, sondern eher in Relationen sprechen. Relation zu vorher, Relation untereinander…ich werde das natürlich jeweils nennen.
Die Idee hierzu kam mir leider erst im Nachgang, daher wird einiges Rückwirkend beschrieben. Das Ganze ist hier auch nicht zwingend in der „korrekten“ Reihenfolge. Das geht grad bei Fahrzeugauswahl und Geldfragen auch oft hin und her.

Vorzustand und die Steine des Anstoßes

Derzeitige Situation existiert in Form eines BMW 320D, EZ Februar 2017, angeschafft August 2018, stammt aus einer Flotte des öffentlichen Dienstes, daher recht…bodenständige Ausstattung. Verbrauch bewegt sich bei 6,1L Diesel pro 100km. In flachen Gebieten Deutschlands wären sicher bessere Werte möglich, aber hier im Mittelgebirge geht die Zahl ein bisschen hoch.
Auto wurde als Jahreswagen mit 20.000 Kilometern auf der Uhr angeschafft. Stand jetzt stehen 95.000 km auf der Uhr. Also etwas mehr als 70.000 km in drei Jahren, inklusive 2020 mit mehreren Monaten vorrangig im Home Office. Zum damaligen Zeitpunkt waren jeden Tag ~160 km Arbeits- und Heimweg fällig, daher die Entscheidung pro Diesel. Finanziert wurde mittels klassischem Ratenkredit, ohne Schlussrate. Zum Zeitpunkt der Wechselüberlegungen steht davon noch etwa die Hälfte auf der Uhr.
Leider hat sich über die Zeit herausgestellt, dass das Auto ein großes Problem hat: es verschlingt geradezu vordere Bremsscheiben. Alle 15-20.000 km entwickeln die Scheiben einen solchen Schlag, dass das Lenkrad und zum Teil das ganze Auto wackelt. Bremswirkung nahezu unbeeinflusst…aber alles andere als angenehmes Fahren. Lösung? Nicht auffindbar. Mehrere Werkstätten (Vertrag, frei, privat) und viele getauschte Komponenten, darunter drei komplette vordere Bremssätze, davon eine als Kulanz, und das Problem besteht. Inzwischen hab ich mich damit abgefunden. Die Kosten…nunja, die kann man sich vorstellen. Unangenehm. Regelmäßige Wartungen kommen natürlich noch dazu. Dazu kamen zwei ordentliche Steinschlagschäden auf der Motorhaube.

Mittlerweile war also klar: der BMW muss raus. Die Wartungs- und Reparaturkosten stehen in keinem Verhältnis und durch den Bremsenfehler macht das Auto auch einfach keinen Spaß mehr.
Mitte dieses Jahrs hat sich außerdem mein Arbeitsort verschoben, somit hat sich die tägliche Strecke halbiert. Noch nicht so nah, dass man sich über Kurzstreckenprobleme mit dem Diesel Gedanken machen müsste, aber dennoch merklich. Somit war auch Benzin wieder mit im Rennen.
Vergleichsweise günstiger Strom, Parkplatz auf eigenem Grundstück und somit Lademöglichkeit und die derzeitigen Spritkosten haben das EV ins Rennen gebracht. Und mit dem kürzeren Arbeitsweg sind wir nun ebenfalls in Gefilden, wo auch im Gebirgswinter die Reichweite eines „bezahlbaren“ EV ohne Sorge ausreicht.
Dazu kam dann der große Punkt, dass der Gebrauchtwert des BMW, zumindest zurzeit, vergleichsweise hoch liegt, selbst bei sehr konservativer Erwartung. Also ging es von „wir schauen vielleicht mal nächstes Jahr“ zu „na dann machen wir das doch einfach, wenn sich’s rechnet.“

Die Klimadebatte will ich hier nicht führen, da kommen nur wieder allerseits die Mistgabeln aus dem Keller, aber auch das hat eine Rolle gespielt.

Finanzielle Überlegungen

Also was tun? Zuerstmal braucht es eine Rechnungsgrundlage.
Als Basis dienen also die derzeitigen Werte für monatliche Auto-Rate, Treibstoffkosten pro 100km, Versicherungskosten, Steuern.
Wartungs- und Verschleißkosten lassen sich schwer beziffern…daher gehen die nicht direkt in die Rechnung, bleiben aber zumindest im Kopf und sind beim BMW vergleichsweise hoch. Wenn nix kaputt geht, sind die Wartungskosten eines aktuellen EV so gut wie nicht vorhanden.
Relativ schnell wurde mir klar, dass es auf ein Leasing hinauslaufen wird. Der Grund? Mir fehlen einfach noch die Erfahrungswerte, wie sich die kleineren Akkus nach 4+ Jahren machen, wie der Werterhalt der Autos aussieht, wie sich die Technologie weiterentwickelt, usw. Die aktuellen Entwicklungsgeschwindigkeiten sind mir da hoch genug, dass ich nicht in vier Jahren mit einem veralteten Auto dastehen möchte.

Also ging es an die erste Rechnung; Treibstoff - Diesel vs. Strom.

Hier gibt es ausnahmsweise eine konkrete Zahl: Bei 6,1L/100km und 1,55€ pro Liter Diesel (was derzeit sogar ein gutes Stück unter den regelmäßigen Hochwerten liegt) ergibt 9,46€/100km.
Das sieht beim Strom schon anders aus. Gerechnet mit derzeitigen Standardpreisen in der Region, ohne Autotarif, von 0,28€/kWh und einem angenommenen Verbrauch von 20kWh/100km macht das: 5,60€. Schonmal günstiger.
Nehm ich nun aber den derzeitigen Tarifpreis von 0,24€/kWh, sind es sogar nur 4,80€. Da ich aber nicht sicher sagen kann wie lange der Preis noch so bleibt, erst recht wenn plötzlich noch ein Auto damit geladen wird, wird mit dem „Normalpreis“ gerechnet.
Sieht schonmal okay aus.

Also weiter: Versicherung.

Schwankt natürlich sehr, je nachdem was man so sucht, geht es mal in die eine, mal in die andere Richtung. Schwierig zu beziffern, zumal beim neuen als Lease ja auch eine GAP-Deckung mit ins Programm gehört. Aber bei vergleichbaren Tarifen, bewegen sich die Jahrespreise im 30-40€ Bereich zueinander. Würde sich spätestens mit dem nächsten Punkt wieder ausgleichen

Steuern.

Bedarf, denke ich, keiner großen Umschreibung: 0€ gewinnt immer. Also wieder EV. Der BMW liegt bei über 200€.
Nun aber der große Punkt:

Finanzierung.

Hier wird’s etwas schwierig das Ganze zu umschreiben, ohne meine Finanzen komplett offenzulegen. ��
Das sieht sowieso für jeden anders aus, aber ich werde trotzdem Versuchen, meine eigene Entscheidungsfindung und Rechnungen hier darzulegen.
Es stehen also die derzeitige monatliche Rate und die Restsumme der Finanzierung als Grundlage im Raum. Demgegenüber stehen dann die Leasingrate und natürlich auch die Leasingsonderzahlung aka. Anzahlung.
Die Berechnung der monatlichen Kosten war recht simpel. Eine Aufstellung der monatlichen Fixkosten, mit Jahresgebühren wie Versicherungen und KFZ-Steuer einberechnet, hat sowieso schon existiert. Also musste nur die derzeitige Rate gegen die jeweilige neue Leasingrate und die Dieselkosten durch Autostromkosten ersetzt werden. Bis zu 100€ höhere Kosten unterm Strich waren für uns in Ordnung.

Das Ergebnis hat mich etwas überrascht: selbst bei der höchsten anzunehmenden Leasingrate wären es nicht mehr als 90€ zusätzlich im Monat. Mit der günstigsten Variante (die immer noch mehr kostet als die bisherige Rate) stehen sogar 15€ weniger da.
Kurzum: Eminent machbar.

Bleibt die Frage nach der Einstiegsfinanzierung und Auslöse. Mit konservativer Restwertrechnung für den BMW und 3000€ BAFA-Förderung sind sowohl die restliche Kreditsumme für den BMW, sowie die Wunsch-Anzahlung für’s Leasing, komplett abgedeckt. Da das Auto über die eigene Bank, nicht den Hersteller bzw. das Autohaus und deren Bank, finanziert ist, kann ich damit schalten und walten. Zumindest in der Theorie.

In der Praxis kann ich den BMW erst verkaufen, wenn das neue Auto da ist, da der Arbeitsweg natürlich trotzdem fällig wird. Die Förderung gibt es auch erst nach der Zulassung. Der Verkauf ist recht schnell gedeichselt, wenn es so weit ist und auch die Förderung ist in endlicher Zeit erledigt, dennoch muss es natürlich bedacht werden. Und was schieflaufen kann immer.
Da wir zum Glück nicht auf die große Null leben, ist das Delta mit vorhandenen Mitteln problemlos abbildbar. Letzten Endes wird alles mindestens genullt. Wenn der Verkaufspreis für den BMW näher am Ideal liegt als angenommen, sieht es noch besser aus. Wenn die Innovationsprämie vielleicht doch noch über 2021 hinaus verlängert wird, wie angekündigt, sieht es sogar NOCHMAL besser aus. Die bisherigen Rechnungen nehmen immer nur den normalen Staatsanteil der BAFA-Förderung an, ohne die Verdopplung. Um die Verdopplung mit Sicherheit zu garantieren, müsste das Auto noch 2021 zugelassen werden...bei den derzeitigen Lieferzeiten unmöglich.

Die Finanzierung ist also grundsätzlich geklärt. Natürlich kann man hier nun wieder diskutieren…ist das nötig? Macht das Sinn?

Nunja.

Es ist sicherlich ein klein bisschen schönrechnen mit dabei. Aber abseits vom Arbeitsweg fahr ich gern Auto und hab entsprechend auch gern ein „ordentliches“ Auto. Das lässt man sich dann auch mal etwas mehr kosten. Gäbe es günstigere Alternativen, auch günstigere EVs? Absolut. Gäbe es finanziell schlauere Lösungen? Absolut. Aber immer nur absolut graue Zahlen und Rechnungen als Basis zu nehmen, ist da nicht meins. Zumal ich auch weiterhin Techie bin, also darf es auch gern mal etwas Größeres sein, anstatt eines Dacia als reines Transportmittel. So lange es sich finanziell einigermaßen rechnet, fälle ich da gern eine etwas „blödere“ Entscheidung. Man braucht ja auch keinen Gaming-Rechner, nech?

Die Fahrzeugauswahl

Die Frage aller Fragen bei dem Thema: Welches Vehikel darf es sein? Großes Kriterium natürlich der Preis. Aber auch der eigene Geschmack. Und auch eigene Erfahrungen sowie prinzipielle Themen bei diversen Herstellern. So gigantisch groß ist die Auswahl ja auch noch nicht.

Zu den Kriterien: ein Kompaktwagen soll es nicht werden. Limousine ist bevorzugt, aber die Auswahl gering. Also, wenn alles andere passt, käme auch ein Crossover in Frage…fast schon gezwungenermaßen.

Ansonsten zählt ein bisschen die Leistung, wobei ich hier nicht auf ein absolutes Performance-Monster schaue. Der neue sollte aber zumindest on-par mit dem 200 PS BMW sein, am besten natürlich eine Verbesserung. �� Und natürlich die Ausstattung, zählt sowieso immer.

Grundsätzlich ausgeschlossen habe ich den kompletten Volkswagen-Konzern. Zum einen auf Basis eigener Erfahrungen mit dem Service und den Autos (sowohl bei VW direkt, als auch Skoda), zum anderen aus Prinzip anhand der Behandlung der eigenen Kunden im Rahmen der Abgas-Schummeleien.

Ich will jetzt aber auch nicht pro und kontra für absolut jedes verfügbare EV durchgehen (wo die meisten ohnehin schon aufgrund der Bauform oder exorbitanter Preise rausfallen), das sprengt denke ich ein wenig den Rahmen. Wir gehen hier einfach kurz die engere Auswahl durch. Was ich mir genauer angeschaut habe und dann jeweils was gegen das Modell gesprochen hat und was Pluspunkte wären.

Die Reichweitenfrage ist natürlich wichtig, wobei ich die zum Teil öffentlich als ein wenig hochgeschaukelt wahrnehme. Grundsätzlich gilt für mich: es wird das Modell/Paket mit ~400km Reichweite gewählt

Hyundai Ioniq 5

Technologisch interessant. Stichwort 800V Lader. Auch preislich nicht uninteressant, aber leider designtechnisch für mich doch eher nichts. Etwas schwachbrüstig beim Standard-Modell. Anmeldung zur Probefahrt bei Hyundai blieb ohne Erfolg. Sämtliche Händler in der Region haben keinen zur Hand.

Kia EV-6

Siehe Ioniq 5 in Sachen Technik. Noch nicht verfügbar, daher auch keine Probefahrt machbar. Preislich vermutlich ne Ecke über dem Hyundai. Deutlich ansprechenderes Design. Schwierig zu planen aufgrund Bestell- und Verfügbarkeit.

Polestar 2

Ansprechendes Design innen und außen. Viele relevante Extras nur in völlig unsinnigen Paketen (Wärmepumpe und wireless charging nur in Verbindung mit Sitzheizung hinten, Panoramadach und Harman Kardon Sound). Ist mir beim Standard-Modell in Sachen Leistung etwas zu sehr gezähmt. Durch die sinnlosen Pakete preislich ganz am oberen Ende. Probefahrt….guter Witz. Der nächstgelegene Showroom hatte keine Termine für mich, aller weiteren sind mehrere hundert Kilometer entfernt. Für ne halbe Stunde Probefahrt zu viel.

Ford Mustang Mach-E

Sehr ordentliche Grundausstattung. Schickes Design. Anmeldung zur Probefahrt auf der Ford-Webseite erwartungsgemäß ohne Ergebnis. Aber: in der Filiale einer regionalen Kette konnte der Verkaufsberater tatsächlich ein Fahrzeug für eine Probefahrt organisieren. Zwar leider nicht repräsentativ für die eigene Wunschausstattung, aber besser als nichts. Hat grundsätzlich die eigene Einstellung zum Auto nicht groß verändert. Leider ein kleiner Knick in der Sitzposition und der Tiefe der Mittelkonsole, die einem ständig ins Knie drückt. Kann sicher auf Dauer drumrum arbeiten, aber trotzdem merklich. Der Verkaufsberater, den ich natürlich im Preis mitfinanziere, war abseits der Probefahrt leider eine totale Enttäuschung, konnte mir genau Garnichts zum Auto sagen. Preislich am Ende außerdem uninteressant, Ford ruft absolut irre Summen auf, in Relation zum Barpreis.

Tesla Model 3

Minimalistischer Innenraum ist gewöhnungsbedürftig, für mich aber kein Problem. Ausstattung ohne Autopilot-Pakete für mich genau richtig. Supercharger-Netz. Kampfpreise. (v.A. Leasing-Raten) Lieferbarkeit. Von allen die beste Leistung. Regelmäßige OTA Updates und Upgrades. Service ein kleines Fragezeichen, aber da keine Intervall-Services vorgesehen sind, ist auch das verschmerzbar. Probefahrt über Tesla war ähnlich schwierig wie bei allen anderen. Glücklicherweise gibt es in der Region einen auf E-Mobilität spezialisierten Autohändler, der auch Teslas zur Miete anbietet. Dort also für ein paar Stunden ein Model 3 ausgeliehen. Wegfall der Fahrerinstrumente natürlich anders, aber nicht annähernd so störend, wie ich es gedacht habe. Ansonsten keine Kritikpunkte feststellbar. Mietfahrzeug, entsprechend natürlich ordentlich runtergeschrabbelt, aber ein guter Einblick.

Bei allen Überlegungen, war es am Ende der Preis, der das Rennen in der engeren Auswahl entschieden hat. Bei Tesla nutzt man den geringen Overhead, um die Preise und v.A. Leasingraten unten zu halten. Bei gleichbleibender Anzahlung sind die Raten teilweise um bis zu 150€ niedriger.
Daher war die Entscheidung getroffen: Tesla Model 3. Zum Zeitpunkt der Entscheidung war das Auto noch als Model 3 Standard Plus bekannt, inzwischen nur noch Model 3.

Lade-Überlegungen

Großes Thema natürlich. Tanken is nich mehr, wie wird der Wagen geladen? Nun, hier haben wir das Glück der freien Hand auf dem Grundstück, entsprechend können wir uns die beste Lösung quasi frei aussuchen. Zwar kein Garagenstellplatz (da gilt in der Familie Alter vor Schönheit ) aber fester Parkplatz, weg von öffentlichen Wegen.

Da gab es natürlich die Thematik der KFW-Förderung für Wallboxen, 900€ zurück, immerhin. Der Plan hier sah eigentlich so aus, dass das angegriffen wird, sobald die Entscheidung getroffen und das Auto bestellt ist. Mit den derzeitigen Laufzeiten bei den Auto-Bestellungen hätte das locker gereicht, einen Installationstermin zu arrangieren.
Aber wie das mit Plänen so ist…zwei Tage nach der Planung kamen dann die Nachrichten, dass das Budget für die Wallbox-Förderung alle ist. Im derzeitigen Stand der Regierungsbildung wird die sicher auch keiner fix wieder auffüllen, das fällt also weg. Ärgerlich, aber verkraftbar.

Aber das Ganze öffnet die nächste Frage: trotzdem feste Wallbox? Wäre irgendwie ärgerlich, eine Wallbox installieren zu lassen nur damit dann zwei Monate später die Förderung weitergeht und bei grüner Regierungsbeteiligung eventuell sogar nochmal erhöht wird.

Die Alternative wäre ein mobiler Lader für Anschluss an einer CEE16 Drehstromsteckdose. Davon gibt es auf dem Grundstück ein paar, die liefern ebenso 16A auf drei Phasen, wie eine Wallbox. Das wäre zum einen die unmittelbar günstigere Lösung, weil die Installation wegfällt, zum anderen müsste so ein Gerät vermutlich ohnehin angeschafft werden. Man kommt zwar mittlerweile mit öffentlichen Ladern weit, aber eben auch nicht überall hin, was vor allem für Urlaubsfahrten Relevanz hätte. Zwar gibt es immer mehr Hotels und Pensionen, die Lader installiert haben, aber die Chance eine Drehstromdose zu finden, ist denke ich nachwievor höher. Voraussetzung war allerdings, dass ein Zähler integriert ist. Da die zuhause vorhandenen Drehstromdosen nicht über meinen Zähler verkabelt sind, sondern über den „Hausanschluss“ laufen, muss natürlich klar sein, wieviel Strom ins Auto läuft, damit die Mehrkosten entsprechend erkenn- und abdeckbar sind. Anschluss an den eigenen Zähler wäre dann erst bei Festinstallation gegeben.

Also wurde recherchiert. Grundsätzlich gibt es drei gängige Lösungen: Juice Booster 2, NRGkick und go-eCharger. Der Juice Booster fällt raus, da kein Zähler integriert ist.

Rein funktionell sind NRGkick und go-eCharger ähnlich. Beide können 11kw via CEE16 oder 22kw via CEE32 (beim go-e wäre dafür die dedizierte 22kw-Variante nötig, da der Stecker fest verbaut ist, könnte dann runter-adaptiert werden) beide haben App-Unterstützung, sind Updatefähig und haben Zähler integriert. Der nrgKick hat ein paar intelligentere Funktionen für den mobilen Einsatz, ist durch das fest integrierte Kabel ein Stück kompakter und auch ein Stück robuster. Da es aber hauptsächlich um den Einsatz daheim geht, bis dann evtl. doch irgendwann eine „große“ Wallbox kommt, war der geringere Preis des go-E sehr attraktiv. Der hat außerdem RFID-Zugangskontrolle. So könnte man zum einen sichergehen, dass keiner unbefugt lädt (hier in der Gegend wohl eher weniger relevant) und hätte zum anderen auch die Möglichkeit, „Gastlader“ mit zu messen.

Die 22kw waren für uns nicht wirklich relevant, da CEE32-Dosen doch deutlich seltener auffindbar sein sollten, zumindest dort, wo man im Urlaub mal landen könnte und zuhause weiß ich, dass ich nur CEE16 habe.

Also wird es der go-eCharger Home+ 11kw, dazu gibt es das passende Adapterset und ein ausreichend langes Typ2-Ladekabel. Das separate Kabel wäre nicht unbedingt nötig, da dem Auto eins beiliegt, aber so kann eins dauerhaft daheim und eins dauerhaft im Kofferraum bleiben. Kabel vergessen ausgeschlossen. ��

Die Tesla-Experience

Finanzierung geklärt. Aufladen geklärt. Kosten geklärt. Auto ausgewählt. Nun geht es natürlich darum, Nägel mit Köpfen zu machen. Die Entscheidung des Wann, war schnell getroffen. Zum Zeitpunkt der Bestellung stand Tesla bei Lieferung vorraussichtlich im Februar 22 (also ~3-4 Monate), bei allen anderen wäre es mindestens ein halbes Jahr geworden, vermutlich mehr.

Also Bestellung so schnell wie möglich.

Nun war ich, beim Autokauf, den klassischen Weg über Autohäuser gewohnt (von Privat war keines meiner Autos bisher gekauft) Es waren bisher ausnahmslos Gebrauchtwagen, also immer as-is, unmittelbar verfügbar. Aber dennoch: die Mühlen der Bürokratie liefen immer langsam. Zwar war das Auto selbst immer sofort verfügbar, dennoch hat es immer seine Zeit gedauert, bis aufseiten der Verkäufer, aufseiten der Bank für die Finanzierung, etc. pp. alles so weit war.

Die Konfiguration

Eine komplette Neubestellung wäre hier für mich also ein First. Und dann bei Tesla: den „klassischen Weg“ gibt es hier schlicht und ergreifend nicht. Das fängt schon beim Konfigurator an. Während man bei den meisten anderen Marken (und vor allem bei den Deutschen) Furz und Feuerstein in sein Wunsch-Auto konfigurieren kann, oftmals noch in mehr oder weniger sinnigen Paketen verteilt, fällt das bei Tesla fast komplett weg:
  • Modell - Standard mit einem Motor, Long Range und Performance mit zwei Motoren und Allrad
  • Farbe - Fünf Stück; Weiß, Grau, Schwarz, Blau, Rot
  • Innenraum - Schwarz oder Weiß
  • Räder - 18" Aero, 19" Sport
  • Winterräder - 18" Aero, 19" Sport
  • Autopilot - Standard, Enhanced, volles Potential für autonomes Fahren


Allerdings gibt es ein paar Eigenheiten, die nicht sofort ersichtlich sind. So findet man beispielsweise erst bei genauer Suche heraus, dass die Dual Motor Varianten eine erweiterte Innenausstattung haben: erweitertes Soundsystem mit mehr Hochtönern und extra Subwoofer, Sitzheizung hinten, beheiztes Lenkrad. Diese Extras stehen für das Standardmodell nicht zur Verfügung. Für uns nicht relevant, aber dennoch gut zu wissen.

Der zweite Punkt, den Tesla etwas herunterspielt, ist der Umfang des „Autopilot“, also der Fahrassistenzsysteme. Zwar werden die Funktionen der Erweiterungspakete gelistet, nicht aber die Funktionen des „basic Autopilot“…also der Serienausstattung. Die ist auch sonst nicht über Quellen bei Tesla direkt zu finden.

Erst Google hat hier Erkenntnis gebracht. So sind automatische Spurhaltung, Abstandstempomat und Kollisionsvermeidung bereits im Serienumfang enthalten. Da für uns sowieso nur der Abstandstempomat wirklich gewünscht war, sparen wir uns hier jede Menge Extrakosten.

Die Hardware war dann recht schnell gewählt: Standardmodell, Blau metallic, schwarzer Innenraum und 18“ Aero Felgen. Die kleineren Felgen erhöhen den Fahrkomfort, die Aero-Radkappen erhöhen auf Langstrecke die Reichweite und die darunterliegenden Alufelgen sind gar nicht mal hässlich. Dazu noch ein Satz Winterräder gleichen Typs und der Drops ist gelutscht: Auto fertig.

Kurzer Screen, sichtbar einfügen geht ja leider nicht: https://abload.de/image.php?img=2021...28-ko4uj4n.png

Die Bestellung

Aber so einen Konfigurator hat vermutlich jeder schonmal durchgeklickt. Der eigentliche Part kommt ja noch. Wo man anderweitig ein Angebot anfordert oder mit dem Konfigurations-Code (oder schlimmer noch einem Ausdruck der Konfiguration) zum Händler geht, geht es hier Online weiter. Da ich die Idee für diesen Bericht leider erst danach hatte, gibt es leider keine Screenshots vom Prozess, hätte aber ohnehin sehr viel geschwärzt werden müssen.
Also Konto erstellt und auf Bestellen geklickt. Im nächsten Schritt nochmal die gewünschte Finanzierung ausgewählt und die 100€ Reservierungsgebühr bezahlt (bei Stornierung nicht erstattbar, im gelisteten Preis enthalten) und weiter ging es.

Nun werden nochmal alle Käuferdaten abgefragt, inkl. einiger Finanz-Details und der Leasing-Antrag wird online abgeschickt. Leasingpartner ist Tesla Financial Services, bei klassischer Finanzierung ist es wohl die Santander. Im Online-Portal zum Auto steht nun „Leasing-Antrag in Bearbeitung“.

Jetzt geht es hier um Leasing/Finanzierung, bestellt habe ich um etwa 17:30 Uhr, also heißt es warten, zumindest bis zum nächsten Tag...hab ich gedacht. Keine fünf Minuten später war am Finanzierungs-Punkt ein grüner Haken und es ging weiter, Antrag angenommen.

Als nächstes wurden die zukünftigen Halterdaten (kann ja vom Käufer abweichen) abgefragt, außerdem muss eine Personalausweiskopie hochgeladen werden. Aufgefallen ist mir allerdings, dass ich zwar über den Link in die laufende Bestellung schauen kann, in meinem Konto das Auto bzw. die Bestellung allerdings noch nicht auftaucht. Gut, vielleicht dauert das einfach ein bisschen.

Der erste Kontakt

Ich war gerade dabei, die frisch erstellte Ausweiskopie hochzuladen, etwa 17:45, also ungefähr 15 Minuten nach der Bestellung, als ein Anruf kam: Luisa, von Tesla in Dresden. Pixels Gesicht: Das ging flott.

Worum ging’s in dem Anruf? Glückwunsch zum neuen Auto, die nächsten Schritte, eventuell offene Fragen meinerseits und ob irgendwas an der Konfiguration gemacht werden soll, was über den Konfigurator nicht geht aber über den Tesla-Shop erhältlich ist und vor der Auslieferung schon montiert werden kann (Anhängerkupplung, HomeLink-Modul)

Die nächsten Schritte waren relativ klar: Ausweiskopie war schon am hochladen, darüber hinaus heißt es erstmal auf die Zuweisung eines Autos warten, bis es irgendwie weitergeht.
Änderungen waren meinerseits keine gewünscht.

Eine offene Frage hatte ich aber, wie bereits erwähnt: Wieso ist das Auto nicht im Account? Kurze Verwirrung bei Tesla-Luisa, die nochmal alles geprüft hat. Treffer: Trottel-Pixel hat sich beim Ausfüllen der Formulare vertippt und einen Dreher in der Mail-Adresse. Damit wurde das Auto nicht dem existierenden Account zugefügt, sondern ein neuer erstellt. Scheinbar nicht das erste Mal, wird gefixt.

So war es dann auch, hier ebenfalls wieder ohne große Wartezeit. Zehn Minuten später der zweite Anruf von Tesla-Luisa: Problem gelöst, Zuweisung jetzt korrekt, Auto via Browser und Tesla-App sichtbar. Dadurch konnte ich nun auch jederzeit wieder in die Bestellung schauen.


Bis hierhin war es das nun erstmal, bis ein Auto gebaut bzw. mir zugewiesen wurde, tut sich erstmal nix weiter. Mir fehlt der direkte Vergleich zum Neuwagenkauf woanders, aber ich war schon etwas überrascht, wie schnell doch alles ging. Von Konfigurator durchgeklickt bis Finanzierung geklärt, warten auf Auto, war es weniger als eine Stunde, damit hatte ich nicht gerechnet.

Das Ganze hier wird natürlich ergänzt, wenn sich irgendwas tut. Auch zur Auslieferung und natürlich zum Auto selbst werde ich was schreiben, wenn es so weit ist. Wenn jemand Ideen für verbesserte Formatierung hat, immer her damit. Bilder einfügen, um den Textfluss ein wenig auseinander zu ziehen, geht ja leider nicht.

----- Update 1 10.11.21 -----

Wurde erneut von der Tesla-Luisa kontaktiert, diesmal per E-Mail. Der Tesla-Store in Dresden ist nun offziell eröffnet und ab Dezember finden dort auch Auslieferungen statt. Bei voraussichtlicher Auslieferung im Februar (derzeit) würde das für mich natürlich perfekt passen.

Da ich bei der Bestellung nur Regensburg oder Berlin als Auslieferungsort auswählen konnte, hat sich somit der Anfahrweg zur Abholung mehr als halbiert. Das hört man gerne.

Ansonsten nix neues: derzeit scheinbar alle Fahrzeuge (auch die, die noch auf diversen Schiffen rumtuckern) verkauft und zugewiesen.
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----- Update 2 11.11.21 -----

Vorhin gerade durch Zufall gesehen, dass plötzlich laut Website jede Menge Model 3 im verfügbaren Bestand waren, "verfügbar für schnelle Auslieferung". Darunter minimum Eines, das meiner Konfiguration entspricht (nur minus der Winterräder)

Mir ist weiterhin keine VIN zugewiesen und ich stehe bei voraussichtlich Februar.

Natürlich ist das nach 18 Uhr passiert (danke, Automatismus) so dass natürlich von Tesla niemand mehr kurzfristig erreichbar war, um das zu klären, eventuell zu wandeln, etc.

Einfach ins Blaue neu bestellen wollte ich dann doch nicht. Tesla-Luisa hat eine Mail von mir, mal schauen ob da eine Antwort kommt.

Ungeduld gehört ja zum Glück nicht zu meinen vielen Fehlern und bis Februar warten wär echt kein Thema, aber hier wäre eine schnelle Auslieferung in Hinblick auf die wackelige Innovationsprämie zum Jahresende möglicherweise auch finanziell interessant.

Mal schauen, wenn die Autos morgen früh weiterhin in der Bestandsliste stehen, werd ich mal versuchen, die gute Luisa per Telefon zu erreichen.
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----- Update 3 12.11.21 -----

Vollbracht.

Nach etlichen Telefonaten mit Tesla in Dresden ist die Sache nun geklärt.

Für gesamt nur etwas über 500€ mehr wurde mir nun ein Bestandsfahrzeug zugewiesen. Mit den 19" Sporträdern, was normalerweise ein 1700€ Aufpreis-Item ist.

Dazu gibt's die Lieferung noch dieses Jahr und damit definitiv die erhöhte Förderung.

Es wäre auch eines in der 1:1 gleichen Konfiguration, zum ursprünglichen Preis verfügbar gewesen, dann allerdings mit dem "alten" Akku. Also ein 2021er Modell statt dem neuen 22er. Hat vermutlich jemand storniert. Hab dann doch lieber den neuen Akku genommen. Den vergleichbar geringen Aufpreis für die Räder nehm ich da gerne noch mit. Desweiteren wird gemunkelt, dass die Standardmodelle aus Modelljahr 2022 auf jeden Fall mit der Hardware für Rücksitz- und Lenkradheizung kommen, eventuell von Haus aus freigeschaltet, aber auf jeden Fall zubuchbar. Das war vorher den Long Range vorbehalten.

Nachdem nun alles final im Konto stand, konnte ich die vereinbarte Anzahlung überweisen. Sobald die bei Tesla eingegangen ist, bekomme ich die Papiere für die Zulassung. Angepeilter Auslieferungstermin derzeit, ist der 13.12.21.
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----- Update 4 19.11.21 -----

Tesla-Standort in Dresden inzwischen offiziell geöffnet. Per Telefon keiner erreichbar, also einfach per Chat auf der Seite probiert, der überall empfohlen wird, und tatsächlich: Erfolg! Auslieferungsort von Regensburg auf Dresden geändert. Aber direkt danach: sämtliche Dokumente aus dem Konto verschwunden, zugewiesene Fahrgestellnummer ebenfalls aus dem Konto verschwunden, sah aus wie frisch bestellt. Erneuter Kontakt mit dem Chat, Antwort: schnellstmöglich mit dem Verkaufsberater in Verbindung setzen. Danke, da meldet sich ja niemand, deswegen bin ich hier...nunja...
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----- Update 5 20.11.21 -----

Neuer Tag, neues Glück. Tatsächlich jemanden in Dresden erreicht, wenn auch nicht meine ursprüngliche Beraterin. Problem geschildert, es wurde kurz geprüft. Offenbar muss das Leasing neu genehmigt und die Dokumente neu ausgestellt werden, daher der "Reset", im Hintergrund aber alles noch korrekt zugewiesen.

Seltsames Verfahren, da in keinem der vielen Dokumente irgendwo der Lieferort konkret auftaucht. Da steht sowohl vorher als auch nachher nur "Tesla Service Center" als Lieferadresse. Unnötig Verwirrung und Stress produziert, da man nach der Aktion doch den Eindruck bekommen hat, das zugewiesene Fahrzeug wurde entzogen.

Nach einigen Stunden kamen erneut die Bestätigungen und alles war wie vorher. Hätte man durchaus erwähnen können, dass das so abläuft, um die Reibereien für alle Beteiligten zu verhindern.

Bei der Gelegenheit auch direkt mal nachgefragt, wann denn die Papiere ankommen. Zulassung ohne Termin geht aufgrund Corona ja nicht. Und Termine wachsen nicht auf dem Baum. Aussage: Nächste Woche.
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----- Update 6 30.11.21 -----

Nächster Anruf bei Tesla, weiterhin keine Papiere. Anzahlung vor über zwei Wochen geleistet, angepeilter Liefertermin in zwei Wochen. Irgendwann muss ich den Hobel zulassen. Aussage: im Laufe der Woche. Hmm.
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----- Update 7 03.12.21 -----

Erneuter Kontakt, bisher keine Infos, nachwievor keine Papiere, "laufe der Woche" inzwischen auch vorbei. Erneute Aussage: nächste Woche. Ahja.

Mal bisschen in der Tesla-Community rumgestöbert und tatsächlich über Beiträge von jemandem mit "insider infos" gestolpert. Wie es scheint, gab es Verzögerungen bei der Typgenehmigung der Model 3 mit dem neuen, größeren Akku. Ob das Problem vom Amt oder von Tesla ausgeht, weiß keiner. Keine verlässlichen Infos zum Zeitrahmen, aber mehrere Tausend Kunden betroffen.
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----- Update 8 06.12.21 -----

Vorsichtiger Anruf bei Tesla: nächste Woche Auslieferung, wie schauts aus? Papiere? Fester Termin?

Und ausnahmsweise mal gute Nachrichten, Aussage vom Berater: Papiere auf dem Weg, Versandbestätigung kommt, Fahrzeug im Hafen in Belgien, kommt am 13.12. in Dresden an, Termin am 14.12.

Perfekt. Da hat das Timing grad noch gepasst.
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----- Update 9 10.12.21 -----

Fahrzeug zugelassen. Papiere zeigen interessanterweiße ein Herstellungsdatum 26.11.21. Wenn das Auto schon am 06.12. in Belgien war, kann das nicht sein. Da wurde scheinbar gemauschelt, um keine Probleme bzgl. der Typgenehmigung zu kriegen. Laut Tesla-Community haben fast alle betroffenen dieses Datum da stehen. Tsk tsk. War auch alles so frisch, dass die gute Frau auf der Zulassungsstellte alles händisch eintragen musste, weil aus dem System vom KBA zur Fahrgestellnummer noch nichts auftauchte. Aber alles geklappt, Daten stimmen auch.
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----- Update 10 11.12.21 -----

Anruf von Tesla (erste proaktive Kommunikation seit meiner Bestellung! und das an nem Samstag nach 17 Uhr): Auto kommt nicht rechtzeitig. Aber jetzt definitiv auf dem Weg nach Dresden, Ankunft spätestens am 16.12. daher Abholung am 17.12.
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----- Update 11 13.12.21 -----

Und jetzt wird's richtig doof.

Den Tag damit verbracht, meine Termine (Urlaub, Kundentermine, etc.) auf das neue Auslieferungsdatum zu verlegen.

Zwischendrin eine SMS von Tesla: aufgrund der globalen Lieferkrise KANN es sein, dass das Auto ohne die USB-C Ports in der Mittelkonsole und ohne induktiven Handylader ausgeliefert wird. Wird, wenn es so ist, direkt im System hinterlegt und sobald verfügbar durch den mobilen Service nachgerüstet.

Gut, damit habe ich fast gerechnet. Das war von made in USA Model 3 bereits bekannt geworden und es wurde gemunkelt, dass nun auch made in China betroffen ist. Kann ich mit leben, keine entscheidende Funktion und solange die Nachrüstung kommt, ist das in Ordnung. Besser als das ganze Auto zurückzuhalten.

Der Knaller dann aber Abends, nach Tesla-Ladenschluss. Erneute SMS von Tesla: geplante Auslieferung wurde auf dem 22.12. verschoben. Meine letzte Info war, dass das Auto auf dem Weg nach Dresden ist. Fünf Tage Verzug, das kommt nicht durch nen Stau, in dem der LKW steckt. Da wird doch kein Schaden am Auto passiert sein?!

Kurzer Abstecher in die Tesla-Community: alles voller Meldungen, dass Termine in die nächste Woche verschoben wurden. Teilweise innerhalb von zwei Stunden, nachdem der ursprüngliche Termin abgemacht wurde. Scheinbar, weil die entsprechenden Schiffe erst mit ein paar Tagen Verzögerung am Hafen in Belgien auftauchen.

Das warf nun zwei Fragen meinerseits auf:
1) Wie passt das zu der Aussage, dass das Auto in der Woche zuvor im Hafen und mittlerweile auf dem Weg nach Dresden ist.

Und 2) Wollen die mir ernsthaft sagen, dass Samstagabend alles okay war und Montagabend plötzlich soviel Verzug drin ist, dass Termine ne ganze Woche geschoben werden müssen?

Äußerst unschön. Mal von der Verzögerung an sich abgesehen, die ich durchaus nachvollziehen kann. Aber die Kommunikation war hier absolut Banane. Ich hab den Montag damit verbracht, meine Planung umzustellen, nachdem mir am Samstag zwar ein Verzug, aber ein fixer Termin mitgeteilt wurde.
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----- Update 12 14.12.21 -----

Nachdem am Abend zuvor alles nach Ladenschluss passiert ist, konnt ich nun Tesla in Dresden erreichen. Und tatsächlich mal einen Mitarbeiter dran, der nicht wirkte als wäre es ein Affront, als Kunde ein paar Infos zu wollen.

Verzögerung liegt an den verspäteten Schiffen. Auf meine Frage, wieso seine Kollegin mir am Samstag sagte, das Auto sei bereits auf dem Landweg nach Dresden, wusste er keine Antwort. Auch sie hätten gerade erst erfahren, dass es Verzögerungen gibt. Find ich spannend.

Entscheidende Frage nun aber: wie geht es jetzt weiter? Mach ich jetzt wieder Termine für nächste Woche, nur um drei Tage vorher wieder ne automatische SMS mit Verschiebung zu bekommen? Das klappt so nicht.

Man redet sich raus: die Termine seien immer nur voraussichtlich und können erst wirklich fixiert werden, wenn die Autos da sind. In dem Fall soll das Auto nun am 20.12. in Dresden sein, mit Auslieferungstermin am 22.12.

War mir zu heiß, also Frage: können wir den Termin einfach nach den Feiertagen machen? Antwort: Sorry, nein, zu viele Autos...müssen schnellstmöglich vom Hof.

Nächste Frage: Geht wenigstens der 23.12. um zumindest noch einen Tag mehr Puffer zu haben? Antwort: leider auch nein, alles schon ausgeplant und Abholung ohne Termine leider aufgrund Covid-Maßnahmen nicht möglich.

Meine Unzufriedenheit hab ich natürlich geäußert. Er konnte nichts weiter für mich tun. Er hat aber zumindest zugesichert, dass er mich am 20. anrufen wird um mir zu sagen, ob das Auto wirklich angekommen ist. Vorher werde ich meinerseits keine weiteren Planungen vornehmen. Muss ich dann halt sehen, wie ich es auf Arbeit irgendwie gebogen bekomme. Sollte das Auto eher kommen, würd ich ohnehin Bescheid bekommen, gleiches gilt für weitere Verzögerungen....

Nun ist wieder warten angesagt, ob sie mich wieder vertrösten.
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Wir machen uns die Welt, wie sie uns gefällt....

----- Update 13 14.12.21 -----

Zum Glück habe ich keine festen Planungen für den verschobenen Termin gemacht.

Nachdem mir am Vormittag die Verschiebung bestätigt und der neue Termin fixiert wurde, erreichte mich um 18 Uhr ein weiterer Anruf, diesmal nix automatisiertes. Der freundliche Berater rief an um mir zu sagen, dass das Auto nun bestätigt auf dem LKW steht und ich das Auto a Freitag abholen kann.

Bin ja mal gespannt, ob mich wieder eine Verschiebung erreicht und ich richtig den Verstand verliere.
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Die Abholung

Nach dem Ganzen Theater bezüglich der Terminierung, blieb es diesmal beim vereinbarten Zeitpunkt. Abholung also am 17.12. in Dresden. Somit waren es am Ende, von Bestellung bis Abholung, 45 Tage. Trotz des ganzen Chaos dazwischen, das Tesla verzapft hat, sind solche Lieferzeiten für neue Fahrzeuge derzeit nirgendwo sonst zu haben.

Die Abholung selbst erfolgt, wie schon die Bestellung und der Erstkontakt, wieder sehr unkompliziert und unaufdringlich. Kein Verkäufer der um einen rumspringt oder ähnliche Geschichten.

Nach Ankunft im noch sehr neuen Tesla-Store in Kesselsdorf, gab es einen kurzen Check-In.

Die beiden netten Damen am Tresen haben meine Dokumente (ZBII und COC gehen natürlich zum Leasinggeber) und Kennzeichen in Empfang genommen und meinen Ausweis sowie Impfstatus geprüft. Hier sei kurz erwähnt, dass man mir auch angeboten hat, die Dokumente vorm Gebäude zu empfangen, sollte kein Impfnachweis vorhanden sein.

Nachdem in meinem Tesla-Account alles nochmal geprüft wurde (Verträge unterzeichnet, Anzahlung überwiesen) bekam ich das Papp-Etui mit den beiden RFID-Schlüsselkarten für’s Auto ausgehändigt und mir wurde der Weg zu den Autos in der Tiefgarage gezeigt.

Dort wurde ich von einem Mitarbeiter des Serviceteams in Empfang genommen, der mir gezeigt hat, welches von den vielen Autos meines war. War auch nich schwierig, das einzige blaue Model 3 in der ganzen Sammlung. Die Kennzeichen waren bereits montiert. Ebenso waren die Winterräder montiert. Die Sommerräder lagen in Tüten verpackt hinter dem Auto, bereit zum Einladen. Kurze, für mich eigentlich unnötige, Einweisung in die Verwendung der Schlüsselkarte gab es, auch wurde mir gesagt, dass mein Auto in der Tat vom Lieferengpass betroffen ist und daher derzeit nicht mit QI-Lader und USB-C Ports (vorne) ausgestattet ist. Entsprechende Info ist im Konto hinterlegt, sobald verfügbar wird das ganze im mobilen Service (vom sogenannten „Tesla Ranger“) bei mir zu Hause oder auf Arbeit nachgerüstet. Dafür wurde war das Kaltwetter-Zusatzpaket (also Rücksitz- sowie Lenkradheizung) bereits freigeschaltet. Zum Zeitpunkt meiner Bestellung war das noch nicht Teil des Standardumfangs, wurde aber wohl allen Auslieferungen ab November 2021 nachträglich hinzugefügt. Danach wurde ich alleingelassen, um mir das Auto anzuschauen und einzustellen. Das Serviceteam war allerdings in der Tiefgarage unterwegs und ansprechbar.

Es folgte der obligatorische Check des Fahrzeugs. Ich hatte mich natürlich vorher informiert, welche Punkte speziell beachtet werden sollten, habe mich allerdings nicht mit einer dreiseitigen Checkliste bewaffnet. Und was soll ich sagen? Alles passt. Man sieht hier und da minimale Inkonsistenzen in den Spaltmaßen, aber so genau schaut sich keiner ein Auto an, damit kann ich leben. Wichtig ist die Passung zwischen vorderer Stoßstange und Haube, sowie die Einpassung der Dachscheiben, da dort bei Überstand sehr nervige Windgeräusche entstehen können. Passt aber alles. Lack ist ebenfalls ohne Makel. Auch die wohl recht häufig anzutreffenden beschlagenden Rücklichter habe ich tatsächlich nicht erwischt. Alle Funktionen sind in Ordnung, öffnen von Kofferraum, Frunk, Ladeklappe sowie Entriegelung per App klappen ebenfalls. Nach den diversen Horror-Meldungen (wobei das zugegebenermaßen hauptsächlich die Model 3 made in USA betrifft) war ich positiv überrascht.

Zubehör ist ebenfalls vollständig; 128 GB USB-Stick im Handschuhfach, hochwertiges 4,5m 32A Typ2-Kabel, Schuko-Ladeziegel und Verbandskasten (noch nicht auf neuem 2022er Standard, Maske muss also meinerseits „nachgerüstet“ werden) mit Warnweste im Kofferraum. Außerdem beiliegend war ein paar größere Schmutzfänger für die vorderen Radkästen, sollten die Vormontierten nicht reichen.

Nachdem ich im Innenraum kurz Sitz, Lenkrad und Spiegel eingestellt, sowie alle Funktionen am Display kurz geprüft (alles bestens) und den Akkustand (54%) angeschaut habe, hab ich dem Serviceteam das Go gegeben. Die Sommerräder wurden eingeladen und die Auslieferung im Account als abgeschlossen markiert. Ab hier hätte ich nun alle eventuellen Mängel direkt in der App melden und einen entsprechenden Servicetermin vereinbaren können, sofern es nicht direkt hätte gelöst werden können. Das Model Y das zur Auslieferung neben mir stand, hatte scheinbar etwas weniger Glück. Dort wurde sowohl die Heckklappe frisch eingestellt, als auch der Lack auf der Frunk-Haube direkt nochmal poliert.

So war aber alles am Auto in Ordnung und nach insgesamt etwas mehr als einer Stunde von Check-in bis Abschluss bin ich abgefahren. Alles sehr unaufgeregt und hands-off. Kein großes Terz um die Auslieferung, die nötigen Einweisungen übergeben und das war’s. Zeitlicher Druck wurde keiner gemacht, ich hätte mir das Auto wohl auch zwei Stunden anschauen können.

Erste Fahrt war, natürlich, zum nächsten Supercharger, in dem Fall Nossen. Auch das funktioniert, aber hier tauchte auch schon der erste Kritikpunkt zum Auto auf, dazu aber im „Review“ mehr.

Fazit zum Bestellprozess

Die Abholung war, wie bereits erwähnt, wieder wie die Bestellung am Anfang. Alles unkompliziert und ohne Händchenhalten, genau wie es mir gefällt, ich will keinen schmierigen Autoverkäufer, der um mich rumspringt. Trotzdem war das Auslieferungs- und Service-Team für Fragen verfügbar, freundlich und kompetent. Fragen zum Auto konnten beantwortet werden, im Gegensatz zu den Kollegen bei Ford.

Wenn man jetzt die Phase zwischen Bestellung und Abholung noch etwas beruhigt und an der Kommunikation arbeitet, wird auch das Gesamtpaket stimmig. Aber das ganze Theater war leider doch ein ganz ordentlicher turn-off.

Sobald sich die Lieferketten-Probleme legen und die anderen wieder in Menge bauen und liefern können, wird Tesla zumindest in Europa nen gehörigen Realitätscheck bekommen, sollte das so weiterlaufen wie bisher. Da hilft ihnen auch die Fabrik in Grünheide nicht, wenn sie einfach nicht mit ihren Käufern kommunizieren (können)

Konfiguration, Bestellung und Auslieferung sind wunderbar relaxed und simpel, da passt das unglaubliche Generve dazwischen, mit Verträgen, Standorten und Terminen echt überhaupt nicht rein.

Da kam ja bereits die Anweisung von ganz oben, diesen Druck zum Quartalsende sein zu lassen und die Bestellungen so auszuliefern, wie sie eben kommen. Kann man nur hoffen, dass das fruchtet. Vielleicht hilft da auch das Werk in Brandenburg, wenn nicht mehr mehrere Tausend Autos gleichzeitig per Schiff ankommen und schnell ausgeliefert werden müssen, weil kein Platz ist.


Kommen wir nun zum Auto selbst.


Tesla Model 3, late 2021 – Eindrücke und erste Bewertung

Die erste Fahrt war somit vom Service Center Kesselsdorf zum Supercharger an der A14 in Nossen, ziemlich genau 30 Kilometer. Da es nicht meine erste Tesla-Fahrt war, war es nicht so abenteuerlich wie es für einen kompletten Neuling sicher wäre. Dennoch musste ich mich wieder ans One-Pedal Driving gewöhnen. Geräuschkulisse war in Ordnung, wenn auch nicht repräsentativ, da die Winterräder generell lauter sind, die Rücksitze umgeklappt und eine Satz Räder mit raschelnden Tüten eingeladen war. Zumindest waren die Windgeräusche aber angenehm leise. Die Doppelverglasung der Seitenfenster hilft da doch sehr. Bei der Fahrt am nächsten Tag, mit leerem Auto, war alles schon nochmal deutlich ruhiger. Ab ~150 km/h wird es merklich lauter, aber wenn man nicht gerade irgendwas in der Klasse eines 5er fährt, ist das eigentlich überall so.

Inzwischen, Stand 28.12.21, stehen 1400 km und etwas über einer Woche auf dem Arbeitsweg auf der Uhr. Die folgenden Erfahrungen und Eindrücke stammen also aus dieser Zeitspanne.

Verarbeitung, Qualität und Stauraum

Vielen ist, denke ich, bewusst dass das Model 3 sehr minimalistisch gestaltet ist. Das muss einem natürlich gefallen. Dennoch finde ich das Auto, für den Preisbereich, angenehm gut verarbeitet.

Auch die Materialien im Innenraum haben mich von Anfang an positiv überrascht. Ein großer Teil ist mit dem hübschen Kunstleder bezogen, das sich auch am Lenkrad und den Sitzen findet, in den Türen gibt es schöne Alcantara-Flächen, Armaturenbrett und Türen-Inlays sind tatsächlich aus Echtholz, kein Kunststoff in Holzoptik. Die Flächen, die tatsächlich aus Kunststoff bestehen, sind zumindest unterschäumt, so dass keine unbequemen harten Ablagen entstehen.

Stauraum gibt es reichlich. Zusätzlich zum Handschuhfach gibt es zwei vergleichsweise enorme Ablagefächer in der Mittelkonsole. Die sind schon fast zu tief. Mit zusätzlich erhältlichen Einsätzen, bieten beide Ablagen dann zwei Ebenen, können damit besser sortiert werden. Ein absolutes Muss und sollte, meiner Meinung nach, zur Standardausstattung gehören. Die Lade-Ablage für Smartphones ist auch für große Geräte gut geeignet und hat leichte Erhöhungen, so dass auch bei Kurvenfahrten die Geräte auf der Ladeposition bleiben.

Kofferaum ist üppig, leidet aber natürlich unter der typischen Limousinen-Ladeluke und der hohen Ladekante. Dafür gibt’s im Frunk zusätzlich Stauraum, dort auch mit Kunststoff-Auskleidung statt Teppich, also auch für dreckige Gegenstände besser geeignet.

An der Ladesäule

Am Supercharger fing alles gut an. Öffnung der Ladeklappe per Knopf am Kabel funktioniert, eingesteckt und Ladevorgang startet, so soll es sein. Dann aber die Ernüchterung: Ganze 33 kW Ladeleistung nach 5 Minuten. Zwar ist klar, dass ein kalter und halbvoller Akku nicht gerne schnell lädt, aber das ist schon arg schwach. Zur Sicherheit bin ich fix an eine der anderen Säulen gefahren, um das auszuschließen, Ergebnis leider identisch. Bisherige Tesla-Erfahrungen waren alle mit den Li-NMC Akkus von Panasonic, die bringen auch kalt zumindest um die 70 kW von Beginn an. Die neuen LFP-Zellen von CATL scheinen da doch sehr empfindlich zu sein und noch wesentlich mehr Temperatur zu brauchen. Spaßeshalber habe ich während dem Ladevorgang mal den nächsten Supercharger als Navi-Ziel ausgewählt: Nempitz, an der A9 bei Leipzig. Etwa 100 km und eine Stunde fahrt. Und direkt nach Start der Route begann das Auto, den Akku zu konditionieren, das ist schon sehr früh.

Auch um einen Defekt auszuschließen, hab ich am nächsten Tag von Zuhause tatsächlich die Fahrt zu besagtem Supercharger in Nempitz angetreten und nebenbei noch Verwandtschaft besucht. Mit ordentlicher Vorkonditionierung und Ankunft mit 30% Akku sah das schon deutlich besser aus. Direkt zum Start gab’s 140 kW, viel mehr geht an den V2-Superchargern sowieso nicht.

Nach diversen Testfahrten, die den Akkustand wieder schrumpfen ließen, war ich als nächstes bei einem 300 kW Hypercharger von EnBW, auch hier wieder mit warmem Akku. Dort gab es tatsächlich, wenn auch nur kurz, die maximalen 170 kW, die das Auto kann. Technisch also alles bestens, das Auto braucht zum Schnellladen aber nochmal deutlich mehr Liebe, als ältere Modelle. Dem gegenüber steht aber natürlich auch, dass die LFP-Zellen DEUTLICH kältebeständiger sind und sich auch nicht daran stören, öfters mal auf 100% geladen zu werden, im Gegenteil: das wird sogar empfohlen. Da das Schnellladen bei mir ohnehin keine regelmäßige Sache ist und der nächste flotte DC-Lader mindestens 30 Minuten Fahrt entfernt ist, wird es mich vermutlich auch nicht oft treffen, mit kaltem Akku an einem anzukommen.

Vielleicht sollte man hier dennoch versuchen, ob man nicht per Software irgendwie nachkorrigieren kann.

Reichweite und Verbrauch

Bei 1400 km Fahrleistung, auch im Alltagsbetrieb, lässt sich schon ganz gut der Regelverbrauch ermitteln. Auf der Fahrt zur Arbeit, auf der es insgesamt 250 Höhenmeter abwärts geht, kommen zum Teil nur 12 kWh/100km zustande, meist aber so um die 14, also genau der Herstellerangabe entsprechend. Wiederrum auf dem Rückweg, bergauf, mittelt es sich um die 24 kWh/100km. Für meinen gesamten täglichen Arbeitsweg brauche ich etwa 16 kWh insgesamt, je nach Verkehrslage. Insgesamt stehen, bereinigt, für die kompletten bisherigen 1400 km, 18 kWh/100km auf der Uhr. Das enthält mehrere schnellere Autobahnfahrten, inklusive mehrmals vMax (man muss ja alles testen, nech? )

Der Wert ist, so wie er bisher steht, 2 kWh/100 niedriger, als ich es für meine eigenen finanziellen Rechnungen angenommen habe. Somit hat sich also die mehr als Halbierung der Kosten pro 100km gegenüber dem Diesel auch in der Praxis bestätigt. Muss man nun sehen, wie lange das so bleibt. Vermutlich wird es aber zumindest auf kurze Sicht sogar besser, da die Effizienz bei höheren Temperaturen grundsätzlich steigt. Natürlich können aber die Stromkosten steigen. Solar ist derzeit noch coming soon.

Volle Reichweite kann ich derzeit schlecht direkt ergründen, da ich noch nicht von 100-0 gefahren bin. Mit den vorhanden Verbrauchswerten auf den vollen Akku, kommen bei der derzeitigen Witterung aber ungefähr 300-330 km raus. Mehr als ausreichend.

Fahrleistungen

Bei den Fahrleistungen habe ich, beim Standardmodell, nicht die ultimative Rakete erwartet. Das hat sich soweit auch bestätigt. Man merkt dem Auto deutlich an, dass es an Traktion mangelt. Man kann sich also an der Ampel nur bedingt mit den AMGs dieser Welt anlegen. Aber der stehende Start ist halt auch so bisschen Spielerei. Auf der Landstraße ist die Experience absolut klasse. Beschleunigung auf 100 und Überholvorgänge gehen sehr zügig, ohne einem das Gefühl zu geben, eine absolute Waffe zu bewegen. Kurzum: für den Alltag völlig ausreichend. Auf der Autobahn merkt man in den oberen Bereichen, wie dem Motor die Puste ausgeht. Das war zu erwarten, da fehlt der Zug des zweiten Motors und auch die Übersetzung ist darauf nicht ausgelegt.

Bedienung und Software

Die Bedienung über das Display war, natürlich, gewöhnungsbedürftig. Es ging aber tatsächlich schneller als erwartet.

Die Software ist grundsätzlich als gut einzustufen. Bedienung über’s Display ist angenehm intuitiv, die Anordnung und Sortierung der Menüs gefällt mir. Alles ist sehr zügig und ruckelfrei, die wichtigsten Punkte gibt es im Schnellzugriff. Die Sprachsteuerung klappt ebenfalls sehr gut und kann fast alle Funktionen des Autos steuern. Aufgefallen sind mir einige „Kleinigkeiten“ an denen man sieht, dass sich da jemand Gedanken drüber gemacht hat. Beim Betätigen des Schalters zum einmal Wischen am Lenkstockhebel öffnet sich das Scheibenwischermenü auf dem Display automatisch für einige Sekunden, für den Fall man möchte den Wischer dauerhaft aktivieren, ohne die Automatik. Öffne ich irgendein anderes Menü anstatt des Navi-Displays, verschiebt sich die nächste Routenanweisung automatisch in den „Fahrbereich“ des Displays und bleibt somit immer sichtbar, egal in welchem Menü ich sonst gerade so was mache. Das hab ich so auch bei CarPlay und co. Noch nicht gesehen. Wenn ich dort die Medienquelle wechseln oder aus dem Telefonmenü jemanden anrufen möchte, wird das Navi ausgeblendet. Kleinigkeiten, die mir gefallen.

Es gibt aber auch Kleinigkeiten, die mir nicht gefallen. Die Wiedergabe von Musik auf dem USB-Stick zum Beispielt, geht grundsätzlich in Ordnung. Jedoch ist das Handling von Unterordnern weniger gut. Dateien in Unterordnern werden zwar gefunden und können auch über Interpret/Album/Song abgespielt werden, es kann jedoch nicht der gesamte Unterordner abgespielt werden. Bei Ordnern in der Root-Struktur funktioniert das. Auch können Ordner nicht als Favorit markiert werden, geht nur bei einzelnen Songs. Da auch keine Playlists unterstützt werden, sind sortierte Ordner die einzige Alternative dazu, da stört dieses Handling dann.

Wiedergabe der Musik vom Handy geht, jedoch ist das Bluetooth-Protokoll scheinbar nicht ganz korrekt implementiert. Wenn der Mediaplayer am Handy nicht bereits offen ist, wird der nicht vom Auto gestartet. Im BMW vorher ging das recht gut. Sobald ich im Auto auf Bluetooth geschaltet habe, ging am iPhone das zuletzt geöffnete Medium wieder auf, sei es nun der interne Musikplayer oder ein Podcast. Im Tesla muss ich immer am Handy den Player erst öffnen.

Stichwort Podcast: Streaming ist so eine Geschichte….der Tesla unterstützt TuneIn (Webradio), Spotify und seit kurzem Tidal. Über das LTE-Modem des Autos geht das leider nur, wenn man bei Tesla für 10€/Monat die Premium Konnektivität abonniert. Das Auto hat WLAN, darüber klappen auch die Streaming-Dienste, über Handy-Hotspot aber eigentlich kein Problem. Eigentlich, denn: das Auto deaktiviert WLAN, sobald man in Drive wechselt. Das muss dann umständlich übers Menü wieder aktiviert werden…und zwar bei jeder Fahrt aufs Neue. Somit fährt man dann tatsächlich besser, wenn man die entsprechende App auf dem Handy öffnet und per Bluetooth abspielt. Damit geht aber dann die Auswahl der Inhalte nicht übers Auto. Unschöne Lösung, aber betrifft mich zumindest derzeit nur bedingt, da ich persönlich nur Apple Music verwende, was sowieso nur übers Handy geht, bis Tesla irgendwann eine App nachreicht.

Die gleiche Verbindungseinschränkung gilt auch für die integrierten Youtube, Twitch und Netflix Apps. Das sind aber Fullscreen-Anwendungen, die ohnehin nur geparkt funktionieren, entsprechend ist das WLAN-Problem nicht auf die gleiche Art vorhanden.

Weitere Kritikpunkte habe ich bei einigen der automatischen Helferlein. Der automatische Scheibenwischer reagiert sehr spät auf Wasser/Schmutz und wenn, dann legt er meist gleich Vollgas los und wischt recht oft trocken.

Ähnliches gilt für die Fernlicht-Automatik. Bei freier Straße braucht er recht lange, bis er überhaupt aufblendet und bei Gegenverkehr ist er eine einzige Blendmaschine, reagiert VIEL zu spät und teilweise auch überhaupt nicht. Das ist extra Schade, da die verbauten Scheinwerfer sogar Matrix-LED sind und dazu mit entsprechender Software entsprechend in der Lage wären. Da die Funktion generell nun auch in den USA erlaubt ist, wird die sicher auch im Tesla irgendwann nachgereicht. Wenn dann aber die gleiche Steuersoftware dafür verantwortlich ist, wie jetzt, wird das Geblende nur noch schlimmer.

Mit dem neuesten Software-Update wird nun auch, beim Blinken, die Seitenkamera der jeweiligen Seite automatisch eingeblendet. In Ermangelung eines klassischen Totwinkel-Warner-Geblinke im Spiegel, ist das keine schlechte Idee. Jedoch ist die Position der Einblendung im Display suboptimal. Wer mit beiden Händen am Lenkrad fährt, verdeckt das Bild mit der rechten Hand komplett. Auch wird relativ weit unten eingeblendet. Ich halt den Spiegel weiterhin für die bessere Idee.

Fahrassistenz

Der oft und gerne hochgelobte Autopilot. Nun ja. Hier sei gesagt, ich habe nur den Basic Autopilot, dazu aber später mehr. Also: adaptiver Tempomat und Spurhalteassistent. Klingt schon viel normaler als „Autopilot“, nech?

Der Tempomat funktioniert grundsätzlich echt gut. Durch den E-Motor entfällt die Schalterei, daher ist der Tempomat von 0-150 km/h sehr smooth und äußerst angenehm, nutzt auch wenn möglich nur die Rekuperation, die Bremse nur wenn nötig. Ein- und Ausschalten geht geräuschlos mit einem kurzen Tippen am Lenkstockhebel. Einziges Problem: die Schildererkennung ist ziemlicher Bimms. Wenn er Tempolimits überhaupt erkennt (bei den elektronischen auf der BAB kann man das direkt ganz vergessen) dann wendet er die tatsächlich erst ab Schild an. Wenn man also nicht händisch korrigiert, fährt der einen auch gerne mal mit 100 km/h in eine Ortschaft. Das können andere um ein Vielfaches besser.

Der Spurhalteassistent…ist echt ein nerviges Ding. Grundsätzlich gilt: er macht seine eigentliche Arbeit recht gut. Er hält die Spur stabil und den Abstand zum Vordermann auch. Erkennt auch die Spur immer sehr gut, selbst Gelb markierte Baustellenspuren. Für die Autobahn eigentlich klasse….eigentlich. Denn: Spurwechsel kann er einfach nicht. Und da rede ich nicht von automatischen Spurwechseln, er verträgt die einfach nicht. Wenn ich bei den Assistenten anderer Hersteller den Blinker setze, geht die Spurhaltung auf Pause und in der neuen Spur geht die einfach weiter. So kann man auf der Autobahn auch mal an ein paar LKW vorbei, ohne die Assistenten komplett killen zu müssen. Im Tesla muss ich den Autopiloten entweder manuell deaktivieren (was dann auch den Tempomaten gleich mit deaktiviert) oder den Widerstand am Lenkrad überwinden, um ihn automatisch zu deaktivieren. Dann bleibt zwar der Tempomat zumindest aktiv, es führt aber zu einer sehr ruckartigen Lenkbewegung. Mit Passagieren im Auto sehr unangenehm.

Dazu kommt dann leider noch, dass jedes Aktivieren und Deaktivieren akustisch signalisiert wird. Einschalten gibt ein *ding*, Abschalten (manuell oder automatisch) gibt ein *ding dong*. Die Signale sind nicht abschaltbar. Wenn ich also auf der Autobahn an einem LKW vorbei möchte und danach auch per Autopilot weiter möchte, ist das Auto mehrfach am runklingeln. Einmal beim Abschalten, dann beim wieder Anschalten….und das bei jedem Spurwechsel. Wer sich also auf einer relativ leeren Autobahn ans Rechtsfahrgebot hält und nur die typischen LKW-Kolonnen überholt, wird in einer Tour vom Auto angeklingelt. Somit verkommt eine Funktion, die für lange Autobahnfahrten eigentlich sehr entlastend sein könnte und sollte, zur absoluten Nerv******e.

Ich hab ein paar hundert Kilometer Autobahn hinter mir und nutz den Autopilot jetzt eigentlich nur noch Nachts und Sonntags, auf leeren Abschnitten. Mit 110-120 km/h mit anderen PKW mitschwimmen stört mich nicht, aber mit 80-90 hinter LKW rumzuckeln, tu ich mir nicht an. Leider ist der Autopilot nur dafür geeignet.

Da man das erweiterte Autopilot-Paket über die App nachträglich erwerben und dann 48 Stunden „zurückgeben“ kann, hab ich mir mal angeschaut, ob es dadurch besser wird. Kurz: das beschriebene Problem bleibt bestehen. Man hat dann lediglich den „Workaround“ des automatischen Spurwechsels. Blinken, Lenkrad leicht in die entsprechende Richtung und das Auto wechselt selbst die Spur. Leider ist das Ganze so UNFASSBAR langsam, dass es im Grunde nutzlos ist. Auf einer leeren Autobahn mag das fluppen, aber bei normalen deutschen Verkehrsverhältnissen, tut sich so gut wie nie eine Lücke auf, die dem Autopiloten groß genug ist. Ich weiß nicht, ob hier irgendwelche EU/DE-Richtlinien das System so einbremsen und es in den USA besser klappt, aber hierzulande ist’s das Geld nicht wert.

Gleiches gilt übrigens auch für das automatische Parken. In der Zeit, die sich das Auto lässt, hab ich viermal ein- und ausgeparkt. Die 3.800€ Aufpreis kann man sich getrost sparen.

Zwischenfazit zum Auto

Schönes, minimalistisches Design, gute Verarbeitung innen und außen, viel Stauraum, Ladeleistung bei entsprechender Vorbereitung sehr gut, Fahrleistungen sportlich und ausreichend, Reichweite wie beworben, gut durchdachte Menüs und Bedienung. Multimedia-Fähigkeiten umfangreich, mit leichten Schwächen.
Schwächen gibt’s bei den Fahr-Automatismen, zum Teil deutliche Schwächen. Der Autopilot ist nur nervig, wobei ich da eher ein Konzeptproblem als einen Fehler sehe. Wisch- und Fernlichtautomatik brauchen dringend Nachbesserung.
Alles in allem aber, sind alle gefundenen Probleme reiner Software-Natur und damit zumindest theoretisch lösbar. Direkte Hardware-Probleme habe ich soweit keine gefunden, entsprechend habe ich da Hoffnung, dass zumindest einige der Punkte irgendwann angepackt werden.

Bei Fragen natürlich auch immer her damit.
Das Motto der Minensucher: Wer suchet, der findet. Wer drauftritt verschwindet.


Geändert von Killerpixel (28.12.2021 um 17:30 Uhr)
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7 Benutzer bedanken sich für den Beitrag:
Fakk-asrock (15.11.2021), hoyy (10.11.2021), Mother-Brain (09.11.2021), me! (09.11.2021), poiu (15.11.2021), Robert (10.11.2021), swatcher1 (09.11.2021)
Alt 09.11.2021, 22:30   #2 (permalink)
me!
Extrem Performer
 
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Beiträge: 1.076

me! ist einfach richtig nettme! ist einfach richtig nettme! ist einfach richtig nettme! ist einfach richtig nett

Standard AW: [Erfahrungsbericht] Pixels Mobilitätswende

Hat jetzt nicht wirklich was mit dem EV zu tun, sondern eher eine Frage bzgl. dem Problem mit deinem BMW.



Welchen Hersteller der Bremsscheiben haben die Werkstätten versucht? Bin ja ein kleiner BMW Fanboy und kenne die ein oder andere schwächen.


Das von dir beschriebene Problem hatte ich nämlich an meinem alten E39, habe mir Bremsscheiben von ATE drauf machen lassen und hatte nach ca. 10tkm dieselbe Problematik. Habe dann auf Brembo Bremsscheiben gewechselt (die stink normalen) dann war ruhe. Hier sollte erwähnt werden, dass BMW damals nur Brembo Scheiben und Klötze verwendet hat, auch wenn diese nicht so gekennzeichnet waren.


Ich vermute hier bei dir ein Ähnliches Problem. Soll jetzt aber nicht deine Entscheidung zum EV benachteiligen. Aber wenn du den BMW wieder verkaufst und das Thema auf den Tisch kommt.


Ansonsten finde ich den Beitrag gut geschrieben. Auch wenn ich deine Abneigung zum Design vom Hyundai Ioniq 5 nicht verstehe. Ich finde, gerade das macht das Auto aus und ist nicht derselbe Mist wie alle machen. Aber über Geschmack lässt sich ja nicht streiten oder doch?


gruß me!
me! ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.11.2021, 23:58   #3 (permalink)
Hardware Freak
 
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swatcher1 kann auf vieles stolz seinswatcher1 kann auf vieles stolz seinswatcher1 kann auf vieles stolz seinswatcher1 kann auf vieles stolz seinswatcher1 kann auf vieles stolz seinswatcher1 kann auf vieles stolz seinswatcher1 kann auf vieles stolz seinswatcher1 kann auf vieles stolz sein

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Durchaus interessant, danke KiPi ^^

Verstehe zwar nicht, warum nicht der LongRange - soweit ich gelesen habe ist das nicht einfach nur der größere, sondern auch der schneller ladende Akku verbaut - aber vermute mal einfach das hätte dann vielleicht einfach den angedachten Leasingrahmen gesprengt?

Du bist zumindest noch jung genug für Model 3; ich komm in die Kiste grad so rein aber wirklich nur schlecht raus, einfach zu tief die Büchse (in meinem Alter ^^).

Model Y fahren war super - aber das Ding ist halt auch ne gemütliche Ecke teurer. =(

Was ich wirklich schade finde ist, dass Tesla kein Augmented reality anbietet.

Seit den Probefahrten mit Ioniq5 und EV6 finde ich das wirklich ein Nice2Have.
Ich brauche keinen Sex; das Leben f.i.c.k.t mich bereits wo es nur kann...
Daher ironiere ich einfach so lange, bis ich einen Sarkasmus habe!


HEADS I win, tails you lose... | https://www.tweakpc.de/forum/members...ture94-sig.gif
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Alt 10.11.2021, 03:57   #4 (permalink)
Bitte nicht füttern!
 
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Robert kann auf vieles stolz seinRobert kann auf vieles stolz seinRobert kann auf vieles stolz seinRobert kann auf vieles stolz seinRobert kann auf vieles stolz seinRobert kann auf vieles stolz seinRobert kann auf vieles stolz seinRobert kann auf vieles stolz seinRobert kann auf vieles stolz sein

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Sehr interessant, ich bin wirklich gespannt, wie deine Erfahrungen dann in der Praxis ausfallen werden. Wird vielleicht echt mal Zeit einen "E-Auto User" Thread zu machen. Werden sicherlich immer mehr werden dann mit der Zeit
Webmaster / Forumadmin [TweakPC Team]
"It is far easier to concentrate power than to concentrate knowledge." Thomas Sowell
Robert ist offline   Mit Zitat antworten
Für diesen Beitrag bedankt sich:
Fakk-asrock (15.11.2021)
Alt 10.11.2021, 08:20   #5 (permalink)
Hardware Freak
 
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Zitat:
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Welchen Hersteller der Bremsscheiben haben die Werkstätten versucht? Bin ja ein kleiner BMW Fanboy und kenne die ein oder andere schwächen.

Das von dir beschriebene Problem hatte ich nämlich an meinem alten E39, habe mir Bremsscheiben von ATE drauf machen lassen und hatte nach ca. 10tkm dieselbe Problematik. Habe dann auf Brembo Bremsscheiben gewechselt (die stink normalen) dann war ruhe. Hier sollte erwähnt werden, dass BMW damals nur Brembo Scheiben und Klötze verwendet hat, auch wenn diese nicht so gekennzeichnet waren.

Ich vermute hier bei dir ein Ähnliches Problem. Soll jetzt aber nicht deine Entscheidung zum EV benachteiligen. Aber wenn du den BMW wieder verkaufst und das Thema auf den Tisch kommt.
Hör bloß auf, ich hab sämtliches Theater mit dem Ding durch. Scheiben verschiedener Hersteller, "original BMW" also ATE, Brembo, gelochte Zimmermann um ein eventuell vorhandenes, thermisches Problem zu lösen. Alles ohne Erfolg. Da ist definitiv nix mit den Scheiben an sich, sondern irgendwas an der Anlage oder der Aufhängung, was keiner findet. Und wild Teile tauschen, nunja, müssen wir nicht drüber reden, denk ich.

Zitat:
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Ansonsten finde ich den Beitrag gut geschrieben. Auch wenn ich deine Abneigung zum Design vom Hyundai Ioniq 5 nicht verstehe. Ich finde, gerade das macht das Auto aus und ist nicht derselbe Mist wie alle machen. Aber über Geschmack lässt sich ja nicht streiten oder doch?
Designfragen sind immer so ne Sache. Natürlich macht es das Auto aus, aber mir gefällt er halt überhaupt nich, also so GAR nicht.

Zitat:
Zitat von swatcher1 Beitrag anzeigen
Verstehe zwar nicht, warum nicht der LongRange - soweit ich gelesen habe ist das nicht einfach nur der größere, sondern auch der schneller ladende Akku verbaut - aber vermute mal einfach das hätte dann vielleicht einfach den angedachten Leasingrahmen gesprengt?
Bzgl. Ladezeiten macht das zum Glück keinen relevanten Unterschied. Die Maximalwerte sind sowieso immer solche Idealzustand-Geschichten. Die erreichst du dann am Supercharger mal für ein paar Prozentpunkte, bei schönem Wetter und perfekter Vorkonditionierung.

Der Long Range hätte mich schon gereizt, schon alleine wegen der Leistung (hrrr) Das wäre dann finanziell ungefähr in den Sphären gewesen, in denen sich die anderen Hersteller so tümmeln. Möglich, aber irgendwo hat dann doch auch mal die Vernunft ein _bisschen_ reinzureden. Es is einfach nich nötig. Wir fahren so wenig Langstrecke, dass wir die Range nicht brauchen. Allrad is nice to have, aber geht auch ohne, der Beamer war auch kein xDrive.

Die 2022er Model 3 (Standard Range) kommen außerdem mit dem neuem 60 kWh LFP Akku von CATL. Da muss man nicht so penibel drauf achten, den bitte nur in der 20-80% Range zu fahren.

Zitat:
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Du bist zumindest noch jung genug für Model 3; ich komm in die Kiste grad so rein aber wirklich nur schlecht raus, einfach zu tief die Büchse (in meinem Alter ^^).
Das kenn ich schon vom BMW, geht also. Nach den vier Jahren nochmal schauen.

Zitat:
Zitat von swatcher1 Beitrag anzeigen
Model Y fahren war super - aber das Ding ist halt auch ne gemütliche Ecke teurer. =(
Puh. Sind wir wieder beim Design. Diesen Buckel, den die Tesla-SUVs machen (der X auch) find ich halt einfach potthässlich. Ne Ecke teurer als das equivalente Model 3 LR aber ja eigentlich das gleiche Auto, nur höher und mit weniger Range, der kam ehrlich gesagt nicht mal annähernd in Frage.

Zitat:
Zitat von swatcher1 Beitrag anzeigen
Was ich wirklich schade finde ist, dass Tesla kein Augmented reality anbietet.

Seit den Probefahrten mit Ioniq5 und EV6 finde ich das wirklich ein Nice2Have.
Ja, HUD war schon immer nice to have. Aber als ich mal genau drüber nachgedacht habe, bin ich davon etwas weg. Wie oft schau ich auf den Tacho? Und die Navi-Infos? Ich hab im BMW auch die nächste fällige Abbiegung im Fahrer-Display, was schneller zu sehen ist als in der Mitte. Aber nutzen tu ich das net.
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Alt 10.11.2021, 20:29   #6 (permalink)
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Und das erste kleine Mini-Update (wird dann auch oben ergänzt):

Wurde erneut von der Tesla-Luisa kontaktiert, diesmal per E-Mail. Der Tesla-Store in Dresden ist nun Offziell eröffnet und ab Dezember finden dort auch Auslieferungen statt. Bei voraussichtlicher Auslieferung im Februar (derzeit) würde das für mich natürlich perfekt passen.

Da ich bei der Bestellung nur Regensburg oder Berlin als Auslieferungsort auswählen konnte, hat sich somit der Anfahrweg zur Abholung mehr als halbiert. Das hört man gerne.

Ansonsten nix neues: derzeit scheinbar alle Fahrzeuge (auch die, die noch auf diversen Schiffen rumtuckern) verkauft und zugewiesen.
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Alt 11.11.2021, 19:48   #7 (permalink)
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So, das erste negativ musste natürlich irgendwann kommen.

Vorhin gerade durch Zufall gesehen, dass plötzlich laut Website jede Menge Model 3 im verfügbaren Bestand waren, "verfügbar für schnelle Auslieferung". Darunter minimum Eines, das meiner Konfiguration entspricht (nur minus der Winterräder)

Mir ist weiterhin keine VIN zugewiesen und ich stehe bei voraussichtlich Februar.

Natürlich ist das nach 18 Uhr passiert (danke, Automatismus) so dass natürlich von Tesla niemand mehr kurzfristig erreichbar war, um das zu klären, eventuell zu wandeln, etc.

Einfach ins Blaue neu bestellen wollte ich dann doch nicht. Tesla-Luisa hat eine Mail von mir, mal schauen ob da eine Antwort kommt.

Ungeduld gehört ja zum Glück nicht zu meinen vielen Fehlern und bis Februar warten wär echt kein Thema, aber hier wäre eine schnelle Auslieferung in Hinblick auf die wackelige Innovationsprämie zum Jahresende möglicherweise auch finanziell interessant.

Mal schauen, wenn die Autos morgen früh weiterhin in der Bestandsliste stehen, werd ich mal versuchen, die gute Luisa per Telefon zu erreichen.

Hat schon fast von Mobilfunk-Providern. ****** auf die Bestandskunden, lass Neukunden fischen gehen.
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Alt 12.11.2021, 15:07   #8 (permalink)
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Vollbracht.

Nach etlichen Telefonaten mit Tesla in Dresden ist die Sache nun geklärt.

Für gesamt nur etwas über 500€ mehr wurde mir nun ein Bestandsfahrzeug zugewiesen. Mit den 19" Sporträdern, was normalerweise ein 1700€ Aufpreis-Item ist.

Dazu gibt's die Lieferung noch dieses Jahr und damit definitiv die erhöhte Förderung.

Es wäre auch eines in der 1:1 gleichen Konfiguration, zum ursprünglichen Preis verfügbar gewesen, dann allerdings mit dem "alten" Akku. Also ein 2021er Modell statt dem neuen 22er. Hat vermutlich jemand storniert. Hab dann doch lieber den neuen Akku genommen. Den vergleichbar geringen Aufpreis für die Räder nehm ich da gerne noch mit. Desweiteren wird gemunkelt, dass die Standardmodelle aus Modelljahr 2022 auf jeden Fall mit der Hardware für Rücksitz- und Lenkradheizung kommen, eventuell von Haus aus freigeschaltet, aber auf jeden Fall zubuchbar. Das war vorher den Long Range vorbehalten.
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Alt 15.11.2021, 22:05   #9 (permalink)
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Also, was den Verkauf von verbrennen angeht ist das vielleicht die letzte große Gelegenheit aktuell, wenn man sich den Markt so anschaut.

Beim elektromobil spielt die Effizienz eine viel größere Rolle als die Akku Größe, das passt. Demnächst steht bestimmt noch ein kleinen Solar panel bei dir auf dem Grundstück





P. S. Cool dass wir den endlos thread *Elektro fahrzeuge immer noch nicht auf dem Markt angekommen* hiermit endlich ablösen können.

---------- Post hinzugefügt 22:05 ---------- Vorheriger Post von at 22:03 ----------

Zitat:
Zitat von Robert Beitrag anzeigen
Sehr interessant, ich bin wirklich gespannt, wie deine Erfahrungen dann in der Praxis ausfallen werden. Wird vielleicht echt mal Zeit einen "E-Auto User" Thread zu machen. Werden sicherlich immer mehr werden dann mit der Zeit

Eine Umfrage? Wie retro (y)
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Robert (17.11.2021)
Alt 14.12.2021, 16:01   #10 (permalink)
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Theater, Theater überall. Seit meinem letzten Update und heute, hat Tesla sich nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert.

Hier mal die Updates mit Timestamps, wird auch wieder oben angefügt.

----- Update 4 19.11.21 -----

Tesla-Standort in Dresden inzwischen offiziell geöffnet. Per Telefon keiner erreichbar, also einfach per Chat auf der Seite probiert, der überall empfohlen wird, und tatsächlich: Erfolg! Auslieferungsort von Regensburg auf Dresden geändert. Aber direkt danach: sämtliche Dokumente aus dem Konto verschwunden, zugewiesene Fahrgestellnummer ebenfalls aus dem Konto verschwunden, sah aus wie frisch bestellt. Erneuter Kontakt mit dem Chat, Antwort: schnellstmöglich mit dem Verkaufsberater in Verbindung setzen. Danke, da meldet sich ja niemand, deswegen bin ich hier...nunja...

----- Update 5 20.11.21 -----

Neuer Tag, neues Glück. Tatsächlich jemanden in Dresden erreicht, wenn auch nicht meine ursprüngliche Beraterin. Problem geschildert, es wurde kurz geprüft. Offenbar muss das Leasing neu genehmigt und die Dokumente neu ausgestellt werden, daher der "Reset", im Hintergrund aber alles noch korrekt zugewiesen.

Seltsames Verfahren, da in keinem der vielen Dokumente irgendwo der Lieferort konkret auftaucht. Da steht sowohl vorher als auch nachher nur "Tesla Service Center" als Lieferadresse. Unnötig Verwirrung und Stress produziert, da man nach der Aktion doch den Eindruck bekommen hat, das zugewiesene Fahrzeug wurde entzogen.

Nach einigen Stunden kamen erneut die Bestätigungen und alles war wie vorher. Hätte man durchaus erwähnen können, dass das so abläuft, um die Reibereien für alle Beteiligten zu verhindern.

Bei der Gelegenheit auch direkt mal nachgefragt, wann denn die Papiere ankommen. Zulassung ohne Termin geht aufgrund Corona ja nicht. Und Termine wachsen nicht auf dem Baum. Aussage: Nächste Woche.

----- Update 6 30.11.21 -----

Nächster Anruf bei Tesla, weiterhin keine Papiere. Anzahlung vor über zwei Wochen geleistet, angepeilter Liefertermin in zwei Wochen. Irgendwann muss ich den Hobel zulassen. Aussage: im Laufe der Woche. Hmm.

----- Update 7 03.12.21 -----

Erneuter Kontakt, bisher keine Infos, nachwievor keine Papiere, "laufe der Woche" inzwischen auch vorbei. Erneute Aussage: nächste Woche. Ahja.

Mal bisschen in der Tesla-Community rumgestöbert und tatsächlich über Beiträge von jemandem mit "insider infos" gestolpert. Wie es scheint, gab es Verzögerungen bei der Typgenehmigung der Model 3 mit dem neuen, größeren Akku. Ob das Problem vom Amt oder von Tesla ausgeht, weiß keiner. Keine verlässlichen Infos zum Zeitrahmen, aber mehrere Tausend Kunden betroffen.

----- Update 8 06.12.21 -----

Vorsichtiger Anruf bei Tesla: nächste Woche Auslieferung, wie schauts aus? Papiere? Fester Termin?

Und ausnahmsweise mal gute Nachrichten, Aussage vom Berater: Papiere auf dem Weg, Versandbestätigung kommt, Fahrzeug im Hafen in Belgien, kommt am 13.12. in Dresden an, Termin am 14.12.

Perfekt. Da hat das Timing grad noch gepasst.

----- Update 9 10.12.21 -----

Fahrzeug zugelassen. Papiere zeigen interessanterweiße ein Herstellungsdatum 26.11.21. Wenn das Auto schon am 06.12. in Belgien war, kann das nicht sein. Da wurde scheinbar gemauschelt, um keine Probleme bzgl. der Typgenehmigung zu kriegen. Laut Tesla-Community haben fast alle betroffenen dieses Datum da stehen. Tsk tsk. War auch alles so frisch, dass die gute Frau auf der Zulassungsstellte alles händisch eintragen musste, weil aus dem System vom KBA zur Fahrgestellnummer noch nichts auftauchte. Aber alles geklappt, Daten stimmen auch.

----- Update 10 11.12.21 -----

Anruf von Tesla (erste proaktive Kommunikation seit meiner Bestellung! und das an nem Samstag nach 17 Uhr): Auto kommt nicht rechtzeitig. Aber jetzt definitiv auf dem Weg nach Dresden, Ankunft spätestens am 16.12. daher Abholung am 17.12.

----- Update 11 13.12.21 -----

Und jetzt wird's richtig doof.

Den Tag damit verbracht, meine Termine (Urlaub, Kundentermine, etc.) auf das neue Auslieferungsdatum zu verlegen.

Zwischendrin eine SMS von Tesla: aufgrund der globalen Lieferkrise KANN es sein, dass das Auto ohne die USB-C Ports in der Mittelkonsole und ohne induktiven Handylader ausgeliefert wird. Wird, wenn es so ist, direkt im System hinterlegt und sobald verfügbar durch den mobilen Service nachgerüstet.

Gut, damit habe ich fast gerechnet. Das war von made in USA Model 3 bereits bekannt geworden und es wurde gemunkelt, dass nun auch made in China betroffen ist. Kann ich mit leben, keine entscheidende Funktion und solange die Nachrüstung kommt, ist das in Ordnung. Besser als das ganze Auto zurückzuhalten.

Der Knaller dann aber Abends, nach Tesla-Ladenschluss. Erneute SMS von Tesla: geplante Auslieferung wurde auf dem 22.12. verschoben. Meine letzte Info war, dass das Auto auf dem Weg nach Dresden ist. Fünf Tage Verzug, das kommt nicht durch nen Stau, in dem der LKW steckt. Da wird doch kein Schaden am Auto passiert sein?!

Kurzer Abstecher in die Tesla-Community: alles voller Meldungen, dass Termine in die nächste Woche verschoben wurden. Teilweise innerhalb von zwei Stunden, nachdem der ursprüngliche Termin abgemacht wurde. Scheinbar, weil die entsprechenden Schiffe erst mit ein paar Tagen Verzögerung am Hafen in Belgien auftauchen.

Das warf nun zwei Fragen meinerseits auf:
1) Wie passt das zu der Aussage, dass das Auto in der Woche zuvor im Hafen und mittlerweile auf dem Weg nach Dresden ist.

Und 2) Wollen die mir ernsthaft sagen, dass Samstagabend alles okay war und Montagabend plötzlich soviel Verzug drin ist, dass Termine ne ganze Woche geschoben werden müssen?

Äußerst unschön. Mal von der Verzögerung an sich abgesehen, die ich durchaus nachvollziehen kann. Aber die Kommunikation war hier absolut Banane. Ich hab den Montag damit verbracht, meine Planung umzustellen, nachdem mir am Samstag zwar ein Verzug, aber ein fixer Termin mitgeteilt wurde.

----- Update 12 14.12.21 -----

Nachdem am Abend zuvor alles nach Ladenschluss passiert ist, konnt ich nun Tesla in Dresden erreichen. Und tatsächlich mal einen Mitarbeiter dran, der nicht wirkte als wäre es ein Affront, als Kunde ein paar Infos zu wollen.

Verzögerung liegt an den verspäteten Schiffen. Auf meine Frage, wieso seine Kollegin mir am Samstag sagte, das Auto sei bereits auf dem Landweg nach Dresden, wusste er keine Antwort. Auch sie hätten gerade erst erfahren, dass es Verzögerungen gibt. Find ich spannend.

Entscheidende Frage nun aber: wie geht es jetzt weiter? Mach ich jetzt wieder Termine für nächste Woche, nur um drei Tage vorher wieder ne automatische SMS mit Verschiebung zu bekommen? Das klappt so nicht.

Man redet sich raus: die Termine seien immer nur voraussichtlich und können erst wirklich fixiert werden, wenn die Autos da sind. In dem Fall soll das Auto nun am 20.12. in Dresden sein, mit Auslieferungstermin am 22.12.

War mir zu heiß, also Frage: können wir den Termin einfach nach den Feiertagen machen? Antwort: Sorry, nein, zu viele Autos...müssen schnellstmöglich vom Hof.

Nächste Frage: Geht wenigstens der 23.12. um zumindest noch einen Tag mehr Puffer zu haben? Antwort: leider auch nein, alles schon ausgeplant und Abholung ohne Termine leider aufgrund Covid-Maßnahmen nicht möglich.

Meine Unzufriedenheit hab ich natürlich geäußert. Er konnte nichts weiter für mich tun. Er hat aber zumindest zugesichert, dass er mich am 20. anrufen wird um mir zu sagen, ob das Auto wirklich angekommen ist. Vorher werde ich meinerseits keine weiteren Planungen vornehmen. Muss ich dann halt sehen, wie ich es auf Arbeit irgendwie gebogen bekomme. Sollte das Auto eher kommen, würd ich ohnehin Bescheid bekommen, gleiches gilt für weitere Verzögerungen....

Nun ist wieder warten angesagt, ob sie mich wieder vertrösten.


Das Auto kann ich (noch) nicht beurteilen. Der Bestellprozess als solches ist unkompliziert und schnell. Aber der Zeitraum von Bestellung bis zur ersten Fahrt ist eine absolute Clownshow. Tesla kommt ganz offensichtlich weder mit der Menge an Kunden, noch den eigenen internen Systemen klar. Dass die Berater nicht wissen, dass das System am gleichen Tag Verspätungen ankündigen wird und fröhlich weiter unhaltbare Termine rausgeben, ist absolut bezeichnend für das Problem.

Gefühlt leben die derzeit einzig davon, dass sie die einzigen sind, die liefern können (und nicht erst im Frühjahr '23)

Sobald sich die Lieferketten-Probleme legen und die anderen wieder in Menge bauen und liefern können, wird Tesla zumindest in Europa nen gehörigen Realitätscheck bekommen. Da hilft ihnen auch die Fabrik in Grünheide nicht, wenn sie einfach nicht mit ihren Käufern kommunizieren (können)
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Fakk-asrock (19.12.2021), swatcher1 (14.12.2021)
Alt 15.12.2021, 16:24   #11 (permalink)
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Wir machen uns die Welt, wie sie uns gefällt....

----- Update 13 14.12.21 -----

Zum Glück habe ich keine festen Planungen für den verschobenen Termin gemacht.

Nachdem mir am Vormittag die Verschiebung bestätigt und der neue Termin fixiert wurde, erreichte mich um 18 Uhr ein weiterer Anruf, diesmal nix automatisiertes. Der freundliche Berater rief an um mir zu sagen, dass das Auto nun bestätigt auf dem LKW steht und ich das Auto a Freitag abholen kann.

Bin ja mal gespannt, ob mich wieder eine Verschiebung erreicht und ich richtig den Verstand verliere.
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Alt 26.12.2021, 20:09   #12 (permalink)
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Hm - ist da was schief gegangen - oder isser im eigenen Auto verbrannt?


Irgendwie sollte der Wagen ja eigentlich längst da sein - aber hier gibt es keine einzige Meldung mehr.
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Alt 28.12.2021, 09:35   #13 (permalink)
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Zitat:
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Hm - ist da was schief gegangen - oder isser im eigenen Auto verbrannt?


Irgendwie sollte der Wagen ja eigentlich längst da sein - aber hier gibt es keine einzige Meldung mehr.
Geht demnächst weiter. Will das Ersteindruck-Review des Autos gleich mit einarbeiten.

Weihnachten is außerdem Busy-Time. Nich wirklich zu irgendwas gekommen.

Aber: Es gab keine weiteren Verschiebungen, also ab dem letzten Update alles nach Plan.
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Exit (28.12.2021)
Alt 28.12.2021, 17:29   #14 (permalink)
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Hier nun das versprochene Update. Oben natürlich auch bereits ergänzt.

Die Abholung

Nach dem Ganzen Theater bezüglich der Terminierung, blieb es diesmal beim vereinbarten Zeitpunkt. Abholung also am 17.12. in Dresden. Somit waren es am Ende, von Bestellung bis Abholung, 45 Tage. Trotz des ganzen Chaos dazwischen, das Tesla verzapft hat, sind solche Lieferzeiten für neue Fahrzeuge derzeit nirgendwo sonst zu haben.

Die Abholung selbst erfolgt, wie schon die Bestellung und der Erstkontakt, wieder sehr unkompliziert und unaufdringlich. Kein Verkäufer der um einen rumspringt oder ähnliche Geschichten.

Nach Ankunft im noch sehr neuen Tesla-Store in Kesselsdorf, gab es einen kurzen Check-In.

Die beiden netten Damen am Tresen haben meine Dokumente (ZBII und COC gehen natürlich zum Leasinggeber) und Kennzeichen in Empfang genommen und meinen Ausweis sowie Impfstatus geprüft. Hier sei kurz erwähnt, dass man mir auch angeboten hat, die Dokumente vorm Gebäude zu empfangen, sollte kein Impfnachweis vorhanden sein.

Nachdem in meinem Tesla-Account alles nochmal geprüft wurde (Verträge unterzeichnet, Anzahlung überwiesen) bekam ich das Papp-Etui mit den beiden RFID-Schlüsselkarten für’s Auto ausgehändigt und mir wurde der Weg zu den Autos in der Tiefgarage gezeigt.

Dort wurde ich von einem Mitarbeiter des Serviceteams in Empfang genommen, der mir gezeigt hat, welches von den vielen Autos meines war. War auch nich schwierig, das einzige blaue Model 3 in der ganzen Sammlung. Die Kennzeichen waren bereits montiert. Ebenso waren die Winterräder montiert. Die Sommerräder lagen in Tüten verpackt hinter dem Auto, bereit zum Einladen. Kurze, für mich eigentlich unnötige, Einweisung in die Verwendung der Schlüsselkarte gab es, auch wurde mir gesagt, dass mein Auto in der Tat vom Lieferengpass betroffen ist und daher derzeit nicht mit QI-Lader und USB-C Ports (vorne) ausgestattet ist. Entsprechende Info ist im Konto hinterlegt, sobald verfügbar wird das ganze im mobilen Service (vom sogenannten „Tesla Ranger“) bei mir zu Hause oder auf Arbeit nachgerüstet. Dafür wurde war das Kaltwetter-Zusatzpaket (also Rücksitz- sowie Lenkradheizung) bereits freigeschaltet. Zum Zeitpunkt meiner Bestellung war das noch nicht Teil des Standardumfangs, wurde aber wohl allen Auslieferungen ab November 2021 nachträglich hinzugefügt. Danach wurde ich alleingelassen, um mir das Auto anzuschauen und einzustellen. Das Serviceteam war allerdings in der Tiefgarage unterwegs und ansprechbar.

Es folgte der obligatorische Check des Fahrzeugs. Ich hatte mich natürlich vorher informiert, welche Punkte speziell beachtet werden sollten, habe mich allerdings nicht mit einer dreiseitigen Checkliste bewaffnet. Und was soll ich sagen? Alles passt. Man sieht hier und da minimale Inkonsistenzen in den Spaltmaßen, aber so genau schaut sich keiner ein Auto an, damit kann ich leben. Wichtig ist die Passung zwischen vorderer Stoßstange und Haube, sowie die Einpassung der Dachscheiben, da dort bei Überstand sehr nervige Windgeräusche entstehen können. Passt aber alles. Lack ist ebenfalls ohne Makel. Auch die wohl recht häufig anzutreffenden beschlagenden Rücklichter habe ich tatsächlich nicht erwischt. Alle Funktionen sind in Ordnung, öffnen von Kofferraum, Frunk, Ladeklappe sowie Entriegelung per App klappen ebenfalls. Nach den diversen Horror-Meldungen (wobei das zugegebenermaßen hauptsächlich die Model 3 made in USA betrifft) war ich positiv überrascht.

Zubehör ist ebenfalls vollständig; 128 GB USB-Stick im Handschuhfach, hochwertiges 4,5m 32A Typ2-Kabel, Schuko-Ladeziegel und Verbandskasten (noch nicht auf neuem 2022er Standard, Maske muss also meinerseits „nachgerüstet“ werden) mit Warnweste im Kofferraum. Außerdem beiliegend war ein paar größere Schmutzfänger für die vorderen Radkästen, sollten die Vormontierten nicht reichen.

Nachdem ich im Innenraum kurz Sitz, Lenkrad und Spiegel eingestellt, sowie alle Funktionen am Display kurz geprüft (alles bestens) und den Akkustand (54%) angeschaut habe, hab ich dem Serviceteam das Go gegeben. Die Sommerräder wurden eingeladen und die Auslieferung im Account als abgeschlossen markiert. Ab hier hätte ich nun alle eventuellen Mängel direkt in der App melden und einen entsprechenden Servicetermin vereinbaren können, sofern es nicht direkt hätte gelöst werden können. Das Model Y das zur Auslieferung neben mir stand, hatte scheinbar etwas weniger Glück. Dort wurde sowohl die Heckklappe frisch eingestellt, als auch der Lack auf der Frunk-Haube direkt nochmal poliert.

So war aber alles am Auto in Ordnung und nach insgesamt etwas mehr als einer Stunde von Check-in bis Abschluss bin ich abgefahren. Alles sehr unaufgeregt und hands-off. Kein großes Terz um die Auslieferung, die nötigen Einweisungen übergeben und das war’s. Zeitlicher Druck wurde keiner gemacht, ich hätte mir das Auto wohl auch zwei Stunden anschauen können.

Erste Fahrt war, natürlich, zum nächsten Supercharger, in dem Fall Nossen. Auch das funktioniert, aber hier tauchte auch schon der erste Kritikpunkt zum Auto auf, dazu aber im „Review“ mehr.

Fazit zum Bestellprozess

Die Abholung war, wie bereits erwähnt, wieder wie die Bestellung am Anfang. Alles unkompliziert und ohne Händchenhalten, genau wie es mir gefällt, ich will keinen schmierigen Autoverkäufer, der um mich rumspringt. Trotzdem war das Auslieferungs- und Service-Team für Fragen verfügbar, freundlich und kompetent. Fragen zum Auto konnten beantwortet werden, im Gegensatz zu den Kollegen bei Ford.

Wenn man jetzt die Phase zwischen Bestellung und Abholung noch etwas beruhigt und an der Kommunikation arbeitet, wird auch das Gesamtpaket stimmig. Aber das ganze Theater war leider doch ein ganz ordentlicher turn-off.

Sobald sich die Lieferketten-Probleme legen und die anderen wieder in Menge bauen und liefern können, wird Tesla zumindest in Europa nen gehörigen Realitätscheck bekommen, sollte das so weiterlaufen wie bisher. Da hilft ihnen auch die Fabrik in Grünheide nicht, wenn sie einfach nicht mit ihren Käufern kommunizieren (können)

Konfiguration, Bestellung und Auslieferung sind wunderbar relaxed und simpel, da passt das unglaubliche Generve dazwischen, mit Verträgen, Standorten und Terminen echt überhaupt nicht rein.

Da kam ja bereits die Anweisung von ganz oben, diesen Druck zum Quartalsende sein zu lassen und die Bestellungen so auszuliefern, wie sie eben kommen. Kann man nur hoffen, dass das fruchtet. Vielleicht hilft da auch das Werk in Brandenburg, wenn nicht mehr mehrere Tausend Autos gleichzeitig per Schiff ankommen und schnell ausgeliefert werden müssen, weil kein Platz ist.


Kommen wir nun zum Auto selbst.


Tesla Model 3, late 2021 – Eindrücke und erste Bewertung

Die erste Fahrt war somit vom Service Center Kesselsdorf zum Supercharger an der A14 in Nossen, ziemlich genau 30 Kilometer. Da es nicht meine erste Tesla-Fahrt war, war es nicht so abenteuerlich wie es für einen kompletten Neuling sicher wäre. Dennoch musste ich mich wieder ans One-Pedal Driving gewöhnen. Geräuschkulisse war in Ordnung, wenn auch nicht repräsentativ, da die Winterräder generell lauter sind, die Rücksitze umgeklappt und eine Satz Räder mit raschelnden Tüten eingeladen war. Zumindest waren die Windgeräusche aber angenehm leise. Die Doppelverglasung der Seitenfenster hilft da doch sehr. Bei der Fahrt am nächsten Tag, mit leerem Auto, war alles schon nochmal deutlich ruhiger. Ab ~150 km/h wird es merklich lauter, aber wenn man nicht gerade irgendwas in der Klasse eines 5er fährt, ist das eigentlich überall so.

Inzwischen, Stand 28.12.21, stehen 1400 km und etwas über einer Woche auf dem Arbeitsweg auf der Uhr. Die folgenden Erfahrungen und Eindrücke stammen also aus dieser Zeitspanne.

Verarbeitung, Qualität und Stauraum

Vielen ist, denke ich, bewusst dass das Model 3 sehr minimalistisch gestaltet ist. Das muss einem natürlich gefallen. Dennoch finde ich das Auto, für den Preisbereich, angenehm gut verarbeitet.

Auch die Materialien im Innenraum haben mich von Anfang an positiv überrascht. Ein großer Teil ist mit dem hübschen Kunstleder bezogen, das sich auch am Lenkrad und den Sitzen findet, in den Türen gibt es schöne Alcantara-Flächen, Armaturenbrett und Türen-Inlays sind tatsächlich aus Echtholz, kein Kunststoff in Holzoptik. Die Flächen, die tatsächlich aus Kunststoff bestehen, sind zumindest unterschäumt, so dass keine unbequemen harten Ablagen entstehen.

Stauraum gibt es reichlich. Zusätzlich zum Handschuhfach gibt es zwei vergleichsweise enorme Ablagefächer in der Mittelkonsole. Die sind schon fast zu tief. Mit zusätzlich erhältlichen Einsätzen, bieten beide Ablagen dann zwei Ebenen, können damit besser sortiert werden. Ein absolutes Muss und sollte, meiner Meinung nach, zur Standardausstattung gehören. Die Lade-Ablage für Smartphones ist auch für große Geräte gut geeignet und hat leichte Erhöhungen, so dass auch bei Kurvenfahrten die Geräte auf der Ladeposition bleiben.

Kofferaum ist üppig, leidet aber natürlich unter der typischen Limousinen-Ladeluke und der hohen Ladekante. Dafür gibt’s im Frunk zusätzlich Stauraum, dort auch mit Kunststoff-Auskleidung statt Teppich, also auch für dreckige Gegenstände besser geeignet.

An der Ladesäule

Am Supercharger fing alles gut an. Öffnung der Ladeklappe per Knopf am Kabel funktioniert, eingesteckt und Ladevorgang startet, so soll es sein. Dann aber die Ernüchterung: Ganze 33 kW Ladeleistung nach 5 Minuten. Zwar ist klar, dass ein kalter und halbvoller Akku nicht gerne schnell lädt, aber das ist schon arg schwach. Zur Sicherheit bin ich fix an eine der anderen Säulen gefahren, um das auszuschließen, Ergebnis leider identisch. Bisherige Tesla-Erfahrungen waren alle mit den Li-NMC Akkus von Panasonic, die bringen auch kalt zumindest um die 70 kW von Beginn an. Die neuen LFP-Zellen von CATL scheinen da doch sehr empfindlich zu sein und noch wesentlich mehr Temperatur zu brauchen. Spaßeshalber habe ich während dem Ladevorgang mal den nächsten Supercharger als Navi-Ziel ausgewählt: Nempitz, an der A9 bei Leipzig. Etwa 100 km und eine Stunde fahrt. Und direkt nach Start der Route begann das Auto, den Akku zu konditionieren, das ist schon sehr früh.

Auch um einen Defekt auszuschließen, hab ich am nächsten Tag von Zuhause tatsächlich die Fahrt zu besagtem Supercharger in Nempitz angetreten und nebenbei noch Verwandtschaft besucht. Mit ordentlicher Vorkonditionierung und Ankunft mit 30% Akku sah das schon deutlich besser aus. Direkt zum Start gab’s 140 kW, viel mehr geht an den V2-Superchargern sowieso nicht.

Nach diversen Testfahrten, die den Akkustand wieder schrumpfen ließen, war ich als nächstes bei einem 300 kW Hypercharger von EnBW, auch hier wieder mit warmem Akku. Dort gab es tatsächlich, wenn auch nur kurz, die maximalen 170 kW, die das Auto kann. Technisch also alles bestens, das Auto braucht zum Schnellladen aber nochmal deutlich mehr Liebe, als ältere Modelle. Dem gegenüber steht aber natürlich auch, dass die LFP-Zellen DEUTLICH kältebeständiger sind und sich auch nicht daran stören, öfters mal auf 100% geladen zu werden, im Gegenteil: das wird sogar empfohlen. Da das Schnellladen bei mir ohnehin keine regelmäßige Sache ist und der nächste flotte DC-Lader mindestens 30 Minuten Fahrt entfernt ist, wird es mich vermutlich auch nicht oft treffen, mit kaltem Akku an einem anzukommen.

Vielleicht sollte man hier dennoch versuchen, ob man nicht per Software irgendwie nachkorrigieren kann.

Reichweite und Verbrauch

Bei 1400 km Fahrleistung, auch im Alltagsbetrieb, lässt sich schon ganz gut der Regelverbrauch ermitteln. Auf der Fahrt zur Arbeit, auf der es insgesamt 250 Höhenmeter abwärts geht, kommen zum Teil nur 12 kWh/100km zustande, meist aber so um die 14, also genau der Herstellerangabe entsprechend. Wiederrum auf dem Rückweg, bergauf, mittelt es sich um die 24 kWh/100km. Für meinen gesamten täglichen Arbeitsweg brauche ich etwa 16 kWh insgesamt, je nach Verkehrslage. Insgesamt stehen, bereinigt, für die kompletten bisherigen 1400 km, 18 kWh/100km auf der Uhr. Das enthält mehrere schnellere Autobahnfahrten, inklusive mehrmals vMax (man muss ja alles testen, nech? ��)

Der Wert ist, so wie er bisher steht, 2 kWh/100 niedriger, als ich es für meine eigenen finanziellen Rechnungen angenommen habe. Somit hat sich also die mehr als Halbierung der Kosten pro 100km gegenüber dem Diesel auch in der Praxis bestätigt. Muss man nun sehen, wie lange das so bleibt. Vermutlich wird es aber zumindest auf kurze Sicht sogar besser, da die Effizienz bei höheren Temperaturen grundsätzlich steigt. Natürlich können aber die Stromkosten steigen. Solar ist derzeit noch coming soon.

Volle Reichweite kann ich derzeit schlecht direkt ergründen, da ich noch nicht von 100-0 gefahren bin. Mit den vorhanden Verbrauchswerten auf den vollen Akku, kommen bei der derzeitigen Witterung aber ungefähr 300-330 km raus. Mehr als ausreichend.

Fahrleistungen

Bei den Fahrleistungen habe ich, beim Standardmodell, nicht die ultimative Rakete erwartet. Das hat sich soweit auch bestätigt. Man merkt dem Auto deutlich an, dass es an Traktion mangelt. Man kann sich also an der Ampel nur bedingt mit den AMGs dieser Welt anlegen. Aber der stehende Start ist halt auch so bisschen Spielerei. Auf der Landstraße ist die Experience absolut klasse. Beschleunigung auf 100 und Überholvorgänge gehen sehr zügig, ohne einem das Gefühl zu geben, eine absolute Waffe zu bewegen. Kurzum: für den Alltag völlig ausreichend. Auf der Autobahn merkt man in den oberen Bereichen, wie dem Motor die Puste ausgeht. Das war zu erwarten, da fehlt der Zug des zweiten Motors und auch die Übersetzung ist darauf nicht ausgelegt.

Bedienung und Software

Die Bedienung über das Display war, natürlich, gewöhnungsbedürftig. Es ging aber tatsächlich schneller als erwartet.

Die Software ist grundsätzlich als gut einzustufen. Bedienung über’s Display ist angenehm intuitiv, die Anordnung und Sortierung der Menüs gefällt mir. Alles ist sehr zügig und ruckelfrei, die wichtigsten Punkte gibt es im Schnellzugriff. Die Sprachsteuerung klappt ebenfalls sehr gut und kann fast alle Funktionen des Autos steuern. Aufgefallen sind mir einige „Kleinigkeiten“ an denen man sieht, dass sich da jemand Gedanken drüber gemacht hat. Beim Betätigen des Schalters zum einmal Wischen am Lenkstockhebel öffnet sich das Scheibenwischermenü auf dem Display automatisch für einige Sekunden, für den Fall man möchte den Wischer dauerhaft aktivieren, ohne die Automatik. Öffne ich irgendein anderes Menü anstatt des Navi-Displays, verschiebt sich die nächste Routenanweisung automatisch in den „Fahrbereich“ des Displays und bleibt somit immer sichtbar, egal in welchem Menü ich sonst gerade so was mache. Das hab ich so auch bei CarPlay und co. Noch nicht gesehen. Wenn ich dort die Medienquelle wechseln oder aus dem Telefonmenü jemanden anrufen möchte, wird das Navi ausgeblendet. Kleinigkeiten, die mir gefallen.

Es gibt aber auch Kleinigkeiten, die mir nicht gefallen. Die Wiedergabe von Musik auf dem USB-Stick zum Beispielt, geht grundsätzlich in Ordnung. Jedoch ist das Handling von Unterordnern weniger gut. Dateien in Unterordnern werden zwar gefunden und können auch über Interpret/Album/Song abgespielt werden, es kann jedoch nicht der gesamte Unterordner abgespielt werden. Bei Ordnern in der Root-Struktur funktioniert das. Auch können Ordner nicht als Favorit markiert werden, geht nur bei einzelnen Songs. Da auch keine Playlists unterstützt werden, sind sortierte Ordner die einzige Alternative dazu, da stört dieses Handling dann.

Wiedergabe der Musik vom Handy geht, jedoch ist das Bluetooth-Protokoll scheinbar nicht ganz korrekt implementiert. Wenn der Mediaplayer am Handy nicht bereits offen ist, wird der nicht vom Auto gestartet. Im BMW vorher ging das recht gut. Sobald ich im Auto auf Bluetooth geschaltet habe, ging am iPhone das zuletzt geöffnete Medium wieder auf, sei es nun der interne Musikplayer oder ein Podcast. Im Tesla muss ich immer am Handy den Player erst öffnen.

Stichwort Podcast: Streaming ist so eine Geschichte….der Tesla unterstützt TuneIn (Webradio), Spotify und seit kurzem Tidal. Über das LTE-Modem des Autos geht das leider nur, wenn man bei Tesla für 10€/Monat die Premium Konnektivität abonniert. Das Auto hat WLAN, darüber klappen auch die Streaming-Dienste, über Handy-Hotspot aber eigentlich kein Problem. Eigentlich, denn: das Auto deaktiviert WLAN, sobald man in Drive wechselt. Das muss dann umständlich übers Menü wieder aktiviert werden…und zwar bei jeder Fahrt aufs Neue. Somit fährt man dann tatsächlich besser, wenn man die entsprechende App auf dem Handy öffnet und per Bluetooth abspielt. Damit geht aber dann die Auswahl der Inhalte nicht übers Auto. Unschöne Lösung, aber betrifft mich zumindest derzeit nur bedingt, da ich persönlich nur Apple Music verwende, was sowieso nur übers Handy geht, bis Tesla irgendwann eine App nachreicht.

Die gleiche Verbindungseinschränkung gilt auch für die integrierten Youtube, Twitch und Netflix Apps. Das sind aber Fullscreen-Anwendungen, die ohnehin nur geparkt funktionieren, entsprechend ist das WLAN-Problem nicht auf die gleiche Art vorhanden.

Weitere Kritikpunkte habe ich bei einigen der automatischen Helferlein. Der automatische Scheibenwischer reagiert sehr spät auf Wasser/Schmutz und wenn, dann legt er meist gleich Vollgas los und wischt recht oft trocken.

Ähnliches gilt für die Fernlicht-Automatik. Bei freier Straße braucht er recht lange, bis er überhaupt aufblendet und bei Gegenverkehr ist er eine einzige Blendmaschine, reagiert VIEL zu spät und teilweise auch überhaupt nicht. Das ist extra Schade, da die verbauten Scheinwerfer sogar Matrix-LED sind und dazu mit entsprechender Software entsprechend in der Lage wären. Da die Funktion generell nun auch in den USA erlaubt ist, wird die sicher auch im Tesla irgendwann nachgereicht. Wenn dann aber die gleiche Steuersoftware dafür verantwortlich ist, wie jetzt, wird das Geblende nur noch schlimmer.

Mit dem neuesten Software-Update wird nun auch, beim Blinken, die Seitenkamera der jeweiligen Seite automatisch eingeblendet. In Ermangelung eines klassischen Totwinkel-Warner-Geblinke im Spiegel, ist das keine schlechte Idee. Jedoch ist die Position der Einblendung im Display suboptimal. Wer mit beiden Händen am Lenkrad fährt, verdeckt das Bild mit der rechten Hand komplett. Auch wird relativ weit unten eingeblendet. Ich halt den Spiegel weiterhin für die bessere Idee.

Fahrassistenz

Der oft und gerne hochgelobte Autopilot. Nun ja. Hier sei gesagt, ich habe nur den Basic Autopilot, dazu aber später mehr. Also: adaptiver Tempomat und Spurhalteassistent. Klingt schon viel normaler als „Autopilot“, nech?

Der Tempomat funktioniert grundsätzlich echt gut. Durch den E-Motor entfällt die Schalterei, daher ist der Tempomat von 0-150 km/h sehr smooth und äußerst angenehm, nutzt auch wenn möglich nur die Rekuperation, die Bremse nur wenn nötig. Ein- und Ausschalten geht geräuschlos mit einem kurzen Tippen am Lenkstockhebel. Einziges Problem: die Schildererkennung ist ziemlicher Bimms. Wenn er Tempolimits überhaupt erkennt (bei den elektronischen auf der BAB kann man das direkt ganz vergessen) dann wendet er die tatsächlich erst ab Schild an. Wenn man also nicht händisch korrigiert, fährt der einen auch gerne mal mit 100 km/h in eine Ortschaft. Das können andere um ein Vielfaches besser.

Der Spurhalteassistent…ist echt ein nerviges Ding. Grundsätzlich gilt: er macht seine eigentliche Arbeit recht gut. Er hält die Spur stabil und den Abstand zum Vordermann auch. Erkennt auch die Spur immer sehr gut, selbst Gelb markierte Baustellenspuren. Für die Autobahn eigentlich klasse….eigentlich. Denn: Spurwechsel kann er einfach nicht. Und da rede ich nicht von automatischen Spurwechseln, er verträgt die einfach nicht. Wenn ich bei den Assistenten anderer Hersteller den Blinker setze, geht die Spurhaltung auf Pause und in der neuen Spur geht die einfach weiter. So kann man auf der Autobahn auch mal an ein paar LKW vorbei, ohne die Assistenten komplett killen zu müssen. Im Tesla muss ich den Autopiloten entweder manuell deaktivieren (was dann auch den Tempomaten gleich mit deaktiviert) oder den Widerstand am Lenkrad überwinden, um ihn automatisch zu deaktivieren. Dann bleibt zwar der Tempomat zumindest aktiv, es führt aber zu einer sehr ruckartigen Lenkbewegung. Mit Passagieren im Auto sehr unangenehm.

Dazu kommt dann leider noch, dass jedes Aktivieren und Deaktivieren akustisch signalisiert wird. Einschalten gibt ein *ding*, Abschalten (manuell oder automatisch) gibt ein *ding dong*. Die Signale sind nicht abschaltbar. Wenn ich also auf der Autobahn an einem LKW vorbei möchte und danach auch per Autopilot weiter möchte, ist das Auto mehrfach am runklingeln. Einmal beim Abschalten, dann beim wieder Anschalten….und das bei jedem Spurwechsel. Wer sich also auf einer relativ leeren Autobahn ans Rechtsfahrgebot hält und nur die typischen LKW-Kolonnen überholt, wird in einer Tour vom Auto angeklingelt. Somit verkommt eine Funktion, die für lange Autobahnfahrten eigentlich sehr entlastend sein könnte und sollte, zur absoluten Nerv******e.

Ich hab ein paar hundert Kilometer Autobahn hinter mir und nutz den Autopilot jetzt eigentlich nur noch Nachts und Sonntags, auf leeren Abschnitten. Mit 110-120 km/h mit anderen PKW mitschwimmen stört mich nicht, aber mit 80-90 hinter LKW rumzuckeln, tu ich mir nicht an. Leider ist der Autopilot nur dafür geeignet.

Da man das erweiterte Autopilot-Paket über die App nachträglich erwerben und dann 48 Stunden „zurückgeben“ kann, hab ich mir mal angeschaut, ob es dadurch besser wird. Kurz: das beschriebene Problem bleibt bestehen. Man hat dann lediglich den „Workaround“ des automatischen Spurwechsels. Blinken, Lenkrad leicht in die entsprechende Richtung und das Auto wechselt selbst die Spur. Leider ist das Ganze so UNFASSBAR langsam, dass es im Grunde nutzlos ist. Auf einer leeren Autobahn mag das fluppen, aber bei normalen deutschen Verkehrsverhältnissen, tut sich so gut wie nie eine Lücke auf, die dem Autopiloten groß genug ist. Ich weiß nicht, ob hier irgendwelche EU/DE-Richtlinien das System so einbremsen und es in den USA besser klappt, aber hierzulande ist’s das Geld nicht wert.

Gleiches gilt übrigens auch für das automatische Parken. In der Zeit, die sich das Auto lässt, hab ich viermal ein- und ausgeparkt. Die 3.800€ Aufpreis kann man sich getrost sparen.

Zwischenfazit zum Auto

Schönes, minimalistisches Design, gute Verarbeitung innen und außen, viel Stauraum, Ladeleistung bei entsprechender Vorbereitung sehr gut, Fahrleistungen sportlich und ausreichend, Reichweite wie beworben, gut durchdachte Menüs und Bedienung. Multimedia-Fähigkeiten umfangreich, mit leichten Schwächen.
Schwächen gibt’s bei den Fahr-Automatismen, zum Teil deutliche Schwächen. Der Autopilot ist nur nervig, wobei ich da eher ein Konzeptproblem als einen Fehler sehe. Wisch- und Fernlichtautomatik brauchen dringend Nachbesserung.
Alles in allem aber, sind alle gefundenen Probleme reiner Software-Natur und damit zumindest theoretisch lösbar. Direkte Hardware-Probleme habe ich soweit keine gefunden, entsprechend habe ich da Hoffnung, dass zumindest einige der Punkte irgendwann angepackt werden.

Wer noch spezifische Fragen hat, kann die gerne stelle, kann auch gerne spezielle Sachen testen.
Killerpixel ist offline   Mit Zitat antworten
5 Benutzer bedanken sich für den Beitrag:
DiceMaster (30.12.2021), Exit (04.01.2022), Fakk-asrock (04.01.2022), Sachsen Paule (28.12.2021), swatcher1 (29.12.2021)
Alt 04.01.2022, 13:00   #15 (permalink)
The real MacGyver
 
Benutzerbild von Fakk-asrock
 

Registriert seit: 10.02.2005
Beiträge: 5.741

Fakk-asrock ist ein wunderbarer AnblickFakk-asrock ist ein wunderbarer AnblickFakk-asrock ist ein wunderbarer AnblickFakk-asrock ist ein wunderbarer AnblickFakk-asrock ist ein wunderbarer AnblickFakk-asrock ist ein wunderbarer AnblickFakk-asrock ist ein wunderbarer AnblickFakk-asrock ist ein wunderbarer Anblick

Standard AW: [Erfahrungsbericht] Pixels Mobilitätswende

Schick, ausführlich!


Na, die 2 kwh/100 km aus deiner Kalkulation bekommst du mit lade Verlusten sicherlich aufgefüllt
Fakk-asrock ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 04.01.2022, 17:48   #16 (permalink)
Hardware Freak
 
Benutzerbild von Killerpixel
 

Registriert seit: 01.01.2007
Beiträge: 11.493

Killerpixel kann auf vieles stolz seinKillerpixel kann auf vieles stolz seinKillerpixel kann auf vieles stolz seinKillerpixel kann auf vieles stolz seinKillerpixel kann auf vieles stolz seinKillerpixel kann auf vieles stolz seinKillerpixel kann auf vieles stolz seinKillerpixel kann auf vieles stolz seinKillerpixel kann auf vieles stolz sein

Standard AW: [Erfahrungsbericht] Pixels Mobilitätswende

Mit Sicherheit. Aber die waren vorher auch nich in der Kalkulation.
Killerpixel ist offline   Mit Zitat antworten
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eauto, erfahrungsbericht, mobilitätswende, pixels, tesla


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