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DLSS Unlocked: Multi Frame Generation und Neural Rendering für RTX 2000 und 3000

Samstag, 10. Okt. 2026 14:53 - [rj] - Quelle: purepc

NVIDIA hat Multi Frame Generation und die neuralen Rendering-Features von DLSS 5 offiziell nicht auf die GeForce-RTX-2000- und RTX-3000-Serie portiert. Das Open-Source-Tool "DLSS Unlocked" bündelt dagegen verschiedene Modding-Projekte und ermöglicht genau diese Funktionen auf den älteren Karten in DirectX-12-Spielen, die DLSS und MFG nativ unterstützen.

DLSS Unlocked: Multi Frame Generation und Neural Rendering für RTX 2000 und 3000

DLSS Unlocked: Multi Frame Generation und Neural Rendering für RTX 2000 und 3000

Die GeForce-RTX-2000- (Turing) und RTX-3000-Serie (Ampere) erhalten keinen offiziellen Support für DLSS 5, denn Nvidias Wunsch ist es natürlich, auf eine neue und teurere GeForce-Generation umzusteigen. Gerade für Besitzer leistungsfähiger 3000er-Modelle wie der GeForce 3090 Ti mit 24 GB RAM ist das sehr ärgerlich.

Das Open-Source-Projekt "DLSS Unlocked" auf Github (oder Nexusmods) des Entwicklers ShyVortex schließt diese Lücke inoffiziell: Es bündelt mehrere unabhängige Modding-Lösungen in einem Paket und bringt Frame Generation, MFG und Neural Rendering auf die älteren Karten.

Was kann "DLSS Unlocked" 

Das Projekt richtet sich primär an RTX-20xx- und RTX-30xx-GPUs sowie an RTX-40xx-Karten. Es aktiviert in DirectX-12-Spielen mehrere Funktionen, die NVIDIA offiziell nur für neuere Hardware bereitstellt:

  • DLSS 3 Frame Generation (DLSS-G)
  • Multi Frame Generation (MFG) in den Stufen 2X, 3X und 4X
  • Neural Rendering (DLSS-NR) inklusive Pre-SR-Multipass
  • Intel Xe Frame Generation (XeFG) für Arc-GPUs

Der Kern der Unterstützung für Turing und Ampere ist der sogenannte dlssg_sm86-Unlocker. Dieser stammt ursprünglich aus dem Projekt dlssg_for_sm86 des Entwicklers sdli1995 und wird von DLSS Unlocked standardmäßig mitgeliefert. Für die RTX-40-Serie (Ada Lovelace) kann alternativ der Ada-MFG-Unlocker aktiviert werden. Das Projekt baut auf einer Reihe von Community-Tools auf - unter anderem OptiScaler, DLSS Enabler und NVSmooth30 - und bündelt diese in einen automatisierten Installer sowie eine manuelle Zip-Paket-Variante für Windows und Linux (Proton).

Wichtige Voraussetzungen

Ein entscheidender Punkt: Das Tool kann nur Funktionen aktivieren, die das jeweilige Spiel technisch bereits unterstützt. Für MFG muss das Spiel die Technik nativ in den Grafikeinstellungen implementiert haben - fehlt diese Implementierung, erscheint keine entsprechende Option. Die Voraussetzung ist zudem eine native Unterstützung von DLSS-Upscaling und DLSS Frame Generation. Das Tool ersetzt also keine fehlende Spielimplementierung, sondern umgeht quasi die Hardware-Abfrage, mit der NVIDIA die Funktionen auf neuere Karten beschränkt.

Praxis-Test: RTX 2070 Super in Witcher 3 Remastered

Mittlerweile testen immer mehr Redaktionen den neuen Mod. Purepc.pl zum Beispiel dokumentiert ein Praxisbeispiel mit einer GeForce RTX 2070 Super in Witcher 3 Remastered (Uber-Presets, DLAA, ohne Raytracing/Pathtracing). Ohne Frame Generation erreicht die Karte in FullHD etwa 52 FPS, in 2560x1440 nur 31 FPS - in 4K ist eine flüssige Darstellung nicht möglich. Frame-Generatoren benötigen mindestens 30 FPS als Basis, idealerweise etwa 60 FPS, weshalb die Tests DLSS 4.5 im Quality-Modus als Basis nutzen.

MFG x2 liefert rund 47 zusätzliche FPS (Ergebnis nahe 120 FPS), das tatsächliche Verdoppeln der Bildrate tritt erst bei x3 ein. x4 erreicht im Schnitt 204 FPS statt der theoretisch erwarteten 284 FPS. Auffällig ist ein Overhead von rund 17 Prozent (etwa -12 FPS) auf der Basis-FPS-Rate, den die älteren Tensor-Einheiten der TU104-GPU bei aktivierter MFG verursachen.

Mit Einschränkungen muss man leben

Bei zu niedriger Basis-FPS (in 4K mit 21-25 FPS) führt MFG x3/x4 zu spürbar verzögerter Eingabe- und Spielantwort sowie zu sichtbarem Smearing - der Generator erhöht die Bildrate, ersetzt aber keine ausreichende native Leistung. Zudem ist das Projekt ausdrücklich für Single-Player-Spiele bestimmt und darf nicht in Multiplayer- oder Anti-Cheat-umgebenen Titeln eingesetzt werden.

DLSS Unlocked ist ein schönes Beispiel dafür, wie aktiv die Modding-Szene mittlerweile versucht, künstliche technische Beschränkungen zu umgehen, die Hersteller über Hardware-Abfragen setzen. Für Besitzer von RTX-2000- und RTX-3000-Karten eröffnet es den Zugriff auf Frame-Generation-Funktionen, die offiziell nur den neueren Generationen vorbehalten sind.

TL;DR

  • NVIDIA stellt MFG und neuronales Rendering offiziell nicht für RTX 2000/3000 bereit; "DLSS Unlocked" schließt diese Lücke inoffiziell.
  • Das Tool bündelt den dlssg_sm86-Unlocker und weitere Community-Projekte für MFG (2X/3X/4X), DLSS 3 FG und Neural Rendering.
  • Voraussetzung ist native Spielunterstützung; in 4K mit niedriger Basis-FPS nimmt MFG spürbar die Eingabeantwort ein.
  • Das Projekt ist für Single-Player bestimmt, ohne Gewährleistung und nicht von NVIDIA autorisiert.
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