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Alt 07.02.2017, 13:00   #1 (permalink)
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BaseALiEN wird schon bald berühmt werden

Standard Nonda ZUS Car Charger - Luxus Smartphone-Ladegerät im Test

Das nonda ZUS
Mehr als nur ein Ladegerät für das Auto?

In einem Meer von Ladegeräten für das Auto das eine zu sein, was jeder kaufen sollte, das ist wohl ein Ding der Unmöglichkeit. Aber um sich in diesem Markt einen Platz zu verschaffen, benötigt es einige auffallende Stärken. Eine könnte der Funktionsumfang sein, eine das Design, wieder eine andere die Verarbeitung. Die Firma nonda möchte nun mit dem ZUS ein Produkt entwickelt haben, das all diese Stärken in einem Gerät vereint.

Zu Beginn des Testes fragte ich mich, welchen Anspruch ich an ein Ladegerät für das Auto stellen würde. Für mich steht die Kernfunktion im Vordergrund. Das Gerät sollte schnell und gleichmäßig laden können, am besten zwei Geräte gleichzeitig. Es sollte handlich und klein sein, gut verarbeitet und haltbar. Das ZUS versucht jedoch, um einiges mehr zu sein und mit den vielen Funktionen Technikspielkinder, aber auch Zweifler wie mich zu überzeugen. Ob dies gelang, erfahrt ihr im Test.

Im Test stand mir mein treuer Begleiter, mein Honda Civic, zur Seite.

Design und Verarbeitung


Nun trifft es sich, dass ich selbst Designer bin, mein Blick also kritisch und fachkundig. Gutes Design heißt nicht nur, dass etwas ansprechend anmutet. Gutes Design ist viel mehr. Es bedeutet, dass ein Produkt in Form, Konzeption und Fertigung seiner Funktion folgt. Es sollte seinen Nutzen bestmöglich erbringen können, eine dafür entsprechende Form und geeignetes Material vorweisen und einem nachhaltigen Fertigungs-, Nutzungs- und Wiederverwertungsansatz folgen. Gutes Design hat hohe Ansprüche und das ZUS kann viele davon erfüllen.



Die Verpackung ist sehr schlicht gehalten. Der corporate identity von nonda folgend, ist sie dezent in Weiß gehalten, mit einen transparenten Cover mit Sicht auf das ZUS. Sie ist stabil und hält das ZUS fest und sicher. Verdammt fest wie sich beim Entpacken zeigte. Ich musste etwas mit den ganzen Klammern und Kunststoffhaltern kämpfen, bis ich es endlich heraus bekommen hatte. Neben dem Gerät lag der Verpackung noch eine einfache Installationsanleitung sowie Produktbeschreibung mit den vielen Funktionen der zugehörigen App und die obligatorischen Warnhinweise bei.



In der Hand liegend, wirkte das ZUS erstaunlich schwer, wertig und stabil. Wer einen typisch billigen Plastikbomber erwartet, irrt. Das zweischalige Gehäuse ist sehr hochwertig verarbeitet, extrem stabil und hat ein angenehm mattes Finish. In Teilen titanbeschichtet und aus Werkstoffen der Firma Bayer, verspricht das ZUS eine lange Lebensdauer und nonda gibt an, dank einer speziellen Kühltechnik, 35% Abwärme zu sparen. Im Vergleich wozu und wie das technisch genau aussieht, wollte man nicht näher erläutern. Es bleibt also bei einem Versprechen. Das Gerät liegt gut in der Hand und hat eine angenehme Größe. Die Form ist dezent und sehr gut durchdacht. So befinden die beiden USB-Ports zum Laden sich etwas angewinkelt in einer Verdickung an einem Schaft. Dadurch sind die Ports zu Fahrer und Beifahrer gerichtet und durch die Verdickung lässt sich das ZUS einfach und handlich greifen und in den Zigarettenanzünder ein- und ausstöpseln. Sehr praktisches Detail, die USB-Ports sind von innen beleuchtet und auch im dunklen Auto gut zu erkennen und leicht zu finden. Was die Nutzung ungemein vereinfacht ist die Tatsache, dass sich beide Ports beliebig herum benutzen lassen. Das bedeutet, man muss nicht darauf achten, wie herum man das USB-Kabel anschließen muss. In meinen Augen ein extremes Manko der USB-Schnittstelle. Das Ladegerät lässt sich natürlich auch beliebig im Anschluss drehen, wodurch man die Ports auch Richtung Windschutzscheibe, wie für ein Navi oder ähnlichem geeignet, und Mittelkonsole, z.B. für das Mobiltelephon, ausrichten kann.



Zusammenfassend kann ich guten Gewissens sagen, dass das nonda ZUS eine sehr gutes Design hat. Offensichtlich bin ich nicht als einziger dieser Meinung, denn in einem sind sich mein Honda und das nonda ZUS Brüder, sie haben beide den Red Dot Design Award erhalten. Das ZUS kann aber ebenso den iF Design Award vorweisen.


Kompatibilität

Nun ist die naheliegendste Funktion eines Ladegerätes das Laden anderer Geräte, doch das ZUS verspricht dem Käufer noch viele weitere optionale Funktionen, die über die App verfügbar sind. Zu meinem Bedauern musste ich feststellen, dass diese nur für Android- und Applegeräte verfügbar ist. Eine Nutzung auf einem Windows Phone ist nahezu unmöglich. Natürlich habe ich nicht aufgegeben und mich lange damit beschäftig, ob über Umwege nicht doch eine Nutzung mit Windows Phone möglich ist. Dazu möchte ich nur zusammenfassend sagen, ja, aber nur unter so großen Umständen, dass es den Aufwand in keinem Fall lohnt. Wer also ein Windows Phone besitzt, sollte zwar nicht zwangsweise zu einem anderen Gerät greifen, da das ZUS auch ohne seine App ein hochwertiges und gut durchdachtes Ladegerät ist, jedoch sollte jemand, der auf die Zusatzfunktionen Wert legt, sich entweder nach einem anderen Ladegerät oder Smartphone umschauen. Die meisten werden wohl zu erstem tendieren. Denn so viel schon vorab, die App wäre ein Smartphonewechsel keines Falles wert.


Laden

Kernkompetenz eines Ladegerätes sollte logischerweise das Laden sein. Hierbei bietet das ZUS maximal 4,8A, 2,4A auf jedem USB-Port bei 5V Spannung. Im Test konnte ich die Werte mit leichten Abweichungen bestätigen. Des Weiteren verspricht das Ladegerät doppelt so schnell wie herkömmliche Autoladegeräte zu laden und zwei iPone 6s in 1,89 Stunden und zwei iPads mini in 3,67 Stunden zu laden. Natürlich sind solche Angaben, seitens der Hersteller, mit Vorsicht zu genießen, da meist, wie in diesem Fall, nicht darauf eingegangen wird, im Vergleich zu welchen Geräten die Werte erzielt wurden. Mangels der besagten Geräte in entsprechender Menge konnte ich die Aussage nicht bestätigen. Meine Geräte, die ich zum Testen benutzte, lud es jedoch zügig durch. Von der doppelten Ladegeschwindigkeit würde ich jedoch keines Falles sprechen. Im Vergleich zu andern Car-Chargern lädt das ZUS vergleichbar bis minimal schneller. Ein Mal kam es vor, dass nach einer einstündigen Fahrt nur zwei Prozent meines Smartphones geladen wurden, obwohl es lediglich im Stand-by war und der Ladezustand angezeigt wurde. Eine Erklärung konnte ich dafür nicht finden und das Ereignis auch nicht erneut herbeiführen.
Zu erwähnen sei noch, dass die Qualcomm Quick Charge Funktion nicht unterstützt wird.

Doch was kann nun das Wunderkind noch alles, außer dem Laden von Handhelden und technischen Begleitern?


Installation und Kopplung

Wie schon angedeutet, ist der Download der App aus dem Appstore oder von Google play auf das Smartphone notwendig. Die App ist kompatibel mit Android 4.3 und iOS 8.0 aufwärts, ist ca. 75 MB groß und in den Sprachen Englisch, Niederländisch, Spanisch, einfaches Chinesisch und Traditionelles Chinesisch erhältlich. Ist die App einmal installiert, erfordert sie einige Rechte und die Erstellung eines Accounts. Dieser ist notwendig, um das ZUS nur für festgelegte Nutzer frei zu geben und die Daten für die Funktionen der App in Cloudservern zu speichern. Interessanter Fakt, durch das Verbinden des ZUS mit einem Account, wird es fest mit diesem verbunden. Wenn man also einen neuen Account hat oder das ZUS an jemand anderen weiter geben möchte, ist dies nicht ohne Weiteres möglich. Einige berichteten sogar, dass sie ihr ZUS nach einem Wechsel des Smartphones nicht mehr nutzen konnten. Die Firma nonda äußerte sich dazu mit der Stellungnahme, dass damit einem das ZUS nicht mehr gehöre und nur durch eine Zurücksetzung durch das Werk dieser Zustand behoben werden könne. Krasses Ding, was sich nonda da offenbar leistet. Persönlich überprüft habe ich das nicht, daher kann ich nicht mit Gewissheit sagen, ob diese Meldungen aus dem Netz stimmen.

Ist die App installiert und der Account erstellt, folgt das Koppeln der beiden Geräte. Dazu muss erst die App auf dem Smartphone gestartet werden, das ZUS in den 12V-Anschluss gesteckt und der Motor gestartet werden. Die drei weißen LEDs am ZUS blinken nun langsam und zeigen an, dass es mit dem Smartphone per Bluetooth gekoppelt werden kann. Dazu ist natürlich die Bluetooth-Funktion am Smartphone zu aktivieren. Im Folgenden sucht die App nach dem ZUS und verbindet sich automatisch. Danach bietet sie drei Funktionen.


Car Finder

Als Erstes sei der Smart Car Finder genannt. Dabei erstellt die App bei aktiviertem GPS und Bluetooth im Moment des Motorabstellens einen Marker. Dieser lässt sich später entweder auf einer Karte oder über eine Richtungs- und Entfernungsanzeige mittels eines Pfeils anzeigen. Dabei wird ebenfalls die aktuelle Parkzeit angezeigt.


Parking Meter Alert

Mit eben dieser Parkzeit arbeitet die zweite Funktion. Sie heißt Parking Meter Alert und ist im Wesentlichen einfach nur ein Alarm bzw. Timer, wie ihn jedes OS von selbst auch bietet. Man stellt eine Zeit ein und ist diese abgelaufen, gibt die App einen Alarm.


Car Battery Health Monitor

Die dritte Funktion, der Car Battery Health Monitor, sei im Genaueren betrachtet. Da ich mein Auto ganz gut selbst finde und wenn ich mal einen Alarm benötigen sollte, mir diesen auch im Smartphone einstellen kann, hat mich die dritte Funktion am meisten interessiert, ihr gegenüber war ich jedoch auch am skeptischsten. Hierzu habe ich mir die Hilfe eines KFZ-Mechatronikers bei Volkwagen geholt. Mit ihm zusammen habe ich die Tests durchgeführt und ausgewertet.

Zu der Batteriefunktion sei gesagt, das ZUS liest natürlich nicht direkt die Batteriespannung der Starterbatterie aus, sondern die Spannung des Bordnetzes, dies allerdings nur bei laufendem Motor, nicht wenn lediglich die Zündung aktiviert ist. Läuft jedoch der Motor, wird die Batterie über den Generator mit Strom versorgt und Schwankungen im Netz sind kaum mehr mit der Batterie in Verbindung zu bringen. Interessant ist das Verhalten der Batteriespannung insbesondere bei abgestelltem Fahrzeug, ein starkes Absinken könnte hier der Hinweis auf eine defekte Batterie oder einen heimlichen Verbraucher im Bordnetz sein und der Fahrzeugbesitzer hat die Möglichkeit, darauf zu reagieren. Leider bietet das ZUS diese Möglichkeit nicht, selbst wenn es bedingt durch die Schaltung der 12V-Steckdose möglich wäre.

Selbst der gemessene Spannungswert bei laufendem Motor bietet keinen 100%igen Rückschluss auf den Zustand der Batterie, weil erstens bei einer angezeigten Spannung von ca. 14 Volt ein interner Schaden beispielsweise an den Plattensätzen der Batterie vorliegen kann, der häufig nicht zu einer Reduzierung der Batteriespannung führt und zweitens eine bordnetzinterne Störung im Leitungsstrang der 12V-Steckdose z.B. durch einen Übergangswiderstand vorliegen kann, durch den nur 12 Volt oder weniger direkt an der 12-Volt-Steckdose ankommt und dementsprechend vom ZUS gemessen wird. Obwohl die reale Batteriespannung ungefähr 14 Volt beträgt, kann der Nutzer zu dem Fehlschluss kommen, dass seine Batterie defekt wäre und lässt diese unberechtigterweise austauschen.
Auf den Punkt gebracht, kann das ZUS etwas, zu dem das Energiemanagement der Fahrzeuge der letzten 20 Jahre selbst in der Lage ist.
Des Weiteren ist die Kapazität sehr viel aussagekräftiger als die Spannung derselben.

Doch die Messung der Kapazität ist über die anliegende Spannung nur sehr bedingt möglich, denn je nach Batterieart und Batteriealter ändern sich die Spannungen im Verhältnis zur enthaltenen Kapazität. Um die Kapazität und damit den Zustand der Starterbatterie besser beurteilen zu können, wäre eine Leitwertmessung nötig. Der über die Zeit abnehmende Leitwert korreliert mit der abnehmenden Restkapazität der Batterie und lässt damit indirekt auf die Kapazität schließen.

Fazit

Zusammenfassend würde ich dem ZUS von der amerikanischen Firme nonda zuschreiben, ein sehr hochwertiges Ladegerät zu sein. Klug im Design, hervorragend verarbeitet, technisch tadellos. Nur den Zusatzfunktionen und der App konnte ich sehr wenig abgewinnen. So sind diese zum Teil einfach völlig redundant wie der Parkdauer-Alarm, für mich persönlich nicht relevant wie der Car Finder oder aber technisch überflüssig und unkorrekt wie die Batterieanzeige. Diese liefert für den Fahrer keine nützliche Information und verleitet unter Umstanden auch noch zu Fehlverhalten.

Dazu kommt, dass eine Nutzung mit Windows Phone nicht, oder kaum, möglich ist, die Notwendigkeit eines Accounts bei nonda, diverse Rechte, die die App einfordert und, was ich besonders bedenklich fand, dass mit der einmaligen Aktivierung auf einem Smartphone das ZUS fest mit diesem verbunden wird. Zwar bietet die App einen Family-Mode, in dem mehrere Nutzer auf das ZUS zugreifen können, jedoch hat im Test diese Funktion nicht funktioniert. Die E-Mail mit dem Aktivierungslink ist schlicht und einfach nicht angekommen. Somit war eine Nutzung mit mehreren Geräten nicht möglich.

Bei mir wird das nonda ZUS das machen, was es gut kann, ein gutes Ladegerät sein. Auf die App und ihre Funktionen kann und werde ich gerne verzichten.

Geändert von Robert (06.02.2017 um 14:49 Uhr)
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Für diesen Beitrag bedankt sich:
Robert (27.10.2016)
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Stichworte
car, charger, luxus, nonda, smartphoneladegerät, test, zus


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