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Alt 07.11.2018, 11:24   #1 (permalink)
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Oromis wird schon bald berühmt werden

Standard Gamdias Hermes E2 Tastatur: Tenkeyless mit neuen Switches

Gamdias Hermes E2 Tastatur: Tenkeyless mit neuen Switches

- Die Tastatur
- Lieferumfang
- Design und Layout
- Extras und Beleuchtung
- Fazit

Die Tastatur
Vor mittlerweile sechs Jahren wurde Gamdias gegründet. Das taiwanische Gaming-Label bietet inzwischen eine Menge unterschiedlicher Komponenten für Gamer an: Von PC-Bauteilen über Peripherie bis hin zu Gaming-Chairs. Bei den Namen hält man sich dabei an die griechischen Sagen: Ein Netzteil heißt Cyclops, eine Maus heißt Zeus.

Heute im Test befindet sich die Hermes E2, eine von zwei Tenkeyless-Tastaturen des Unternehmens. Das zweite Modell ist die Hermes M3, die das obere Preissegment abdecken soll. Für die E2 ruft Gamdias einen MSRP von 69,99 US-Dollar aus. Die Tastatur wurde Anfang des Jahres vorgestellt und kostet in Deutschland momentan zwischen 40 und 50 Euro. Sie richtet sich klar an Gamer, so gibt es ein darauf ausgerichtetes Layout, eine Hintergrundbeleuchtung und ein N-Key-Rollover.
https://img.tweakpc.de/images/2018/1...euchtet.md.jpg
Produziert wird das Gerät mit Gamdias-Switches in den Farben Blau, Braun, Rot und Schwarz. Im Test befindet sich die Variante mit braunen Switches.

Spezifikationen (Herstellerangabe)
  • Abmessungen (B x H x T): 370 x 140 x 30 mm
  • Gewicht: 675 g
  • Kabellänge: 1,5 m
  • Tastenart: mechanisch, Gamdias, 50 Millionen Anschläge, Black, Blue, Brown oder Red
  • Zusatztasten: 6x Multimedia über FN
  • Hintergrundbeleuchtung: Sieben Farben
  • Rollover: N-Key
  • Polling-Rate: 1.000 Hz
  • MSRP: 69,99 US-Dollar
  • Herstellergarantie: Zwei Jahre
Spezifikationen (Gemessen)
  • Grundfläche: 370 x 140 mm
  • Gewicht: 664 g
  • Kabellänge: 1,57 m
  • Hintergrundbeleuchtung: Eine Farbe pro Zeile, 6 Farben
  • Status-LEDs: Über Tastenbeleuchtung

Lieferumfang
Die Tastatur wird in einer schwarzen, farbig bedruckten Verpackung geliefert. Abgesehen vom Gerät selbst wird nichts mitgeliefert, was angesichts des Preises zu erwarten war.
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Design und Layout
Die Hermes E2 folgt dem typischen Aufbaue einer Tenkeyless-Tastatur: Es handelt sich im Prinzip um das Standardlayout ohne den Nummernblock. Weitere Zusatztasten gibt es am Gerät nicht, Multimediafunktionen und Einstellungen werden über die FN-Taste realisiert. Diese ersetzt, anstatt wie meistens, nicht die rechte, sondern die linke Windows-Taste.
https://img.tweakpc.de/images/2018/10/04/Top.md.jpg
Für Spieler ist das vorteilhaft, denn auch wenn die Winlock-Funktion deaktiviert ist, ist ein versehentliches Auslösen der Windows-Taste so ausgesprochen schwierig. Im Office-Einsatz verschlechtert es allerdings auch die Erreichbarkeit der Funktion – eine einhändige Bedienung der Taste erfordert dann ein Umgreifen.
https://img.tweakpc.de/images/2018/1...g_Vorne.md.jpg
Die sechs Multimedia-Funktionen betreffen, wie fast immer, den Musikplayer: Lauter, Leiser, nächster und letzter Titel, Ton aus und Pause. Sie belegen die Tasten F2, F3, F5, F6, F7 und F8. Die dazwischen liegende F4-Taste ist für einen Zusatzmodus vorhergesehen: Sie vertauscht WASD und die Pfeiltasten.
https://img.tweakpc.de/images/2018/10/04/Schraeg.md.jpg
Die Tastenkappen sind sehr leicht konkav geformt und haben den üblichen Aufbau: Transluzenter Kunststoff mit schwarzer Beschichtung. Unter ihnen sind die, in diesem Fall braunen, Switches zu sehen. Gamdias verbaut auf der E2 eigene Switches; die im Grundkonzept den farbgleichen Modellen des Marktführers Cherry entsprechen: Taktil und ohne akustisches Feedback.

Der taktile Widerstand scheint aber höher zu sein als bei den Cherry-Switches: Die Bedienung der Tasten hat einen etwas höheren Widerstand, sie fühlen sich dementsprechend etwas „knackiger“ aber zugleich auch „rauer“ an. (Teil-)defekte Schalter oder solche mit außergewöhnlichem Druckgefühl sind im Gerät nicht zu finden.

Äußerlich entsprechen die Switches dem von MX-RGB-Tastern: Transparentes Gehäuse mit verbauter LED im Inneren. Die äußere Form sowie das Haltekreuz scheinen identisch zu sein, denn Cherry-Tastenkappen lassen sich auf der Hermes E2 problemfrei montieren. Das ist gut, denn somit ist die Tastatur für die meisten Austauschkappen geeignet.
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Die übergroßen Tasten, wie beispielsweise die Leertaste, werden durch Klammern stabilisiert - die „Coster-Bauweise“. Die Stabilisierung liefert das übliche Bild: Die Taktilität ist bei den entsprechenden Tasten etwas schwächer ausgeprägt, aber noch gut spürbar. Da die Stabilisierung zweiteilig ist, ist ein Wiedereinbau entsprechender Kappen etwas aufwändiger als bei dem konkurrierenden Ansatz mit zusätzlichen Haltekreuzen. Sofern man die Kappen nach dem Aufsetzen mit etwas Kraft herunterdrückt sollte das aber kein Problem darstellen.
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Das Gehäuse besteht vollständig aus schwarzem Kunststoff. Es schließt die Tasten nicht ein, stattdessen ist die verbaute Metallplatte zugleich auch die Oberfläche. Diese deckt die Oberseite der Tastatur fast vollständig ab; mit Ausnahme je zweier Zier-Einschnitte links und rechts, unter denen das Gehäuse zu sehen ist.
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An der Unterseite befinden sich drei Gummidämpfer; und zwei weitere auf den Klappfüßen. Im flachen Zustand ist die Hermes E2 leider recht anfällig für ein Verrutschen, im aufgestellten Zustand ist die Standfestigkeit hingegen, angesichts der Größe, gut.
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Die Verbindung des Geräts erfolgt über ein fest installiertes Kabel ohne Sleeve, das an der Rückseite der Tastatur befestigt ist. Das 1,5 Meter lange Kabel hat einen normalen USB-Anschluss, der nicht vergoldet ist. Weder ein Kabelsleeve, noch eine Vergoldung sind in diesem Preissegment Standard, wären aber natürlich ein nettes Extra gewesen.
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Die Verarbeitungsqualität der Hermes E2 ist gut: Die Bauteile sind sauber verbunden und gearbeitet. Fertigungsüberreste lassen sich am Gerät nicht finden und die Haptik der Materialien ist, wie bei den meisten Geräten, angenehm. Positiv fällt auf, dass Gamdias die Unterseite Tastenkappen entgratet hat – diesen Zusatz sparen sich viele Modelle der Preisklasse.

Extras und Beleuchtung
Auf Seiten der Beleuchtung erhält man ein etwas eigenwilliges Paket. Gamdias bewirbt die Tastatur als „7 color“, und das ist auch auf dem Gerät so abgedruckt. In der Realität bietet die Tastatur allerdings nur sechs Farben – das wurde auf Nachfrage bestätigt. Jede Tastenreihe leuchtet dabei in einer eigenen Farbe. Von oben nach unten: Grün, Türkis, Lila, Magenta, Orange und Rot.
https://img.tweakpc.de/images/2018/1...euchtet.md.jpg
Diese Farben können nicht angepasst werden, wodurch die Beleuchtung der Tastatur stark eingeschränkt ist: Man kann sie nicht einfarbig leuchten lassen. Es scheinen zwar in allen Switches RGB-LEDs verbaut zu sein, denn Gamdias wird wohl kaum sechs unterschiedliche LEDs verbauen wollen, doch wurde die Ansteuerung derselben entweder absichtlich beschnitten oder es wurden sich auf dem PCB einige, wenige Lanes eingespart, die es für eine vollständige RGB-Ansteuerung gebraucht hätte.

Vollständig auf eine Ansteuerung verzichtet hat man aber nicht, denn die Tastatur bietet fünf unterschiedliche Beleuchtungsstufen und einen Atmen-Effekt. Dementsprechend muss der verbaute Chip zumindest einen PWM-Kanal haben. Der Effekt wird über die Tastenkombination ‚FN + Einfügen‘ aktiviert und kann mit ‚FN + Page Up‘ bzw. ‚Page Down‘ in drei Stufen schneller bzw. langsamer gemacht werden. Über ‚FN + Entfernen‘ kann zudem die Beleuchtung komplett deaktiviert werden.

Realisiert wird die Beleuchtung über den für mechanische Taster üblichen Weg: In jedem Switch ist eine einzelne LED verbaut. Die Ausleuchtung ist dementsprechend nicht perfekt homogen, da der untere Teil der Tasten immer weiter von der LED entfernt ist als der obere. Dieser Effekt ist bei der Gamdias Hermes E2 gut sichtbar, da die Beschriftung oftmals ganz unten noch einen Balken hinzufügt, der weniger leuchtet als der Rest – störend ist das aber nicht.
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In der Tat etwas besonderes ist die Funktion zum Vertauschen der Pfeiltasten und WASD über FN + F4. Ein wirklich großer Nutzen geht damit nicht einher, doch gibt es zumindest manche Textarbeiten bei denen die Belegung von WASD mit den Pfeiltasten durchaus angenehm ist. Bei Spielen hilft die Funktion jedoch wohl höchstens bei einigen Browser-Titeln, die auch heute noch manchmal krampfhaft auf die Verwendung der Pfeiltasten bestehen.

Das N-Key-Rollover der Tastatur funktionierte im Test in allen Situationen tadellos und ohne Verzögerungen – auch bei weiter über zehn gleichzeitig betätigten Tasten in ungewöhnlichen Anordnungen. Zu Fehlauslösungen kam es während dem Testzeitraum nie. Ebenso tadellos verrichtet die Winlock-Funktion ihren Dienst.

Fazit
Gamdias‘ Hermes E2 liefert im Test ein zwiegespaltenes Bild ab: Auf der einen Seite sind das Tenkeyless-Layout und die Gamdias-Switches, die sich durch ein besonderes aber durchaus angenehmes Druckgefühl auszeichnen. Dem gegenüber steht die Beleuchtung, bei der leider schlicht das Potenzial nicht ausgenutzt wurde.

Eine sechsfarbige Hintergrundbeleuchtung wäre prinzipiell nicht schlimm – am Ende nutzen die Meisten wohl ohnehin eine der Haupt- bzw. Nebenfarben. Jede Farbe aber nur auf eine Tastenreihe zu beschränken, also immer dieselben sechs Farben gleichzeitig anzuzeigen, ist ungewöhnlich. Wem das nicht gefällt, der muss die Beleuchtung also vollständig deaktivieren oder auf ein anderes Produkt umsteigen.
https://img.tweakpc.de/images/2018/1...euchtet.md.jpg
Auf der positiven Seite stehen die bereits erwähnten Switches, die sich wie eine ‚rauere‘ Variante von Cherry‘s MX-Browns anfühlen. Auch die sonstige technische Umsetzung ist gut: Spieler profitieren von der vertauschten Position der FN-Taste und, unter Umständen, dem optionalen Wechsel der Pfeiltasten und WASD auf Knopfdruck. Die üblichen Multimediatasten und eine Winlock-Funktion sind über Zweitbelegung ebenso realisiert.

Angesichts des Preises von 40 bis 50 Euro wäre die Gamdias Hermes E2 damit ein gutes, empfehlenswertes (Gaming-)Produkt, wenn die Sache mit der Beleuchtung nicht wäre. Wer ohnehin eine vergleichbar verspielte Beleuchtung – oder gleich gar keine - an seinem Gerät haben möchte, für den ist das kein Problem. Wer sich allerdings eine volle RGB-Funktionalität, oder zumindest gleichmäßige Hintergrundfarben wünscht, der sollte besser den Aufpreis zur nächsten passenden Tenkeyless-Tastatur in Kauf nehmen. Es bleibt zu hoffen, dass Gamdias zeitnah nachbessert und eine neue Revision auf den Markt bringt, die bei der Beleuchtung nicht mehr so stark beschnitten ist.

Positiv:
- (Preis)
- Sinnvoll abgestimmtes Gesamtpaket für Spieler
- Besondere aber trotzdem angenehme Switches

Erwähnenswert:
- FN-Taste ist links
- Bezeichnung „7 color“ ist falsch, Tastatur bietet nur sechs Farben – eine pro Zeile
- Überdurchschnittlich hohe Auslösekraft der Switches - nicht für Vielschreiber

Negativ:
- Stark eingeschränkte Beleuchtungsmöglichkeiten
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Raffnix (08.11.2018), Robert (11.11.2018)
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Stichworte
gamdias, hermes, tastatur, tenkeyless


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