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Alt 17.05.2018, 11:00   #1 (permalink)
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Benutzerbild von Oromis
 

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Oromis wird schon bald berühmt werden

Standard Chieftec GL-01B Scorpion - Der mit dem Display

Chieftec GL-01B Scorpion – Der mit dem Display

- Einleitung
- Äußerlichkeiten
- Innenleben
- Einbau I
- Einbau II
- Fazit
- Nachwort

Einleitung
Mittlerweile schon das fünfte Gehäuse von Chieftec hat es zu mir ins Testlabor geschafft. Nach dem Gaming-Tower GP-01B „Stallion“, dem Einstiegsmodell AL-01B, dem Würfel CI-01B und dem ITX-Zweg IX-03B ist mit dem Chiefte GL-01B „Scorpion“ heute wieder ein Gaming-Gehäuse das Thema.

Mit einem Preis zwischen 75 und 80 Euro ist das Scorpion der Gegenpol zum etwas günstigeren GP-01B Stallion. Das Scorpion setzt im inneren auf einen ähnlichen Aufbau, ist allerdings in puncto Design deutlich schlichter als das doch recht auffällige Schwestermodell.
https://img.tweakpc.de/images/2018/05/07/Front.md.jpg
Beherbergt werden Mainboards und Netzteile bis zum ATX-Format, Kühler bis 166, Netzteile bis 200 und Grafikkarten bis 350 Millimeter Länge beziehungsweise Höhe. An Laufwerken können je zwei 2,5- und 3,5-Zöller verbaut werden, 5,25“-Schächte fallen hingegen weg.

Im Innenraum folgt Chieftec weitestgehend den üblichen Konventionen des modernen Zwei-Kammer-Aufbaus, das Gehäuse will also in erster Linie durch das Äußere Akzente setzen. Dafür gibt es zwei verbaute Echtglasfenster und eine fest integrierte Lüftersteuerung mit Display, die durch die Frontscheibe leuchtet. Letzteres dürfte die größte Besonderheit des Gehäuses sein.

Spezifikationen
• Abmessungen (BxHxT): 202 x 433 x 400 mm
• PCI-Steckplätze: 7
• Laufwerke 5,25“: 0
• Laufwerke 3,5“: 2
• Laufwerke 2,5“: 2
• Netzteil: ATX
• Mainboard: bis ATX
• CPU-Kühler: bis 166 mm
• Grafikkarte: bis 350mm
• Gewicht: 6,90kg
• Lüfter gesamt: 6
• Lüfter vorne: 3 x 120mm (enthalten) / 2 x 140mm
• Lüfter oben: 2 x 120mm
• Lüfter hinten: 1 x 120mm

Lieferumfang
Das Gehäuse wird in einem schlichten Karton geliefert. Im Inneren des Kartons befindet sich, in eine Kunststofftüte verpackt und von Schaumstoffteilen gedämpft, das Gehäuse. Die Seitenscheibe ist beidseitig von Folien geschützt.
https://img.tweakpc.de/images/2018/0...t_Unten.md.jpg
Das Zubehör liegt im Inneren des Gehäuses. Neben den üblichen Schrauben liegen noch zwei Abstandshalter mit entsprechendem Aufsatz, ein Mainboard-Beeper und drei schwarze Kabelbinder mit einer Länge von jeweils 15 Zentimetern bei.

Äußerlichkeiten
Beim Design beschreitet Chieftec mit dem Scorpion einen verhältnismäßig schlichten Weg. Das Gehäuse ist weitestgehend schnörkellos, lediglich die seitlichen Kanten an Heck und Front sind abgeschrägt.

An Material kommen vor allem Kunststoff, Stahl und Echtglas zum Einsatz. Der Korpus ist, wie üblich, aus Metall, und die Front aus Kunststoff in gleicher Optik. Statt nur ein Glasfenster an der Seite anzubringen hat Chieftec beim Scorpio auch in der Front eine Scheibe eingefasst, die über die gesamte Höhe geht.

Das Front-Panel befindet sich an der Oberseite des Gehäuses. Es besteht aus zwei USB-3.0-Anschlüssen, zwei Klinken-Buchsen und einem USB 2.0-Anschluss. Die beiden üblichen Bedienelemente befinden sich dort ebenso: Ein großer Power- und ein kleinerer Reset-Taster, beide jeweils in Silber.
https://img.tweakpc.de/images/2018/0...l_Innen.md.jpg
Das Heck des Gehäuses ist typisch strukturiert: Das Netzteil unten, darüber das Mainboard mit den direkt verbauten Grafikkarten und ein Platz für einen 120mm-Hecklüfter. Darüber hinaus gibt es zwei Durchlässe für Schläuche mit einem Durchmesser von 19 Millimetern. Diese sind durch Metall verdeckt, das zur Verwendung herausgebrochen werden muss.
https://img.tweakpc.de/images/2018/05/07/Heck.md.jpg
Auch die Unterseite ist recht gewöhnlich: Abgesehen von den vier Standfüßen und zwei Staubfiltern für das Netzteil und die Luftzufuhr zu den Festplatten ist dort nichts weiter untergebracht. Die Staubfilter können entnommen werden, haben allerdings keinen Rahmen – zur Entnahme muss man also guten Zugang zur Unterseite haben und das Gehäuse dementsprechend kippen beziehungsweise hinlegen.
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An der Oberseite des Scorpion befinden sich, abgesehen von dem bereits angesprochenen Frontpanel, noch die Toplüfter, die sich unter einem entnehmbaren Staubfilter befinden. Dieser ist, wie bei vielen anderen Gehäusen auch, in einer Vertiefung im Deckel untergebracht, er steht also nicht über. Der Filter ist sehr eng auf die Vertiefung zugeschnitten, in der Praxis sitzt der Staubfilter dementsprechend stabil in seiner Position.
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Das Frontteil des Gehäuses besteht aus schwarzen Kunststoff. Über die gesamte Höhe ist eine getönte Glasscheibe eingefasst. Im oberen Viertel sind drei Bedienknöpfe untergebracht, mit denen die Lüftersteuerung eingestellt werden kann. Mehr dazu gibt es im entsprechenden Kapitel.
Die Luftaufnahme der Frontlüfter erfolgt durch Öffnungen an der Seite der Front sowie über eine weitere Öffnung am Boden.
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An Seitenteilen verbaut Chieftec ein mal eine klassische Metallplatte, um die Kabel auf der Rückseite zu verdecken, und eine getönte Glasscheibe vor der Komponenten-Kammer. Diese wird durch vier Metallschrauben auf gummierten Hülsen gehalten. Für das hintere Seitenteil kommen hingegen die etwas günstigeren, in Kunststoff eingefassten Schrauben zum Einsatz. Vollständig aus Metall bestehende Rändelschrauben haben zwar keinen echten Vorteil, doch hätten sie einen etwas hochwertigeren Eindruck hinterlassen.

Die Verarbeitung der Außenhaut ist gut: Die Verbindung der Einzelteile ist sauber und der Lack ist durchgehend deckend aufgetragen. Auch die Anschlüsse und Knöpfe am IO-Panel sind stabil angebracht.

Innenleben
Sind beide Seitenteile abgenommen, was problemfrei von der Hand geht, dann kommt der Innenraum des Scorpion um Vorschein.
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Dieser ist klassisch gegliedert: Es gibt eine Hauptkammer für das Mainboard und die darauf verbauten Komponenten und eine Nebenkammer für die Laufwerke, das Netzteil und das Kabelmanagement. Da vollständig auf Laufwerke in der Hauptkammer verzichtet wird, kann der Luftstrom ungehindert auf die kritischen Komponenten des Systems treffen: Den Prozessor und die Grafikkarte. Im Falle des Scorpion erhalten auch die Festplatten und die Kabel vor dem Netzteil Frischluft: Der unterste Frontlüfter ist dafür verantwortlich.

Die Mainboard- und die Kabel-Kammer werden durch mehrere Ausschnitte seitlich des Mainboards sowie einen Ausschnitt unter diesem verbunden. Die für micro-ATX-Mainboards anliegenden Öffnungen sind durch Gummiblenden verdeckt, beim Einsatz von ATX-Platinen muss man hingegen auf diese verzichten. Das ist den Platzverhältnissen geschuldet: Hier gibt es einen Knick in der mittleren Trennwand, um auf der Rückseite Platz für die 2,5“-Slots zu schaffen.

In der zweiten Kammer werden, wie bereits erwähnt, das Netzteil und die Laufwerke untergebracht. Die beiden 3,5“-Schächte befinden sich am Boden des Gehäuses, direkt vor dem Netzteil. Die 2,5“-Slots hingegen sind auf der Rückseite der Trennwand untergebracht.
https://img.tweakpc.de/images/2018/0...schacht.md.jpg
Auch im Innenraum lässt sich an der Verarbeitungsqualität nichts bemängeln: Der Grundaufbau ist stabil, die Kanten sind entgratet und die Farbe ist überall gleichmäßig und deckend aufgetragen.

Einbau I
Mainboard
Der Einbau des Mainboards ist klassich: Die für ATX üblichen Abstandshalter sind bereits angebracht, zwei weitere befinden sich im Lieferumfang. Wie üblich wird also nach dem Anbringen der Slotblende das Mainboard auf die Abstandshalter gesetzt und mit Schrauben fixiert. Es ist zu empfehlen, nach dem Einbau des Mainboards direkt alle benötigten Kabel anzuschließen. Das betrifft insbesondere den 8-Pin-Stromstecker für das Netzteil, die USB- und Audioanschlüsse und die IO-Pins. Da das Gehäuse platztechnisch recht knapp konstruiert ist kommt man an diese Stellen ansonsten nur noch schwer heran, was dann im Ausbau des CPU-Kühlers oder der Grafikkarte resultiert.

Für die eben genannten Kabel gibt es dedizierte Kabeldurchlässe: Der Stromstecker für die CPU kann über dem Mainboard durchgeführt werden, für die IO-Anschlüsse dient der Durchlass unter dem Mainboard beziehungsweise vor/über dem Netzteil. Beim Stromstecker sollte bedacht werden, dass dieser nur groß genug für (mehrere) vierpolige Anschlüsse ist. Netzteile werden ohnehin in einer 2x4-Konfiguration ausgeliefert, aber es gibt einige Verlängerungskabel, die sich nicht trennen lassen.

Grafikkarte
Das Chieftec GL-01B Scorpion hat an der Rückseite insgesamt sieben PCI-E-Blenden, die für das ATX-Format üblichen Plätze sind also bedient. Chieftec verwendet entnehmbare Blenden, die später jederzeit wieder eingesetzt werden können. Fixiert werden diese durch dieselben Schrauben wie an der Rückwand.

Da der Innenraum weitestgehend frei ist, kann man fast die gesamte Länge des Gehäuses für Grafikkarten nutzen: Bis zu 350 Millimeter dürfen diese lang sein. Für ausladende High End Modelle in Überlänge und mit Triple-Slot-Kühler bietet das Modell also genügend Raum.

Um eine Grafikkarte zu installieren müssen die entsprechenden Blenden von abgenommen werden. Dafür wird einfach die Schraube gelöst, die Blende herausgenommen, die Grafikkarten eingesetzt und wieder mit Schrauben fixiert.

2,5“ Laufwerke
Für 2,5“-Laufwerke, im überwiegenden Fall wohl SSDs, setzt Chieftec auf die für das Unternehmen übliche Lösung: Die Datenträger werden in Kunststoffträgern verbaut, die Montage erfolgt werkzeuglos.
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Zunächst muss der Träger entnommen werden, er wird durch einen Kunststoffhaken gesichert. Dieser muss heruntergedrückt werden, dann kann der Träger einfach herausgenommen werden. Anschließend wird das Laufwerk eingesetzt, zur Fixierung dienen pro Seite jeweils zwei Zapfen, die in entsprechenden Bohrungen geführt werden. Der Träger ist dann nicht fixiert, kann aber nicht mehr aus dem Träger fallen. Diese Variante sollte also ausschließlich für SSDs verwendet werden, bei HDDs besteht ein gewissen Unfallrisiko.

Zuletzt wird einfach der Träger wieder eingesetzt. Die Anschlüsse ragen dann zu den ATX-Kabeldurchlässen hin.

Möchte man eine Festplatte anstatt einer SSD verbauen empfiehlt es sich, dass man die Laufwerke zusätzlich mit dem Gehäuse verschraubt. Ist der Träger eingesetzt sind die jeweils unteren Bohrungen der Laufwerke zur Trennwand hingerichtet. In dieser gibt es entsprechende Aussparungen, so dass das Laufwerk dort von unten her fest geschraubt und damit fixiert werden kann. Für Festplatten ist das in jedem Fall zu empfehlen, aber auch bei SSDs schadet dieser kleine Handgriff mit Sicherheit nicht.

3,5“ Laufwerke
3,5-Zöller können am Boden des Gehäuses, vor dem Netzteil untergebracht werden. Die Träger können durch das Zusammendrücken der Arme herausgezogen werden. Anschließend kann man sowohl 3,5- als auch 2,5-Zoll-Laufwerke dort verbauen. Erstere werden durch je zwei Zapfen links und rechts gehalten, letztere ausschließlich über eine Verschraubung von unten. Auch die größeren Laufwerke kann man festschrauben, unten am Träger befinden sich vier Bohrungen dafür.
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Zuletzt wird der Träger wieder eingesetzt und das Laufwerk verbunden. Die Montage geht leicht von der Hand und die Datenträger sitzen stabil – das System funktioniert gut.

Einbau II
Netzteil/Kabel
Das Netzteil wird von innen eingesetzt und vom Heck her festgeschraubt. Chieftec spricht von einer erlaubten Maximallänge von 200 Millimetern, hier sind allerdings die Kabel am Ende mit eingerechnet – Netzteile jenseits der 160 Millimeter könnten also zu Platzproblemen führen. Die Luftzufuhr erfolgt über den Boden, der Lüfter befindet sich dabei hniter einen entnehmbaren Staubfilter.
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Vom Netzteil aus werden die Kabel über die Rückseite des Mainboard-Trays im Gehäuse verteilt, was weitestgehend gut funktioniert. Beim Einsatz von ATX-Platinen gibt es allerdings einige kleinere Nebeneffekte, die den Platzverhältnissen im Gehäuse geschuldet sind. So werden bei ATX-Mainboards in voller Breite die linken Kabeldurchlässe verdeckt. Abgesehen von dem daraus resultierenden Wegfall der Gummiblenden wäre wenig tragisch, doch teilt sich das Mainboard den Platz dann mit den 2,5-Zoll-Laufwerken. Gerade wenn an der entsprechenden Stelle ein ATX-Kabel durchgeführt werden muss wird das Anschließen des entsprechenden Datenträgers zum Problem.
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Ein ähnliches Problem gibt es bei der Verbindung der Unterseite des Mainboards. Hier kann man wahlweise die Kabel von ganz rechts herüberführen, oder man geht den Umweg über den Durchlass unter dem Mainboard – hier arbeitet man dann direkt vor dem Netzteil, wo normalerweise ohnehin bereits eine Vielzahl von Kabeln zu finden ist.
Beim Einsatz von kürzere Mainboards hingegen gibt es einen weiteren Durchlass. Dieser ist zwar klein, aber noch groß genug für die übliche USB- Audio- und Power/LED-Kabel. Er befindet sich zentral hinter dem Mainboardtray, wo ansonsten nur wenige Kabel sind – im Zweifel ist dieser Durchlass also vorzuziehen.
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Unterm Strich ist auch die Verkabelung bei ATX-Mainboards machbar und funktional, allerdings nicht mit größeren Gehäusen zu vergleichen. Bei uATX-Mainboards hingegen hat man viel Spielraum um die Kabel von allen Seiten her sauber in Richtung Hauptplatine zu führen.

Lüfter/Kühlung
Ab Werk ist das Chieftec Scorpion mit drei 120mm-Lüftern ausgestattet, die in der Front verbaut sind. Alle drei Modelle verfügen über einen rot beleuchteten Rahmen.
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Maximal können in dem Gehäuse sechs Lüfter gleichzeitig verbaut werden: Drei 120er vorne, zwei im Deckel und einer im Heck. Gerade letzterer sollte nach Möglichkeit nachgerüstet werden, da vor allem Topblower von einem Hecklüfter profitieren – andernfalls besteht, trotz der starken Frontbelüftung, die Gefahr eines Hitzestaus.
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Laut Chieftec kann an Radiatoren lediglich ein 240mm-Modell in der Front verbaut werden. Ein 360er ist aufgrund des Festplattenkäfigs nicht möglich.
Da die Plätze im Heck und im Deckel auch weitestgehend frei zugänglich sind, sollte die Installation eines (platzsparenden) Radiators auch hier möglich sein.
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Die drei verbauten Modelle werden von Chieftec momentan nicht im Einzelhandel vertrieben. Die 120mm-Lüfter verfügen über einen rot beleuchteten Rahmen, der an den Ecken zudem entkoppelt ist. Im Betrieb bei 12 Volt sind die Lüfter nicht störend und weisen lediglich ein leichtes Lagerschleifen auf – die verbauten Modelle sind damit nicht überragend, aber für Gehäuselüfter doch einige der besseren. Problematisch ist allerdings die Anlaufspannung: Selbst 5 Volt reichen den Lüfter nicht, um anzulaufen. Viel Spielraum hat man bei der Drehzahlregulierung dementsprechend nicht.

Alle Lüfter werden durch eine direkte Verschraubung mit den üblichen, Gewinde-schneidenden Schrauben gehalten.

Lüftersteuerung
Sie ist eine, oder sogar die größte Besonderheit des GL-01B Scorpion: Die Lüftersteuerung.
Chieftec verbaut hier ein Modell mit Display, was ohnehin schon eine Besonderheit darstellt. Darüber hinaus ist die Steuerung nicht, wie man es vor einigen Jahren vermutlich gelöst hätte, ein 5,25“-Einschub, sondern ein fest integriertes Bauteil, das durch die Glasscheibe an der Front leuchtet. Die Steuerung erfolgt über drei Knöpfe, die ebenso dort eingelassen sind.
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Die Lüftersteuerung bietet zwei Kanäle und einen Temperaturfühler, der bereits angebracht ist. Der erste der beiden Kanäle ist nicht gesteuert: An ihm angeschlossene Lüfter werden konstant mit 12 Volt betrieben.
Der zweite Kanal hingegen ist an den Temperatursensor gekoppelt: Überschreitet die gemessene Temperatur einen selbst eingestellten Wert, dann wird der zweite Kanal aktiviert. Zehn Minuten nachdem die Temperatur wieder unter den Richtwert gesunken ist deaktiviert er sich wieder.
Bei der Aktivierung des zweiten Kanals ertönt ein Piepen – sozusagen als Temperaturwarnung – das sich leider nicht deaktivieren lässt. Ebenso unverständlich ist, dass Chieftec jedem Kanal nur ein einzelnen Anschluss spendiert hat – ohne weitere Adapter ist es so nicht möglich, die mitgelieferten Lüfter alle mit der Steuerung zu verbinden. Zudem sind die beiden Kanäle mit jeweils nur bis zu 300 mA relativ niedrig spezifiziert. Zum Vergleich: be quiets Silent Wings 3-Lüfter benötigen laut Spezifikation 120 mA, Noctuas Modelle NF-A12x15 und NF-F12 benötigen 140 mA und 50 mA.

Lobenswert ist wiederum, dass das Gerät sofort einen Warnton von sich gibt, wenn einer der Anschlüsse nicht verbunden ist. Das wäre beispielsweise bei einem Defekt des Lüfters der Fall Der Temperatursensor ist auf die gleiche Art und Weise überwacht.

Die Einstellungen der Lüftersteuerung kann man über die drei in der Front eingelassenen Knöpfe ändern. Diese haben die Funktionen Set (Bestätigen/Wechsel), Up und Down. Damit kann man die Zieltemperatur einstellen und gegebenenfalls auch einen Timer festlegen. Der Temperaturbereich reicht von -10 bis 90 Grad Celsius, als Temperatur wird der gemessene Wert des Sensors genommen. Diesen kann man beispielsweise an einem der verbauten Kühler befestigen, um eine bessere Näherung der realen Temperatur der Komponenten zu erhalten.

Bei der Farbwahl des Displays ist Chieftec recht gewagt: Anstatt auf ein einfarbiges Modell zu setzen leuchtet dieses in drei unterschiedlichen Farben. Ein Teil der LEDs ist grün, ein weiterer gelb und einige Wenige sind rot. Es handelt sich dabei nicht um ein RGB-Display, sondern um wirklich dediziert verbaute, jeweils einfarbige LEDs – wie an den Bildern gesehen werden kann ist das resultierende Bild also recht bunt. Das ist etwas auffälliger und mag den einen oder anderen ansprechen, eine Möglichkeit zur Farbanpassung, oder schlicht eine Wiedergabe in ausschließlich roter Farbe – passend zu den Lüftern – wäre aber eleganter gewesen.

Wen die Gestaltung des Displays stört, der hat zumindest die Möglichkeit es – getrennt von der Lüftersteuerung – abzuschalten. Dafür muss die Set-Taste (ganz links) drei Sekunden lang gedrückt werden. Abseits der Funktion als Lüftersteuerung lassen sich noch die Uhrzeit und die gesammelten Betriebsstunden anzeigen sowie ein Timer verwenden – da die entsprechenden Stecker bei den meisten Netzteilen jedoch nicht verbunden sein dürften, sind diese Funktionen nicht ohne den laufenden Rechner aktivierbar.

Fazit
Chieftecs GL-01B „Scorpion“ erweitert das bisherige Gaming-Angebot des Unternehmens um einen weiteren ATX-Tower. Dieser kommt etwas schlichter als der vergangenes Jahr auf den Markt gekommene GP-01B Stallion daher, verzichtet aber nicht gänzlich auf optische Extras – Stichwort LED-Beleuchtung. Mit 75 bis 80 Euro Marktpreis befinden sich beide Gehäuse auf einem ähnlichen Niveau.

Dabei positioniert sich das Scorpion als ATX-Gehäuse im modernen Aufbau, dessen größte Besonderheit die integrierte Lüftersteuerung ist. Diese ist so tief in das Produkt integriert wie es nur selten der Fall ist: Es gibt ein fest verbautes Display und einen Temperaturfühler. Das ist deutlich mehr als bei den meisten „Lüftersteuerungen“ von Gehäusen, die meistens schlichte Verteilerplatinen sind.
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Äußerlich setzt das Gehäuse, ganz im Trend, auf getöntes Glas und rot beleuchtete Lüfter sowie die bereits genannte Lüftersteuerung, deren Display hinter der Frontscheibe leuchtet. Damit ist der optische Ansatz ein drastisch anderer als noch beim Stallion, das auf eine überschwänglichere Optik mit Meshfront setzte.

Ähnlich wenig Gemeinsamkeiten gibt es auch im Innenraum: Der grundlegende Aufbau mit zwei Kammern ist zwar, gemäß modernen Quasi-Standards, gleich, doch gibt es abseits davon Differenzen. So gibt es beim Scorpion keine Blende in der Hauptkammer mehr, und nur noch die ATX-Kabeldurchgänge sind mit Gummiblenden ausgerüstet. Der Innenaufbau des Scorpion ist somit zwar trotzdem aufgeräumt, doch wären in diesem Preisbereich kleine Details wie dedizierte Klettverschlüsse nett gewesen, und die Lösung zum Anschluss für 2,5“-Laufwerke ist für ATX-Mainboards mitunter nicht ideal.

Auf Seiten der Verarbeitungsqualität gibt es nichts zu tadeln: Die Einzelteile sind gut verarbeitet und sauber verbunden.
https://img.tweakpc.de/images/2018/0...euchtet.md.jpg
Positiv schlägt sich das Gehäuse bei der Lüftersteuerung: Diese ist mit nur zwei Kanälen und – wichtiger – maximal 300 mA pro Kanal zwar etwas knapp dimensioniert, doch im Bereich der Gehäuse-Lüftersteuerungen trotzdem weitestgehend konkurrenzlos – vor allem aufgrund der Optik. Lüftersteuerungen mit Displays gibt es zwar auch einzeln, doch sind diese als 5,25“-Produkt ausgelegt und somit bei weitem nicht so ansehnlich wie die nahtlos hinter die Glasscheibe integrierte Steuerung des GL-01B Scorpion.

In Ansätzen gut sind auch die verbauten Lüfter: Die Rahmen leuchten recht gleichmäßig, der Luftstrom und das Betriebgsgeräusch sind für Gehäuselüfter anständig und der verkoppelte Rahmen ist ein nettes Extra – die sehr hohe Anlaufspannung ist hingegen schade.

Unterm Strich lässt sich die Kaufentscheidung bezüglich des Scorpion auf einige, wenige Fragen herunterbrechen: Gefällt einem die verbaute Lüftersteuerung und stört man sich nicht an der Anschlussproblematik der 2,5-Zöller? Dann gibt es für das Gehäuse kaum Alternativen.
Wer hingegen keine Verwendung für die verbaute Lüftersteuerung hat, der erhält mit anderen Produkten unter Umständen für das gleiche Geld etwas mehr Komfort beim Einbau.

Positiv:
- Optik (Interessante Front, Gut umgesetzte Beleuchtung)
- Ausstattung (Lüftersteuerung)
- Einfache Montage aller Laufwerke
- Verarbeitungsqualität

Negativ:
- z.T. Nicht zu Ende gedacht: Lüftersteuerung nicht einfarbig / umstellbar; geringer Maximalstrom; hohe Anlaufspannung der Lüfter
- (Verkabelung z.T. nicht ideal gelöst)

Geändert von Oromis (17.05.2018 um 14:41 Uhr)
Oromis ist gerade online   Mit Zitat antworten
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JaRaFi (21.05.2018), poiu (08.05.2018), Rayken (17.05.2018), Robert (07.05.2018)
Alt 17.05.2018, 16:12   #2 (permalink)
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Registriert seit: 17.04.2017
Beiträge: 292

Rayken befindet sich auf einem aufstrebenden Ast

Standard AW: Chieftec GL-01B Scorpion - Der mit dem Display

Sehr gut geschrieben, ich sehe allerdings diesen Punkt noch als kleinen
Nachteil:


Zitat:
Die Staubfilter können entnommen werden, haben allerdings keinen Rahmen – zur Entnahme muss man also guten Zugang zur Unterseite haben und das Gehäuse dementsprechend kippen beziehungsweise hinlegen.
Rayken ist offline   Mit Zitat antworten
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Stichworte
chieftec, display, gl01b, scorpion


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