Die seit Juli geltende Altersverifikation nach dem Online Safety Act hat das Nutzerverhalten auf pornografischen Websites in Großbritannien maßgeblich verändert. Regulierungsbehörden und Betreiber beobachten einen deutlichen Rückgang des Traffics von inländischen Besuchern, wobei die berichteten Zahlen je nach Datenquelle und Messmethode variieren.

Analysen nationaler Aufsichtsbehörden deuten darauf hin, dass die Einführung strenger Alterschecks kurzfristig zu einem Rückgang der direkten Zugriffe auf die größten, rechtskonform agierenden Plattformen geführt hat.
Als technische Grundlage verlangt die Regelung für den Zugriff auf erwachsene Inhalte einen Nachweis des Alters, der über hochsichere Verfahren erfolgen kann – etwa Identitätsdokumente, Zahlungsinformationen oder biometrische Verifikation. Anbieter, die diesen Vorgaben folgen, berichten von einem spürbaren Einbruch beim lokalen Traffic. Parallel dazu verzeichneten einige Tracking-Dienste erhöhte Zugriffszahlen auf Seiten, die bislang keine Altersprüfung durchführen, was auf eine Verlagerung von Besuchern hin zu weniger regulierten Angeboten hindeutet.
Ein weiteres beobachtetes Phänomen ist die zeitweise verstärkte Nutzung von Virtual Private Networks - VPNs - durch Nutzer, die nationale Beschränkungen umgehen wollten. Messungen zeigen, dass die tägliche Aktivität von VPNs kurz nach Inkrafttreten der Regeln anstieg und sich in der Folge auf einem verminderten, aber weiterhin erhöhten Niveau stabilisierte. Anbieter großer Plattformen sehen diesen Kanal nach eigenen Angaben jedoch nicht als dominanten Ausgleich für wegfallenden Traffic.
Die Effektivität der Maßnahme im Schutz von Minderjährigen ist weiterhin Gegenstand fachlicher Debatten. Kritiker argumentieren, dass Nutzer auf weniger kontrollierte Seiten ausweichen könnten, die möglicherweise extremere Inhalte bereithalten und keine Verifikationspflicht erfüllen. Befürworter sehen hingegen in zentralisierten Altersprüfungen eine realistische Möglichkeit, den Zugang für Kinder zu erschweren, sofern Checks zuverlässig und datenschutzkonform umgesetzt werden. In diesem Zusammenhang wurde vorgeschlagen, Altersverifikation stärker in die Geräte- oder Betriebssysteme zu verankern, um Nutzern einen vertraulicheren Verifikationsweg über etablierte Plattformbetreiber anzubieten.
