Mit dem neuen Fire TV Stick 4K treibt Amazon* den Umbau seiner Streaming-Plattform weiter voran. Nach dem Fire TV Stick HD erscheint nun auch das erste 4K-Modell mit dem hauseigenen Vega OS. Damit entfernt sich Amazon ein weiteres Stück von der Android-Basis, auf der Fire OS über Jahre aufgebaut war.

Der eigentliche Strategiewechsel steckt im Betriebssystem. Vega OS basiert auf Linux und ermöglicht Amazon die vollständige Kontrolle über Plattform, Software-Verteilung und Benutzeroberfläche. Für den Konzern bedeutet das mehr Unabhängigkeit von Google.
Nutzer müssen dafür jedoch Einschränkungen akzeptieren. Das bisher bei vielen Fire-TV-Geräten beliebte Sideloading von Android-Apps ist unter Vega OS nicht vorgesehen. Anwendungen müssen direkt aus Amazons eigenem Appstore stammen.
Amazon versucht diese Einschränkung durch ein wachsendes App-Angebot auszugleichen. Nach Angaben des Unternehmens wurden seit dem Start von Vega OS bereits mehr als 2.000 Anwendungen und Dienste für die Plattform bereitgestellt. Neben Streaming-Angeboten gehören dazu auch VLC, Spotify, Xbox und verschiedene VPN-Lösungen. Dennoch bleibt abzuwarten, ob die App-Auswahl langfristig mit Android TV oder Google TV mithalten kann.
Technisch bietet der neue Streaming-Stick einen Quad-Core-Prozessor mit 1,7 GHz, 8 GB Speicher, Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.3. Unterstützt werden 4K-Auflösung mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde, die HDR-Standards HDR10, HDR10+ und HLG sowie die Codecs AV1, VP9, H.265 und H.264. Dolby Vision und Dolby Atmos verbleiben allerdings beim höher positionierten Fire TV Stick 4K Max.
Begleitet wird der Marktstart von einer überarbeiteten Alexa-Fernbedienung. Amazon setzt auf ein asymmetrisches Design, eine neue frei belegbare Sterntaste und besser ertastbare Bedienelemente. Die Fernbedienung wird dem Stick beigepackt und kann zudem separat erworben werden.
Für Amazon ist der neue Fire TV Stick 4K damit vor allem ein weiterer Baustein beim Aufbau eines eigenen Software-Ökosystems. Der Schritt weg von Android wird zunehmend sichtbar und dürfte die Fire-TV-Plattform in den kommenden Jahren stärker prägen als die eigentliche Hardware.
