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Alt 03.10.2017, 10:29   #1 (permalink)
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Oromis wird schon bald berühmt werden

Standard Thermalright AXP100-RH - Kühlleistung in 65mm

Thermalright AXP100-RH - Kühlleistung in 65mm

- Einleitung
- Testsystem
- Spezifikationen
- Lieferumfang
- Design und Verarbeitungsqualität
- Montage
- Lautstärke und Temperatur
- Fazit
- Nachwort

Einleitung
Schon seit 2001 gibt es Thermalright, die mit dem HR-02 Macho und dessen Revisionen einen der bekanntesten CPU-Kühler des Jahrzehnts produzieren. Doch neben den Tower-Serien des Unternehmens - Macho, Silver Arrow, True Spirit und Archon – gibt es auch Kühler die als Topblower ausgelegt sind und sich dementsprechend vor allem an uATX- und ITX-Nutzer richten: Die Modelle der AXP-Reihe.

Aus dieser Reihe gibt es aktuell vier Kühler: AXP-100H Muscle, AXP-100RH; AXP-200 Muscle und den AXP-200R.

Der Unterschied zwischen den Modellen mit Muscle- und mit R-Kennzeichnung liegt dabei vor allem in der Optik: Letztere kommen mit einem Schwarz/Rotem statt einem Schwarz/Weißem Lüfter daher, und haben außerdem Abdeckungen auf den Heatpipeenden.

Heute im Test ist das neueste Modell der Reihe: Der AXP-100RH.
Dieser kostet aktuell 46€ und findet auf allen üblichen Sockeln inklusive AM4 und 2066 Platz.

Für die Wärmeverteilung sorgen sechs 6mm-Heatpipes die von einer vernickelten Grundplatte umschlossen werden.

Testsystem
Für die folgenden Tests wird ein System bestehend aus folgenden Komponenten verwendet:
Ein i7 5820K auf Standardtakt, als Mainboard dient ein MSI X99S SLI Plus, als Grafikkarte eine Sapphire R9 380 Nitro.
Verbaut wird das ganze in einem Anidees AI-6B, vorne und hinten befinden sich jeweils die größtmöglichen Be Quiet! Silent Wings 2 Lüfter, im Boden ist ein Scythe Slip Stream untergebracht.

Spezifikationen
- Abmessungen (BxHxT): 121x65x108 mm
- Gewicht: 320g
- Lüfter: 108x14x101 mm
- Lamellen: 39
- Heatpipes: 6 Stückx6mm
- Kompatibilität: 775, 115X, 1366, AM2-AM4, FM1-FM2+, 2011(-3), 2066
- Aktueller Händlerpreis: 46€
- Umdrehungen: 900-2500, 75-7 m³/h

Lieferumfang
Das Produkt kommt in einem einfarbig bedrucktem Karton daher. Im Inneren befindet sich der Kühler mit dem roten Lüfter. Darüber hinaus liegen noch Montagesets für alle entsprechenden Sockel von AMD und Intel bei, dazu gehört auch eine Metallbacklpate. Der Lüfter wird verschraubt, Schrauben für die Installation eines Modells mit 25mm Tiefe liegen ebenso bei, wie eine Metallplatte um auch 120mm-Lüfter verwenden zu können. Zusätzlich gibt es einige Montageschrauben extra, falls man etwas verlegt.


Design und Verarbeitungsqualität
Thermalrights AXP-100RH setzt auf den für Topblower mit Heatpipes klassischen Aufbau: Die Baseplate umschließt die Heatpipes, die auf einer Seite herausgeführt werden, eine Knick machen und den Radiator flach über dem Sockel halten. Als kleine Besonderheit befindet sich an der gegenüberliegenden Seite der Baseplate noch eine Metallstütze, die den Radiator in der Mitte entlastet.

Die Basis des Kühlers bietet mit 39x42mm Grundfläche genügend Kontaktfläche für die Wärmeübertragung; so dass selbst Intels Großsockel 2011(-3) noch abgedeckt werden. AMDs Threadripper wäre noch größer, für diesen ist aber ohnehin kein Montagekit erhältlich.

Die sechs eingelassenen Heatpipes sind vernickelt und sind im Radiator in einer Reihe angeordnet. Wie bereits erwähnt werden die Enden der Heatpipes von gefrästen und ebenso vernickelten Kappen verdeckt. Diese haben als kleines optisches Extra das Thermalright-Logo am Ende eingefräst bekommen. Die eingedrückte Seite der Heatpipes befindet sich, entgegen der Erwartung, allerdings nicht unter den Kappen sondern an der Baseplate.

Der verbaute Lüfter hört auf den Namen TY-100R und ist bislang (noch) nicht im Einzelhandel erhältlich. Er hat Bohrungen eines 92mm-Modells, der Rahmen ist allerdings größer als der eines entsprechenden Lüfters. Als Anschluss kommt eine 4-Pin-Buchse zum Einsatz, die leider im Gegensatz zum schwarz gesleevten Kabel weiß ist.

Die Verarbeitung des Kühlers ist auf einem guten Niveau: Die Baseplate und die Lamellen sind sauber verarbeitet und fest angebracht. Die weitreichenden Vernickelungen und die optisch ansprechenden Heatpipekappen sind gut umgesetzt und hinterlassen einen hochwertigen Eindruck. Einzig an der Verbindung der beiden Enden der Baseplate ist an einer Stelle ein bisschen Material ausgetreten – ein kleines optisches Manko.

Montage
Thermalright setzt bei der Montage auf eine Verschraubung mit einer Montagebrücke.
Je nach Sockel wird zuerst eine Backplate mit Unterlegscheiben und einem Einsatz angebracht. Anschließend werden vier Abstandshalter eingeschraubt: Bei Intels Großsockeln 2011(-3) und 2066 direkt; bei allen anderen Sockeln an den durch die Backplate geführten Schrauben. Danach wird die Universalbrücke auf die Abstandshalter gelegt und mit Schrauben fixiert.

Am Kühler wird nun einfach die Montagebrücke eingesetzt, der Kühler auf die mit Wärmeleitpaste vorbereitete CPU gesetzt und mit zwei Schrauben an den Haltebrücken fixiert. Der Schraubenzieher muss dabei durch Öffnungen im Radiator geführt werden; ähnlich wie beim HR-02 Macho.

Ist der Kühler installiert muss nur noch der Lüfter installiert werden. Dieser wird direkt verschraubt, man kann wahlweise 92mm-Modelle mit einer Tiefe von 10 oder 25mm direkt installieren; oder mit einer beiliegenden Metallhalterungen 120mm-Lüfter mit den gleichen Tiefen. Ein 120mm-Lüfter kann durch den Adapter zusätzlich noch 8mm in jede Richtung verschoben werden, um anderen Komponenten im Rechner Platz zu machen.
In der Praxis ist der Montageprozess leicht umzusetzen; insbesondere das Schrauben durch den Radiator ist - konstruktionsbedingt – einfacher als bei den meisten Towerkühlern. Der Kühler hält am Schluss fest und sicher am Prozessor.

Lautstärke und Temperatur
Während der Tests beträgt die Zimmertemperatur 20°C. Das jeweilige Szenario bleibt immer 20 Minuten am Laufen, anschließend wird der von Coretemp ausgelesene Temperaturwert als Ergebnis notiert.
Um die maximale Temperaturbelastung zu erzeugen wird der Prozessor mit Prime95 (Small FFTs) belastet.


Hinweis: Auf dem Raijintek EreBoss kommt ein Be Quiet Silent Wings 2 mit 120mm Rahmenbreite zum Einsatz. Die Zahlenangaben ("50/50") geben die Lüfterspannung von Gehäuse- und Kühlerlüfter in Prozent an.


Im Testfeld ordnet sich der AXP-100RH knapp hinter den etwas bis deutlich teureren Towerkühlern und deutlich vor den Einstiegsmodellen wie beispielsweise dem Hyper 212 LED ein. Insbesondere angesichts der Tatsache, das der AXP als Top-Blower im Vergleich zu Towerkühlern durch den Luftstrom etwas benachteiligt ist, ist dieses Ergebnis durchaus stattlich. Für die Kühlleistung ist dabei vor allem die Drehzahl des Radiatorlüfters ausschlaggebend, während sich schneller drehende Gehäuselüfter nur wenig bemerkbar machen. Ein Betrieb ganz ohne Gehäusebelüftung ist allerdings nicht zu empfehlen, da sonst die Bildung eines Hitzestaus begünstigt wird.
In gut belüfteten Gehäusen sind High End Prozessors wie der i7 5820K auch mit moderater Übertaktung noch gut zu bewältigen; in schlecht belüfteten (ITX-)Umgebungen sollte man allerdings nicht über die High-End-Modelle der kleineren Sockel hinaus gehen.

Bei der Lautstärke schlägt sich der Kühler anständig: Der Lüfter ist bei 12V gut wahrnehmbar, aber noch nicht laut. Im Idle ist das Modell ruhig aber noch leicht wahrnehmbar. Bis auf einige Zentimeter Entfernung ist ein leises Lagergeräusch zu hören.

Fazit
Für 45€ bekommt man momentan den AXP-100RH, oder für 39€ den fast baugleichen AXP-100H Muscle.

Der Kühler mit seiner Einbauhöhe von nur 65mm – mit Lüfter – schlägt sich im Test gut: In gut belüfteter Umgebung dürften selbst Prozessoren mit 8 und mehr Kernen noch gut im Griff zu halten sein; für den Betrieb eines Mittelklassemodells in einem ITX-Gehäuse ist der Kühler allemal ausreichend.

Die Verarbeitungsqualität ist dabei gut: Durch den Kabelsleeve und die Vernickelung ist der Kühler optisch ansprechend; die Rot-Schwarze Farbgebung des Lüfters und die Heatpipekappen unterstreichen das. Die Konstruktion ist sehr stabil, schief sitzende Lamellen und andere gröbere Auffälligkeiten sind nicht zu finden. Einzig ein schwarzer Stecker für den Lüfter wäre optisch noch eine Aufwertung gewesen.

Die Montage ist leicht zu verstehen und im Betrieb sehr stabil – dasselbe System wird schließlich auch für große Towerkühler verwendet. Die Unterstützung des AM4-Sockels hebt den Kühler hervor, ähnlich flache Modelle die auf diesen Sockel passen gibt es bislang nur wenige.

Die Kühlleistung des AXP-100RH ist für die Größe beeindruckend: Der Kühler kommt fast an den deutlich größeren und schwereren EreBoss heran und hebt sich deutlich von Towerkühlern des Einstiegssegments ab.
Die Lautstärke ist dabei anständig: Der Lüfter ist im Betrieb hörbar aber nicht laut. Störgeräusche wie ein (merkliches) Lagerschleifen traten im Test nicht auf.

In Summe erhält man mit den Modellen der AXP-100-Reihe lobenswerte Kühler für kleine (ITX-)Systeme, die durch gute Verarbeitungsqualität, viel Zubehör und viel damit Flexibilität aufwarten. Wer optisch höhere Ansprüche hat, kann dabei die sechs Euro Aufpreis für die RH-Version in Kauf nehmen, wer sich nur für die Kühlleistung interessiert kann zum günstigeren AXP100-RH greifen.

Positiv:
- Kühlleistung
- Montage, Zubehör
- Verarbeitungsqualität

Negativ:
- (Im Idle nicht lautlos)
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