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Der Kaufberater / Teil 6 - Scanner

TweakPC – Der Kaufberater

Mittlerweile haben sich die Preise für die günstigsten Scanner auf etwa 100 bis 150 DM eingependelt. Auf TweakPC testen wir eigentlich keine Scanner, das heißt aber nicht, das wir davon keine Ahnung haben :). Gut, wir sind hierbei keine Experten, können Ihnen aber trotzdem einige gute Tipps mit auf den Weg geben.

Grundsätzliche Fragen

1.

Wofür brauchen Sie den Scanner? Bevor Sie überhaupt über den Kauf eines Scanners nachdenken, machen Sie sich klar wozu Sie den Scanner brauchen. Je öfter und vielseitiger Sie den Scanner nutzen wollen, desto besser muss das Gerät sein. Glauben Sie nicht, dass Sie für ein paar Mark ein Allroundtalent mit Top Scan Qualität kaufen können! 

Wenn Sie ab und zu etwas einscannen wollen und Ihnen die Qualität der Scans nach dem Motto "Hauptsache man kann es erkennen" wichtig ist, reicht ein günstiger Scanner aus. Je mehr Sie in Sachen Farbtreue, Scharfe fordern und Ihre Anwendungen in den Bereich der Bildbearbeitung vordringen, desto höher werden die Anforderungen an den Scanner. In solchen Fällen werden Sie mit einem billig Scanner nicht glücklich werden. Das obige Motto ist natürlich stark überzogen, selbst die preiswertesten Scanner liefern normalerweise für den "Gelegenheitsscanner" absolut brauchbare Ergebnisse. Texterkennung ist auch in dieser Preisklasse problemlos möglich.

2.

Was wollen Sie eigentlich einscannen? Überlegen Sie sich vor dem Kauf gut ob Sie nur normale Bilder oder evtl. auch Dias oder Folien einscannen wollen. Für letzteres benötigen Sie nämlich einen Durchlichtaufsatz, den man nicht an jeden Scanner anschließen, geschweige denn für jeden Scanner kaufen kann. Einige Scanner werden auch direkt mit einem Durchlichtaufsatz ausgeliefert. Dies ist aber zumeist nur ein kleiner fester Aufsatz, mit dem sich einzelne Dias einscannen lassen. Mit größeren Folien etc. funktioniert das nicht!

Eigentlich sind bei Qualität eines Scanners zwei Aspekte wichtig. Im Endeffekt zählt wie das Bild später auf dem PC aussieht und wie komfortabel und professionell die Treiber Software ist.

Zuerst einmal das, worauf Sie nicht achten sollten

1.

 Achten Sie nicht auf Softwarebundle. Glauben Sie wirklich, dass Sie zu einem preisgünstigen Scanner von rund 200 DM eine wirklich gute Grafiksoftware bekommen, die normalerweise 500 DM kostet. NEIN ! Niemand hat etwas zu verschenken, leider. Glauben Sie, dass Sie zu einem 200 DM Scanner dann auch noch eine OCR Software bekommen, die Sie normalerweise 500 DM kostet. NEIN ! Also vergessen Sie die beiliegende Software, Sie wollen erst einmal einen Scanner und keine Software. Die den günstigen Scannern beiliegende Software ist in der Regel eh mehr ein Appetithappen auf andere Produkte des gleichen Hauses. Na gut es gibt auch Ausnahmen, aber die wollen erst mal gefunden werden.

2.

Technische Daten sind bei Scannern Schall und Rauch. All zu oft versuchen die Hersteller die Käufer mit hohen DPI Zahlen (Dots per Inch, also nichts anderes als das Auflösungsvermögen) und Farbtiefen zu locken. Da gibt es Scanner die für 149 DM ganze 9600 DPI Auflösung und 48Bit Farbtiefe anpreisen. Leider ist das alles Mumpitz. Denn diese Werte werden künstlich durch die Software herbeigeführt. Wenn Sie schon auf technische Daten Wert legen, dann sehen Sie auch genau hin uns lesen das Kleingedruckte. Zur Zeit bieten fast alle Scanner in der unteren und mittleren Preisklasse eine optisch Auflösung von 1200dpi, nicht mehr und nicht weniger. Alle anderen Zahlen, die Sie lesen, können sie gleich wieder vergessen. Die 9600 DPI, die Sie meist in großen Buchstaben auf dem Karton finden werden, sind nichts anderes als eine Marketinggag. Ihr Scanner wird mit 1200dpi scannen und das Bild künstlich auf 9600dpi durch Interpolation mehr oder weniger schlecht hochrechnen. Das kann jedes vernünftige Grafikprogramm auch.

3.

Genauso verhält es sich mit der Farbtiefe. Es nützt Ihnen nichts, wenn ihr Scanner in 36 Bit scannt und die Farben dann auf 48 Bit hochgerechnet werden, entscheidend ist, was die Hardware kann und nicht was vorne groß auf der Verpackung steht. Generell gilt natürlich je höher die Farbtiefe der Hardware, desto besser.

Worauf Sie achten sollten !

1.

Die Treibersoftware ist das A und O bei einem Scanner. Kein Scanner liefert Ihnen ohne richtige Einstellung ein optimales Ergebnis am Bildschirm oder der später wieder auf Papier. Leider ist das korrekte Einstellen auch der schwierigste Part bei der Inbetriebnahme eines Scanners. Der Treiber sollte deshalb so viele Einstellungsmöglichkeiten bieten wir nur möglich. Je weniger Sie damit machen können um so schneller werden Sie an die Grenzen stoßen. Leider können Sie nur herausfinden, was die Treibersoftware kann, wenn Sie sich durch alle Firmen durchprobieren (was natürlich keiner machen wird) oder aber Sie wälzen Zeitschriften.

Unsere Recherche haben ergeben, dass Scanner von Mikrotek und UMAX häufig unter den Empfehlungen auftauchen. Besonders bei Mikrotek wird der Twain Treiber häufig lobend erwähnt. Scanner von HP bieten einen ausgefuchsten Treiber mit vielen Tools.

Der beim Scanner beiliegende Treiber ist in den meisten Fällen nicht vom Scanner sondern vom Hersteller abhängig. So wird zum Beispiel bei allen Scannern von Mikrotek der gleiche Treiber genutzt, der eine Unmenge an Einstellungsmöglichkeiten bietet. Auch bei AGFA ist das der Fall, hier hat man bei den größeren Modellen sogar einen Treber für Profis und einen für Anfänger.

2.

Die Hardware spielt natürlich auch eine große Rolle. Unseren Erfahrungen nach wiedersprechen sich bei Scanner schon einmal zwei Eigenschaften. Kompaktheit und hochwertige Verarbeitung scheinen einander auszuschließen. Wenn Sie einen gut Verabreiteten stabilen Scanner wollen, wird dieser sich automatisch mit eine ordentlich Größe und vor allem Höhe bei Ihnen beliebt machen. Wenn Sie einen kompakten flachen Scanner wollen, werden Sie sich mit wabbeliger Mechanik und Klapprigen Teilen zufrieden geben müssen. Wir Persönlich tendieren auf jeden Fall zur ersten Version. Lieber etwas größer, dafür stabil. Leider erhöht dieser Wunsch den Preis in der Regel schon einmal von 150 auf 250 DM, was aber auch nicht verwunderlich ist. Erfahrungsgemäß sind aber dann auch die Ergebnisse, die Sie erzielen um einiges besser. Jedenfalls gibt es keinen einzigen Kompaktscanner, der in der etwas gehobeneren Scannerklasse mitspielen kann. 

3.

Geschwindigkeit ist ein Faktor der für einige so gut wie keine für andere je nach Anwendung eine entscheidende Rolle spielt. Leider kann man diese Details nur durch ausprobieren oder wieder durch Zeitschriften wälzen erfahren. 

Welche Schnittstelle.

Zur Wahl stehen bei Scannern im Augeblick drei Schnittstellen, SCSI, USB und Parallel. Die SCSI Schnittstelle ist sozusagen der Urstandard bei den Scannern und die Parrallelport Version ist unserer Ansicht nach nicht mehr als eine vorrübergehende Erscheinung und Notlösung. USB hat sich in letzter Zeit auch bei den Scannern durchgesetzt, da mittlerweile jedes halbwegs moderne Motherboard einen USB Anschluss besitzt, sollten bei diesem Port keine Probleme auftreten.

Welche Schnittstelle ist nun die Optimale. Wie so oft kommt es auf die Situation an. 

Par

Die schlechteste Lösung ist ganz klar die Parallelport Version. Wir gehen jetzt einfach einmal davon aus, das Sie einen Drucker am Parallelport betreiben. Der Parallelport ist also belegt. Zum Glück waren die Entwickler der Scanner ja schlau uns haben den Parallelport durchgeschliffen, das heißt, die schließen den Scanner an den Computer und den Drucker an den Scanner an... und hoffen das es funktioniert. Leider tut es das in vielen Fällen nicht. Einige Druckertreiber haben es nämlich gar nicht gerne, wenn der Drucker nicht direkt am Parallelport hängt und neigen dazu sich sehr merkwürdig zu verhalten. Dazu kommt noch folgendes: Aufgrund der genialen Programmierung von Windows kommt es bei der Benutzung des Parallelports dazu, dass alle anderen laufenden Tasks vor Erfurcht erblassen und ihre Aufgaben zur Huldigung es Parallelports einfach einstellen. Anders ausgedrückt, wenn Sie Scannen dann machen Sie nichts anderes mehr! Und wenn wir hier nichts sagen, dann meinen wir "NICHTS". Sogar das abbrechen des Scanvorgangs kann zum echten Abenteuer werden. Also kurz gesagt, wenn Sie am Parallelportscanner vorbeikommen können dann tun Sie das.

SCSI

SCSI Scanner sind da schon eine deutlich bessere Lösung, allerdings sprechen wir hier von "SCSI" und das heißt übersetzt auf jeden Fall schon einmal "Bezahlen Sie mehr". Dummerweise liegt eigentlich jedem SCSI Scanner eine abgespeckte SCSI Karte dabei. Für Leute die kein SCSI haben, sehr praktisch, für alle anderen ein unnötiger Kostenfaktor. Dazu kommt noch, dass diese Karten zumeist in etwa die Leistungsfähigkeit eines Parallelports besitzen :) mit den selben hervorragenden Eigenschafteen entweder "Scannen" oder nichts tun. Optimal fahren Sie, wenn Sie bereits einen vernünftigen SCSI Controller besitzen. Einfach den Scanner dran anschließen und los geht's. Sogar im Hintergrund, während Sie noch etwas anderes tun. Teure SCSI Scanner bieten in der Regel auch eine vernünftige SCSI Karte, mit der so etwas ebenfalls kein Problem darstellt.

USB

Die neuste Variante bei den Scannern ist der USB Anschluss und man kann sagen, dass er auch recht gut funktioniert. Sie benötigen lediglich einen USB Port an Ihrem PC und schon kann es losgehen. Sogar wenn ihr PC bereits an ist, denn Geräte am USB müssen im Gegensatz zu den SCSI Geräten nicht bereits beim Start des PC eingebunden werden. Der USB Scanner ist also optimal für alle, die eine USB Bus haben und denen SCSI zu teuer ist. Nebenbei bemerkt, auch beim Scannen über den USB Bus muss sich Windows voll konzentrieren und hat wenig Zeit mehr für andere Dinge.

SCSI+USB

Die Luxusvariante. Einige Scanner sind gleich so verschwenderisch ausgestattet, dass sie beide Schnittstellen anbieten. Eine wirklich clevere und zukunftssichere Sache. So können Sie sicher sein, dass Sie mit dem Scanner den Anschluss nicht verpassen.

Welchen nun ?

Der Preis ist für die meisten sicherlich das wichtigste Argument für oder gegen ein Produkt. Angefangen bei 150 DM sind bei Scannern die Preise nach oben recht offen. Scanner sind günstig geworden keine Frage, aber sie sind nicht nur deshalb günstig geworden, weil sie mehr gekauft werden. Früher waren Scanner etwas für Profis, heute findet man sie auf jedem Schreibtisch. Die Hersteller haben einfach neue Märkte erschlossen. Der Gelegenheitsgrafiker, der ein mal im Monat oder seltener seine Bilder einscannt, braucht keinen Profi Scanner für 1000 DM. Man hat also abgespeckt und billiger produziert. Sie könne also nicht für 150 DM einen super Scanner erwarten. Unserer Meinung nach sind solche Scanner gut für Gelegenheitsscans zu gebrauchen. Wer sich etwas mehr mit der Materie beschäftigt, der sollte halt etwas sparen und einen 100er drauflegen. Ab 300 DM bekommen Sie dann schon ein wirklich ordentliches Gerät. Aber Achtung, genauso können Sie für 300 DM Schrott kaufen.

Zum Abschluss noch ein kleiner Tipp. Wenn Sie einen Scanner gekauft haben und sind nicht mit dem Ergebnis zufrieden, dann scheuen Sie sich nicht zu Ihrem Händler zu gehen und das Gerät wieder zurückzugeben oder gegen ein besseres einzutauschen. Natürlich dürfen Sie damit nicht zu lange warten. Machen Sie ihrem Händler klar, das das Gerät Ihren Anforderungen einfach nicht gerecht wird. Sollte Ihr Händler dafür kein Verständnis haben, so sollten Sie sich schleunigst einen neuen suchen. Nach unseren Erfahrungen sind große Elektromärkte in dieser Beziehung meist recht zuvorkommend, da Ihnen das halten der Kunden wichtig ist, zudem bieten Sie bei Scannern eine große Auswahl in der unteren und mittleren Preiskategorie an. 

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