Das Sicherheitsprojekt Have I Been Pwned hat seinen Bestand um einen großen Datensatz aus Infostealer-Logs erweitert. Betreiberangaben zufolge wurden aus einer umfangreichen Sammlung nach Normalisierung und Deduplikation rund 183 Millionen einzigartige Zugangsdaten extrahiert - jeweils mit der zugehörigen E-Mail-Adresse, dem verwendeten Passwort und der Website, auf der die Anmeldedaten erfasst worden waren.

Die Integration dieser Aufbereitung in die bestehende Datenbank erhöht die Abdeckung von öffentlich zugänglichen Diebstahldaten und verändert damit die Grundlage für Prüfungen auf kompromittierte Konten.
Infostealer sind Malwareprogramme, die beim Login auf einem kompromittierten Gerät aktiv Zugangsdaten abgreifen und an zentrale Server übermitteln. Solche Logs werden in verschiedenen Kanälen verbreitet, darunter Cloudablagen und Messaging-Plattformen, wo sie von Dritten gesammelt, bereinigt und erneut verteilt werden. Sicherheitsforscher, die sich mit dem Phänomen beschäftigen, haben diesen Prozess als Vermehrungs- und Aggregationskette beschrieben, in deren Verlauf einzelne Einträge mehrfach aufgeführt und mit älteren Leaks vermischt werden.
Die jetzt aufbereiteten Datensätze stehen in Have I Been Pwned zur Suche bereit. Anwender können prüfen lassen, ob ihre Adresse oder ihr Passwort in den Aufzeichnungen erscheint. Betreiber weisen zugleich darauf hin, dass eine direkte Suche nach spezifischen Domains aus Gründen des Datenschutzes eingeschränkt gehandhabt wird, weil die Nennung sensibler Seiten die Privatsphäre der Betroffenen gefährden könnte. Stattdessen ist ein Benachrichtigungsdienst vorgesehen, über den Nutzer über mögliche Treffer informiert werden können.
Nutzer sollten kompromittierte Passwörter umgehend ändern und für betroffene Konten die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren. Außerdem empfiehlt sich ein Durchgang durch alle Dienstkonten mit Fokus auf Passwörter, die mehrfach verwendet werden. IT-Verantwortliche in Unternehmen sollten prüfen, ob firmeneigene Maildomains oder Mitarbeiterkonten in den Listen auftauchen, und gegebenenfalls Passwort-Richtlinien und Monitoringmaßnahmen anpassen. Sensible Zugänge, insbesondere solche mit administrativen Rechten, sollten zusätzliche Schutzmaßnahmen erhalten.
Die Daten von Have I Been Pwned und Infostealer-Logs machen deutlich, wie groß die Menge an gestohlenen Anmeldeinformationen inzwischen ist und wie schnell diese Daten in Umlauf geraten und erneut genutzt werden. Das zeigt zugleich die Notwendigkeit, Passwortwiederverwendung zu vermeiden und Schutzmechanismen wie Passwortmanager und mehrstufige Authentifizierung breit einzusetzen.
