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Alt 27.05.2018, 21:04   #1 (permalink)
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Oromis wird schon bald berühmt werden

Standard Yi Technology Action Cam (XYFSK02) – Nachhallen aus 2015

Yi Technology Action Cam (XYFSK02) – Nachhallen aus 2015

- Die Kamera
- Spezifikationen
- Lieferumfang
- Aufbau und Verarbeitungsqualität
- Menü und Einstellungen
- Steuerung per Handy
- Akkulaufzeit und Aufnahmequalität
- Fazit

Die Kamera
2015 war die Actioncam von Yi Technology, damals noch Xiaomi Yi, ein großer Erfolg. Die Kamera kam ohne einen Bildschirm daher und setzt dementsprechend hauptsächlich auf die Verwenung in Kombination mit einem Smartphone – im Austausch für das fehlenden Bauteil sinkt der Preis.

Die Yi Actioncam kostet in Deutschland momentan rund 50 Euro, als Importware sind mitunter niedrigere Preise möglich – unter Verzicht auf die Möglichkeit einer Rücksendung. Die exakte Modellbezeichnung ist XYFSK02.
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Im Inneren des Gerätes werkelt ein Ambarella A7LS im 32nm-Prozess, der laut Datenblatt Bilder mit bis zu 32 Megapixeln Auflösung speichern und 480 Megapixel pro Sekunde verarbeiten kann. Als Arbeitsspeicher steht ihm wahlweise ein DDR3 oder DDR2 Chip mit einer 16-Kanal-Anbindung beiseite. Videos werden in H.264 umgewandelt, Ton in MP3. AC3 oder AAC.

Aufgenommen werden Bilder und Videos über einen Sony IMX206-Sensor, der beispielsweise auch in einigen Actioncams des Konkurrenten SJCAM verbaut ist. Dieser unterstützt laut Datenblatt eine Auflösung von 4672 auf 3500 Pixeln mit zehn Bildern pro Sekunde.Die einzelnen Pixel sind 1,34 µm groß.

In der Praxis wird weder der Sensor noch der SoC der Kamera ausgenutzt, so liegt beispielsweise die maximale Bildauflösung bei 4608 auf 3456 Pixel und die Kamera hat kein verbautes Display, obwohl der SoC das unterstützen würde.

Spezifikationen
- Abmessungen (BxHxT): 59x41x29mm
- SoC: Ambarella A7LS
- Sensor: Sony IMX206
- Gewicht: 55g
- Video: 3200*1800@15fps, 1440P@30fps, 1080P@60fps/30fps, 720P@120fps/60fps/30fps
- Bild: bis 4608 auf 3456 Pixel
- Linse: 170°
- Bildschirm: 2“ TFT, 320x240
- Verbindung: microUSB, microSD (bis 64Gb), Wlan (bis 10m)
- Akku: 1050mAh Li-Ion, 80 min
- Sonstiges: Wasserdicht bis 40m

Lieferumfang
Die Actioncam wird in einem schlichten, schwarz bedrucktem Karton geliefert. In diesem befindet sich die Kamera samt dem getrennt verbauten Akku, das Wasserdichte Gehäuse samt Stativaufsatz und ein 20 Zentimeter langes Ladekabel. Darüber hinaus liegen noch Garantieinformationen, eine Produktübersicht und eine Anleitung bei. Damit ist das Zubehör auf der Höhe vieler Konkurrenten, aber noch nicht erstklassig – einige Modelle haben beispielsweise von Haus aus Klebevorrichtungen und Befestigungen für Helme beiliegen.
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Aufbau und Verarbeitungsqualität
Wie für Actioncams gewöhnlich ist auch das hier getestete Modell von Yi sehr kompakt und mit 77 g auch noch recht leicht.
Vorder- und die Rückseite der Kamera sind flach, die vier verbleienden Seiten hingegen sind strukturiert um besseren Halt zu bieten. Das Material für die gesamte Außenhaut ist Kunststoff – es gibt sowohl eine Version in weißer als auch eine in schwarzer Optik.

Die Anschlüsse für microSD, microUSB und microHDMI sind an der Rückseite der Kamera angebracht – unter einer entnehmbaren Schutzklappe. Der Anschalter befindet sich an der Front, der Auslöser am Deckel und das Batteriefach wieder an der Rückseite des Gehäuses. Auf der Innenseite der entsprechenden Abdeckung ist eine Metallplatte untergebracht, vermutlich um den Akku zu kühlen – dieser erwärmt sich in einigen Anwendungsszenarien merklch.

An der Verarbeitungsqualität der Kamera lässt sich – für den gewählten Preis – nicht viel bemängeln. Der Kunststoff ist in der Haptik angenehm und ist sauber verarbeitet. Eine leichte Auffälligkeit gibt es lediglich bei dem mitgelieferten Unterwassergehäuse – der Gummidämpfer im Inneren ist nicht perfekt zentriert aufgeklebt, was aber der Funktion in keiner Weise schadet.

Steuerung am Gerät
Da die hier getestete Action Cam kein Display verbaut hat, ist die Möglichkeit der Bedienung direkt am Gerät nur eingeschränkt möglich. Sobald die Kamera eingeschaltet ist kann man lediglich Wlan aktivieren, den Modus von Foto auf Video umschalten und eine Aufnahme starten sowie beenden. Für alle weiteren Einstellungen muss die Smartphone-App verwendet werden, die sowohl für Android als auch für iOS erhältlich ist. Sie setzt iOS 8 beziehungsweise Android 4.1 voraus.
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Steuerung per Handy
Die zum Gerät gehörige App ist Produktübergreifend für alle Actioncams des Herstellers geeignet. Sie kann über die jeweiligen App-Stores kostenlos heruntergeladen werden und misst knappe 41 Megabyte. Neben der Gerätebedienung gibt es auch eine Communty-Funktion, um erstellte Bilder und Videos mit andere Yi-Nutzern zu teilen.

Über die App kann man sich per Wlan mit der Kamera verbinden, wobei eine direkte Verbindung etabliert, andere Wlan-Quellen also für das Handy blockiert werden. Eine Verbindug ist ohne die Eingabe eines Passwortes möglich, in den Einstellungen kann aber natürlich ein solches festgelegt werden.

In der Software lassen sich alle üblichen Einstellungen an der Kamera vornehmen, die man normalerweise im direkten Menü erwarten würde. Der Einstellungsgrad geht dabei zum Teil durchaus weit, beispielsweise kann man die Lautstärke des verbauten Biepers – der zur Kommunikation von Bedienaktionen am Gerät dient – konfigurieren.
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An Fotooptionen stehen einem ein normaler, ein Burst-, ein Timer- und ein Timelapse-Modus zur Verfügung, letzteren gibt es auch für Videos. Dort können Aufnahmen bis zu 120 Sekunden mit Abständen zwischen 0,5 und 60 Sekunden aufgenommen werden, die maximale Zeit liegt demnach bei 7200 Minuten oder exakt fünf Tagen. Wie wenig verwunderlich ist für eine derart lange Aufnahmezeit aber ein Betrieb am Netz erforderlich.
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An Videoeinstellungen stehen eine Vielzahl an Möglichkeiten zur Verfügung – zwischen 480p bei 240 FPS und 1926p bei 30 FPS gibt es noch neun Abstufungen mit 1080p, 960p und 720p. Sehr gut ist zudem, dass Yi eine automatische Linsenkorrektur anbietet – diese verbessert die optische Qualität von sowohl Fotos als auch Videos deutlich. Nicht ganz so gut gelungen ist hingegen die automatische Rotation, die in einigen Szenarien nicht recht erkennen wollte, wo oben und unten ist.
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Sowohl Fotos als auch Videos lassen sich natürlich auch über die Software aufnehmen, indem man einfach auf die jeweiligen Symbole drückt. Die Einstellungen werden im Gerät gespeichert, sind also nach dem Hochfahren erhalten. Für die meisten Videomodi gibt es eine Echtzeit-Vorschau in niedriger Auflösung, bereits getätigte Aufnahmen können vom Gerät auf das Smartphone gestreamt werden.

Akkulaufzeit und Aufnahmequalität
Neben den ganzen bisher ausgeführten sind für den Kauf einer normalen wie auch einer Action-Kamera natürlich vor allem zwei Dinge elementar: Die Akkulaufzeit und die Aufnahmequalität.

Die Akkulaufzeit ist, wie üblich, je nach Aufnahmemodus leicht variierend. dabei stark nach dem Aufnahmemodus: Von den getesteten fünf Szenarien ist 1080p bei 24 Bildern pro Sekunde mit 69 Minuten. Am schlechtesten schneidet hingegen 1080p bei 60 Bildern pro Sekunde ein, mit 72 Minuten. Die verbleibenden drei Auflösungen 1296p, 720p und 480p in den jeweils höchsten Bildraten ordnen sich dazwischen ein. Durch die Deaktivierung von Wlan lassen sich jeweils noch einige Minuten hinzugewinnen, die Akkulaufzeit bei 1080p und 60 FPS steigt beispielsweise um sieben Minuten.
https://img.tweakpc.de/images/2018/0...kulaufzeit.png
Timelapse-Aufnahmen sind bedingt ohne eine externe Stromversorgung möglich. Bei einer Auflösung von 1080p und 60 Bildern Pro Sekunde sowie einem Aufnahmeintervall von 0,5 Sekunden werden die maximalen zwei Minuten erreicht, bei einem Abstand von 2 Sekunden schafft die Kamera hingegen nur noch 69 Sekunden und beim maximalen Intervall von 120 Sekunden schafft die Kamera nur noch 130 Bilder beziehungsweise 260 Minuten.

Die Aufnahmequalität der Kamera ist, wie bei quasi allen Action-Cams, durch eine starke Fischaugenverzerrung und, bedingt durch den kleinen Sensor, eine hohe Abhängigkeit von den Lichtverhältnissen geprägt. Die automatische Entzerrung durch den SoC, die hinzugeschalten werden kann, behebt zumindest das erste genannte Problem relativ zuverlässig.

Für Aufnahmen im Inneren ist die Kamera in jedem Fall nur bedingt geeignet, wobei doch auch hier gewisse Details wahrnehmbar sind. Beispielsweise kann man so die Umdrehungszahl eines Lüfters überprüfen, da die Rotation bei 240 Bildern pro Sekunde gut zu erkennen ist. Hier stößt man jedoch, je nach Lichtquelle, auf ein Problem: Günstige Lampen sind zuweilen mit 60 Hertz getaktet. Kameras synchronisieren ihre Aufnahmen normalerweise an diese Lichtwechsel, doch bei 240 FPS ist das nicht mehr möglich – das resultiert in schwarzen Schatten. Das ist allerdings keineswegs ein Problem der Kamera, sondern nur durch die hohe Bildrate bedingt.

Aufnahmen im außen sind hingegen, im Hinblick auf den Preis, durchaus verwendet werden. Das eine Studioqualität bei dem sehr geringen Preis der Kamera nicht zu erwarten ist, dürfte allen klar sein, doch lassen sich mit der Kamera durchaus akzeptable Ergebnisse erzielen – wobei das vor allem für die "normalen" Bildraten gilt. Auffälligkeiten gibt es lediglich bei der optionalen Winkelkorrektur, die bei Bildern an den Kanten unschöne Artefakte bildet – die jedoch nicht übermäßig weitläufig sind. Unterm Strich dürfte die Action Cam mit ihrer Qualität auch heute noch zeitgemäß sein – insbesondere angesichts der Tatsache, dass Youtube und Konsorten das Material ohnehin stark komprimieren.
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Eine Sammlung von Aufnahmen mit der Kamera lässt sich hier herunterladen: Klick
Einige der Videos sind rotiert, in diesem Fall kann man sie beispielsweise mit VLC umdrehen.
https://www.youtube.com/watch?v=bosMfdbiVNU
Ton kann die Kamera nur bis in Videoformaten mit bis zu 60 FPS aufnehmen. Dann ist er durchaus anständig, Umgebungsgeräusche werden gut aufgezeichnet.

Fazit
Mit dem Preis von rund 50 Euro von einem deutschen Händler ist die drei Jahre alte Yi Technology Action Cam eines der günstigeren Modelle. Im Vergleich zu den noch günstigeren Kameras, die in der Vergangenheit von mir getestet wurden, triumphiert das Modell dabei in einigen Punkten. Die Videoqualität ist, subjektiv, etwas besser, und es gibt deutlich mehr Auflösungen und Bildraten zur Auswahl. Die Möglichkeit, schlecht auflösende 240 FPS-Videos aufzunehmen, ist gerade für technisch Interessierte Nutzer ein willkommenes Extra. Schön werden die entsprechenden Aufnahmen zwar nicht, doch ausreichend um zeitlich bedingte Abläufe zu erkennen.
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Die doch recht detaillierten Einstellungsmöglichkeiten durch die Smartphone-App, zusammen mit der gut funktionierenden Bedienung derselben, sind lobenswert. Der Verzicht auf einen Bildschirm ist so leichter hinzunehmen, auch wenn ein kleines Display natürlich trotzdme schön gewesen wäre – hier müssen Interessenten individuell entscheiden, ob das für sie ins Gewicht fällt.

Kritikpunkte gibt es an der Kamera vor allem bei der Akkulaufzeit und dem Zubehör. Erstere könnte länger sein, letzteres noch ein zwei Teile mehr umfassen. Die kurze Akkulaufzeit dürfte dabei aber zu guten Teilen dem Alter des Geräts zuzutragen sein – ein 32nm Chip mit DDR2 oder DDR3 RAM verbraucht selbstverständlich mehr als danach erschienene Modelle mit kleineren Strukturen und modernerem Arbeitsspeicher, der dann bereits im Zuge der Mobile-Bewegung stand.

Unterm Strich hängt die Frage nach dem Kauf von zwei Dingen ab: Hat man eine Verwendung für ein Display und braucht man längere Akkulaufzeiten? Dann sind Konkurrenzprodukte die bessere Wahl. Die Übrigen Käufer machen hingegen auch heute mit der Yi Action Cam (XYFSK02) keinen Fehler – wobei auch der Blick zu neueren Modelle aus dem Hause Yi Technology nicht schaden könnten.

Pro:
- Preis
- Anständige Bildqualität im Außenbereich
- Gut gelungene App
- Zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten
- (Tonqualität)

Contra:
- Zubehör könnte umfangreicher, Akkulaufzeit länger sein
- (Leichte Verzerrung bei Bildern mit aktivierter Objektivkorrektur)
- [Übliche Actioncamprobleme (Starke Lichtabhängigkeit, Fischauge)]

Geändert von Oromis (27.05.2018 um 21:15 Uhr)
Oromis ist offline   Mit Zitat antworten
2 Benutzer bedanken sich für den Beitrag:
Fakk-asrock (28.05.2018), Michalito (28.05.2018)
Alt 28.05.2018, 19:31   #2 (permalink)
Extrem Performer
 
Benutzerbild von Michalito
 

Registriert seit: 03.05.2016
Beiträge: 1.121

Michalito befindet sich auf einem aufstrebenden Ast

Standard AW: Yi Technology Action Cam (XYFSK02) – Nachhallen aus 2015

Meine Yi Dashcam kam heute an, muss ich auch mal mit herumspielen..
Michalito ist offline   Mit Zitat antworten
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